Aussehen und Vorkommen
Flöhe (Siphonaptera) sind Blutparasiten bei Säugetieren und Vögeln und gehören zu den Insekten. In Mitteleuropa kommen etwa 80 von insgesamt 2000 bekannten Floharten vor.
Zu den bekanntesten Floharten zählen der Katzenfloh (Ctenocephalides felis), der Hundefloh (Ctenocephalides canis) und der Menschenfloh (Pulex irritans). In Europa sind die häufigsten am Menschen vorkommenden Flöhe Katzen- und Hundeflöhe, gefolgt von Vogelflöhen (zum Beispiel dem Hühnerfloh Ceratophyllus gallinae). Menschenflöhe sind heute in Deutschland eher selten anzutreffen. Auch der Igelfloh (Archaeopsylla erinacei) ist weit verbreitet, aber selten am Menschen zu finden.
Flöhe werden etwa 2 bis 4 mm groß, sind braun bis schwarz gefärbt und flügellos. Mit ihren spezialisierten, kräftigen Hinterbeinen können sie Sprünge von bis zu einem halben Meter durchführen. Charakteristisch sind der harte Chitinpanzer und der seitlich abgeplattete Körper, der es ihnen erlaubt, sich selbst durch dichtes Haarkleid fortzubewegen.
Flöhe sind Parasiten, die auf Säugetieren oder Vögeln beziehungsweise in deren Nestern und Schlafstätten leben. Es wird zwischen Nest- und Pelzflöhen unterschieden, wobei Katzen-, Hunde- und Menschenflöhe zu den Nestflöhen zählen. Nestflöhe leben in Verstecken in dunkler, trockener und möglichst ungestörter Umgebung und springen meist in der Nacht auf ihren Wirt, um Blut zu saugen. Die Eiablage erfolgt entweder auf dem Wirt (Katzen- und Hundefloh) oder im Nest des Wirts (Hühnerfloh). Die Eier sind nicht klebrig und fallen daher durch das Putzverhalten von Hunden und Katzen bereits nach kurzer Zeit aus dem Fell (etwa 70% der Eier nach circa 8 Stunden). Aus diesem Grund findet man Eier, Larven und Puppen von Katzen- und Hundeflöhen hauptsächlich in den Schlafstätten der Tiere, sowie der Umgebung, wie in Teppichen, in Bodenritzen und auf Polstermöbeln. Sowohl Hunde- als auch Katzenflöhe können auf den Menschen überspringen, da diese Floharten nicht wirtsspezifisch sind. Eier, Larven und Puppen machen den Großteil der in einer Wohnung vorkommenden Population aus, nämlich etwa 95%.
Pelzflöhe, wie beispielsweise der Igelfloh, leben auf dem Wirtstier und verstecken sich in dessen Fell. Der Igelfloh kann sich jedoch nur auf dem Igel entwickeln, sodass andere Wirte nur als kurzfristige „Notlösung“ dienen.
Adulte, also erwachsene, Flöhe, ernähren sich vom Blut eines Wirtes. Sowohl Männchen als auch Weibchen saugen Blut. Die Larven fressen organische Partikel zum Beispiel im Nest des Wirtes oder bluthaltigen Kot adulter Flöhe. Der Schlupf der adulten Tiere wird durch äußere Reize wie Erschütterung des Bodens, Wärme oder eine hohe Kohlendioxidkonzentration in der Luft hervorgerufen.
Die Lebensdauer adulter Flöhe beträgt durchschnittlich mehrere Wochen, und kann unter günstigen Bedingungen drei bis vier Monate betragen. Der Haustierbefall ist meist im Spätsommer am stärksten. Im Freien können adulte Flöhe den Winter nicht überleben, in Häusern hingegen ist die Entwicklung ganzjährig möglich.