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Die Karte zeigt den Stickstoffüberschuss der Flächenbilanz in Kilogramm Stickstoff je Hektar Landwirtschaftsfläche in den Kreisen in Deutschland im Mittel der Jahre 2015 bis 2017. Einen besonders hohen Überschuss gibt es in den Regionen mit einer intensiven Tierhaltung im Nordwesten Deutschlands sowie in den süddeutschen Viehhaltungsregionen.
© Häußermann et at. 2019: Stickstoff-Flächenbilanzen in Deutschland

Wie ist der Stickstoffüberschuss in Deutschland regional verteilt?

Stickstoffüberschuss auf Äckern, Wiesen und Weiden - die Flächenbilanz

Stickstoff ist ein essenzieller Nährstoff für das Pflanzenwachstum. Um die Pflanzen auf Äckern, Wiesen und Weiden damit zu versorgen, verwenden Landwirtinnen und Landwirte Wirtschaftsdünger – also Gülle, Jauche und Mist aus der Tierhaltung – oder natürliche und künstliche ⁠mineralische Dünger⁠. Seit einigen Jahren kommen auch vermehrt Gärreste aus Biogasanlagen hinzu. Nur ein Teil des Stickstoffs wird jedoch von den Pflanzen aufgenommen und verlässt die Felder wieder mit dem Erntegut. Die nicht genutzte Menge des ausgebrachten Stickstoffs ist der Überschuss der Flächenbilanz. Ein großer Teil des überschüssigen Stickstoffs gelangt als Nitrat mit dem Sickerwasser ins Grundwasser und schließlich in die Flüsse und Seen. Im deutschlandweiten Mittel der Jahre 2015 bis 2017 betrug der Überschuss der Flächenbilanz pro Jahr 77 Kilogramm Stickstoff je Hektar.

Der Überschuss der Flächenbilanz hängt sehr eng mit dem Viehbesatz zusammen. Das ist die Zahl der Tiere, die je Hektar Landwirtschaftsfläche gehalten werden. In Gebieten mit hohem Viehbesatz müssen landwirtschaftliche Betriebe ihre Gülle auf den Flächen teilweise regelrecht „entsorgen“, weil sie keine Lagerkapazitäten haben. Daher zeigen die Kreise in Nordwestdeutschland, in denen die Schweinehaltung konzentriert ist, die höchsten Stickstoffüberschüsse.

Ziel: Stickstoffüberschuss vermindern und möglichst gleichmäßig verteilen

Ein gewisser Stickstoffüberschuss ist in der Landwirtschaft unvermeidlich. Ziel muss es sein, den Stickstoffüberschuss so weit wie möglich zu vermindern und möglichst gleichmäßig auf alle Kreise in Deutschland zu verteilen. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung, um die Nitratbelastung des Grundwassers zu verringern und damit unsere Trinkwasserversorgung langfristig zu sichern.

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Im Baustein "Reaktiver Stickstoff" des ⁠UBA⁠-Umweltatlas erfahren Sie, was reaktiver Stickstoff ist, wie er entsteht und warum er in Deutschland zu schwerwiegenden Problemen für Umwelt und Gesundheit führt. Außerdem zeigen wir Ihnen, was die Politik unternimmt, um die Situation zu verbessern, und geben Ihnen Tipps, wie Sie selbst Ihren Stickstoff-Fußabdruck verkleinern können.

Im Themenfeld "Landwirtschaft" erfahren Sie unter anderem, wie sich der Stickstoff-Fußabdruck der Landwirtschaft in Deutschland in den letzten Jahren entwickelt hat, wo die Belastungen besonders hoch sind und welche Möglichkeiten Landwirtinnen und Landwirte haben, um den Stickstoffüberschuss zu verringern.

Das Umweltbundesamt

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