80 Prozent der öffentlichen Gebäude ohne Lüftungsanlage
Eine aktuelle UBA-Studie zeigt, dass 80 Prozent der öffentlichen Gebäude über Fenster belüftet werden. Das Lüftungsverhalten der Raumnutzenden ist daher essentiell für die Sicherstellung einer guten Raumluftqualität. Das setzt Wissen über relevante Einflussfaktoren sowie ein entsprechendes Lüftungsverhalten voraus. In einer Online- Befragung wurden Personen zu diesen Aspekten befragt.
Was kann die Politik tun, um eine gesunde Raumluft in öffentlichen Gebäuden zu gewährleisten? Im Rahmen dieser Studie wurden andere europäische Länder mit ähnlichen klimatischen Bedingungen betrachtet, um bestehende rechtliche Vorgaben zu identifizieren und daraus mögliche Handlungsempfehlungen für die deutsche Politik abzuleiten.
Es existieren nur wenig belastbare Daten über Lüftungsmöglichkeiten in öffentlichen Gebäuden in Deutschland. Vor diesem Hintergrund wurde eine Studie zur Bestandsaufnahme durchgeführt. Nur etwa 20 Prozent der Gebäude verfügen über eine Lüftungsanlage. Das bedeutet im überwiegenden Teil der Gebäude wird die Raumluft über Fenster ausgetauscht und nimmt damit die Raumnutzenden oder – verantwortlichen in die Verpflichtung für gute Raumluftqualität zu sorgen.
Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, bedarf es eines entsprechenden Bewusstseins sowie ausreichender Kenntnisse über eine gute Raumluftqualität, damit das Lüftungsverhalten entsprechend angepasst werden kann. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass der Kenntnisstand in der Bevölkerung uneinheitlich ist und teilweise Lücken aufweist, etwa im Hinblick auf geltende Grenz- bzw. Richtwerte für die Raumluft. Auch das Wissen über mögliche Einflussfaktoren weist Verbesserungspotenzial auf. Ein regelmäßiges Lüftungsverhalten ist zwar mehrheitlich etabliert, dennoch weisen die genutzten Lüftungsarten und -häufigkeiten auf ein erhebliches Optimierungspotenzial hin. Trotz hoher Bedeutsamkeit des Themas und grundsätzlicher Kenntnisse effektiver Methoden bleibt die praktische Umsetzung, insbesondere in Bezug auf die Lüftungshäufigkeit, oft unzureichend.
Die Recherche zu rechtlichen Vorgaben in anderen europäischen Ländern mit ähnlichen Klimabedingungen wie Deutschland zeigt das zwar Regularien vorhanden sind, diese sich häufig aber im Wesentlichen auf Parameter wie Temperatur und relative Luftfeuchte beziehen. Frankreich und Belgien können rechtliche Regularien im engeren Sinn vorweisen. In Anlehnung an diese Konzepte wurden Empfehlungen für regulatorische Vorgaben in Deutschland erarbeitet. Um die Akzeptanz und den Kenntnisstand in der Bevölkerung zu erhöhen, wurden Kommunikationsstrategien entwickelt, die der Politik helfen sollen, Empfehlungen und Vorgaben umzusetzen.