Klimawandelfolgen treffen alle Menschen, doch nicht alle gleichermaßen. Manche sind Hitze, Starkregen oder Hochwasser stärker ausgesetzt. Erfahren Sie in unserem aktuellen Schwerpunktartikel, wer besonders gefährdet ist, wovon dies abhängt und welche Empfehlungen es für eine sozial gerechte Anpassung an den Klimawandel gibt.
Auf welch vielfältige Weisen man vorsorgen und sich anpassen kann, demonstrieren dieses Jahr wieder eindrücklich die Projekte des Bundespreis „Blauer Kompass“. Dort geht es nun in die heiße Phase: Die Nominierten stehen fest, die Jury darf tagen, aber auch Sie sind gefragt. Stimmen Sie jetzt online für Ihr Lieblingsprojekt ab!
Ihr KomPass-Team im Umweltbundesamt
Schwerpunktartikel
Ungleiche Betroffenheit: Soziale Dimensionen im Klimawandel
Kinder gehören bei Hitze zu den besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen.
Quelle: Miredi / Fotolia.com
Die Folgen des Klimawandels treffen nicht alle Menschen in gleichem Maße. Während sich einige in gut isolierten Häusern vor Hitze schützen können, spüren andere in verdichteten Stadtquartieren oder bei der Arbeit im Freien die Klimafolgen stärker. Das Forschungsprojekt „Soziale Dimensionen von Klimawandelfolgen“ im Auftrag des Umweltbundesamtes zeigt, dass Ungleichheiten und Verwundbarkeiten gegenüber Klimafolgen, wie Hitze, Starkregen und Hochwasser, kontextabhängig und dynamisch sind: Ältere Menschen kommen bei Hochwasser über Nacht seltener rechtzeitig in Sicherheit. Wer zur Miete wohnt, hat kaum Einfluss, ob das eigene Gebäude baulich geschützt wird. Und wer sprachliche Verständnisschwierigkeiten hat, den erreichen Warnmeldungen im Ernstfall zu spät.
Solche Benachteiligungen überlagern sich häufig – einkommensschwache Personen wohnen oft in besonders exponierten Lagen und haben weniger Möglichkeiten, sich zu schützen. Zwar verankert das Bundes-Klimaanpassungsgesetz seit 2023 erstmals das Ziel, die Zunahme sozialer Ungleichheiten zu verhindern, doch konkrete Umsetzungsmaßnahmen müssen noch entwickelt werden. Da die Klimaanpassungspolitik bislang von technisch-planerischen und sektoralen Ansätzen dominiert wird, leitet das Projekt Handlungsempfehlungen für eine sozial gerechte Anpassung an den Klimawandel ab.
Bundespreis „Blauer Kompass“ – Ihre Stimme für den „Community-Preis“ bis zum 23. Juni 2026
Die Online-Abstimmung über den „Community-Preis“ des Blauen Kompass ist angelaufen und Sie können bis zum 23. Juni Ihren Favoriten unter www.uba.de/blauerkompass wählen. 25 herausragende Projekte zur Vorsorge und Anpassung an die Folgen des Klimawandels wurden gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium aus 488 eingereichten Bewerbungen nominiert. Das Projekt, das online die meisten Stimmen erhält, gehört zu den Preisträgern und gewinnt 25.000 Euro. Weitere fünf Preisträger wählt die Jury des Bundespreises unter den verbliebenen 24 nominierten Projekten aus.
"Hitzeknigge" - Der Hitze-Ratgeber jetzt auch in Leichter Sprache
Das Umweltbundesamt (UBA) erweitert sein Informationsangebot zum Schutz vor Hitze: Der beliebte „Hitzeknigge“ ist ab sofort auch als Hitze-Ratgeber in Leichter Sprache verfügbar. Damit sollen noch mehr Menschen verständliche und praktische Tipps erhalten, um gut und sicher durch heiße Tage zu kommen.
Anpassungspolitik – Neues aus Bund, Ländern und Kommunen
14.-20. September 2026: Woche der Klimaanpassung lädt zum Mitmachen ein
Zum fünften Mal findet die Woche der Klimaanpassung statt: Vom 14. bis 20. September 2026 machen Kommunen, Träger und weitere Akteure sichtbar, wie Klimaanpassung vor Ort gelingt. Ziel der Aktionswoche ist es, die Vielfalt der Klimaanpassungsmaßnahmen in ganz Deutschland öffentlichkeitswirksam darzustellen – von Klimaspaziergängen und Marktplatz-Infoständen über Praxisworkshops, Seminare und Jugendforen bis hin zu Fachkonferenzen und konkreten Projekten vor Ort.
Jetzt mitmachen: Bundesumweltministerium sucht Ihre Meinung zum Nationalen Wiederherstellungsplan
Noch bis zum 25. Juni 2026 können Sie den Entwurf des Nationalen Wiederherstellungsplans kommentieren. Ziel des Plans: Biologische Vielfalt erhalten und geschädigte Lebensräume wiederherstellen. Bis 2030 sollen auf mindestens 20 Prozent der Landes- und Meeresfläche, die der Wiederherstellung bedürfen, konkrete Maßnahmen umgesetzt werden. Hinweise, Ideen oder Bedenken können Sie über die Online-Beteiligungsplattform einreichen. Über 6.000 Menschen haben beim ersten Bürgerdialog im September 2025 mitgemacht und die Möglichkeit genutzt, Anregungen und Hinweise zu einem frühen Zeitpunkt einzubringen.
Mehr Raum für Flüsse und Auen: Neues Förderprogramm stärkt natürlichen Hochwasser- und Klimaschutz
Das Bundesumweltministerium startet ein Förderprogramm zur Renaturierung von Auen an kleineren Flüssen – mit 59 Millionen Euro aus dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz. Intakte Auen schützen vor Hochwasser, bilden Grundwasser, binden Kohlenstoff und bieten Lebensraum für Mensch und Tier. Gefördert werden etwa Flächenankäufe, die Wiederanbindung von Altarmen sowie der Rückbau von Drainagen und Deichen. Antragsberechtigt sind Vorhaben an kleineren Fließgewässern, keine Bundeswasserstraßen. Projektskizzen können seit dem 1. Mai 2026 bei der ZUG gGmbH eingereicht werden.
Agenda „Stadt grün-blau“: Mehr Lebensqualität durch grüne und wassersensible Städte
Das Bundesbauministerium zeigt im Handlungsprogramm „Stadt grün-blau“, wie Städte durch mehr Grün und besseren Umgang mit Wasser lebenswerter und klimaresilienter werden. Die Agenda entstand im Dialog mit Verbänden, Wissenschaft und kommunaler Praxis und setzt Schwerpunkte für die laufende Legislaturperiode. Ziel ist eine ressortübergreifende Umsetzung grün-blauer Stadtentwicklung – für klimaresiliente Städte, in denen sich Menschen gerne aufhalten, bewegen und sich begegnen. Das Programm gliedert sich in fünf Fokusthemen: wassersensible Stadtentwicklung und Schwammstadt, Gesundheitsvorsorge, soziale Teilhabe und Umweltgerechtigkeit, Flächenpotenziale wie Schulhöfe und Straßenräume sowie Daten und Planungsinstrumente.
Klima schützen, Wasser sichern, Städte stärken – vier Länder setzen Prioritäten
Bayern, Berlin, Hessen und Sachsen haben sich auf der Frühjahrsumweltministerkonferenz in Leipzig auf gemeinsame Prioritäten verständigt. Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse, wachsender Anforderungen an Städte und Infrastrukturen sowie steigender Nutzungskonflikte um natürliche Ressourcen betonen die Länder, dass es jetzt auf konkrete Umsetzung, verlässliche Rahmenbedingungen und gezielte Investitionen ankommt. Trinkwasser wird als nationale Zukunftsaufgabe eingestuft, Fernwassersysteme sollen gestärkt werden. Und Städte brauchen ein eigenes Förderinstrument für Entsiegelung, Begrünung und wassersensible Stadtentwicklung. Zugleich äußern sich die Länder kritisch gegenüber EU-Vorgaben und dem EU-Wiederherstellungsplan.
Nordrhein-Westfalen stärkt Kommunen beim Schutz vor Klimarisiken wie Hitze und Starkregen
Rund 7,5 Millionen Menschen in NRW leben in Siedlungsbereichen mit dringendem Handlungsbedarf – das zeigt die Klimaanalyse NRW 2026. Die höher aufgelösten Daten zu Hitzeinseln und besonders vulnerablen Bevölkerungsgruppen geben Kommunen eine deutlich bessere Grundlage für konkrete Klimaanpassungsmaßnahmen. Wie das in der Praxis umgesetzt werden kann, zeigt die Stadt Soest – nach eigener Einschätzung „Vorreiterkommune“ in dem Bundesland.
Bremen: Senat beschließt Handlungskonzept Stadtbäume
Der Bremer Senat will mit einem Handlungskonzept den Stadtbaumbestand langfristig sichern und ausweiten. Für 2026 und 2027 ist vorgesehen, Anträge in Höhe von rund 6,45 Millionen Euro für Baumpflanzungen, neue Baumstandorte und für die Verbesserung bestehender Standorte zu stellen. Auch der Schutz älterer Bäume sowie Entsiegelung sind Teil des Konzepts. Bei zukünftigen Infrastrukturprojekten soll blau-grüne Infrastruktur stärker mitgedacht werden, um Niederschlagswasser etwa über Baumstandorte wieder dem natürlichen Kreislauf zuzuführen.
Kommunen-Ticker: Neues aus Bayreuth, Bonn, Düsseldorf, Eberswalde und Karlsruhe
++ Bayreuth fördert auf Initiative des „Bürgerrates Hitze Sankt Georgen und Burg“ private Maßnahmen zur Verbesserung von Aufenthaltsqualität und Stadtklima – von Baumpflanzungen und Entsiegelungen über Fassaden- und Dachbegrünung bis hin zu Urban Gardening und Zisterneneinbau.
++ Bonn hat die Budapester Straße in der Innenstadt für rund 1,2 Millionen Euro klimagerecht umgestaltet – mit 335 Quadratmetern entsiegelter Fläche, 15 neuen Bäumen und Baumrigolen zur Regenwasserspeicherung, zu 70 Prozent gefördert durch die Städtebauförderung.
++ Düsseldorf investiert in eine lebenswerte und resiliente Stadt: Seit 2022 wurden 35 Maßnahmen umgesetzt, darunter Projekte zur Stärkung des Baumbestands, zur Entwicklung von Freiflächen, zur Entsiegelung, zur Reaktivierung von Moorrelikten sowie zur Grundwasserneubildung.
++ Eberswalde entsiegelt Flächen im Brandenburgischen Viertel, um mit neuen Grünbereichen Hitzeinseln zu reduzieren und das Mikroklima im Viertel zu verbessern.
++ Karlsruhe unterstützt das Engagement von Bürger*innen, private Innenhöfe, Dächer und Fassaden zu begrünen. Gefördert werden die Entsiegelung von Freiflächen mit anschließender Bepflanzung, der Umbau von Schottergärten sowie die Begrünung von Fassaden und Dächern.
Stresstest für Städte des BBSR: Digitales Resilienz-Monitoring für Städte und Gemeinden in Deutschland
Der Stresstest für Städte ist ein innovatives Instrument für die kommunale Praxis des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumentwicklung (BBSR). Das digitale Tool macht das mehrschichtige Konzept der urbanen Resilienz für die Stadtentwicklung anwendbar. Es dient der risikokompetenten Vorausschau und der strategischen Früherkennung von Krisen, Bedrohungen und Katastrophen. Mit dem Test können verschiedene Stressszenarien betrachtet und die individuellen Resilienzeigenschaften von Städten und Gemeinden systematisch erfasst werden.
Südschwarzwald: Waldumbau wird mit Mitteln des „Klimaangepassten Waldmanagement“ gefördert
Die Kommunen Bonndorf, Dettighofen und Jestetten im Südschwarzwald erhalten in den nächsten zehn Jahren bis zu 1,8 Millionen Euro aus dem Förderprogramm „Klimaangepasstes Waldmanagement“, um ihre Wälder gegen Trockenheit, Hitze und Borkenkäferbefall zu wappnen. Mit den drei neuen Gemeinden wächst die geförderte Waldfläche im Südschwarzwald um rund 2.400 Hektar; das Bundesumweltministerium unterstützt dort bereits über 50 Kommunen.
„Zukunftsbus“ gibt im Bonner Linienverkehr Tipps zur Klimaanpassung
Die Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen und SWB Bus und Bahn schicken den Bonner „Zukunftsbus“ in den Linienbetrieb. Der neu gestaltete E-Bus informiert, wie sich die Menschen im Alltag an den Klimawandel anpassen können und illustriert eine klimaangepasste Zukunftsvision von Bonn. Mit alltagsnahen Tipps ermutigt er dazu, sich aktiv mit dem Thema zu beschäftigen und sich darüber auszutauschen. Die Inhalte im Bus greifen die Themen der Wanderausstellung „Klima im Wandel“ auf, die Kommunen und Bildungseinrichtungen in NRW kostenfrei bei der Stiftung ausleihen können.
Neue Projekte gestartet: Digitale Zwillinge als Werkzeug für klimaresiliente Stadtplanung
Urbane Digitale Zwillinge ermöglichen eine integrierte, fachübergreifende Stadtplanung, indem sie unterschiedliche Daten, Modelle, Planungstools und KI-Ansätze zusammenführen. Das Bundesforschungsministerium fördert sieben neue Projekte, die Digitale Zwillinge gezielt für eine klimaresiliente Stadtentwicklung weiterentwickeln und das Ziel verfolgen, Klimaanpassungsmaßnahmen schnell, ressourcenschonend und vorausschauend zu simulieren und zu analysieren.
In der Stadt Aachen etwa werden im Sommer 2026 rund 100 Sensorkombinationen angebracht, die die stadtklimatischen Parameter Temperatur, relative Luftfeuchte sowie Windstärke und -richtung messen. Die Messungen sollen dabei helfen, Kaltluftströme und Hitzeinseln zu erkennen und dienen der Entscheidungsfindung bezüglich Klimaanpassungsmaßnahmen.
DWA-Politikmemorandum: Wasserwirtschaft ist strategischer Wirtschaftsfaktor und Schlüsselsektor für nationale Sicherheit
Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) hat ihre Positionen zur Umweltpolitik in einem neuen Politikmemorandum zusammengefasst. Ihre Forderungen thematisieren sowohl Überflutungsvorsorge als auch eine resiliente Wasserverfügbarkeit in Zeiten von Dürre und Niedrigwasser. Die DWA fordert unter anderem ein rechtlich verpflichtendes Starkregenrisikomanagement nach bundeseinheitlichen Bewertungsstandards, die wasserbewusste Stadtentwicklung mit einer blau-grünen Infrastruktur sowie einen besseren Wasserrückhalt in der Landschaft und eine ökologische Gewässerentwicklung.
Atlas der Klimaextreme hilft bei regionaler Klimaanpassung
Auf Basis der seit dem Jahr 1881 erhobenen frei zugänglichen Daten des Deutschen Wetterdienstes zeichnet der Atlas der Klimaextreme die Entwicklung des Klimas in Deutschland systematisch nach. Die Autoren*Autorinnen des Helmholtz-Forschungsverbunds „Regionale Klimaänderungen und Mensch“ (REKLIM) haben die Messdaten in Karten, Grafiken und Analysen aufbereitet. So werden Klimaveränderungen über lange Zeiträume hinweg für Gesamtdeutschland und die Bundesländer sichtbar und als Grundlage für konkrete Entscheidungen vor Ort nutzbar. Der Atlas enthält über 2000 Deutschlandkarten zu zentralen Klimaparametern und Klimakenntagen sowie zahlreiche Informationen zu Bundesländern und Zeitreihenanalysen.
Umwelt im Unterricht: Zwei neue Lernpfade zum Thema Stadtgrün für Klasse 2 bis 6
Warum ist Stadtnatur wichtig? Und wie können Städte zu einem besseren Lebensraum für Tiere und zu einem Wohlfühlort für Menschen werden? Um diese Fragen mit Schülern*Schülerinnen im Unterricht zu besprechen, bietet das Portal „Umwelt im Unterricht“, ein Service im Auftrag des Bundesumweltministeriums, nun zwei neue Lernpfade mit Fachbezügen etwa zu Biologie oder Geografie. Der 45-minütige Lernpfad „Die Stadt grüner machen!“ richtet sich an die Klassen 2 bis 3, das 90-minütige Modul „Grün oder grau in der Stadt?“ an die Klassen 4 bis 6. Sie enthalten Arbeitsblätter, Bildergalerien und ein Quiz.
Auftakt zum Forschungsschwerpunkt „Nachhaltigkeit und Klimaanpassung im Leistungssport“ (NiKlas)
Das Bundesinstitut für Sportwissenschaft hat zu seinem neuen Schwerpunkt „Nachhaltigkeit und Klimaanpassung im Leistungssport“ bei einem Auftakt Experten*Expertinnen zum Thema zusammengebracht. Ziel ist es, dass Sportwissenschaft und weitere Partner innovative Ansätze miteinander verknüpfen und neue Erkenntnisse für Sportler*innen generieren und nutzbar machen. Drei Workshops behandelten technische, organisatorische und personenbezogene Aspekte der Klimaanpassung.
Die EU-Kommission hat die diesjährigen Ausschreibungen des europäischen LIFE-Programms veröffentlicht. Das LIFE-Teilprogramm „Klimaschutz und Anpassung“ kofinanziert Anpassungsprojekte unter anderem in den Bereichen städtische Anpassung und Raumplanung, Resilienz der Infrastruktur, nachhaltige Wasserbewirtschaftung in dürregefährdeten Gebieten, Hochwasser- und Küstenmanagement sowie Widerstandsfähigkeit der Sektoren Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Tourismus. Im Bereich Klimaanpassung werden voraussichtlich zwölf Standardaktionsprojekte mit bis zu 28 Millionen Euro gefördert. Die Nationale Kontaktstelle unterstützt Interessierte in allen Phasen der Antragstellung. Antragsfrist ist der 22. September 2026.
Paneuropäische Kommission Klima und Gesundheit: WHO soll Klimawandel offiziell zu gesundheitlicher Notlage von internationaler Tragweite erklären
Die „Paneuropäische Kommission Klima und Gesundheit“ – legt 17 Handlungsempfehlungen für die Weltgesundheitsorganisation vor. Sie erstrecken sich auf vier Bereiche: die Behandlung des Klimawandels als wachsende Bedrohung für die Gesundheitssicherheit, die Umgestaltung der Gesundheitssysteme, die Ausweitung lokaler Maßnahmen sowie eine Reformierung der Wirtschafts- und Finanzsysteme, die die Klimakrise befeuern. Die Kommission fordert die WHO auf, den Klimawandel offiziell zu einer gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite zu erklären.
Bericht von „Lancet Europe“: Anstieg hitzebedingter Todesfälle und steigende Energiekosten durch fossile Brennstoffe
In fast allen Teilen Europas ist ein Anstieg der hitzebedingten Todesfälle zu verzeichnen – im Jahr 2024 schätzungsweise 62.000. Auch die Zahl der Hitzewarnungen hat sich laut dem „Lancet Europe“-Bericht zu Gesundheit und Klimawandel 2026 verdreifacht. Im Jahr 2023 waren im Vergleich zu den vorangegangenen Jahrzehnten mehr als eine Million Menschen zusätzlich von Ernährungsunsicherheit infolge von Hitzewellen und Dürren betroffen. Der Bericht wurde von insgesamt 65 Forschenden aus 46 akademischen und UN-Einrichtungen verfasst. Er erfasst Trends im Bereich Klimawandel und Gesundheit anhand von 43 Indikatoren in fünf Bereichen.
Vergleichende Studie: Moderne Klimamodelle sind so genau wie noch nie
Klimamodelle berechnen die Temperatur-Landkarte der Erde. Ihre Ergebnisse fließen in die Berichte des Weltklimarats ein, untermauern politische Vereinbarungen und liefern die Grundlage für konkrete, regionale Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. Doch wie gut sind diese Modelle eigentlich? Eine Studie des Exzellenzclusters „Climate, Climatic Change, and Society“ an der Universität Hamburg und weiteren Forschungseinrichtungen hat 176 Klimamodelle der vergangenen 30 Jahre untersucht. Fazit: Die neueste Generation von Klimarechenmodellen trifft die Realität so gut, dass nicht mehr die Modelle der limitierende Faktor für Klimaberechnungen sind, sondern die Messdaten selbst.
Gesamtverband der Versicherer: Gespräch zur Stärkung der Klimaresilienz und des Schutzes vor Naturkatastrophen in Europa
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat bei einem Frühstücksgespräch in Brüssel politische Entscheidungsträger*innen und Branchenvertreter*innen zusammengebracht, um die Stärkung der Klimaresilienz und den Schutz vor Naturkatastrophen in Europa zu erörtern. Der bevorstehende europäische Rahmen für Klimaresilienz wurde als wichtige Chance dargestellt, die Vorsorge zu stärken und das Risikomanagement zu verbessern. Lösungsvorschläge, um Europas Widerstandsfähigkeit langfristig zu stärken, hat der Verband in der Broschüre „Prepare. Protect. Prosper. – Leveraging insurance expertise to boost Europe's societal resilience" zusammengefasst.
Die Stiftung SPI und das Bundeskompetenzzentrum Kinder- und Jugendbeteiligung geben im Sammelband „Jugendbeteiligung auf Bundesebene“ Denkanstöße, wie Beteiligung wirksam wird und wo Zugänge verbessert werden müssen. Mit vielfältigen Perspektiven von jungen Menschen selbst und Stimmen aus Praxis und Verwaltung geben die Autoren*Autorinnen Einblick in erfolgreiche Formate verschiedener Bundesministerien, darunter etwa die Koordinierungsstelle Jugendbeteiligung in Klimafragen des Bundesumweltministeriums.
Fachjournal Nature Ecology & Evolution: Ein Drittel der Lebensräume von an Land lebenden Tierarten bis 2085 von multiplen Extremereignissen bedroht (EN)
Etwa 36 Prozent der heutigen Lebensräume von Landtieren könnten bis 2085 mehreren unterschiedlichen Arten von klimabedingten Extremereignissen wie Hitzewellen, Bränden oder Überschwemmungen ausgesetzt sein. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Land vertebrates increasingly exposed to multiple extreme events by 2085“ eines internationalen Teams unter Leitung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), die im Fachjournal Nature Ecology & Evolution veröffentlicht wurde. Zu den besonders betroffenen Gebieten gehören artenreiche Hotspots im Amazonasbecken, in Afrika und Südostasien.
Nature-Studie: Klimawandel verändert Europas Pflanzenwelt je nach Ökosystem unterschiedlich (EN)
Während in Gebirgen wärmeliebende Arten durch den Klimawandel zurückgehen, nehmen vor allem solche Arten in Wäldern und Grasländern zu Das zeigt die neue Studie „Contrasting thermophilization among forests, grasslands and alpine summits“, die im Journal Nature veröffentlicht wurde. Das internationale Forschungsteam unter Leitung des Forest and Nature Lab der Universität Gent leitet daraus ab, dass Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität und zur Anpassung an den Klimawandel gezielt auf einzelne Lebensräume zugeschnitten werden müssten.
Hitzeschutz: Arbeitshilfen für Krankenhäuser, Pflege- und Wohneinrichtungen
Wie können Krankenhäuser sowie stationäre Pflege- und Wohneinrichtungen Menschen besser vor Hitze schützen? Zwei Arbeitshilfen des Landesamts für Gesundheit und Arbeitsschutz Nordrhein-Westfalen unterstützen Mitarbeitende und Entscheidungsträger*innen bei der Umsetzung gesundheitsbezogener Hitzeschutzmaßnahmen. Die modular aufgebauten Materialien bieten eine Checkliste für den Schnelleinstieg, Grundlagenmodule zur Erstellung einrichtungsbezogener Hitzeschutzpläne sowie handlungsorientierte Details zu Anamnese, Medikationsplanung, Trinken und der Nutzung von Innen- und Außenbereichen. Entwickelt wurden sie gemeinsam mit Akteur*innen aus dem Gesundheits- und Pflegewesen in NRW.
Die besten Projekte zur Klimavorsorge und Anpassung – 10 Jahre Bundespreis Blauer Kompass
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REDAKTION Sophie Adam und Achim Daschkeit, UBA KomPass
UNTERSTÜTZENDE REDAKTION Richard Harnisch und Helena Schellig, Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) (2025-2027)