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Wo emittiert die Landwirtschaft den meisten Ammoniak?

+Große regionale Unterschiede ...
Große regionale Unterschiede ...

Flächendeckend gemessen wird der Stickstoffausstoß der Landwirtschaft nicht. Anhand von Art und Intensität der landwirtschaftlichen Produktion lässt sich sein Ausmaß aber räumlich differenziert berechnen. Berücksichtigt werden dabei unter anderem regionale Viehzahlen und Informationen, wie landwirtschaftliche Flächen genutzt und gedüngt werden.

Da in die Berechnung die gleichen oder ähnliche Größen eingehen, ist der Ausstoß von Ammoniak räumlich ählich verteilt wie der Stickstoffüberschuss der Flächenbilanz: In größeren Teilen des Landes fällt er eher gering aus. Insbesondere in Bayern und im östlichen Baden-Württemberg sowie in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und in größeren Teilen Niedersachsens gelangt dagegen sehr viel Ammoniak aus der Landwirtschaft in die Umwelt. Diese Regionen haben also neben dem Nitratproblem (siehe Flächenbilanz) auch ein Ammoniakproblem.

... und ihre Ursachen

Hierfür gibt es zwei wesentliche Ursachen.

  • Intensive Tierhaltung: Wo die Haltung von Rindern, Schweinen oder auch Geflügel intensiv betrieben wird, fällt viel Mist an. Aus dem Kot und Urin der Tiere entweicht viel Ammoniak: im Stall, beim Transport auf dem Hof und bei der Lagerung (Kategorie: Emissionen aus der Tierhaltung). Das meiste Ammoniak gelangt aber in die Umwelt, wenn Mist und Gülle auf Äckern und Wiesen ausgebracht werden. Umso mehr, wenn Landwirtinnen und Landwirte Mist und Gülle aus Nachbarländern importieren und auf ihren Flächen verteilen (Kategorie: Ausbringung organischer Dünger, Weidegang).
  • Biogasanlagen: Gärreste aus der Biogasgewinnung werden häufig ortsnah auf Äckern und Wiesen ausgebracht. Sie enthalten sehr viel reaktiven Stickstoff, der als Ammoniak entweicht. Häufig werden Anlagen mit Anbaubiomasse und Gülle in Regionen betrieben, in denen die Tierhaltungsdichte hoch ist. Dort sind Nährstoffüberschüsse ohnehin hoch.
Ammoniak-Quellen in der Landwirtschaft

Die Karte zeigt Ihnen folgende Quellen von landwirtschaftlichen Ammoniak-Emissionen, wie sie für die Emissionsberichterstattung unterschieden werden:

  • Rinder (NFR 3.B.1); Schafe (NFR 3.B.2), Ziegen (NFR 3.B.4d), Pferde (NFR 3.B.4e); Schweine (NFR 3.B.3; Geflügel (NFR 3.B.4g): Emissionen, die am Hof beim Umgang mit den Ausscheidungen der Tiere entstehen.
  • Mineraldüngerausbringung (NFR 3.D.a.1): Emissionen, die bei der Ausbringung von natürlichen und künstlichen Mineraldüngern auf Feldern und Wiesen frei werden.
  • Ausbringung organischer Dünger (NFR 3.D.a.2a und 2c) und Weidegang (NFR 3.D.a.3): Emissionen, die bei der Verteilung von Gülle, Jauche und Mist auf Feldern und Wiesen entstehen oder durch die Ausscheidungen von weidenden Tieren.
  • Gärrestelagerung (NFR 3.I): Emissionen, die bei der Lagerung von Rückständen aus der Vergärung beispielsweise von Energiepflanzen entstehen.
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