Aussehen und Vorkommen
Die Schwarze Wegameise (Lasius niger) ist eine sehr häufige Art, die überall in Deutschland vorkommt. Als typischer Kulturfolger ist sie in der Nähe des Menschen, zum Beispiel in Gärten und Parks zu finden. Die Schwarze Wegameise ist staatenbildend, pro Nest gibt es nur eine Königin, die über 20 Jahre alt werden kann.
Die Arbeiterinnen der Schwarzen Wegameise werden 3 bis 5 mm lang, Männchen und Weibchen (die sogenannten Geschlechtstiere) können deutlich größer werden. Arbeiterinnen sind überwiegend schwarz gefärbt mit feinen Haaren auf einem Teil des Hinterleibs. Hierdurch wirken die Tiere glänzend. Die Fühler der Art sind rotbraun und gekniet mit einem deutlich verlängerten erstem Fühlerglied. Die Entwicklung der Ameisen verläuft vom Ei über Larvenstadium und Puppe bis hin zur Erwachsenenform. Zur Schwarmzeit (Juli bis August) fliegen die geflügelten Männchen und Weibchen aus, um sich zu paaren. Während Männchen nach der Paarung sterben, beginnen die begatteten Weibchen, die neuen Königinnen, mit der Anlage eines Nests und mit der Eiablage. Zunächst betreibt die Königin die Brutpflege, später übernehmen die jungen herangewachsenen Arbeiterinnen die Versorgung der Brut und der Königin.
Die Schwarze Wegameise findet man natürlicherweise in Wäldern und offenen Landschaften. Als sehr anpassungsfähige Art lebt sie auch unter Steinen, Baumrinde und in Mauerspalten und ist eine der häufigsten Ameisenarten in Mitteleuropa. In unseren Ökosystemen spielen Ameisen generell eine wichtige Rolle. Mit ihren vielen Gangsystemen lockern sie den Boden auf, bringen Biomasse in den Boden ein, fördern so die Bodenfruchtbarkeit und das Pflanzenwachstum. Von ihren Nestern aus wandern die Arbeiterinnen auf bestimmten Wegen, die mit Duftstoffen markiert werden, zu Blattlauskolonien, deren Honigtau ihnen als Nahrung dient oder als Nahrung für Pilze genutzt wird, deren Hyphen das Nest stabilisieren.