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* jährlicher Überschuss bezogen auf das mittlere Jahr des 5-Jahres-Zeitraums (aus gerundeten Jahreswerten berechnet)
** 1990: Daten zum Teil unsicher, nur eingeschränkt vergleichbar mit Folgejahren. ** 2018: vorläufige Daten
*** Ziel der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung, bezogen auf das 5-Jahres-Mittel, d.h. auf den Zeitraum 2028 bis 2032

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) 2020, Statistischer Monatsbericht Kap. A Nährstoffbilanzen und Düngemittel, Nährstoffbilanz insgesamt von 1990 bis 2018 (MBT-0111260-0000)

Wie entwickelt sich der Stickstoffüberschuss der Landwirtschaft?

+Im Übermaß — der Überschuss der landwirtschaftlichen Stickstoff-Gesamtbilanz
Im Übermaß — der Überschuss der landwirtschaftlichen Stickstoff-Gesamtbilanz

Mit der landwirtschaftlichen Produktion ist untrennbar die Freisetzung von reaktivem Stickstoff verbunden. Jahr für Jahr gelangen große Mengen an reaktivem Stickstoff in das System Landwirtschaft hinein: vor allem als stickstoffhaltige Mineraldünger für die Pflanzen und als Futtermittel für die Tiere, aber auch durch die biologische Stickstofffixierung in den Böden und den Eintrag aus der ⁠Atmosphäre⁠. Nur ein Teil dieses Stickstoffs verlässt in pflanzlichen und tierischen Erzeugnissen, etwa Getreide, Fleisch und Milch, die Landwirtschaft wieder und wird als Lebensmittel konsumiert.

Der Rest, also die Differenz zwischen dem Input und dem Output, ist der Überschuss der landwirtschaftlichen Stickstoff-Gesamtbilanz. Dieser Überschuss an reaktivem Stickstoff gelangt zu großen Teilen in die Umwelt. In Form von Ammoniak entweicht er in die Luft, als Nitrat wird er in den Boden, ins Grundwasser oder in Bäche, Flüsse und Seen eingetragen. Dort kann er in den Ökosystemen die natürlichen Abläufe sehr stark stören.

Ein Traktor bringt Gülle auf einem Feld aus. Dafür nutzt er einen Aufsatz mit sogenannten Schleppschläuchen, die dafür sorgen, dass die Gülle nah über dem Boden ausgebracht wird.
© Stefan Thiermayer / Fotolia.com
Ziel: Stickstoffüberschuss deutlich verringern

Um die Nebenwirkungen des Stickstoffüberschusses zu verringern, hat die Bundesregierung im Jahr 2016 in der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ein neues Ziel für die Landwirtschaft ausgegeben. Bis zum Jahr 2030 soll der jährliche Stickstoffüberschuss – gemittelt über einen Zeitraum von jeweils fünf Jahren – bei höchstens 70 Kilogramm Stickstoff je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche liegen.

Das ursprünglich angepeilte Nachhaltigkeits-Ziel, den Stickstoffüberschuss bis zum Jahr 2010 auf 80 Kilogramm je Hektar zu begrenzen, war nicht erreicht worden. Das heißt: Die Landwirtschaft muss künftig mehr tun, um ihren Stickstoffüberschuss zu verringern.

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Im Baustein "Reaktiver Stickstoff" des ⁠UBA⁠-Umweltatlas erfahren Sie, was reaktiver Stickstoff ist, wie er entsteht und warum er in Deutschland zu schwerwiegenden Problemen für Umwelt und Gesundheit führt. Außerdem zeigen wir Ihnen, was die Politik unternimmt, um die Situation zu verbessern, und geben Ihnen Tipps, wie Sie selbst Ihren Stickstoff-Fußabdruck verkleinern können.

Im Themenfeld "Landwirtschaft" erfahren Sie unter anderem, wie sich der Stickstoff-Fußabdruck der Landwirtschaft in Deutschland in den letzten Jahren entwickelt hat, wo die Belastungen besonders hoch sind und welche Möglichkeiten Landwirtinnen und Landwirte haben, um den Stickstoffausstoß zu verringern.

Das Umweltbundesamt

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