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Sollten wir Kernkraftwerke bauen, um das Klima zu schützen?

Aus Sicht des Umweltbundesamtes ist Kernenergie keine geeignete Grundlage für eine umweltverträgliche, sichere und nachhaltige Energieversorgung in Deutschland. Kernkraftwerke verursachen zwar im Betrieb nahezu keine direkten CO₂-Emissionen und haben auch über den Lebenszyklus vergleichsweise geringe Treibhausgasemissionen. Entscheidend ist aber, ob eine Technologie Emissionen rechtzeitig, verlässlich und zu vertretbaren Kosten senken kann.

Bei neuen Kernkraftwerken sprechen vor allem lange Planungs-, Genehmigungs-, Finanzierungs-, Bau- und Inbetriebnahmezeiten sowie hohe Kosten dagegen. Für die Klimaschutzziele bis 2045 kommt ihr Beitrag in der Regel zu spät. Zudem helfen Kernkraftwerke in einem Stromsystem mit viel Wind- und Solarenergie nur begrenzt: Das System braucht vor allem flexible Lösungen, Netze, Speicher, Lastmanagement und steuerbare Kapazitäten.

Hinzu kommen Umwelt- und Gesundheitsaspekte, die Entsorgung radioaktiver Abfälle, mögliche Unfallfolgen sowie neue Abhängigkeiten in internationalen Lieferketten für Uran, Anreicherung, Brennelemente, Komponenten und Know-how. Small Modular Reactors und neue Reaktorkonzepte ändern diese Bewertung derzeit nicht: Ein breiter Einsatz ist bisher nicht absehbar.

Für Klimaschutz und Versorgungssicherheit sind daher vor allem erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Netze, Speicher und Flexibilität entscheidend.

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