zum zehnten Mal zeichneten das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt am 17. September 2026 vorbildhafte Projekte zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels mit dem Bundespreis „Blauer Kompass“ aus. Sechs Projekte zeigen die Vielfalt, Innovationskraft und das Engagement für die Vorsorge und Anpassung an die Folgen der Klimakrise in Deutschland. Mehr zum Bundespreis und den Siegerprojekten erfahren Sie in unserem Schwerpunktartikel.
Außerdem in dieser Ausgabe: Neue Förder- und Beteiligungsmöglichkeiten, unterstützende Leitfäden für die Umsetzung von Klimaanpassung sowie Praxisbeispiele erfolgreicher Maßnahmenumsetzung.
Ihr KomPass-Team im Umweltbundesamt
Schwerpunktartikel
Bundespreis „Blauer Kompass“: Sechs prämierte Projekte im Porträt
Die Preisträger*innen des Wettbewerbs „Blauer Kompass“ bei der Preisverleihung am 17. September 2026
Quelle: Sarah Kienapfel
Was muss ein Starkregenfrühalarmsystem können, um gefährliche Lagen früh zu erkennen und Menschen wirksam zu schützen? Was sollten Landwirte*Landwirtinnen tun, um ihre Erträge trotz Extremwettereignissen zu sichern? Wie können Kinder und Jugendliche an das Thema Klimaanpassung herangeführt und zum eigenen Handeln befähigt werden? Wie können Hebammen so qualifiziert werden, dass sie Schwangere kompetent zu hitzegerechter Alltagsgestaltung beraten können und die Risiken kennen, die Extremwetterlagen für Neugeborene mit sich bringen? Der Klimawandel wirft viele Fragen auf – und viele Akteure suchen nach Antworten. Besonders vorbildhafte Ansätze zum Umgang mit Klimafolgen wurden nun mit dem Bundespreis „Blauer Kompass“ prämiert. Gemeinsam haben das Bundesumweltministerium (BMUKN) und das Umweltbundesamt (UBA) sechs Projekte ausgezeichnet, die die Vielfalt von Anpassungsmaßnahmen in Deutschland widerspiegeln – am Ende eines von Hitze und Dürre geprägten Sommers, der die Bedeutung wirksamer Maßnahmen zur Anpassung an die Klimakrise unterstrichen hat. Die Preistragenden und die weiteren Nominierten sollen Andere, die von Klimafolgen betroffen sind, inspirieren, sich besser für die Zukunft zu wappnen.
Projekt „Natürlich Klimaanpassung!“: Leitfaden und Infografiken zu naturbasierten Lösungen
Naturbasierte Lösungen sind essenziell für die Klimaanpassung, doch ihre ökonomische Bewertung stellt Kommunen oft vor Herausforderungen. Das Vorhaben „Natürlich Klimaanpassung!“ des Umweltbundesamtes liefert Verantwortlichen in der kommunalen Praxis nun Handreichungen: Ein Leitfaden bietet einen Überblick über Methoden zur systematischen Bewertung von Kosten und Nutzen. Er untersucht, wie sich ökologische, soziale und wirtschaftliche Mehrwerte identifizieren, quantifizieren und vergleichbar machen lassen. Ziel ist es, fundierte Entscheidungsgrundlagen für die Ressourcenplanung zu schaffen. Zahlreiche Infografiken veranschaulichen naturbasierte Maßnahmen gegen Klimagefahren wie Hitze oder Starkregen sowie den Nutzen von zehn Einzelmaßnahmen von Fassadenbegrünung bis Flächenentsiegelung.
Mitmach-Projekt zu Klimaanpassung: „Zuhause im Wandel“ sucht Teilnehmende
Wie kann Klimaanpassung zu Hause im Alltag gelingen? Wie bleibt die Wohnung kühl? Was kann man tun, wenn Starkregen zum Risiko wird? Im Pilotprojekt „Zuhause im Wandel“ der Verbraucher Initiative e.V. können sich interessierte Bürger*innen aus ganz Deutschland ab sofort kostenlos für eine digitale Lern- und Mitmach-Community anmelden. In acht praxisnahen Online-Modulen und monatlichen Challenges erhalten die Teilnehmenden konkrete Tipps, Anregungen und Strategien, um ihr Zuhause besser auf Extremwetterereignisse und weitere Klimawandelfolgen vorzubereiten. Das Schulungsprogramm startet im November. Gefördert wird es vom Umweltbundesamt und finanziert aus den Erlösen der 18. Sonderbriefmarke „Für den Umweltschutz“ (siehe unten).
Anpassungspolitik – Neues aus Bund, Ländern und Kommunen
Jetzt Förderung beantragen: Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen und klimaangepasster Waldumbau
Das Bundesumweltministerium (BMUKN) informiert über folgende Fördertöpfe zur Anpassung an den Klimawandel:
Soziale Einrichtungen und ihre Träger können in der Förderrichtlinie „Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen“ finanzielle Unterstützung für die Umsetzung modellhafter Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels erhalten. Dazu zählen etwa Gründächer, Bepflanzungen, Entsiegelungen oder die Anlage von Wasserflächen. Die Antragsfrist läuft bis 30. November 2026.
Ziel des Förderprogramms „Klimaangepasstes Waldmanagement“ ist der Erhalt, die Entwicklung und die Bewirtschaftung von klimaresilienten Wäldern, die dauerhaft vielfältige Ökosystemleistungen wie die Kohlenstoffspeicherung erbringen. Private und kommunale Waldbesitzende können seit dem 1. Oktober 2026 wieder Erstanträge für eine Förderung ab dem 1. Januar 2027 bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) stellen.
BMFTR: Zwei Förderaufrufe für transnationale Verbundvorhaben
Das Bundesforschungsministerium (BMFTR) ruft im Rahmen der Sustainable Blue Economy Partnership (35 Förderinstitutionen aus 28 Ländern) zu transnationalen Verbundvorhaben für eine digitale, resiliente und wettbewerbsfähige Blaue Wirtschaft auf. Unter den vier Schwerpunktbereichen befindet sich auch die Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Küstengemeinden durch Infrastruktur und Unternehmen. Frist für Ideenskizzen ist der 16. November 2026.
Im Call „Forest Pathways: Forschung für resiliente Wälder und eine nachhaltige Forstwirtschaft“ können bis zum 2. Dezember 2026 Ideenskizzen für transnationale Forschungs- und Entwicklungsvorhaben für widerstandsfähige Wälder und eine nachhaltige, kreislauforientierte Bioökonomie eingereicht werden.
Neue Sonderbriefmarke zum Thema „Anpassung an den Klimawandel“
Die 18. Sonderbriefmarke aus der Serie „Für den Umweltschutz“ veranschaulicht, wie Grünflächen, Flüsse und Bäume zur Klimaanpassung beitragen. Seit 1992 erscheinen alle zwei Jahre Briefmarken in dieser Serie und greifen ein aktuelles Umweltthema auf. Neben dem Portowert wird beim Erwerb der Marken ein Zuschlag von 40 Cent bezahlt. Die Erlöse aus diesem Zuschlag kommen Projekten zum Thema zugute. Die Marke ist seit September 2026 in allen Verkaufsstellen der Deutschen Post AG oder online erhältlich.
Baden-Württemberg will Wasser künftig länger und besser in der Fläche speichern
Als Reaktion auf den Hitzesommer 2026 haben die Ministerien für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Baden-Württemberg gemeinsame Konzepte vorgelegt, um die Auswirkungen von Dürre zu mindern. Zur Stabilisierung des Wasserhaushalts startet das Land Pilotprojekte, um in Kooperation mit der Landwirtschaft die Speicherfähigkeit der Kulturlandschaften zu erhöhen. Durch eine bodenschonende Bewirtschaftung, den Rückbau von Drainagen und eine Flurneuordnung soll Wasser nicht schnell abfließen, sondern nachhaltig im Boden versickern. Als weitere Maßnahme hat das Land ein Förderprogramm für Investitionen in gemeinschaftliche Bewässerungsinfrastruktur in der Landwirtschaft aufgelegt.
Land Berlin: Steuerungskreis zur Klimaanpassung nimmt Arbeit auf
Der Berliner Senat hat die Schaffung einer ressortübergreifenden Projektstruktur zur Umsetzung des Berliner Klimaanpassungsgesetzes beschlossen. Diese schafft die Voraussetzungen dafür, dass Klimaanpassung in allen Bereichen der Stadt systematisch mitgedacht und praktisch umgesetzt wird. Der Steuerungskreis hat am 14. September 2026 seine Arbeit aufgenommen und wird in 18 Monaten die fristgerechte Umsetzung der Ziele des Gesetzes planen. Zudem klären Senatsverwaltungen und Bezirke Zuständigkeiten und Personal und berechnen die Kosten bis 2040.
Die Hessische Landesregierung stärkt den Schutz besonders gefährdeter Menschen vor Hitze: Mit dem neuen Förderprogramm „Hitzehilfe für Hessen“ stellt das Umweltministerium in den kommenden drei Jahren rund zehn Millionen Euro für die Anschaffung mobiler und teilstationärer Klimaanlagen in Pflegeeinrichtungen und Kindertagesstätten bereit. Das Förderprogramm soll bewusst bürokratiearm ausgestaltet werden. Antragsberechtigt werden kommunale, freigemeinnützige und private Träger von Pflegeeinrichtungen und Kindertagesstätten sein. Pro Standort ist eine Förderung von bis zu 5.000 Euro vorgesehen.
Niedersachsen beteiligt die Öffentlichkeit an Klimaanpassungsstrategie
Noch bis zum 28. Oktober 2026 können interessierte Bürger*innen, Kommunen, Verbände, Unternehmen, wissenschaftliche Einrichtungen und sonstige Institutionen den Entwurf der Anpassungsstrategie des Landes Niedersachsen prüfen und Anregungen, Hinweise oder Stellungnahmen einreichen. Mit der Anpassungsstrategie 2026 schreibt die Niedersächsische Landesregierung ihre im Jahr 2021 erstmals vorgelegte Strategie zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels fort. Die Strategie beschreibt den Anpassungsbedarf in 20 Handlungsfeldern und zeigt auf, mit welchen Maßnahmen die Klimaresilienz Niedersachsens gestärkt werden soll.
Nordrhein-Westfalen: Abschluss der Enquetekommission „Wasser in Zeiten der Klimakrise“
Die Enquetekommission „Wasser in Zeiten der Klimakrise“ hat sich in den letzten zwei Jahren mit Fragen der Wasserverfügbarkeit und -qualität sowie Nutzungskonkurrenzen und Verteilungsfragen angesichts des fortschreitenden Klimawandels im Land Nordrhein-Westfalen auseinandergesetzt. Ergebnis der Beratungen sind 158 Empfehlungen dazu, welche Vorsorge- und Anpassungsmaßnahmen aus Sicht der Kommission getroffen werden sollten.
Kommunen-Ticker: Neues aus Berlin, Bottrop, Bremen, Hamburg, Köln, Marburg
++ Mit dem Onlinespiel „Schwammtastisch“ können Berliner*innen erleben, wie sich ihre Stadt mit Pflanzstreifen, Bäumen, Dachbegrünung, Regenwassernutzung und weiteren blau-grünen Maßnahmen Schritt für Schritt in eine Schwammstadt verwandeln lässt.
++ Mit Schwammstadtleitlinien schafft die Stadt Bottrop fachliche Orientierung bei Planungs- und Entscheidungsprozessen – von der Siedlungsentwicklung über Verkehrsflächen und Freiräume bis zu städtischen Liegenschaften.
++ In Bremen-Oslebshausen erhöht der neue Klima-Waldpark auf einer rund 1,4 Hektar großen ehemaligen Brachfläche die Aufenthaltsqualität im Quartier und trägt dazu bei, den Stadtraum besser an Hitze, Trockenheit und Starkregen anzupassen.
++ Die Hamburger Umweltbehörde gibt mit der kompakten, gesamtstädtischen Strategie „Grüner Kompass – Strategie für Hamburgs Freiräume 2035+“ eine Orientierung für die Zukunft von Hamburgs Grün.
++ Die Kölner Stadtverwaltung hat ein integriertes Klimaanpassungskonzept erstellt, um gezielt Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung ableiten und umsetzen zu können.
++ Ein Gründach über dem Zuschauerbereich, Sonnenschutz am Vereinsheim, eine Regenwasserzisterne, wasserdurchlässige Flächen und eine begrünte Fassade: Diese Maßnahmen sind Teil des neuen Klimaanpassungskonzepts für den Marburger Fußballverein FSV Cappel.
Bayern: Neue Informationsmappe unterstützt Kommunen bei der Planung von Klimaanpassungsmaßnahmen
Die Informationsmappe „Klimaanpassung in Kommunen“ des Bayerischen Umweltministeriums zeigt zahlreiche Handlungsmöglichkeiten zur kommunalen Klimaanpassung auf. Enthalten sind unter anderem Übersichten zu kommunalen Anpassungsthemen sowie eine Arbeitshilfe, die eine Auswahl zentraler Steuerungselemente beschreibt und deren Einsatz und Wirkung an Beispielen aus bayerischen Kommunen erklärt.
Berlins Wasserzukunft: Dialog startet mit 1. Wasserforum
Ob Hitzewelle oder sinkende Pegelstände: Die Auswirkungen der Klimakrise sind in Berlin schon heute Realität und dürften sich durch den Strukturwandel in der Lausitz weiter verschärfen. Vor diesem Hintergrund kamen Bürger*innen, Forschende sowie Vertreter*innen aus Politik und Praxis beim ersten Berliner Wasserforum am 3. September 2026 im Museum für Naturkunde zusammen. Sie diskutierten gemeinsam darüber, wie die Wasserversorgung der Hauptstadtregion langfristig gesichert werden kann. Im Austausch wurden zahlreiche Impulse für mehr Nähe zu den Bürger*innen und eine zügige Umsetzung entwickelt. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Frage, wie Berlin den Weg zur Schwammstadt weiter voranbringen und Regenwasser stärker in den Kiezen halten kann.
Brandenburg: Aktionsprogramm „Wasserhaushalt PLUS“ investiert in Stauanlagen und Dämme in Spree-Neiße
Wasser länger in der Landschaft zu halten, ist ein wichtiges Ziel der Klimaanpassung. Mit dem Aktionsprogramm „Wasserhaushalt PLUS“ stellt die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg seit Jahresbeginn insgesamt fünf Millionen Euro für Gewässerprojekte bereit. Bislang sind 16 Projektanträge mit einem Gesamtvolumen von mehr als drei Millionen Euro eingegangen, 13 davon wurden bereits bewilligt. Im jüngst gestarteten Vorhaben des Gewässerverbands Spree-Neiße werden an mehreren Teichen in der Gemeinde Neuhausen/Spree sowie im Amt Döbern-Land (Landkreis Spree-Neiße) Stauanlagen, Rohrleitungen und Dämme erneuert.
Bis 31. Oktober 2026 beim Klima-Bündnis bewerben: Climate-Star-Wettbewerb
Mitglieder des Klima-Bündnisses können sich bis zum 31. Oktober 2026 mit ihren Klimaschutz- und Klimaanpassungsprojekten um einen der 16 Climate Star Awards bewerben. Erstmals können auch Kommunen und Regionen, die Mitglieder im Klima-Bündnis sind, für den Preis nominiert werden. Alle Bewerbungen werden in die Klimathek des Klima-Bündnisses aufgenommen, um die Sammlung kommunaler Erfolgsbeispiele zu erweitern. Der Climate Star wird seit 2002 rund alle zwei Jahre vom Klima-Bündnis vergeben.
Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) ruft als Reaktion auf die Dürre und die im Sommer 2026 aufgetretenen geringen Abflüsse in den deutschen Gewässern dazu auf, die Potenziale natürlicher Ökosysteme zu nutzen. Naturnahe Flüsse und Auen sowie ein ausgeglichener Landschaftswasserhaushalt können Wasser speichern, Hochwasser abmildern und zum natürlichen Klimaschutz beitragen.
Wie gemeinsame Maßnahmen an einer Bundeswasserstraße und ihrer Aue zu artenreichen Lebensräumen in einer lebendigen Flusslandschaft führen können, zeigt das Kooperationsprojekt „Blaues Band trifft Grünes Band“ an der Werra. Ziel ist es, Fluss, Ufer und Aue der Werra als zusammenhängenden Lebensraum zu entwickeln. Dafür sollen Gewässer aufgeweitet, Auengewässer und Flachwasserzonen angelegt, Auenbereiche wiedervernässt und eine natürliche Gewässerdynamik gefördert werden.
BBSR: Neun Indikatoren sollen Klimaanpassung im Gebäudebestand messbar machen
Zur Frage, wie gut der Gebäudebestand in Deutschland auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet ist, fehlt eine bundesweit einheitliche Datengrundlage. Eine Studie im Auftrag des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) schlägt nun ein System aus neun Indikatoren vor. Mit ihnen lassen sich unterschiedliche Aspekte der Klimaanpassung erfassen und Entwicklungen über längere Zeiträume beobachten. Als drei Kernindikatoren empfiehlt die Studie: die Gefährdung besonders schutzbedürftiger Menschen, die Versiegelung von Grundstücken und die finanzielle Vorsorge durch eine Elementarschadensversicherung.
Studie zur Berücksichtigung von Kinderrechten bei der Erstellung von Klimaanpassungskonzepten
In der Studie „Klimaanpassung und Kinderrechte“ kommt das Unabhängige Institut für Umweltfragen (UfU) zu dem Schluss, dass Kinderrechte in der Klimaanpassung kaum verankert sind und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen selten stattfindet. Im Auftrag von Terre des Hommes hatte das Institut die Klimaanpassungskonzepte von Bund, Ländern und den zehn größten deutschen Städten analysiert. Die Autoren fordern unter anderem, Kinder und Jugendliche systematisch und altersgerecht bei der Erarbeitung und Umsetzung von Klimaanpassungskonzepten einzubinden. Zudem empfehlen sie, Alltagsräume wie Kitas oder Schulen als Orte der Mitbestimmung zu nutzen und zielgruppengerechte Materialien zu Klimafolgen und Anpassungsmöglichkeiten in Lehrplänen zu verankern.
Deutschland und Indien vertiefen Kooperation im Umwelt- und Klimaschutz für mehr Resilienz
Deutschland und Indien wollen eine klimaresilientere und nachhaltigere Entwicklung beim Schutz von Feuchtgebieten fördern. Bundesumweltminister Carsten Schneider und sein indischer Amtskollege Bhupender Yadav unterzeichneten auf dem 4. deutsch-indischen Umweltforum in Neu-Delhi am 1. September 2026 hierzu eine Absichtserklärung zur stärkeren Zusammenarbeit. Zudem verfolgen beide Länder das Ziel, sich bei der Anpassung an den Klimawandel enger fachlich auszutauschen, erfolgreiche Ansätze zu teilen und von den Erfahrungen des jeweils anderen zu lernen.
Die aktualisierte Mission Funding Database bündelt Informationen zu EU- und nationalen Förderquellen, die Projekte zur Klimaanpassung unterstützen können. Die Datenbank richtet sich vor allem an regionale und lokale Behörden. Nutzende können die Fördermöglichkeiten nach Land, förderberechtigten Begünstigten, Anpassungssektor sowie nach der Phase im Anpassungsplanungszyklus filtern. Enthalten sind zudem Förderquellen aus Bereichen wie Infrastruktur, Verkehr, Klimaschutz und digitaler Innovation – sofern sie Maßnahmen zur Klimaanpassung unterstützen können.
Die öffentliche Wasserversorgung in Deutschland bleibt nach Einschätzung von Führungskräften deutscher Wasserversorgungsunternehmen auch im Klimawandel stabil. Die Wasserversorgungsunternehmen bewältigen aktuelle Belastungen des Klimawandels weiterhin zuverlässig, sehen sich aber fortgesetzt hohem Anpassungsdruck ausgesetzt. Lokale, zeitlich befristet aufgetretene Engpässe deuten darauf hin, dass sich die Klimaresilienz zu einem zentralen Zukunftsthema für die Trinkwasserversorgung entwickelt. Dies ergibt der zum zweiten Mal auf Basis einer Onlinebefragung erhobene Klimaresilienz-Index Wasser des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW).
GERICS: Handlungsempfehlungen und neue Klimakennwerte für Landkreise
Wie Landkreise den ihnen übertragenen Pflichten des Bundes-Klimaanpassungsgesetzes gerecht werden können, zeigen Forschende des Climate Service Center Germany (GERICS) in zwölf Handlungsempfehlungen. Zudem erläutern Praxisbeispiele, wie Landkreise zentrale Elemente des Gesetzes bereits umsetzen oder dies vorbereiten. Als Datengrundlage fassen „Klimaausblicke“ für alle 400 deutschen Landkreise, Kreise, Regionalkreise und kreisfreien Städteverschiedene Klimakennwerte wie heiße Tage, Hitzewellen oder Starkregentage kompakt zusammen.
WMO: Bericht zu Zustand und Entwicklung der globalen Wasserressourcen (EN)
Der Bericht der World Meteorological Organization (WMO) zum Zustand der globalen Wasserressourcen zeigt, dass der Wasserkreislauf unregelmäßiger und unvorhersehbarer geworden ist und zwischen zu wenig und zu viel Wasser schwankt. Auf Asien und Afrika entfielen in den letzten fünf Jahren zusammen mindestens die Hälfte aller registrierten wasserbezogenen Extremereignisse und mehr als 80 % der gemeldeten Todesfälle, heißt es in dem Bericht. Der jährlich von der WMO veröffentlichte Bericht „State of Global Water Resources“ bietet einen umfassenden quantitativen Überblick über die globalen Wasserressourcen mit Schwerpunkt auf hydrologische Schwankungen und Trends.
Planetary Health Check 2026: Druck auf planetare Grenzen nimmt zu (EN)
Bei allen sieben bereits überschrittenen planetaren Belastungsgrenzen nimmt die Belastung weiter zu. Rekordtemperaturen in den Ozeanen, schwere Dürren, Überschwemmungen, Waldbrände und extreme Hitze zeigen, dass das Erdsystem zunehmend unter Druck steht. Das geht aus dem aktuellen Planetary Health Check hervor. Mehr als 60 Wissenschaftler*innen haben an dem jährlichen Bericht mitgewirkt, der vom Planetary Boundaries Science Lab am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) erstellt wird.
Klimafolgenanpassung in Bauplanungs- und Bauordnungsrecht
Die Broschüre „Alles geregelt? Klimafolgenanpassung in Bauplanungs- und Bauordnungsrecht“ des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) stellt das komplexe Rechtsfeld um die Klimafolgenanpassung in Stadtentwicklung und Raumwesen dar. Sie spricht alle politischen Ebenen an – Bund, Länder und Kommunen. Der Fokus auf Hitze zeigt exemplarisch, wie Rechte, Pflichten und Stellschrauben zwischen einzelnen Akteursgruppen aufgeteilt sind und miteinander wirken.
BAU Weltleitmesse für Architektur, Materialien, Systeme mit Leitthema Klimaschutz und Klimaanpassung
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REDAKTION Sophie Adam und Achim Daschkeit, UBA KomPass
UNTERSTÜTZENDE REDAKTION Richard Harnisch und Helena Schellig, Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) (2025-2027)