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Figuren bauen ein Unternehmen aus Puzzelteilen auf
© alphaspirit / Fotolia.com

Wieso ein integriertes Vorgehen?

Umwelt, Gesundheit, Landwirtschaft, Verkehr – in diesen und weiteren Feldern müssen sich Politik und Verwaltung mit den Stickstoffemissionen und ihren Folgen auseinandersetzen. Erfolge waren in den vergangenen Jahrzehnten vor allem in den Bereichen Abwasserreinigung und Industrie zu verbuchen: Hier wurden die Emissionen deutlich gemindert. Dennoch macht die Bundesregierung in ihrem am 31.05.2017 beschlossenen ersten Stickstoff-Bericht „Stickstoffeintrag in die Biosphäre“ eines sehr deutlich: Damit wir die auf Stickstoff bezogenen Umweltziele einhalten, müssen wir die Einträge von reaktivem Stickstoff in die Umwelt weiter verringern – zum Schutz von Mensch und Umwelt und letztlich auch, um die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu erhalten.

Die Bundesregierung setzt sich dabei für einen integrierten Ansatz ein, der alle Verursachersektoren und Umweltmedien einbezieht. So können Synergien zwischen Minderungsmaßnahmen, Programmen und Akteuren besser genutzt werden. Der breite Blickwinkel hilft, geplante Maßnahmen und ihre Folgen besser beurteilen zu können und unbeabsichtigte Nebenwirkungen zu vermeiden.

Konkrete Maßnahmen zur Stickstoffminderung sollen in einem nationalen Aktionsprogramm zusammengeführt werden, das aufgrund der vielen betroffenen Politikfelder mit allen zuständigen Bundesministerien zu erarbeiten ist. Das Bundesumweltministerium bereitet derzeit den Entwurf eines solchen Aktionsprogramms vor.

In einem Bürgerdialog haben Bürgerinnen und Bürger ergänzend die Möglichkeit, Massnahmen zur Reduzierung von Stickstoffemissionen vorzuschlagen und zu diskutieren.

Integrierte Lösungsansätze werden auch auf internationaler Ebene erarbeitet. So veröffentlichte die ⁠OECD⁠ Ende 2018 einen Bericht über stickstoffbezogene Umweltrisiken und effiziente Managementmöglichkeiten. Im März 2019 verabschiedete die Versammlung der Umweltminister der Vereinten Nationen (UNEA) in Nairobi, Kenia, eine Resolution mit dem Titel „Nachhaltiges Stickstoffmanagement“. Ihr Ziel ist es, einen Koordinationsmechanismus zwischen betroffenen ⁠UN⁠-Konventionen unter anderem zu Themen wie ⁠Klima⁠, ⁠Biodiversität⁠, Meeresschutz, Luftreinhaltung zu erarbeiten, um stickstoffbezogene Aspekte zu integrieren und optimal aufeinander abstimmen zu können.

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Im Baustein "Reaktiver Stickstoff" des ⁠UBA⁠-Umweltatlas erfahren Sie, was reaktiver Stickstoff ist, wie er entsteht und warum er in Deutschland zu schwerwiegenden Problemen für Umwelt und Gesundheit führt. Außerdem zeigen wir Ihnen, was die Politik unternimmt, um die Situation zu verbessern, und geben Ihnen Tipps, wie Sie selbst Ihren Stickstoff-Fußabdruck verkleinern können.

Im Themenfeld "Integrierte Stickstoffstrategie" stellen wir Ihnen den Ansatz vor, auf den sich die Bundesregierung in ihrem ersten Stickstoff-Bericht verständigt hat und der nun vom Bundesumweltministerium weiter vorangetrieben wird: eine kohärente nationale Minderungsstrategie, die alle Umweltmedien und relevanten Verursachersektoren berücksichtigt.

Das Umweltbundesamt

Für Mensch und Umwelt