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Hello, World!

Wie schadet der Stickstoff Tieren und Tierarten in belasteten Biotopen?

background_with_media Pflanzen und Tiere Nein No

<p>Im Baustein "Reaktiver Stickstoff" des UBA-Umweltatlas erfahren Sie, was reaktiver Stickstoff ist, wie er entsteht und warum er in Deutschland zu schwerwiegenden Problemen für Umwelt und Gesundheit führt. Außerdem zeigen wir Ihnen, was die Politik unternimmt, um die Situation zu verbessern, und geben Ihnen Tipps, wie Sie selbst Ihren Stickstoff-Fußabdruck verkleinern können.</p><p>Im Themenfeld "Pflanzen und Tiere" beschreiben wir die Auswirkungen des Stickstoffüberschusses auf Ökosysteme, Pflanzen und Tiere.</p>

Versauern oder eutrophieren Ökosysteme können Tiere selbst dann beeinträchtigt werden, wenn sie nicht direkt Schaden nehmen oder vertrieben werden. Denn: Viele Tiere sind Nahrungsspezialisten oder anderweitig stark an ihre Lebensräume angepasst. Insbesondere Insektenarten haben häufig eine sehr enge Bindung an einzelne Wirtspflanzen. Werden diese von stickstoffliebenden Arten verdrängt, kann den Tieren ein essenzieller Bestandteil ihres Lebensraums fehlen. Sie werden seltener oder sterben gar ganz aus. Ihre Funktionen in Nahrungskette und Ökosystem können sie nicht mehr wahrnehmen.

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Grafikdarstellung einer Naturlandschaft

Dies ist eine typische Magerrasen-Landschaft. Hier wachsen hauptsächlich Pflanzen, die mit wenig Nährstoffen auskommen und auf übermäßigen Stickstoffeintrag sehr empfindlich reagieren. Einige Tierarten wie der Baumpieper, das Glückswidderchen oder der Thymian-Ameisenbläuling haben sich speziell an diese Umgebung angepasst.

Grafikdarstellung einer Naturlandschaft

Aufgrund der menschgemachten Emissionen von reaktivem Stickstoff reichern sich mehr und mehr Nährstoffe in den eigentlich nährstoffarmen Magerrasenflächen an. Pflanzen, die an nährstoffreiche Standorte angepasst sind, erobern nach und nach die Wiese. Der Lebensraum wandelt sich. Stickstoffsensitive Pflanzen haben es immer schwerer, Nischen zu finden. Die schnell- und hochwachsenden stickstoffliebenden Pflanzen nehmen ihnen nicht nur den Raum, sondern auch das Sonnenlicht, das sie zum Leben brauchen. Mit dem Rückgang der typischen Magerrasen-Pflanzen verschwinden auch diejenigen Tiere, die von ihnen abhängig sind. Andere Tierarten, die sich auch in Fettwiesen wohlfühlen, wandern ein und machen ihnen immer stärker Konkurrenz.

Wie Glückswidderchen, Baumpieper, Thymian-Ameisenbläuling und Knotenameise geht es vielen Arten, die auf nährstoffarme Lebensräume angewiesen sind. Dabei ist Überdüngung nur ein Faktor von mehreren, die Magerwiesen aus unserer Landschaft verdrängen. Auch eine veränderte landwirtschaftliche Nutzung, der Einsatz von Unkrautbekämpfungsmitteln, Aufforstung und Überbauung tragen dazu bei, dass sich Lebensräume wandeln und seltene Pflanzen und Tiere verschwinden. Insofern ist keine der hier beschriebenen Pflanzen- und Tierarten ausschließlich aufgrund des Nährstoffüberschusses in Gefahr.

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