Infektionsschutz

Hände verreiben das Desinfektionsmittel aus dem Spender.zum Vergrößern anklicken
Auch Desinfektionsmittel werden einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen.
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Das deutsche Infektionsschutzgesetz regelt die gesetzlichen Pflichten zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen. Es legt unter anderem fest, welche Mittel und Verfahren bei behördlich angeordneten Entseuchungen und zur Bekämpfung von Wirbeltieren und Insekten eingesetzt werden dürfen.

Paragraph 18 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) besagt, dass zum Schutz des Menschen vor übertragbaren Krankheiten bei behördlich angeordneten Desinfektionen und der Bekämpfung von Gesundheitsschädlingen, Krätzmilben oder Kopfläusen nur Mittel und Verfahren verwendet werden dürfen, die von der zuständigen Bundesoberbehörde anerkannt worden sind. Die Aufnahme in die Liste erfolgt nur, wenn die Mittel und Verfahren hinreichend wirksam sind und keine unvertretbaren Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt haben. Hauptverantwortlich für die Liste der Mittel und Verfahren, die im  Bundesgesundheitsblatt veröffentlicht wird, sind das Robert-Koch-Institut (für Desinfektionsmittel) oder das UBA (für Schädlingsbekämpfungsmittel).

Prüfung der Umweltverträglichkeit
Für die Bewertung der Umweltverträglichkeit aller Mittel ist das UBA verantwortlich. Bei der Umweltrisikobewertung werden vorgelegte Daten auf ihre Vollständigkeit, Validität und Plausibilität geprüft. Das UBA bewertet die  Risiken für die Umwelt und spricht gegebenenfalls Auflagen zu deren Minderung aus. Auf dieser Grundlage erteilt das UBA sein Einvernehmen.

Prüfung der Wirksamkeit
Neben der Umweltverträglichkeit prüft das UBA auch die Wirksamkeit von Nagetierbekämpfungsmitteln sowie von Mitteln zur Bekämpfung von Gliedertieren für den Infektionsschutz (Prüflabor Gesundheitsschädlinge).

Welche Mittel sind derzeit nach Paragraph 18 IfSG anerkannt?
Die Bekanntmachung der anerkannten Mittel und Verfahren zur Schädlingsbekämpfung sind hier zu finden.
Die Liste der geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -Verfahren sind hier öffentlich einsehbar.

Neuregelung
Durch Anwendung der EU-Biozid-Verordnung 528/2012 werden Desinfektionsmittel und Schädlingsbekämpfungsmittel in einem EU-weit gültigen Verfahren zugelassen. Hierdurch werden die Produkte bereits grundsätzlich hinsichtlich ihrer Wirkungen auf Mensch und Umwelt geprüft und über die Anwendung und die Verkehrsfähigkeit der Mittel entschieden. Sind die Mittel oder ihre Wirkstoffe bereits geprüft und zugelassen, unterbleibt die Prüfung ihrer Auswirkungen auf die Umwelt im Rahmen der Listung nach Paragraph 18 IfSG.