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Luft-Wärmepumpe für 70er Jahre Altbau in der Pfalz

Wir haben 2021 unser Haus gekauft. Von vornherein war dabei klar: Wenn wir jetzt investieren, ist die Wärmepumpe die ökonomisch und ökologisch einzig nachhaltige Lösung.

Angaben zum Projekt

Unser Haus ist aus den 70er Jahren und hatte vor der Sanierung drei Wohnungen. Alle wurden mit einer eigenen Gastherme und Heizkörpern beheizt.

Im Zuge der Kernsanierung entstanden zwei Wohnungen. Bei der Planung der Kernsanierung war für meine Frau und mich von vornherein klar: Eine Wärmepumpe ist die einzige Lösung, vor allem mit einer geplanten PV-Anlage auf dem Dach. Um die Anlage noch effizienter betreiben zu können, haben wir Fußbodenheizungen in allen Wohnungen verbaut.

Seit dem Einbau Ende 2021 sind wir stets daran, die Wärmepumpe zu optimieren.

Wir sind sehr stolz und der Gedanke, mit so einem alten Haus einen so wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, ist einfach super.

Projekteinreichende*r
Nico Lörsch

Eckdaten Gebäude

PLZ Gebäudestandort
67725
Ort Gebäudestandort
Breunigweiler
Gebäudeart
Ein-/Zweifamilienhaus
Baujahr
1946-1976
Sanierungsstand
Altbau teilsaniert
Beheizte Fäche
210 m²

Wärmeversorgung vor Einbau Wärmepumpe

Heizungsart alt
Gasheizung
Art Brauchwassererwärmung
Dezentral, mit Gas
Art der Raumwärmeübergabe
Heizkörper
Energieverbrauch
27000,00 kWh pro Jahr
Vorlauftemperatur (vorher)
61-70 °C
Spezifischer Heizenergieverbrauch
128.57142857143 kWh/m²a

Herausforderungen

Wir haben während der Corona-Pandemie ein Haus gesucht und ein recht schmuckloses kleines Mehrfamilienhaus aus den 70er Jahren auf dem Land gefunden. Von Anfang an war klar, dass wir eine Wärmepumpe einbauen wollen, um uns für die nächsten 50 Jahre nachhaltig aufzustellen und unseren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Hierfür wollten wir in den bestehenden Fußboden Fußbodenheizungen reinfräßen lassen, um dort die Wasserleitungen zu verlegen. Technisch ist das eine relativ einfache Möglichkeit, um ein Gebäude mit Flächenheizungen auszustatten, ohne den gesamten Fußbodenaufbau zu erneuern. Allerdings sind meiner Erfahrung nach insbesondere Altbauten auf dem Land oft in Eigenregie gebaut worden, so dass es ist oft nicht nachvollziehbar ist, wo welche Baumaterialien verwendet wurden.

Unser Estrichboden war aus verschiedenen Materialien "zusammengewürfelt", sodass ein Fräßen nicht in Frage kam. Zudem war der Estrich nicht eben verlegt worden und es bestanden zum Teil Höhenunterschiede von 5 cm.

Lösungsansatz

Wir haben schlussendlich den gesamten Estrich ausgetauscht und einen komplett neuen Fußbodenaufbau hergestellt (Nivellierung, Estrich, Trittschall, Fußbodenheizung, Bodenbelag).

Ich muss aber sagen, dass dieser radikale Umbau dem Haus gut getan hat, da z.B. der bestehende Fußbodenaufbau in einem desolaten Zustand war (alte Heizungsrohre undicht, Ameisen in alter Trittschalldämmung usw.), der aber "von außen" nicht wirklich erkennbar war. Deswegen sollte man meiner Meinung nach beim Erwerb und Umbau einer Bestandsimmobilie durchaus auch über Kernsanierungen nachdenken, um alte Häuser fit für die nächsten 100 Jahre zu machen.

Erfahrungen und Ausblick

Wir wollen die Wärmepumpe so effizient wie möglich betreiben und versuchen deshalb, die optimalen Vorlauftemperaturen und Raumtemperaturen zu finden. Die Wärmepumpe arbeitet ohne Probleme, und seit diesem Jahr erhält sie einen Teil ihres Betriebsstroms durch unsere 12 kWp PV-Anlage auf dem Dach.

Der Umbau eines Bestandsgebäudes kann immer Überraschungen mit sich bringen. Allerdings sind diese mit einem guten Heizungsbetrieb und einem Puffer im Kreditrahmen problemlos handhabbar.

Tipps für Dritte

Unser Heizungsbauer hat uns enorm geholfen. Meiner Meinung nach ist es sehr wichtig, einen Fachbetrieb zu finden, der sich mit Lösungen auskennt, die technisch auf dem neuesten Stand sind. Auch in der Heizungsbranche entwickelt sich gerade vieles enorm schnell weiter (Smart Home, BIM, Internet der Dinge usw.). Da müssen auch Handwerksbetriebe stets auf dem Laufenden sein.

Bei der Suche nach einem geeigneten Fachbetrieb haben wir auch die Erfahrung gemacht, dass einige Betriebe Wärmepumpen im Bestand von vornherein ablehnen.

Steckbrief Wärmepumpe

Datum Inbetriebnahme der Wärmepumpe
Dauer der Umsetzung
ca. 9 Monate, da wir vor dem Einbau der Wärmepumpe eine Kernsanierung mit neuen Wasserleitungen und Fußbodenheizung durchgeführt haben.
Wärmequelle
  • Außenluft
Thermische Leistung
14 kW
JAZ laut Planung
4,3
Maßnahmen Heizsystem
  • Hydraulischer Abgleich
  • Heizkörpertausch
  • Pufferspeicher
Bauliche Maßnahmen
  • Dämmung oberste Geschoßdecke / Kellerdecke

Betriebsdaten Wärmepumpe

Vorlauftemperatur (neu)
42 °C
Stromverbrauch Wärmepumpe
10000 kWh pro Jahr
JAZ Wärmepumpe
4,0

Kosten

Kosten Wärmepumpe (inkl. Einbau):
36000 €
Gesamtkosten (inkl. begleitender Maßnahmen):
72000 €
Fördermittel:
26000 €

Kontaktdaten

Nico Lörsch
67725 Breunigweiler
Deutschland
Abteilung
E-Mail
nloersch@yahoo.de
Telefonnummer
Faxnummer
Kurzlink: https://www.uba.de/n110337de