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Asiatische Tigermücke

Weibliche Tigermücke vor einer Blutmahlzeit
Weibliche Tigermücke vor einer Blutmahlzeit
Quelle: James Gathany / CDC

Inhaltsverzeichnis

Aussehen und Vorkommen

Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) ist eine relativ kleine Stechmücke, die selten größer als 9 mm wird und auffällig schwarz-weiß gefärbt ist. Insbesondere der Hinterleib und die Hinterbeine haben eine ausgeprägte schwarz-weiße Musterung. Ein weiteres typisches Merkmal ist eine am Hinterkopf ansetzende weiße Linie, die sich bis zum Flügelansatz fortsetzt. Die Flügel der Asiatischen Tigermücke sind mehr oder weniger transparent ohne Musterung.

Aedes albopictus ist zudem eine äußerst aggressive Stechmücke, die nicht nur in der abendlichen Dämmerung, sondern auch tagsüber aktiv ist.

Trotz des auffälligen Aussehens kommt es manchmal zu Verwechslungen mit meist größeren und weitaus häufigeren einheimischen Stechmückenarten wie zum Beispiel der Ringelschnake (Culiseta annulata). Diese ist ebenfalls an den Beinen gestreift, hat aber keine Zeichnung auf der Brust und ist mit einer Größe von etwa 10 bis 13 mm wesentlich größer. Außerdem ist sie eher beige beziehungsweise grau gefärbt.

Verbreitung 

Aus dem ursprünglichen Verbreitungsgebiet im Asiatisch-Pazifischen Raum hat sich die Asiatische Tigermücke mit dem internationalen Waren- und Personenverkehr weltweit ausbreiten können. Aedes albopictus zeichnet sich durch eine starke ⁠Anpassungsfähigkeit⁠ aus, so können gegen Austrocknung resistente Eier gebildet oder eine Ruhepause im Eistadium (Diapause) eingelegt werden. Diese Anpassungsfähigkeit ist auch ein Grund für ihre erfolgreiche weltweite Ausbreitung. In Europa konnte die Asiatische Tigermücke bis jetzt in fast 30 Ländern nachgewiesen werden, in über 20 gilt die Stechmücke bereits als etabliert, darunter auch in Deutschland.

Verbreitungskarte Asiatische Tigermücke in Europa (Stand April 2026): Aedes albopictus - current known distribution: April 2026 (ECDC, in Englisch)

Brutstätten

Wie bei anderen Stechmückenarten auch, ist die Vermehrung der Asiatischen Tigermücke an Wasser gebunden. Bei der Auswahl der Brutstätten zeigt sie eine bemerkenswerte ⁠Anpassungsfähigkeit⁠ und nutzt als sogenannter „Containerbrüter“ zur Eiablage eine große Bandbreite an natürlichen (zum Beispiel Astlöcher) und künstlichen (zum Beispiel Regentonnen, Vogeltränken oder Blumenvasen) wassergefüllten Behältnissen.

Etwa 3 bis 5 Tagen nach der Paarung werden die schwarzen, gegen Austrocknung resistenten Eier dicht oberhalb kleiner Wasseransammlungen abgelegt. Werden sie beispielsweise durch Überschwemmung unter Wasser gesetzt, schlüpfen aus ihnen die Larven. Es folgt eine Entwicklung über vier Larven- und ein Puppenstadium, die je nach Umweltbedingungen unterschiedlich lang dauern kann (etwa 7 bis 20 Tage). Aus den Puppen schlüpfen die flugfähigen Mücken, die sich nach etwa 2 bis 3 Tagen wiederum paaren und Eier ablegen können. Meist nehmen die Weibchen 24 Stunden nach einer Eiablage wieder Blut auf. 

Schadpotential

Aedes albopictus kann Überträger verschiedener Krankheitserreger wie bestimmter Fadenwürmer (Dirofilarien) und zahlreicher sogenannter Arbo-Viren, also durch Arthropoden übertragene Viren, sein. Man geht von einem Übertragungspotenzial für mehr als 20 Viren aus, darunter die humanpathogenen West-Nil-, Dengue-, Chikungunya- und Zika-Viren.

Stechmücken können bei einem Stich jedoch nur dann Krankheitserreger übertragen, wenn sie diese bei einer vorangegangenen Nahrungsaufnahme bei einem infizierten Wirt aufgenommen haben. Ein Krankheitsausbruch ist daher nur möglich, wenn a) infizierte Wirte vorhanden sind und b) die Stechmücken in ausreichender Dichte auftreten. In diesem Zusammenhang müssen dann zudem noch geeignete klimatische Bedingungen für die Entwicklung sowohl der Stechmücke als auch des Erregers herrschen.

Auch wenn sich Aedes albopictus zunehmend in Deutschland ausbreitet, wird das Risiko einer Infektion mit tropischen Erregern in Deutschland derzeit als gering eingeschätzt.

Nationale Expertenkommission „Stechmücken als Überträger von Krankheitserregern“ | Friedrich-Loeffler-Institut

Sollten Sie eine Reise in ein Land planen, in denen die genannten Erreger vorkommen, können Sie sich vorab über empfohlene Impfungen informieren. Der richtige Impfschutz verhindert, dass Reisende sich im Urlaub infizieren und so nicht-heimische Viren mit nach Hause bringen. Zudem sollte auch im Urlaub auf entsprechende Vorsichtsmaßnahmen geachtet werden.

Reisemedizin - Auswärtiges Amt

Vorbeugen, Abwehren und Bekämpfen

Schon einfache Maßnahmen können vor Stichen schützen und die Vermehrung verhindern. Im Prinzip gelten die beiden Maximen: „Kein Wasser, keine Vermehrung“ und „Kein Stich, keine Infektion“!

„Kein Wasser, keine Vermehrung"

Prinzipiell sollten in Haus und Garten alle Wasseransammlungen, die Stechmücken potentiell als Brutgewässer dienen können, vermieden werden. Das betrifft zum Bei auch ganz oder auch nur zum Teil gefüllte Eimer, Gießkannen oder Blumentopfuntersetzer. Darüber hinaus sollten Regentonnen stets dicht abgedeckt und andere Wasserbehältnisse, wie Vogeltränken, mindestens einmal in der Woche restlos entleert und gründlich gereinigt werden. In anderen potentiellen Brutbehältnissen können Wasseransammlung vermieden werden, indem die Gefäße umgedreht, mit Abläufen versehen oder mit Sand oder Kies gefüllt werden. 

„Kein Stich, keine Erkrankung“

Zur Stichvermeidung oder Expositionsprophylaxe trägt man im Freien helle, weite Kleidung, da Stechmücken bevorzugt dunkle Farben anfliegen. Unbedeckte Haut sollte mit Repellentien oder Vergrämungsmitteln behandelt werden, um Stiche zu vermeiden. Zur Mückenabwehr im Haus hält man die Fenster (abends) geschlossen, bringt Fliegengitter an diesen an oder schläft in unter einem Mosquitonetz. Bei umfangreichen Outdoor-Aktivitäten bietet mit Repellentien behandelte Kleidung zusätzlichen Schutz. 

eine Person sprüht sich ein Mückenspray auf das Bein Repellentien helfen lästige Mücken fernzuhalten
Quelle: Maridav / Fotolia.com

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