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Gemeinsam stark gegen die Hitze! Hitzeaktionsplan Hamm

Mit dem Hitzeaktionsplan „Gemeinsam stark gegen die Hitze“ bündelt die Stadt Hamm ihre bisherigen Aktivitäten in den Bereichen Klimaanpassung, Klimaschutz und Gesundheitsvorsorge in einem ganzheitlichen Handlungsrahmen. Ziel ist es, die Bevölkerung wirksam vor den gesundheitlichen Folgen von Hitze zu schützen und die Lebensqualität langfristig zu sichern. Der HAP wurde am 24. März vom Rat beschlossen, die inhaltliche Arbeit wurde zum 31.12.2025 beendet. Zusätzlich zum Fachbericht wurden die Ergebnisse für die breite Öffentlichkeit in verständlicher Weise aufbereitet. Hier liegt das Alleinstellungsmerkmal des Hitzeaktionsplans Hamm: Eine zielgerichtete Kommunikationsstrategie, die gemeinsam mit den Stakeholder:innen in einem umfangreichen Beteiligungsprozess erarbeitet wurde. Neben den Workshops im Beteiligungsprozess, bei denen sich zwei ganz ausführlich den Personas widmeten, wurden mit Vertreter:innen der vulnerablen Gruppen und Multiplikator:innen qualitative Interviews geführt. Zur bürger:innennahen Kommunikation mit den verschiedenen vulnerablen Gruppen wurden Personas im Beteiligungsprozess entwickelt, die die zentralen Botschaften verständlich vermitteln und in allen weiteren Kommunikationskampagnen auftauchen werden. So wird durch einen Storytelling-Ansatz ein anderes Level an Verständnis und Awareness erreicht. Diese sehr gute Zusammenarbeit wird in diesem Jahr für die Erstellung der spezifischen Informationskampagnen und Materialien für die jeweiligen vulnerablen Gruppen fortgeführt. Die zunehmende Häufigkeit und Intensität von Hitzeereignissen stellen Städte und Gemeinden vor wachsende Herausforderungen. Besonders betroffen sind vulnerable Bevölkerungsgruppen wie ältere Menschen, Schwangere und kleine Kinder, Menschen, die im freien Arbeiten, chronisch Erkrankte sowie sozial benachteiligte Personen. Prognosen gehen von einer weiteren Zunahme hitzebedingter Erkrankungen und Todesfälle aus, die insbesondere in Extremphasen das Gesundheitssystem stark belasten können. Vor diesem Hintergrund hat die Stadt Hamm im Rahmen ihres Klimafolgenanpassungskonzepts (2021) die Schlüsselmaßnahme „Hamm bleibt gesund trotz Klimawandel“ definiert und darauf aufbauend in den Jahren 2024 bis 2025 einen Hitzeaktionsplan (HAP) entwickelt. Federführend wurde der Plan in enger Zusammenarbeit zwischen Umweltamt und Gesundheitsamt erarbeitet. Weitere Fachämter und die Zivilgesellschaft waren intensiv eingebunden. Die fachliche Beratung und Prozessbegleitung erfolgte durch die IMAP GmbH sowie die Innovation City Management GmbH. Der Hitzeaktionsplan bildet den strategischen Rahmen zur Stärkung der Hitzeresilienz der Stadt Hamm. Grundlage sind umfassende Analysen der Ist-Situation und ein sehr breit angelegter Beteiligungsprozess (s. Punkt 4 Nachhaltigkeit). Darauf aufbauend wurde gemeinsam mit relevanten Stakeholder:innen eine übergeordnete Vision für ein hitzeresilientes Hamm und konkrete Maßnahmen entwickelt. Die Konzeption und der Entstehungsprozess orientierte sich an den Empfehlungen der Bund/Länder-Arbeitsgruppe „Gesundheitliche Anpassung an die Folgen des Klimawandels“, der Arbeitshilfe der Hochschule Fulda (2023) sowie an den Leitlinien der WHO. Die Hitzeaktionsplanung versteht sich als kontinuierlicher Prozess der Vorbereitung, Koordination, Umsetzung und Weiterentwicklung.

Die zentralen Ziele des Hitzeaktionsplans sind:
• Frühzeitige, zielgruppenorientierte Information und Sensibilisierung der Bevölkerung bei Hitzeereignissen zur Stärkung von Eigenverantwortung und Resilienz
• Aufbau klarer Vorsorge- und Notfallstrukturen für extreme Hitzeereignisse
• Klimaangepasste und gesundheitsfördernde Gestaltung der städtischen Infrastruktur
• Weiterentwicklung einer klimaresilienten und nachhaltigen Stadtplanung
• Verbesserung der Lebensqualität durch zugängliche, wirksame und gut kommunizierte Hitzevorsorgemaßnahmen

Die Maßnahmen des Hitzeaktionsplans wurden auf Grundlage von Bevölkerungsdaten und räumlichen Analysen zur Vulnerabilität und Betroffenheit der einzelnen Stadtteile sowie der Ergebnisse aus den Beteiligungsformaten entwickelt. Damit fließen sowohl die stadtklimatischen Ausgangsbedingungen als auch die Perspektiven aus Verwaltung und Stadtgesellschaft in die Ausarbeitung ein. Die Maßnahmen sind in drei Handlungsfelder geclustert: Maßnahmen zur Risikokommunikation, Maßnahmen zum Management von Akutereignissen sowie Maßnahmen zur klimaangepassten Stadtentwicklung. Zudem wurden die Maßnahmen hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit und des zeitlichen Horizonts in je drei Kategorien eingeteilt, die eine klare Priorisierung der Maßnahmen ermöglichen: Aktionsplan, Handlungsrahmen und Ideenspeicher. Die Maßnahmen, die dem Aktionsplan zugeordnet wurden, definieren die prioritären Maßnahmen für das Jahr 2026. Hierbei liegt der Fokus auf Maßnahmen, die wirksam und zugleich haushaltsmittelschonend sind sowie bereits begonnen haben und/oder einen breiten Rückhalt im Erstellungsprozess erhalten haben. Im Handlungsrahmen sind Maßnahmen enthalten, deren Umsetzung bzw. Weiterentwicklung mittel- bis langfristig erfolgt. Sie werden im weiteren Verlauf überprüft, fortgeschrieben und bei entsprechender Voraussetzung in den Aktionsplan überführt. Der Ideenspeicher enthält Maßnahmen, die eine langfristige Perspektive haben oder derzeit noch einer Zuständigkeitsklärung bedürfen. Sie dienen als Sammlung von Ansätzen, die weiter konkretisiert und gegebenenfalls in den Handlungsrahmen oder den Aktionsplan aufgenommen werden können. Konkrete Maßnahmen aus dem Aktionsplan sind:
• Aufbau und Weiterführung patenschaftlicher Modelle
• Anpassung der Konditionen zur Arbeitswahrnehmung für Mitarbeitende der Stadtverwaltung
• Berichterstattung zu durchgeführten Maßnahmen über die städtische Website und Social Media
• Erstellung und Verteilung von Informationsmaterialien an strategischen Orten und Infrastrukturen
• Erweiterung der HammApp
• Informationen zu Hitzebewältigung am Arbeitsplatz bei der Stadt Hamm
• Informationsmaterialien mit Verhaltensempfehlungen in unterschiedlichen Sprachen • Interaktive „Kühle-Orte“-Karte in Hamm
• Mitteilung über Fördermittel für fachunkundige Akteur:innen
• Monitoring und Evaluation
• Nutzung eines Hitzewarnsystems und Aufbau Kommunikationskaskade
• Nutzung von Aktions-/Mottotagen zur Risikokommunikation
• Refill weiter bewerben
• Verstetigung der Steuerungsstruktur
• Verstetigung des Akteur:innennetzwerks Der Plan definiert mittel- und langfristige Schritte sowie Perspektiven zur Verstetigung, zum Monitoring und zur Evaluation. Mit diesem integralen Ansatz schafft die Stadt Hamm eine belastbare Struktur, um den gesundheitlichen Herausforderungen des Klimawandels wirksam zu begegnen und insbesondere vulnerable Gruppen nachhaltig zu sensibilisieren und zu schützen.

Eckdaten zur Maßnahme

Maßnahmenträger

Maßnahmenträger
Stadt Hamm https://www.hamm.de/
Kooperationspartner
Der Hitzeaktionsplan für die Stadt Hamm wurde von städtischer Seite federführend durch das Umweltamt und mit tatkräftiger Unterstützung des Gesundheitsamts erarbeitet. Unterstützt wurde die Planung durch das externe Büro IMAP GmbH in Zusammenarbeit mit Innovation City Management (ICM), welches Teil der GREENZERO-Gruppe ist.

Dauer und Finanzierung

Beginn der Umsetzung
Wie hoch waren die (geschätzten) Kosten für die Umsetzung?
120.000
Mit welchen Mitteln wurde die Maßnahme finanziert?
  • Sonstige
KuE gGmbH bezeichnet die Klimaschutz- und Energieagentur Hamm gGmbH – also eine gemeinnützige GmbH, die im Bereich Klimaschutz, Energieberatung und Umweltfragen tätig ist und z. B. Beratungsangebote und Unterstützungsleistungen zur Umsetzung kommunaler Klima- und Energie-Projekte organisiert und koordiniert. Sie wird von der Stadt Hamm und den Stadtwerken Hamm finanziert.

Weiterführende Links

Links zur Maßnahme

Beteiligung

Wurden neben den Kooperationspartnern andere Personengruppen/Institutionen in die Planung/Umsetzung der Maßnahmen eingebunden?
  • Betriebe, öffentliche Unternehmen oder Wirtschaftsverbände
  • Breite Öffentlichkeit
  • Schüler*innen
  • Öffentliche Verwaltung/Politik
  • Presse
  • Stadtwerke
  • Umwelt- und Sozialverbände

Erfolge

Welche Erfolge konnten Sie mit Ihrer Maßnahme erzielen?
Der HAP wurde in der ersten Ratsrunde der Stadt Hamm Mitte März von den zuständigen Ausschüssen zustimmend zur Kenntnis genommen und am 24.03.2026 vom Rat beschlossen. Bereits vor dem Ratsbeschluss fanden Veranstaltungen und die Umsetzung erster Maßnahmen statt. Durch die vielen unterschiedlichen Veranstaltungen und Workshops, konnten Stakeholder:innen, Bürger:innen sowie Kinder und Jugendliche erreicht werden. Hier konnte bereits intensiv über den Hitzeaktionsplan diskutiert und verschiedene Gruppen aus Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft für das Thema gewonnen und sensibilisiert werden

Während den digitalen Tagen 2025 wurde die interaktive Karte der kühlen Orte im Lab-on-Tour-Truck den Bürger:innen vorgestellt und zugänglich gemacht. Bei dieser Veranstaltung konnte über die Karte und deren Eintragungen diskutiert und zudem neue Orte für die Karte der kühlen Orte werden. Die Karte der kühlen Orte ist seit Juni 2025 im Geoportal der Stadt öffentlich und für jede:n einzusehen. Zudem gibt es ein offenes Beteiligungsformat, über welches Bürger:innen jederzeit die Karte kommentieren und neue Anregungen einbringen können. https://beteiligung.nrw.de/portal/hamm/beteiligung/themen/1015079

Des Weiteren wurde die Refill-Initiative intensiv beworben und es konnten durch hatrnäckige Ansprache weitere Orte als Refill-Stationen für den Zugang zu Trinkwasser gewonnen werden. Zudem wurden erste Hitzetipps als Plakat und Flyer in verschiedenen Sprachen erstellt und im Stadtraum verteilt. Hier gilt ein besonderer Dank für die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit der altengerechten Quartiersplanung der Stadt, die beispielsweise für Senior:innen kleine, leicht zu öffnende Trinkflaschen anschaffte und für das Hitzethema - u. a. mit den Flyern und Informationsveranstaltungen - bereits viel Sensibilisierungsarbeit leistete. https://www.wa.de/hamm/schutz-3000-hitzetote-in-deutschland-in-nur-einem-sommer-hamm-mit-hinweisen-und-93769747.html Über alle durchgeführten Maßnahmen wurde auch stets auf der städtischen Website, auf Social Media und in den lokalen Medien berichtet.
Erläuterung
Ein zentrales Element der Fortschrittskontrolle ist das Monitoring und die Evaluation der Umsetzung des Hitzeaktionsplans. Sie stellen sicher, dass die Maßnahmen kontinuierlich überprüft und bei Bedarf angepasst werden können, um ihre Wirksamkeit zu erhöhen. So lassen sich mögliche Lücken erkennen und der Plan fortlaufend weiterentwickeln. Monitoring und Evaluation erfolgen dabei wertneutral.

Der Rahmen für das Monitoring und die Evaluation besteht aus zwei, perspektivisch drei Bestandteilen: (1) dem Monitoring der Maßnahmenumsetzung, (2) einer Evaluation zur Weiterentwicklung und Optimierung der Maßnahmen und (3) dem Monitoring von Morbidität und Mortalität als relevante Kenngrößen, die ergänzt werden sollen, sofern valide Daten verfügbar sind. Nachfolgend werden Umsetzungsschritte für die einzelnen Bestandteile und Verantwortlichkeiten skizziert, die im Prozess der Hitzeaktionsplanung weiter ausgestaltet werden.

Das Monitoring umfasst die kontinuierliche Erfassung relevanter Daten zur Wirksamkeit geplanter und umgesetzter Maßnahmen. Dadurch können Maßnahmen bedarfsgerecht angepasst und der Hitzeakti-onsplan fortlaufend weiterentwickelt werden. Die Koordination des Monitoringprozesses liegt bei der Steuerungsgruppe. Nachfolgend werden Umsetzungsschritte skizziert, die im weiteren Prozess der Hitzeaktionsplanung konkretisiert und bei Bedarf weiterentwickelt werden.
Wie planen Sie Ihr Projekt weiterzuentwickeln?
Die kooperative Umsetzung des Hitzeaktionsplans wird durch eine enge Zusammenarbeit innerhalb einer Steuerungsgruppe, bestehend aus Vertreter:innen des Umweltamts und anderen relevanten Ämtern der Stadt Hamm sichergestellt. Das Umweltamt übernimmt die Federführung für die kontinuierliche Steuerung sowie Umsetzung der Maßnahmen und bindet die beteiligten Ämter bei Bedarf ein. Diese klare Struktur mit flexibler Erweiterungsoption ermöglicht es, die hitzeresiliente Entwicklung der Stadt zielgerichtet voranzutreiben und gleichzeitig die vielfältigen sozialen, gesundheitlichen und technischen Querschnittsthemen angemessen abzubilden, effizient zu arbeiten und Doppelstrukturen zu vermeiden.

Ergänzend wird der Austausch in einem Hitzenetzwerk fortgeführt. Dieses Netzwerk umfasst Mitarbeitende der Verwaltung, sozialer Einrichtungen, des Gesundheitswesens sowie der Zivilgesellschaft. Es baut auf den bereits in der Entwicklungsphase des HAP initiierten Austauschformaten auf und stellt sicher, dass die Perspektiven aller relevanten Akteur:innen berücksichtigt werden, insbesondere die Belange vulnerabler Gruppen. Regelmäßige Treffen (einmal vor dem Sommer und einmal nach dem Sommer), Workshops und Kooperationen fördern die kontinuierliche Zusammenarbeit zu Hitzebelastungen, Bedarfen und Beispielen guter Praxis. Zudem unterstützt das Netzwerk das gemeinsame Monitoring und die Umsetzung der geplanten Maßnahmen.

Die langfristige Verankerung der Steuerungsstruktur in der Verwaltung sowie die kontinuierliche Zusammenarbeit mit den relevanten Stakeholder:innen sind entscheidend, um die Ziele des Hitzeaktionsplans nachhaltig zu erreichen und auf zukünftige Herausforderungen angemessen reagieren zu können. Auch ein valides Monitoring und Controlling wird nach dem Ratsbeschluss über die Steuerungsgruppe aufgebaut und etabliert. Hierbei gilt es, kein kompliziertes System aufzubauen, sondern schon bestehende Strukturen innerhalb der Stadt zu nutzen.

Der Hitzeaktionsplan wurde und wird in diesem Jahr in verschiedenen Formaten innerhalb der Stadtgesellschaft vorgestellt und bekannter gemacht (z. B. Gesundheitstage in den Sozialräumen, Stadtteilkonferenzen, Bezirksvertretungen, Akademie 55+, Aktionstage an Schulen, BNE-Sommerferienprogramm).

Hindernisse

Kontaktdaten

Wilma Großmaas
Stadt Hamm, Umweltamt
Deutschland
Abteilung
E-Mail
wilma.grossmaas@stadt.hamm.de
Telefonnummer
02381 17-7116
Faxnummer

Ort der Umsetzung

Hamm Städte

Kategorien

Hitzeperioden Trockenheit Höhere Durchschnittstemperaturen Sonstige Freiwillige Vereinbarung, Kooperation Informationsbereitstellung und Sensibilisierung Naturbasierte Maßnahme (z.B. Begrünung, Renaturierung) Planungsinstrument (z.B. Landschaftsplan) Technische Maßnahme (z.B. Baumaßnahme)
Kurzlink: https://www.uba.de/n307676de