Aussehen und Vorkommen
Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) ist eine relativ kleine Stechmücke, die selten größer als 9 mm wird und auffällig schwarz-weiß gefärbt ist. Insbesondere der Hinterleib und die Hinterbeine haben eine ausgeprägte schwarz-weiße Musterung. Ein weiteres typisches Merkmal ist eine am Hinterkopf ansetzende weiße Linie, die sich bis zum Flügelansatz fortsetzt. Die Flügel der Asiatischen Tigermücke sind mehr oder weniger transparent ohne Musterung.
Aedes albopictus ist zudem eine äußerst aggressive Stechmücke, die nicht nur in der abendlichen Dämmerung, sondern auch tagsüber aktiv ist.
Trotz des auffälligen Aussehens kommt es manchmal zu Verwechslungen mit meist größeren und weitaus häufigeren einheimischen Stechmückenarten wie zum Beispiel der Ringelschnake (Culiseta annulata). Diese ist ebenfalls an den Beinen gestreift, hat aber keine Zeichnung auf der Brust und ist mit einer Größe von etwa 10 bis 13 mm wesentlich größer. Außerdem ist sie eher beige beziehungsweise grau gefärbt.
Verbreitung
Aus dem ursprünglichen Verbreitungsgebiet im Asiatisch-Pazifischen Raum hat sich die Asiatische Tigermücke mit dem internationalen Waren- und Personenverkehr weltweit ausbreiten können. Aedes albopictus zeichnet sich durch eine starke Anpassungsfähigkeit aus, so können gegen Austrocknung resistente Eier gebildet oder eine Ruhepause im Eistadium (Diapause) eingelegt werden. Diese Anpassungsfähigkeit ist auch ein Grund für ihre erfolgreiche weltweite Ausbreitung. In Europa konnte die Asiatische Tigermücke bis jetzt in fast 30 Ländern nachgewiesen werden, in über 20 gilt die Stechmücke bereits als etabliert, darunter auch in Deutschland.
Verbreitungskarte Asiatische Tigermücke in Europa (Stand April 2026): Aedes albopictus - current known distribution: April 2026 (ECDC, in Englisch)
Brutstätten
Wie bei anderen Stechmückenarten auch, ist die Vermehrung der Asiatischen Tigermücke an Wasser gebunden. Bei der Auswahl der Brutstätten zeigt sie eine bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit und nutzt als sogenannter „Containerbrüter“ zur Eiablage eine große Bandbreite an natürlichen (zum Beispiel Astlöcher) und künstlichen (zum Beispiel Regentonnen, Vogeltränken oder Blumenvasen) wassergefüllten Behältnissen.
Etwa 3 bis 5 Tagen nach der Paarung werden die schwarzen, gegen Austrocknung resistenten Eier dicht oberhalb kleiner Wasseransammlungen abgelegt. Werden sie beispielsweise durch Überschwemmung unter Wasser gesetzt, schlüpfen aus ihnen die Larven. Es folgt eine Entwicklung über vier Larven- und ein Puppenstadium, die je nach Umweltbedingungen unterschiedlich lang dauern kann (etwa 7 bis 20 Tage). Aus den Puppen schlüpfen die flugfähigen Mücken, die sich nach etwa 2 bis 3 Tagen wiederum paaren und Eier ablegen können. Meist nehmen die Weibchen 24 Stunden nach einer Eiablage wieder Blut auf.