das Konzept der Schwammstadt ist aus einer klimaresilienten Stadtentwicklung nicht mehr wegzudenken. Doch bei der Umsetzung gibt es Hürden. Wie können Schwammstadt-Prinzipien in der Stadtentwicklung verankert werden und wie kann der Bund dies unterstützen? Erfahren Sie in unserem aktuellen Schwerpunktartikel mehr zu neuen Erkenntnissen eines Forschungsprojektes.
In der neuen Kategorie des Bundespreises „Blauer Kompass“demonstrieren nun auch Schulen, wie Klimaresilienz gelingen kann. Das Projekt der Olof-Palme-Gesamtschule hat sich im Online-Voting den vorzeitigen Community-Preis gesichert. Alle anderen Siegerprojekte werden bei der Preisverleihung am 17. September bekannt gegeben.
Außerdem in dieser Ausgabe: Mehrere Fördermöglichkeiten sowie unterstützende Leitfäden, Planungstools und Handlungsempfehlungen für die Umsetzung von Klimaanpassung.
Ihr KomPass-Team im Umweltbundesamt
Schwerpunktartikel
Wie gelingt die Transformation zur Schwammstadt?
In Berlin-Grünau speist sich ein Wasserbecken aus Niederschlagswasser der umliegenden Gebäudedächer.
Quelle: Richard Harnisch / IÖW
Schwammstadt-Prinzipien sind aus einer klimaresilienten Stadtentwicklung nicht mehr wegzudenken. Wie können sie in der Stadtentwicklung verankert werden und wie kann der Bund dies unterstützen? Ein Forschungsprojekt unter Leitung des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung im Auftrag des Umweltbundesamts liefert neue Erkenntnisse. Dieser Artikel zeigt, dass die Transformation geeignete politische und institutionelle Rahmenbedingungen braucht. Damit mehr Schwammstädte entstehen, müssen finanzielle, regulative und informatorische Politikinstrumente über alle Elemente des soziotechnischen Systems – Technologien, Institutionen und Akteure – hinweg integrativ zusammenwirken. Sektorenübergreifende Zusammenarbeit und politische Beschlüsse, die auf der Verwaltungsebene wirken, sind zentral. Zudem ist es wichtig, Fragen der sozialen Gerechtigkeit in allen Planungsprozessen zu berücksichtigen. Mögliche Politikinstrumente auf dem Weg zur Schwammstadt hat das Projektteam in einem Fact Sheet zusammengefasst.
14.-20. September 2026: Woche der Klimaanpassung lädt zum Mitmachen ein
Zum fünften Mal lädt die Woche der Klimaanpassung dazu ein, die Vielfalt der Aktivitäten zur Anpassung an den Klimawandel in ganz Deutschland sichtbar zu machen. Immer mehr Kommunen, Verbände, soziale Einrichtungen und weitere Akteure nehmen daran teil. Rund 100 Veranstaltungen sind in dem Onlinekalender bereits gelistet und es dürfen noch mehr werden. Wir laden Sie herzlich zum Mitmachen ein.
Mit einem selbst organisierten Sponsorenlauf sammelte die Olof-Palme-Gesamtschule im westfälischen Hiddenhausen rund 33.000 Euro – und pflanzte damit eine Streuobstwiese und einen Klimawald mit mehr als 5.000 Bäumen und Sträuchern. Die Grünflächen dienen als CO₂-Speicher, halten Wasser bei Starkregen zurück und sind gleichzeitig ein lebendiger Lernort: In mehreren Fächern – von Biologie über Hauswirtschaft bis hin zu Kunst – fließt das Ökosystem direkt in den Unterricht ein. Für dieses Engagement erhielt die Schule im Online-Voting des Bundespreises „Blauer Kompass“ die meisten Stimmen. Die Preise zur Klimaanpassung werden am 17. September 2026 in Berlin verliehen. Neben dem Publikumspreis werden Preisträger in fünf Kategorien ausgezeichnet.
Klima wandelt Sport: Pilotprojekte zur Klimaanpassung in unterschiedlichen Sportarten
In dem Projekt „Klima wandelt Sport“ arbeitet der Deutsche Olympische Sportbund an Anpassungsstrategien für Sportler*innen, Sportverbände und -vereine. Ziel des vom Umweltbundesamt geförderten Vorhabens ist es, für das Thema zu sensibilisieren sowie Handlungskompetenzen aufzubauen. Hierzu werden drei Pilotprojekte durchgeführt: „Cool Court“ arbeitet an Klimaanpassungskonzepten für den Badmintonsport. „Klimakompass“ ist ein Vorhaben der AG Orientierungslauf Deutschland, das systematisch die Auswirkungen auf die Natursportart untersucht. Und der Verein Rugby Deutschland entwickelt ein übertragbares Klimaanpassungskonzept für Outdoor-Großevents.
Klimaanpassung im Kulturbereich: Befragung zeigt Bedarfe
Von Konzerthäusern über Theater bis hin zu Museen oder Bibliotheken – der Klimawandel macht auch vor dem Kulturbereich nicht Halt. Wie steht es um die Kompetenz solcher Einrichtungen, sich an den Klimawandel anzupassen? Dies untersucht das vom Umweltbundesamt geförderte Projekt „Klimaanpassungskompetenz im Kulturbereich (KLAKK)“. Eine Befragung unter 431 Kulturakteuren aus fast allen Bundesländern zeigt, dass 90 Prozent der Organisationen in den kommenden Jahren einen hohen bis mittleren Handlungsbedarf für Klimaanpassungsmaßnahmen sehen. Die Ergebnisse stellt das Projekt in einer Online-Veranstaltung am 16. September 2026 vor und diskutiert Schlussfolgerungen und Qualifizierungsbedarfe mit Vertreter*innen aus Kulturverbänden, Kulturverwaltungen und Wissenschaft.
Anpassungspolitik – Neues aus Bund, Ländern und Kommunen
Förderprogramm für klimaangepasste Wälder: Europäische Partnerschaft FOREST startet im September 2026
38 Förderorganisationen aus 28 Ländern sowie die Europäische Kommission stellen Mittel bereit, um Europas Wälder fit für die Zukunft zu machen. Der erste Call der neuen FOREST-Partnerschaft mit dem Thema „Building Knowledge and Solutions for Resilient Forests and Sustainable Forest-Based Futures“ richtet sich an Forschungseinrichtungen und weitere Akteure, die sektorübergreifende Ansätze entwickeln und Forschung, Praxis und Politik zusammenbringen. Die vier Themenfelder des vorläufigen Calls umfassen klimaresiliente Waldsysteme, adaptive und multifunktionale Forstwirtschaftssysteme, Holz und innovative Holzprodukte sowie forstliche Wertschöpfungsketten, Märkte und Governance. Die Projekte sollen in der ersten Hälfte des Jahres 2028 starten.
Baden-Württemberg: Forschungsprogramm „Erdbeobachtung“ für resiliente, lebenswerte Städte
Das Programm „Erdbeobachtung“ der Baden-Württemberg Stiftung fördert exzellente, international konkurrenzfähige Forschungsprojekte, die Satelliten-, Luft- und Bodendaten nutzen, um Klimafolgen wie Hitze, Starkregen oder Flächenversiegelung zu bewältigen. Ziel ist es, das Bundesland als Modellregion für integrierte Erdbeobachtung zu positionieren – an der Schnittstelle von KI, Geodaten und Entscheidungsunterstützung. Das Programm verfolgt einen klaren Praxistransfer und richtet sich an Wissenschaftler*innen und Hochschulen. Antragsfrist ist der 15. Oktober 2026. Die Stiftung ist eine unabhängige und überparteiliche Stiftung des Landes Baden-Württemberg.
Fokus Hitzeschutz: Bayern legt Förderrichtlinie Kommunaler Klimaschutz neu auf
Um die Kommunen beim Schutz vor Hitze zu unterstützen, bereitet das Bayerische Umweltministerium aktuell eine Neuauflage der Förderrichtlinie Kommunaler Klimaschutz vor. Gefördert werden Projekte, die einen Beitrag zur Reduktion der Auswirkungen von Hitzeperioden leisten. Die Förderrichtlinie soll im Sommer in Kraft treten, so das Ministerium.
Brandenburg unterstützt Kommunen bei Anpassung an Hitze
Das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg unterstützt Kommunen dabei, sich an Hitzeperioden anzupassen – mit Instrumenten, Beratung und Förderprogrammen für eine klimaangepasste Stadtentwicklung. Anlässlich der Hitzewelle im Frühsommer hat das Ministerium seine Aktivitäten in einer Presseinformation zusammengestellt, darunter etwa die beiden Arbeitshilfen „Resilient im Klimawandel – Klimaanpassung in Städten und Gemeinden“ sowie „Kommunale Handlungsmöglichkeiten für den Klimaschutz“.
Niedersachsen: Masterplan Wasser und grenzüberschreitendes Wassermanagement mit Niederlanden
Niedersachsen hat mit dem „Masterplan Wasser“ einen Rahmenplan für ein nachhaltiges, integriertes Wassermanagement vorgestellt. Er enthält Maßnahmen wie die Stärkung des Hochwasser- und Küstenschutzes, ein landesweites Grundwasserströmungsmodell, die Entsiegelung von Flächen sowie die nachhaltige Bewirtschaftung der Wasserressourcen.
Zudem intensiviert das Land die Zusammenarbeit beim Wassermanagement mit den Niederlanden und hat auf einer gemeinsamen Wasserkonferenz über Lösungen für eine nachhaltige und klimaresiliente Wasserbewirtschaftung beraten.
Das Land Thüringen betreibt seit Juli 2026 eine eigene Anlaufstelle zum Thema natürlicher Klimaschutz. Das Regionalbüro des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) berät zu Fördermöglichkeiten, vernetzt Akteure und Projekte, zeigt Best‑Practice‑Beispiele auf, unterstützt bei der Antragstellung, stellt Fachinformationen bereit und begleitet Projekte. Die Anlaufstelle wird vom Bundesumweltministerium im ANK finanziell gefördert und vom Thüringer Umweltministerium unterstützt.
Kommunen-Ticker: Neues aus Bremen, Coesfeld, Hamburg, Karlsruhe, Kleve
++ Mit der Einweihung eines modernisierten Hochwasserschutzsystems in Bremen-Blumenthal entsprechen nun rund 77 Prozent der Küstenschutzlinie entlang der Unterweser den aktuellen Anforderungen.
++ Um Bürger*innen bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen, stellt der Kreis Coesfeld zahlreiche Informations- und Beratungsangebote bereit.
++ Im dritten Jahr in Folge wurden in Hamburg mehr Bäume gepflanzt als gefällt.
++ Karlsruhe informiert mit „Stadtplan für heiße Tage“ über kühle Orte, Gratis-Trinkwasser und die aktuelle Funktionstüchtigkeit von Brunnen.
++ Die Stadt Kleve plant die umfassende Umgestaltung des Außengeländes der St. Michael Grundschule zu einem modernen, klimaangepassten und naturnahen Lern- und Lebensraum.
Auf der Seite www.klimaleitfaden-thueringen.de informieren das Umweltministerium und das Umweltlandesamt Thüringens Kommunen und Bürger*innen, wie sich Klimaveränderungen auf das Land auswirken und welche Anpassungen möglich sind. Enthalten sind etwa Daten zum Erhitzungspotenzial der Städte, zu kühlendem Grün, zu Kaltluftleitbahnen, zur Vorsorge gegen Starkregen und Trockenstress sowie zu Fördermöglichkeiten für Anpassungsmaßnahmen. Der Leitfaden wurde kürzlich aktualisiert: Nun zeigt etwa der Wärmebelastungsindex noch deutlicher, wo in jeder Thüringer Gemeinde der Wärmeinseleffekt besonders stark ausgeprägt ist und wo besonders günstige bioklimatische Bedingungen herrschen.
Sinkende Grundwasserstände, langanhaltende Dürreperioden und zunehmende Nutzungskonflikte setzen die Spree und die Wasserversorgung der Hauptstadtregion unter Druck. Forschende der TU Berlin haben gemeinsam mit Partnerinstitutionen im Verbundprojekt „SpreeWasser:N“ das Wasserdefizit berechnet und wissenschaftliche Grundlagen sowie technische Lösungsansätze entwickelt, um Wasser künftig besser zu speichern, Trockenperioden abzufedern und die Region resilienter gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen. Als eine zentrale Anpassungsstrategie für die Wasserversorgung in Berlin-Brandenburg sehen die Forschenden die künstliche Grundwasseranreicherung.
Rheinland-Pfalz: Fast zwei Drittel der Dächer eignen sich für Begrünung
Ein neues Gründachkataster des Landes Rheinland-Pfalz zeigt Hausbesitzenden, ob sich ihr Gebäude grundsätzlich für eine Dachbegrünung eignet. Die landesweite Auswertung weist ein Gründachpotenzial von rund 185 Millionen Quadratmetern aus. Dies bedeutet: Rund 64 Prozent aller Gebäude verfügen über geeignete Dachflächen. Mit dem Kataster, das Teil des Energieatlas Rheinland-Pfalz ist, möchte das Land den Einstieg in das Thema Dachbegrünung vereinfachen.
Hitze in Städten: Neue BBSR-Studie macht Folgen ausbleibender Hitzevorsorge sichtbar
Was passiert, wenn Städte ihre Quartiere, Gebäude und Infrastrukturen nicht rechtzeitig an zunehmende Hitzebelastungen anpassen? Dieser Frage geht eine neue Kurzexpertise des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) nach. Sie untersucht systematisch die Konsequenzen des Nichthandelns und zeigt, welche gesundheitlichen, sozialen, infrastrukturellen, ökologischen und wirtschaftlichen Folgen ausbleibende Hitzevorsorge haben kann – und wie diese miteinander zusammenhängen.
Zentrale Indikatoren zur Klimaanpassung in deutschen Städten stellt das BBSR in einem Stadtklimadashboard online zur Verfügung. Dazu zählen die Erreichbarkeit kühlender Grünflächen und der Anteil der versickerungsfähigen, also gering oder gar nicht versiegelten, Oberflächen im Siedlungsgebiet.
Arbeitsschutz: Handlungsempfehlungen des Bundesarbeitsministeriums
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat den Abschlussbericht „Klima wandelt Arbeit – Wie der Arbeitsschutz den Herausforderungen des Klimawandels begegnen kann“ veröffentlicht. Der Bericht bündelt die Ergebnisse der zweijährigen Politikwerkstatt „Klima wandelt Arbeit“ des Programms „Arbeit: Sicher + Gesund“, an der rund 280 Experten*Expertinnen aus dem Arbeitsschutz, der Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft, Sozialpartnerschaft sowie aus der betrieblichen Praxis teilnahmen. Der Abschlussbericht dient als Grundlage für die Weiterentwicklung einzelner Themen in der Arbeitsschutz-Community.
Plattform „Oasity“ zeigt, wie stark Begrünung und Entsiegelung Städte kühlen
Welche Maßnahmen in Kommunen für den Hitzeschutz den größten Effekt erzielen, ist oft unklar. Die neue Webplattform „Oasity“ des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik möchte Planende, Städte und Gemeinden dabei unterstützen, dies zu ermitteln. Planungsbüros und Planungsämter können mit dem Tool die Wirkung von Begrünung, Entsiegelung und weiteren Maßnahmen bereits vor der Umsetzung simulieren und verschiedene Varianten miteinander vergleichen. So lässt sich etwa bewerten, wie stark eine Baumreihe einen Straßenzug kühlt oder was die Entsiegelung eines asphaltierten Platzes bringt. Die Plattform kann in bestehende digitale Stadtmodelle und urbane digitale Zwillinge integriert werden.
Der neue Bundesverband Klimaanpassungswirtschaft versteht sich als Branchenverband für Unternehmen, die Produkte, Dienstleistungen und Lösungen für Klimaanpassung und Klimaresilienz anbieten. Als Interessenverband möchte er Stimmen bündeln, gemeinsame Positionen gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit vertreten und die Rahmenbedingungen schaffen, unter denen Klimaanpassung als Wirtschaftsfeld wachsen kann.
Driving Urban Transitions: Ausschreibungen öffnen im September
Die Städte-Partnerschaft Driving Urban Transitions (DUT) fördert transnationale Forschungs- und Innovationsprojekte, die Städte und deren Umland bei ihrem Übergang zu einer nachhaltigeren Wirtschaft und Funktionsweise unterstützen. Auch dieses Jahr sind wieder Ausschreibungen geplant. In dem länderübergreifenden Forschungs- und Innovationsprogramm zur nachhaltigen Stadtentwicklung können auch Vorhaben zur Klimaanpassung gefördert werden. Am 9. September 2026 gibt es eine Online-Informationsveranstaltung zu der Ausschreibung.
Hitze: Internationale Bemühungen zum Schutz der Menschen
Das Thema Hitzeschutz beschäftigt viele Akteure. Drei aktuelle Meldungen:
++ Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in Berlin ihren neuen Leitfaden für Hitzeaktionspläne zum Schutz der Gesundheit vorgestellt. Der Leitfaden gilt weltweit als wissenschaftliche Orientierung für staatliche Akteure, um Hitzeschutzaktivitäten wirksam auszurichten und so Menschen besser vor Hitzebelastung zu schützen.
++ Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF fordert, Kinder in Klimapolitik und Anpassungsmaßnahmen stärker zu berücksichtigen. Dazu gehören Investitionen in klimaresiliente Schulen, Gesundheitsdienste und soziale Sicherungssysteme, die Kinder auch bei häufigeren und intensiveren Extremwetterereignissen schützen.
++ In der im Fachjournal Nature Health veröffentlichten Studie „Evidence-based communications for extreme heat and health“ hat das Forschungsprojekt Heatcom untersucht, wie wirksam die Kommunikation verschiedener Länder und internationaler Organisationen zum Thema Hitzeschutz ist. Fazit: Zwar gebe es einzelne gute Beispiele etwa aus Frankreich oder den Niederlanden, die Mehrzahl der Länder testeten hingegen weder die Maßnahmen vor der Einführung noch evaluierten sie im Anschluss.
EU-Mission zur Anpassung an den Klimawandel: „Quick Guides“ für acht Hauptgefahren und Hotline für Bürgerbeteiligung
Die von dem europäischen Projekt REGILIENCE+ entwickelten „Quick Guides for Climate Adaptation“ wandeln regionale Erfahrungen und Fachkenntnisse in praktische Unterstützung für lokale und regionale Behörden um. Jeder Leitfaden konzentriert sich auf ein Klimarisiko – von Hochwasser und Wasserknappheit bis hin zu Hitzewellen, Stürmen sowie Schnee und Eis – und bietet konkrete Maßnahmen, die vor Ort umgesetzt werden können.
Behörden, die bei der Bürgerbeteiligung bei der Klimaanpassung Unterstützung brauchen, können sich ab sofort an den Hotline-Service zur Bürgerbeteiligung des Projekts MIP4Adapt wenden. Die Hotline bietet Behörden, die ihre Zusammenarbeit mit Bevölkerung und Gemeinden stärken möchten, direkte Unterstützung auf Abruf und hilft ihnen dabei, die richtigen Methoden zur Einbindung zu finden, verschiedene Zielgruppen zu erreichen und die Beteiligung in sinnvolle Ergebnisse umzusetzen.
Europäische Umweltagentur: Report Climate Resilience in Europe 2025
Die Europäische Umweltagentur hat die nationalen Strategien und Maßnahmen zur Klimaanpassung in 32 Mitgliedsländern bewertet. Sie weist in ihrem Bericht Fortschritte nach, zeigt aber auch, dass diese uneinheitlich sind. Bis 2025 haben zwar alle Länder nationale Anpassungsstrategien verabschiedet, dennoch deuten die Erkenntnisse auf anhaltende Lücken zwischen Planung und Umsetzung hin. Zudem gebe es erhebliche Einschränkungen bei den Daten, die erforderlich sind, um nachzuverfolgen, ob die Anpassungsbemühungen tatsächlich zu einer Risikominderung führen.
Bundesliegenschaften für urbane grüne Infrastruktur aktivieren
Bundesliegenschaften auf innerstädtischen Flächen bieten große Potenziale für den natürlichen Klimaschutz, den urbanen Umweltschutz, den Biodiversitätsschutz, die Klimaanpassung sowie die Bereitstellung von Erholungsflächen. Im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz wurde untersucht, wie diese Potenziale gehoben werden können. Betrachtet wurden lineare Infrastrukturen wie Bundesschienenwege und Bundesfernstraßen sowie flächige Liegenschaften des Bundes und Bundesimmobilien. Die Ergebnisse sind für verschiedene Zielgruppen von Bund bis Kommunen in mehreren Formaten aufbereitet.
Dossier: Nachhaltige Quartiersentwicklung – Zwischen Klimaschutz, Klimaanpassung und Zukunftsfähigkeit
Das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg stellt in einem Dossier beispielhafte Maßnahmen zur nachhaltigen Quartiersentwicklung entlang der Dimensionen Klimaschutz, Klimaanpassung und Zukunftsfähigkeit vor. Im Mittelpunkt stehen Synergien und Zielkonflikte, die bei der praktischen Umsetzung auf Quartiersebene entstehen können. Das Dossier im Auftrag des Gebäudeforums klimaneutral der Deutschen Energie-Agentur bietet eine strategische Orientierung für Kommunen, Planende und Entscheidungsträger*innen, die nachhaltige Quartiere als resiliente, klimabewusste und sozial ausgewogene Lebensräume gestalten wollen.
Klimaanpassung ist in Städten und auf dem Land notwendig. Doch die Ausgangslagen und Herausforderungen unterscheiden sich deutlich. Diese Publikation des Zentrums KlimaAnpassung bietet anhand von Praxisbeispielen einen Überblick darüber, wie der ländliche Raum von Klimawandelfolgen betroffen ist und welche Anpassungsmöglichkeiten es dort gibt. Zu den wichtigsten Auswirkungen des Klimawandels im ländlichen Raum zählen neben Gefahren für Siedlungsbereiche die Wirkungen auf Naturräume, landwirtschaftliche Produktionsflächen und die Forstwirtschaft. Die Broschüre gibt Tipps etwa für Aufforstungsprojekte, Baumäcker oder Flussrenaturierungen.
Prognos-Whitepaper: Was Hitze die Gesellschaft kostet
In einem Whitepaper zeigt das Beratungsunternehmen Prognos, was Hitze, Dürre und Extremwetter in Deutschland real kosten – und was sich mit Anpassung gewinnen lässt. So kostet ein einzelner Tag mit mindestens 30 Grad die deutsche Wirtschaft durch verringerte Produktivität, Krankheiten, Unfälle und stillstehende Maschinen mindestens 430 Millionen Euro. Die Schäden der Hitzewelle im Juni 2026 summierten sich vorläufigen Berechnungen zufolge auf circa 6,3 Milliarden Euro.
Die niedersächsische Kommune Nordhorn zeigt als Service zur Hitzevorsorge in einer Karte öffentlich zugängliche kühle Orte. Die Orte sind in drei Kategorien aufgeteilt: Grünflächen, Plätze am oder mit Wasser und Innenräume. Beim Anklicken eines Symbols in der Karte öffnet sich ein Fenster mit weiteren Informationen zu diesem Ort. Die Karte wurde von der Stadtverwaltung Nordhorn erstellt. Die Bevölkerung kann Vorschläge für weitere kühle Orte einreichen.
Webinar zur Klimaanpassung für politische Mandatstragende
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REDAKTION Sophie Adam und Achim Daschkeit, UBA KomPass
UNTERSTÜTZENDE REDAKTION Richard Harnisch und Helena Schellig, Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) (2025-2027)