Hintergrund
In Bodennähe auftretendes Ozon wird nicht direkt freigesetzt, sondern bei Sonneneinstrahlung durch komplexe photochemische Prozesse aus Vorläuferschadstoffen − überwiegend Stickstoffoxiden (NOx) und flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) − gebildet. Ozon wird deshalb als sekundärer Schadstoff bezeichnet. Mit einer Quellenzuordnung (englisch: source apportionment) für Ozon sollte nun mit Hilfe einer Chemie-Transport-Modellierung herausgefunden werden, inwiefern die Emissionen von Vorläuferstoffen innerhalb Deutschlands zur Ozonkonzentration beitragen und wie groß die Beiträge von Emissionen außerhalb Deutschlands sind. Dabei wurden die Vorläuferstoffe NOx und VOC über das sogenannte Tagging mit den entsprechenden Quellsektoren oder -regionen gekennzeichnet und auf die modellierten Ozonmoleküle übertragen. Die Modellergebnisse wurden für die menschliche Gesundheit hinsichtlich der mittleren Belastung (Peak-Season-Ozonwert, Mittelwert der täglich höchsten Achtstundenmittelwerte für den Zeitraum von April bis September) und in drei verschiedenen Konzentrationsbereichen untersucht.
Das Forschungsvorhaben wurde zwischen Oktober 2021 und Oktober 2025 vom Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit am GFZ in Potsdam (RIFS) durchgeführt und von TNO Utrecht (Niederlande) unterstützt. Der Abschlussbericht zum Projekt wurde von Tim Butler (RIFS), Edward Chan (RIFS), Richard Kranenburg (TNO), Claire van der Wal (TNO) und Martijn Schaap (TNO) verfasst.
Mit Hilfe der beiden regionalen Chemie-Transport-Modelle LOTOS-EUROS und WRF-Chem wurde eine Quellzuordnung für Ozon für die Monate April bis September 2019 für Deutschland modelliert und die modellierten Ozonmoleküle hinsichtlich ihrer Vorläuferstoffe über das sogenannte Tagging oder Labelling gekennzeichnet (TOAST-System). Es wurden für jedes Modell insgesamt fünf verschiedene Simulationen durchgeführt, die sich in der jeweiligen Kennzeichnung der Quellsektoren oder der europäischen Länder bzw. der deutschen Bundesländer unterschieden. Die Modellergebnisse wurden für die menschliche Gesundheit hinsichtlich der mittleren Belastung (Peak Season Ozonwert, Mittelwert der täglich höchsten Achtstundenmittelwerte für den Zeitraum von April bis September) und in drei verschiedenen Konzentrationsbereichen untersucht. Für die Vegetation wurde der AOT40-Wert untersucht.
Der Abschlussbericht wurde im Juli 2026 veröffentlicht.