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Mistbienen

Mistbeine sitzt auf eine gelben Blüte
Mistbiene
Quelle: Nancy Ludwig / UBA

Inhaltsverzeichnis

Aussehen und Vorkommen

Die Mistbiene (Eristalis tenax) gehört zur Familie der Schwebfliegen (Syrphidae). Schwebfliegen gehören zur Ordnung der Zweiflügler (Diptera), die typischerweise nur ein Flügelpaar aufweisen, das zweite Flügelpaar ist zu Schwingkölbchen reduziert. Schwebfliegen haben einen hohen ökologischen Stellenwert, da die erwachsenen (adulten) Fliegen Bestäuber sind und die Larven einiger Arten räuberisch leben und zum Beispiel Blattläuse fressen.

Die Mistbiene wird etwa 12 bis 18 mm lang. Der Hinterleib ist dunkelbraun und zeichnet sich am zweiten Segment durch orange-gelbe, ockerfarbene oder rötlich-gelbe Flecken aus. Die Facettenaugen sind schwarz, hervorstehend und durch Haarbinden verbunden, an denen man Männchen und Weibchen unterscheiden kann. Bei den Weibchen sind die Augen deutlich voneinander getrennt während sie bei den Männchen zusammenstoßen. Die Fühler sind kurz und die Fühlerborste (Arista) ist nicht gefiedert oder behaart. Die Vorderflügel sind an der Basis braungelb gefärbt und ansonsten transparent. Die adulten Fliegen ernähren sich als Blütenbesucher von Pollen und Nektar.

Die Larven der Mistbiene entwickeln sich in stehendem, fauligem Wasser, Jauchegruben, Sickergruben, Kuhfladen und verwesendem Aas und werden etwa 2 bis 3 cm groß. Sie sind beinlos und zeichnen sich durch ein 2 bis 4 cm langes Atemrohr am Hinterleib aus, über das sie sich mit Luft von der Wasseroberfläche versorgen. Sie werden auch als Rattenschwanzlarven bezeichnet. Auf der Bauchseite der Larven befinden sich sieben Paar bedornte Kriechhöcker. Die Larven ernähren sich von organischen Schwebstoffen die sie mit Hilfe eines Filterapparates im Schlund aufnehmen. Während der zwei- bis dreiwöchigen Larvenentwicklung werden drei Larvenstadien durchlaufen. Zur Verpuppung verlassen die Larven das Wasser und dringen in trockene Bereiche, häufig auch in Stallgebäude und Wohnungen ein. Dazu können sie Strecken von bis zu 100 Metern zurücklegen. Die Puppenruhe dauert 8 bis 20 Tage. Die Puppen sind am eingetrockneten Atemrohr leicht zu erkennen.

Mistbienen sind weltweit verbreitet und in Deutschland häufig vertreten. Sie gehören neben der Hainschwebfliege (Episyrphus balteatus) zu den häufigsten Schwebfliegenarten Deutschlands. Sie sind vor allem in ländlichen Gebieten zu finden, wo sie Entwicklungsmöglichkeiten für ihre Larven in Form von stehenden, fauligen Gewässern, Misthäufen und Weiden mit Kuhfladen finden. Sie werden aber auch in Anlagen der Abfallwirtschaft, Recyclinganlagen und Tierställen beobachtet. Die Fliegen treten vor allem von März bis Oktober auf, können aber auch in warmen Wintern beobachtet werden. Man findet sie häufig auf den Blüten von Korb- und Doldenblütlern. 

Mistbienen führen eine gerichtete, saisonale Wanderbewegung durch. Im Herbst fliegen die erwachsenen Tiere von Mitteleuropa aus nach Süden in die Mittelmeerregion. Im Frühjahr ziehen sie in die umgekehrte Richtung.

Schadpotential

In Viehbetrieben können Probleme in hygienisch sensiblen Bereichen auftreten, wenn die Larven Güllekanäle und Jauchegruben zur Verpuppung verlassen und in Massen beispielsweise in Milchkammern und Melkstände eindringen. Es besteht die prinzipielle Möglichkeit der mechanischen Übertragung von Krankheitserregern durch umherwandernde Larven, wenn die Erreger beispielsweise von Gülle, Kuhfladen oder Aas verschleppt werden. In seltenen Fällen können Rattenschwanzlarven mit dem Trinkwasser von Nutztieren aufgenommen werden und im Verdauungstrakt die Fliegenmadenkrankheit (Myiasis) verursachen.

Vorbeugen, Abwehren und Bekämpfen

Als vorbeugende Maßnahme sollten potenzielle Brutplätze im Umkreis von Stallanlagen trockengelegt werden. In Ställen kann durch regelmäßiges Reinigen der Güllekanäle bei Spaltenböden das Auftreten von Rattenschwanzlarven deutlich reduziert werden. Weiterhin hilft die mechanische Entfernung der Larven durch Aufsaugen oder Reinigung mit einem Hochdruckreiniger. Da die erwachsenen Fliegen Viehställe zur Eiablage aufsuchen, kann durch Fliegengitter der Zuflug eingeschränkt werden. 

Auch in Gärten kommen Mistbienen und ihre Larven vor. Rattenschwanzlarven können sich überall dort entwickeln, wo sich Wasseransammlungen mit organischem Material versetzt befinden, zum Beispiel in Regentonnen. Da die erwachsenen Fliegen, genau wie Bienen, wichtige Bestäuber sind, sollten im Privatbereich keine Bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt werden.

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