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F-Gase: UBA-Studie verbessert Verständnis über Emissionen extrem klimaschädlicher Gase in Deutschland

Atmosphärenmessungen können Emissionsquellen besonders klimaschädlicher F-Gase wie Schwefelhexafluorid und Stickstofftrifluorid lokalisieren. Neue Auswertungen decken Hotspot in Südwestdeutschland auf.
Luftbild der Erde mit einer Wolkendecke
SF6 reichert sich in der Atmosphäre an und ist sehr klimaschädlich.
Quelle: studio023 / Fotolia.com

Eine aktuelle Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes zeigt, dass sich mit Hilfe von Atmosphärenmessungen die Emissionen besonders klimaschädlicher Gase wie Schwefelhexafluorid bestimmen und lokalisieren lassen. Dank dieser Methode konnte bereits eine bislang in der Größenordnung unbekannte Emissionsquelle in Südwestdeutschland bestimmt werden. Auch andere klimaschädliche Emissionen können mit Hilfe der Atmosphärenmessungen künftig in den Blick genommen werden.

Schwefelhexafluorid (SF₆) gehört zu den stärksten Treibhausgasen überhaupt: Ein einziges Kilogramm entfaltet über 100 Jahre eine Klimawirkung wie rund 24 Tonnen Kohlendioxid (CO₂). Messungen der Goethe-Universität Frankfurt im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) zeigen, dass die Emissionen des hochwirksamen Treibhausgases SF₆ in Deutschland regional stark ungleich verteilt sind. Mithilfe umfangreicher Messdaten und moderner Modellrechnungen konnten die Forschenden zeigen, dass sich die regionale Verteilung der Emissionen in Deutschland anders darstellt, als bisher angenommen.

Grundlage der Analyse ist erstmals ein deutschlandweit konsistenter Datensatz aus allen verfügbaren SF₆-Messungen. Dazu zählen kontinuierliche Messungen des UBA an der Zugspitze, Daten des Taunus-Observatoriums der Goethe-Universität Frankfurt sowie ergänzende Messreihen aus dem europäischen ICOS-Netzwerk für standardisierten Treibhausgasmessungen. Die Auswertung der Messdaten erfolgte in Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern.

UBA-Präsident Dirk Messner: „F-Gase wie Schwefelhexafluorid haben ein enorm schädliches Klimapotenzial. Deshalb brauchen wir moderne Messsysteme, die nicht nur Trends erkennen, sondern auch regionale Hotspots sichtbar machen. Gemeldete Emissionsdaten und real gemessene Konzentrationen in Zusammenhang zu bringen schafft eine wichtige Grundlage für zielgerichtete Minderungsmaßnahmen.“

Für einen Emissionshotspot in Südwestdeutschland wurden Emissionen von rund 30 Tonnen SF₆ pro Jahr für den Zeitraum 2021 bis 2023 abgeschätzt. Auffällig war, dass diese räumliche Konzentration nicht mit den bisher offiziell gemeldeten Emissionsquellen übereinstimmte, die eher eine gleichmäßige Verteilung erwarten ließ. Zwar stimmten die Gesamtemissionen für Deutschland gut mit den an die UN gemeldeten Werten überein, doch wurden andere Emissionsquellen in einem längeren Zeitraum überschätzt.

Ein weiterer zentraler Projekterfolg ist der Beginn der ersten kontinuierlichen Messungen von Stickstofftrifluorid (NF₃) in Deutschland. NF₃ ist ebenfalls ein extrem langlebiges und klimaschädliches Gas, wurde hierzulande bislang jedoch nicht gemessen. Seit Februar 2023 erfassen Forschende am Taunus-Observatorium erstmals NF₃ in der Atmosphäre. Die Messungen zeigen einen moderaten globalen Konzentrationsanstieg, aber nur wenige lokale Emissionsereignisse, was auf derzeit geringe regionale Quellen in Deutschland schließen lässt.

Die Studie macht deutlich, wie wichtig kontinuierliche Atmosphärenmessungen für das Verständnis realer Emissionsmuster sind. Die Ergebnisse liefern eine entscheidende Grundlage, um Emissionsberichte zu verbessern, bislang unbekannte Quellen zu identifizieren und gezielte Maßnahmen zur Reduktion besonders klimaschädlicher Gase zu entwickeln.

SF₆ und NF₃ gehören zu den stärksten bekannten Treibhausgasen, die 24.300- bzw. 17.400-fach klimaschädlicher sind als CO₂. Während SF₆ bereits in bestimmten Bereichen – etwa in elektrischen Schaltanlagen oder auch in Schallschutzfenstern reguliert oder verboten ist – wird NF₃ international bislang nur wenig beachtet, obwohl es zunehmend in der Halbleiterindustrie eingesetzt wird.

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