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Treibhausgas-Emissionen

Ein Ausschnitt des Planeten Erde wird so dargestellt, dass man die Krümmung der Erde erkennt. Die Atmosphäre hat einen leichten blauen Leuchtrand.
Die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas erhöht die Treibhausgaskonzentration in der Erdatmosphäre.
Quelle: studio023 / Fotolia

Das Umweltbundesamt ist in Deutschland die offizielle Adresse beim Thema Treibhausgasemissionen. Fachbegriffe wie Kohlendioxid, Methan oder Treibhauseffekt werden inzwischen so häufig genannt, dass sie kaum noch erklärt werden. Doch was verbirgt sich hinter diesen Begriffen und wo finden sie Anwendung?

Inhaltsverzeichnis

Treibhausgas-Emissionen

Die Lufthülle unseres Planeten ist ein komplexes System, das vielfältige Funktionen und Prozesse übernimmt. Die menschengemachte Freisetzung von Treibhausgasen, sogenannte anthropogene Emissionen, greifen in das bestehende System ein und verändern die Zusammensetzung der Atmosphäre. Das hat weitreichende Folgen, so zum Beispiel:

  • Treibhausgasemissionen (THG) erhöhen die globale Temperatur.
  • Die Zunahme von extremen Temperaturen und Hitzewellen belasten den menschlichen Körper stark.
  • Einhergehend mit wechselnden Wetterextremen kommt es vermehrt zu Ernteeinbußen und Zerstörung von Lebensraum bis hin zu unbewohnbaren Regionen. Waldbrände und Überschwemmungen werden häufiger und intensiver. Dürren und sinkende Wasserstände gefährden die Wasserversorgung.
  • Der Bedarf und die Kosten für Klimaanpassung und einen Schutz der Bevölkerung vor den Folgen des Klimawandels steigen (zum Beispiel Einbau von Klimaanlagen, Begrünung von Städten).
  • Die Ausbreitung von Mücken und Zecken wird begünstigt und damit auch die Ausbreitung von übertragbaren Krankheiten in bis dahin ungefährdete Regionen (zum Beispiel: Borreliose, Dengue-Fieber).
  • Zusätzlich zu den Folgen von Treibhausgasemissionen hat auch die Emission von Luftschadstoffen Folgen: Diese führen zu Verunreinigung unserer Atemluft, verlängern die Pollensaison und können zu einer Verschlimmerung von Asthma und Allergien führen. Hier finden Sie weitere Informationen zur Wirkung von Luftschadstoffen auf die Gesundheit

Um einen Einblick in das spannende und komplexe Thema Treibhausgas-Emissionen zu ermöglichen, stellen wir im folgendem wichtige Grundlagen und aktuelle Daten für Deutschland bereit. 

Ein kleiner Ausblick, was Sie in der Menüleiste erwarten dürfen:

  • Berichte und Daten (hier noch ein Link): Eine Sammlung der veröffentlichten Berichte und Daten zu den nationalen Treibhausgas-Emissionen der letzten 10 Jahre
  • Treiber energiebedingter Treibhausgasemissionen:  Eine Detailliertere Betrachtung der energiebedingten Treiber von Treibhausgas-Emissionen
  • Europäische Methanverordnung : Aktuelle Informationen rund um die Methanverordnung
  • Forschung (Link): Aktuelle Forschungsprojekte zu Treibhausgas-Emissionen, an denen das UBA mitwirkt
Quelle: UBA
UBA-Erklärfilm: Treibhausgase und Treibhauseffekt

Hier finden Sie ein Text-Transkript des Videos im Sinne der Barrierefreiheit.

Treibhauseffekt

Der Treibhauseffekt sorgt dafür, dass die Erdatmosphäre Wärme speichert, anstatt sie komplett ins Weltall abzugeben. Dadurch herrscht auf der Erde eine angenehme durchschnittliche Temperatur, die Leben ermöglicht. Der Treibhauseffekt funktioniert wie ein Gewächshaus:

  • Das Licht der Sonne fällt durch die Atmosphäre und trifft auf die Erdoberfläche.
  • Der Boden nimmt die Energie des Sonnenlichts auf und gibt sie als Wärmestrahlung wieder nach oben ab.
  • Ein Teil dieser Wärme wird von Gasen in unserer Luft zurückgehalten, die Atmosphäre erwärmt sich.

Man unterscheidet zwischen zwei Varianten, die das Klima auf der Erde bestimmen:

  • Der natürliche Treibhauseffekt: Ohne die schützende Gashülle läge die Durchschnittstemperatur auf der Erde bei frostigen minus 18 Grad Celsius. Dank des natürlichen Treibhauseffekts haben wir jedoch im globalen Durchschnitt milde plus 15 Grad Celsius.
  • Der menschengemachte Treibhauseffekt: Seit Beginn der Industrialisierung verbrennen wir Menschen Kohle, Öl und Gas. Dadurch pusten wir zu viele zusätzliche Treibhausgase in die Atmosphäre. Die Folge: Das „Glashaus“ wird zu stark isoliert, und der Planet heizt sich rasant auf.

Die bekanntesten Treibhausgase sind:

  • Wasserdampf (H2O)
  • Kohlendioxid (CO2) 
  • Methan (CH4
  • Lachgas (N2O) 

Das Problem ist nicht die Existenz von Treibhausgasen, sondern ihre Anreicherung, die wir Menschen durch den hohen Ausstoß verursachen. Um das Klimasystem stabil zu halten, müssen wir den Ausstoß schrittweise einstellen.

Treibhausgase

Wasserdampf (H2O)

Wasserdampf ist ein farb-, geruch- und geschmackloses Wasser im gasförmigen Aggregatzustand. Chemisch gesehen besteht es aus den Molekülen Wasserstoff (H) und Sauerstoff (O). In der Erdatmosphäre ist Wasserdampf das wichtigste und wirksamste natürliche Treibhausgas.

Wie baut sich Wasserdampf in der Natur ab?

Das Erdsystem reguliert die Menge des Gases durch den natürlichen Wasserkreislauf sehr schnell:

  • Nach wenigen Tagen kondensiert der Wasserdampf in kühleren Luftschichten zu Wolken.
  • Nur rund 9 bis 10 Tage verbleibt ein Wassermolekül im Durchschnitt in der Atmosphäre, bevor es als Niederschlag zur Erde zurückkehrt.

Aufgrund dieses schnellen Kreislaufs reichert sich der Dampf nicht dauerhaft in der Atmosphäre an. Allerdings gelangt mehr Wasserdampf in die Atmosphäre, je wärmer es wird. Dadurch wird der natürliche Treibhausgaseffekt weiter verstärkt.

 

Kohlendioxid (CO2)

Kohlendioxid ist ein farb- und geruchloses Gas. Chemisch gesehen besteht es aus sehr stabilen Molekülen der Elemente Kohlenstoff (C) und Sauerstoff (O). Das Gas entsteht unter anderem immer dann, wenn Energieträger wie Kohle, Öl oder Gas, aber auch Holz und andere Biomasse verbrannt werden. Die Emissionen von Kohlendioxid sind die Hauptursache für den menschengemachten Treibhauseffekt

Wie baut sich Kohlendioxid in der Natur ab?

  • Das Erdsystem baut das Gas durch natürliche physikalische und biologische Prozesse nur extrem langsam ab: Heute freigesetzte Gasmengen befinden sich selbst nach 1.000 Jahren noch immer zu etwa 15 bis 40 Prozent in der Luft. 
  • Der gesamte Prozess zum vollständigen Abbau dauert mehrere 100.000 Jahre. Daher erhöhen Emissionen die Menge an CO2 in unserer Erdatmosphäre.

Die größten CO2-Quellen in Deutschland sind:

  • Strom- und Wärmeerzeugung: Kraftwerke und Heizungen, die mit Gas, Öl, oder Kohle betrieben werden.
  • Verkehr: Autos, Lkw und Flugzeuge mit Verbrennungsmotor.
  • Industrie: Wenn Kohlenstoff bei der Herstellung von Fabrikwaren eingesetzt und verbrannt wird – und dabei als CO2 in die Atmosphäre gelangt.
  • Haushalte: Beim Energieverbrauch von uns allen, wenn dafür Gas, Öl, Kohle und Holz verbrannt wurden. Dazu zählen beispielsweise das Heizen der Wohnung mit Gas oder der Verbrauch von Strom, der in einem Gas- oder Kohlekraftwerk produziert wurde.

 

Methan (CH4)

Methan ist ein farb- und geruchloses Gas, das zudem hochentzündlich ist. Es besteht aus den Elementen Kohlenstoff (C) und Wasserstoff (H) und entsteht immer dort, wo organisches Material unter Ausschluss von Luft abgebaut wird. Obwohl es in der Erdatmosphäre deutlich seltener vorkommt als CO2, macht es einen erheblichen Teil des Treibhauseffektes aus. Der Grund dafür ist seine enorme Klimawirksamkeit.

Wie baut sich Methan in der Natur ab? 

  • Ausgestoßenes Methan hält sich in der Atmosphäre über eine Lebensdauer von etwa einem Jahrzehnt. In diesem Zeitraum wird es durch die chemischen Selbstreinigungsprozesse der Atmosphäre wieder abgebaut. 
  • Da der Mensch nach wie vor große Mengen von Methanemissionen verursacht, reichert sich das Methan in unserer Atmosphäre im Schnitt immer weiter an. 

Die größten CH4-Quellen in Deutschland sind:

  • Landwirtschaft: Etwa zwei Drittel der Methanemissionen, die in Deutschland freigesetzt werden, stammen aus der Landwirtschaft, in erster Linie aus der Nutztierhaltung von Rindern. Methan wird sowohl beim Verdauungsprozess der Nutztiere gebildet, als auch beim Umgang mit Gülle.
  • Abfall und Abwasser:  Hier entsteht Methan beispielsweise bei der Zersetzung von organischem Müll (zum Beispiel Lebensmittelreste).
  • Undichtigkeiten bei Erdgasleitungen: Diese werden Leckagen genannt.
  • International: Viel Methan entsteht international, bei der Förderung und dem Transport von Gas, Kohle und Öl, die nach Deutschland importiert werden.

 

Lachgas (N2O)

Lachgas ist ein farbloses Gas mit einem süßlichen Geruch und besteht aus den chemischen Elementen Stickstoff (N) und Sauerstoff (O). In der Erdatmosphäre kommt es zwar nur in sehr geringen Mengen vor, es ist jedoch ein sehr starkes Treibhausgas. 

Wie baut sich Lachgas in der Natur ab?

  • Lachgas zeichnet sich durch eine hohe Stabilität aus. Das Gas bleibt im Schnitt etwa mehr als ein Jahrhundert in der Atmosphäre. Es baut sich damit deutlich langsamer ab als Methan, verweilt aber kürzer in der Luft als CO2.
  • Lachgas ist nur in geringer Menge vorhanden, trägt aber überproportional stark zum menschengemachten Treibhauseffekt bei. 

Die größten N2O-Quellen in Deutschland sind:

  • Landwirtschaft: Durch die Ausbringung von Wirtschaftsdünger auf landwirtschaftliche Böden und Umwandlungsprozesse stickstoffhaltiger Verbindungen in den Böden.
  • Chemische Prozesse: Zum Beispiel bei der Düngemittelproduktion und in der Grundstoffchemie.

 

F-Gase (HFKW, FKW, SF6, NF3)

Fluorierte Kohlenwasserstoffverbindungen – kurz F-Gase – sind eine Gruppe von extrem starken Treibhausgasen. Im Gegensatz zu CO2, CH4 oder N2O kommen sie in der Natur überhaupt nicht vor. Es handelt sich um rein künstliche Stoffe, die vom Menschen industriell hergestellt werden.

Wie bauen sich F-Gase in der Natur ab?

  • F-Gase können in der Atmosphäre eine Verweildauer von weit über 1.000 Jahren erreichen und zeichnen sich durch eine außergewöhnlich hohe Klimawirksamkeit aus. 
  • Zu dieser Gruppe gehört unter anderem Schwefelhexafluorid (SF6), das als das stärkste bekannte Treibhausgas gilt.

Die größten F-Gas-Quellen in Deutschland sind:

  • Produktion: Als Bestandteil von Treibgas, Kühl- und Löschmittel. Hier werden F-Gase zunehmen durch andere Bestandteile ersetzt.
  • Entsorgung: Wurde früher für die Herstellung von Schallschutzscheiben eingesetzt (insbesondere SF6), daher können Emissionen bei der Entsorgung der Scheiben entstehen.

 

Kälte- und Klimaanlagen erzeugen den größten Anteil an F-Gas Emissionen, gefolgt von Schallschutzscheiben, sonstiger Verbrauch, Produktion, Autoreifen, Schaumherstellung, Metallproduktion und elektrische Betriebsmittel. F-Gas-Emissionen differenziert nach verschiedenen Anwendungen und Produktionen.
Quelle: Umweltbundesamt

Downloads:

Global Warming Potential

Das Global Warming Potential (GWP) – auf Deutsch „Treibhausgaspotenzial“ – ist eine zentrale Maßzahl im Klimaschutz. Sie macht die Klimawirkung unterschiedlicher Treibhausgase miteinander vergleichbar.

Treibhausgase wie Methan, Lachgas oder Fluorkohlenwasserstoffe halten Wärmestrahlung unterschiedlich stark auf der Erde zurück. Gleichzeitig überdauern die Gasteilchen auch unterschiedlich lange in der Atmosphäre, bevor sie abgebaut oder gebunden werden. Mit dem GWP berücksichtigt man diese verschiedenen Eigenschaften, um die freigesetzte Menge eines Gases in sogenannte CO2-Äquivalente umzurechnen. Dadurch lassen sich nationale Gesamtemissionen standardisiert berechnen und internationale Reduktionsziele festlegen.

Das GWP zeigt damit an, wie viel Klimawirkung ein Treibhausgas in der Atmosphäre hat. Der Wert ist immer eine relative Maßeinheit im Vergleich zu Kohlendioxid (CO2). Das heißt:

  • CO2 dient als Referenzgas und hat immer den Umrechnungsfaktor von 1.
  • Ein höherer GWP-Wert bedeutet, dass ein Gas pro Tonne deutlich klimaschädlicher ist als CO2.

 

Der Zeitfaktor: 

Da Gase unterschiedlich lange in der Atmosphäre bleiben, tragen sie über verschiedene Zeitskalen zur Erderwärmung bei.

Um die Klimawirkung von beispielsweise einer Tonne Methan mit der von einer Tonne CO2 vergleichen zu können, ist es notwendig, einen Referenzzeitraum festzulegen, auf dem man den Treibhausgaseffekt der kurzlebigen Methanmoleküle mit dem der langlebigen CO2 Moleküle vergleicht. In der Forschung werden hierfür zum Beispiel Referenzzeiträume von 20 oder 100 Jahren verwendet. So beträgt die Klimawirkung von Methan über 100 Jahre etwa das 28fache von CO2. Innerhalb von 20 Jahren beträgt die Klimawirkung sogar das etwa 84fache. Somit lässt sich mit einer schnellen Reduktion von Methanemissionen ein starker positiver Klimaeffekt in kurzer Zeit erreichen und eine Vermeidung der Kippelemente unserer Erde unterstützen.

Für die internationale und nationale Emissionsberichterstattung ist der Zeitraum von 100 Jahren als Standard verbindlich vorgegeben. Methan, Lachgas und F-Gase werden also üblicherweise mit dem GWP100 in CO2-Äquivalente umgerechnet. 

Die offiziellen GWP-Werte werden regelmäßig vom Weltklimarat (IPCC) aktualisiert und finden durch eine Entscheidung der Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention und des Übereinkommen von Paris Einzug in die Berichterstattung. Für aktuelle Berichterstattungen (ab 2024) ist der Wechsel von den Werten aus dem Vierten Sachstandsbericht des IPCC (2007) hin zu den Werten des Fünften Sachstandsberichts (2014/2015) erfolgt.

Die wichtigsten GWP100-Werte aus dem fünften Sachstandsbericht sind:

  • Ein Tonne Methan (CH4) entspricht 28 Tonnen CO2-Äquivalent.
  • Ein Tonne Lachgas (N2O) entspricht 265 Tonnen CO2-Äquivalent.
  • Eine Tonne Schwefelhexafluorid (SF6) entspricht 23.500 Tonnen CO2-Äquivalent.

Bundes-Klimaschutzgesetz (KSG)

Das Bundes-Klimaschutzgesetz (KSG) ist das zentrale rechtliche Instrument Deutschlands, um die nationalen Klimaziele gesetzlich zu verankern und die Vorgaben aus dem „Übereinkommen von Paris“ und der europäischen Lastenteilungsverordnung umzusetzen.

Die wichtigsten Klimaziele in der Übersicht

Das Gesetz (Paragraph 3) regelt für bestimmte Jahre verbindlich, um wie viel Prozent der Ausstoß an Treibhausgasen in Deutschland im Vergleich zum Basisjahr 1990 sinken muss:

  • Bis 2030: Minderung der CO₂-Emissionen um mindestens 65 Prozent.
  • Bis 2040: Minderung der CO₂-Emissionen um mindestens 88 Prozent.
  • Bis 2045: Erreichung der vollständigen Netto-Treibhausgasneutralität
  • Sektorübergreifend: Nach der Gesetzesnovelle des KSG in 2024 sind nicht mehr die Über- und Unterschreitungen der einzelnen Sektoren maßgeblich. Stattdessen zählt das Gesamtergebnis aller Sektoren. Die Sektoren werden in Kapitel 5 erklärt.
  • Nach Sektoren: Vor der Gesetzesnovelle gab es genaue Vorgaben, wie hoch die maximalen CO2-Äquivalente der einzelnen Sektoren jährlich sein durften.
  • Rolle des Umweltbundesamtes: Das Umweltbundesamt berechnet die Treibhausgasemissionen und liefert die Daten und Berichte an den Expertenrat für Klimafragen.
  • Überprüfung: Der Expertenrat für Klimafragen sichtet jährlich die vom Umweltbundesamt erstellten Berichte und Daten und prüft, ob die Emissionen das gesetzliche Gesamtbudget überschreiten.

 

Was sind Jahresemissionsmengen und angepasste Jahresemissionsmengen im KSG?

Im KSG, Anlage 2a, sind jährliche Sektorziele festgehalten. Diese werden Jahresemissionsmengen genannt. Das jährliche Gesamtziel wird Gesamtjahresemissionsmenge genannt.

Gemäß Paragraph 5 Absatz 2 KSG werden nicht nur die freigesetzten Emissionen pro Jahr berichtet, sondern auch die sogenannten angepassten Jahresemissionsmengen

Wenn in einem Jahr eine Über- oder Unterschreitung der vorgegebenen Emissionsmenge vorlag, wird diese Differenz mit in das nächste Jahr übertragen und die Emissionsmenge dort angepasst. Für die Berechnung der angepassten Jahresemissionsmengen wird der Gesamtübertrag im Folgejahr gleichmäßig auf alle Sektoren verteilt. 

Die angepassten Jahresemissionsmengen können dazu genutzt werden, um über die Zeit erfolgte Emissionsminderungen in ihrer Gesamtheit zu betrachten und zu überprüfen, ob die Klimaziele erreicht werden. Diese sind in Kapitel 5 ausgewiesen, zusätzlich zu den jährlich freigesetzten Emissionen.

Emissionsquellen und Sektoren (nach KSG)

Was sind Emissionsquellen?

Eine Emissionsquelle ist eine Aktivität oder ein Prozess, der Treibhausgase oder Luftschadstoffe in die Umwelt freisetzt. Dies sind vor allem mit Verbrennungsprozessen arbeitende Kraftwerke, Verkehrsmittel oder Heizungen. Auch in der Viehhaltung und Abfallwirtschaft werden Treibhausgase freigesetzt.

Was sind Sektoren?

Sektoren sind klar abgegrenzte gesellschaftliche und wirtschaftliche Bereiche, die nach ihren primären Emissionsquellen eingeteilt werden. Diese Einteilung dient dazu, Treibhausgasemissionen systematisch zu erfassen, länderspezifische Emissionsinventare zu erstellen und politische Klimaschutzziele gezielt zu begleiten und zu überprüfen.

Für die Einteilung nach Sektoren gibt es internationale Standards, die primär über die Richtlinien des Weltklimarats (IPCC) definiert und in der Berichterstattung unter der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) eingesetzt werden.

In Deutschland werden die Emissionsquellen daher entweder nach UNFCCC oder nach KSG in Sektoren zusammengefasst. Die Sektoren nach KSG sind dabei spezifischer für Themenfelder in Deutschland gruppiert. Im Nationalen Inventarbericht (NID) findet die UNFCCC-Klassifikation Anwendung. Für die Berechnungen der bundesdeutschen Treibhausgas-Emissionen unter dem KSG und im kurzen NID wird die KSG-Klassifikation verwendet.

 

Sektor Energiewirtschaft 

Rund 98 Prozent (im Jahr 2025) der Treibhausgase im Energiesektor entstehen durch das Verbrennen fossiler Brennstoffe, dem Betrieb von Raffinerien und Kokereien in der Mineralölwirtschaft, der Gewinnung und Verteilung von Erdöl bzw. Erdgas und der Förderung von Braunkohlen (siehe auch Methanverordnung).

 

Der Energiemix im Wandel

Der Einsatz der Energieträger verschob sich 2025 im Vergleich zu 2024 wie folgt:

  • Erdgas: + 10 Prozent
  • Mineralöle: - 2,9 Prozent
  • Braunkohle: - 6,6 Prozent

 

Die Emissionsdaten des Sektors Energiewirtschaft für 2025 zeigen:

  • Emissionen: 189,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente (vgl. 2024: 189,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente).
  • Angepasste Jahresemissionsmenge (nach Paragraph 5 Absatz 2 KSG):  Für die Energiewirtschaft sind keine Jahresemissionsziele festgehalten. Daher können keine angepassten Jahresemissionsmengen berechnet werden.

Die Emissionen sind 2025 trotz eines höheren Energieverbrauchs leicht gesunken. Das liegt an einem weniger klimaschädlichen Brennstoffmix.

 

Wettereffekt bei den erneuerbaren Energien

Obwohl 2025 in Deutschland insgesamt mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wurde, bremste das Wetter den Fortschritt beim Reduzieren des Treibhausgasausstoßes:

  • Photovoltaik: Boomte mit einem Plus von 20,7 Prozent.
  • Wind- und Wasserkraft: Sanken wegen eines windarmen und trockenen Jahres.

Insgesamt stieg die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien dadurch nur um 0,7 Prozent.

 

Sektor Industrie

Der Industriesektor umfasst vor allem die drei großen, energieintensiven Branchen: Chemie, Metall und mineralische Produkte (beispielsweise Zement).

Die Treibhausgase teilen sich in zwei Hauptarten auf:

  • Energiebedingte Emissionen (ca. 66 Prozent): Entstehen durch das Verbrennen fossiler Brennstoffe für Wärme und Strom innerhalb der Industrie. Dies ist der mit Abstand größte Teil.
  • Prozessbedingte Emissionen: Entstehen direkt bei chemischen Reaktionen während der Herstellung (z. B. in der Metall- und Zementindustrie).

Hinweis: Emissionen von künstlich fluorierten Gasen (F-Gase), Lösemittel und Lachgas, sowie Emissionen von Baufahrzeuge und mobile Maschinen (1,8 Prozent Anteil) sind ebenfalls im Sektor Industrie enthalten, spielen aber eine kleinere Rolle.

 

Die Emissionsdaten des Sektors Industrie für 2025 zeigen:

  • Emissionen: 144 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.
  • Angepasste Jahresemissionsmenge (nach Paragraph 5 Absatz 2 KSG):  Berechnet waren 164 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.

Die Emissionen sind 2025 gesunken. Das lag allerdings primär an einer schwächeren Wirtschaft und sinkenden Produktionszahlen in der Industrie:

  • Weniger fossile Brennstoffe: In den Fabriken wurden 3,5 Prozent weniger Kohle, Gas und Öl verfeuert.
  • Stahlindustrie als Treiber: Die Herstellung von Primärstahl brach um über 10 Prozent ein. Dadurch sank der Einsatz von Steinkohle um fast 7 Prozent.
  • Chemie und Maschinenbau: In der Chemiebranche sank der Einsatz von Erdgas um 8 Prozent. Auch die Automobilbranche und der damit verbundene Maschinenbau verzeichneten spürbare Einbußen.
  • Baukrise bremst Zement: Wegen der schwachen Baukonjunktur ging auch die Produktion mineralischer Baustoffe leicht zurück.

 

Positive Trends bei den F-Gasen

Einen echten Umweltfortschritt gab es bei den F-Gasen: Deren Emission sank im Jahr 2025 weiter. Grund dafür sind geringere Verluste beim Befüllen von Kühl- und Klimaanlagen sowie Fortschritte bei der Entsorgung alter Schallschutzscheiben.

 

Sektor Gebäude

Der Gebäudesektor umfasst die Emissionen von Heizung und Prozessen in den Bereichen Haushalte, Gewerbe/Handel/Dienstleistungen (GHD). Außerdem werden Emissionen des Militärs diesem Sektor zugeordnet.

Die Treibhausgase teilen sich in zwei Hauptarten auf:

  • Stationäre Emissionen (ca. 98,8 Prozent): Entstehen durch das Verbrennen von Energieträgern wie Gas und Öl für Raumwärme und Warmwasser. Dies ist der mit Abstand größte Teil, dominiert von den privaten Haushalten (ca. 75 Prozent) und gefolgt vom GHD-Bereich (ca. 25 Prozent).
  • Mobile Emissionen (ca. 1,2 Prozent): Entstehen durch Fahrzeuge und mobile Maschinen in GHD, Haushalten und Militär. Davon entfallen gut 56 Prozent auf gewerblich genutzte Fahrzeuge (beispielsweise Gabelstapler), rund 20 Prozent auf haushaltsnah genutzte mobile Maschinen (beispielsweise Rasenmäher oder Kettensägen) und etwa 23 Prozent auf die ebenfalls diesem Sektor zugerechneten Fahrzeuge und mobilen Maschinen des Militärs.

Hinweis: Die Emissionen des Militärs sind, bezogen auf die bundesdeutschen Gesamtemissionen, verschwindend gering. Sie werden aus den jährlich an das Militär gelieferten Kraftstoffmengen berechnet und erfassen neben der Bundeswehr damit auch in Deutschland stationierte ausländische Streitkräfte.

 

Die Emissionsdaten des Sektors Gebäude für 2025 zeigen:

  • Emissionen: 103,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.
  • Angepasste Jahresemissionsmenge (Paragraph 5 Absatz 2 KSG):  Berechnet waren 90,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.

Die Emissionen sind 2025 entgegen dem Trend der Vorjahre gestiegen. Das lag primär an einer kälteren Witterung und einem gestiegenen Energieeinsatz (Plus 4,1 Prozent):

  • Kaltes Wetter als Treiber: Die mittlere Jahrestemperatur lag 2025 mit 10,0 °C spürbar unter dem warmen Vorjahr (minus 0,9 °C). Besonders die Monate Februar, März und Oktober erforderten deutlich mehr Raumwärme.
  • Erdgas klettert deutlich: Der Einsatz des Energieträgers Erdgas stieg um 8 Prozent an und vergrößerte seinen Anteil am Energiemix weiter.
  • Heizöl-Absatz sinkt: Der Verkauf von leichtem Heizöl ging zwar um 5,3 Prozent zurück, dies könnte jedoch durch ungenaue Daten zu vollen Lagertanks der Verbraucher verzerrt sein.
  • Keine Impulse durch Preise: Da die Verbraucherpreise für Gas und Heizöl stagnierten, gab es von dieser Seite keine Effekte. Auch der minimale Bevölkerungsrückgang um 100.000 Menschen blieb ohne signifikante Auswirkung.

 

Positive Trends bei den erneuerbaren Energien

Einen echten Umweltfortschritt gab es 2025 bei der grünen Wärme: Die zur Wärmeerzeugung genutzte erneuerbare Energiemenge stieg auf 209,8 Terawattstunden an. Ihr Anteil am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte kletterte damit von 18,2 Prozent (2024) auf 19 Prozent im Jahr 2025. Grund dafür ist die stärkere Nutzung von Holzenergie, Biomasse, Solarthermie sowie der Trend von elektrischen Wärmepumpen (Geothermie und Umweltwärme).

 

Sektor Verkehr

Der Verkehrssektor umfasst gemäß Klimaschutzgesetz die vier Bereiche Straßenverkehr, ziviler inländischer Flugverkehr, Schienenverkehr und nationaler Schiffsverkehr.

Die Treibhausgase teilen sich in zwei Hauptarten auf:

  • CO2 (fast 99 Prozent): Entsteht direkt durch das Verbrennen fossiler Kraftstoffe und korreliert mit den in Deutschland verkauften Kraftstoffmengen (Absatzprinzip). Dies ist der mit Abstand größte Teil, der in Höhe und Trend quasi vollständig vom Straßenverkehr (gut 98 Prozent) dominiert wird. Innerdeutscher Flugverkehr, Schienenverkehr und nationale Schifffahrt haben kaum Einfluss auf die Gesamtentwicklung des Sektors.
  • Sonstige Treibhausgase (unter 1 Prozent): Methan und Lachgas spielen sowohl bei den einzelnen Verkehrsträgern als auch sektorübergreifend nur eine sehr untergeordnete Rolle.

 

Die Emissionsdaten des Sektors Verkehr für 2025 zeigen:

  • Emissionen: 146,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.
  • Angepasste Jahresemissionsmenge (nach Paragraph 5 Absatz 2 KSG): Berechnet waren 116,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.

Im Verkehr sind die Emissionen 2025 gestiegen. Dies liegt vor allem an einer anhaltenden hohen Fahrleistung unter Einsatz fossiler Kraftstoffe, insbesondere beim Individualverkehr:

  • Straßenverkehr als Treiber: Der Emissionsausstoß auf den Straßen stieg im Vergleich zu 2024 um 1,5 Prozent (plus 2,1 Millionen Tonnen) und reißt damit das Sektorziel im Alleingang.
  • Flugverkehr stabilisiert sich: Der zivile innerdeutsche Flugverkehr verzeichnete zwar ein leichtes Plus von 2,5 Prozent, verharrt aber bei knapp der Hälfte des vor-pandemischen Niveaus.
  • Binnenschifffahrt: Wegen einer schwächeren Güterverkehrsleistung sank die eingesetzte Energiemenge auf den Flüssen um 2 Prozent, was zu rund 15.000 Tonnen weniger CO2 führte.
  • Schienenverkehr unverändert: Bei nahezu unverändertem Energieeinsatz führte lediglich die leicht erhöhten Biokraftstoff-Anteil zu minimal niedrigeren Emissionen.

 

Positive Trends bei alternativen Antrieben und Kraftstoffen

Einen echten Fortschritt im Kleinen gab es 2025 durch die Elektromobilität und alternative Kraftstoffe: Die wachsende Zahl an Elektroautos auf den Straßen wirkte im PKW-Segment spürbar emissionsmindernd. Zudem dämpfte im Flugverkehr eine neue Quote von 2 Prozent beigemischtem nachhaltigen Flugkraftstoff (Sustainable Aviation Fuels) im Kerosin einen noch stärkeren Anstieg der Emissionen.

 

Sektor Landwirtschaft

Der Sektor Landwirtschaft umfasst alle Emissionen, die direkt durch die Erzeugung von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen. Vorleistungen (wie die Düngerherstellung in der Industrie) oder Wald- und Landnutzungsveränderungen sind in anderen Sektoren abgebildet.

Die Hauptquellen für die Treibhausgase sind:

  • Tierhaltung: CH4 aus der Verdauung von Wiederkäuern sowie CH4 und N2O aus dem Wirtschaftsdüngermanagement (Gülle und Mist).
  • Acker- und Grünlandböden: Lachgasemissionen durch den Einsatz von Düngemitteln und verbleibende Erntereste.
  • Brennstoffverbrauch: Der Betrieb von Traktoren, Erntemaschinen und stationären Heiz- oder Trocknungsanlagen.
  • Weitere Quellen: Die Kalkung von Feldern, Harnstoffdüngung sowie die Vergärung von Energiepflanzen in Biogasanlagen.

 

Die Emissionsdaten des Sektors Landwirtschaft für 2025 zeigen:

  • Emissionen: 60,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.
  • Angepasste Jahresemissionsmenge (nach Paragraph 5 Absatz 2 KSG): Berechnet waren 66,0 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.

 

Die wichtigsten Entwicklungen im Detail

Die einzelnen Bereiche entwickelten sich im Jahr 2025 sehr unterschiedlich, wobei das Wetter eine entscheidende Rolle spielte:

  • Tierverdauung: Die Emissionen aus der Verdauung blieben fast unverändert (Plus 0,1 Prozent). Während die Schweinebestände leicht wuchsen (Plus 0,9 Prozent), blieb die Zahl der Rinder nahezu konstant (Minus 0,4 Prozent bei den Rindern insgesamt, aber Plus 0,2 Prozent mehr Milchkühe mit gestiegener Milchleistung).
  • Gülle-Emissionen: Das Wirtschaftsdüngermanagement verzeichnete ein Minus von 4,6 Prozent. Wegen der trockenen Witterung wurden weniger Stickstoffverbindungen in schädliches Lachgas umgewandelt.
  • Mehr Mineraldünger und Kalk: Der Verkauf von Mineraldünger stieg deutlich an, was zu 6,6 Prozent mehr Emissionen führte. Auch der CO2-Ausstoß aus Kalkung und Harnstoff nahm aufgrund höherer Verkaufsmengen um 10,7 Prozent zu.
  • Bessere Ernte: Trotz Frühjahrstrockenheit fiel die Ernte 2025 etwas besser aus als im Vorjahr. Mehr Erntereste auf den Feldern führten zu einem Anstieg der bodenbedingten N2O-Emissionen um 4,8 Prozent.
  • Maschinen und Fischerei: Bei den Traktoren, Forstmaschinen und der Hochseefischerei blieb der Energieeinsatz im Vergleich zu 2024 stabil. Bei stationären Industrie-Feuerungsanlagen der Landwirtschaft gab es ein minimales Plus von 17 Kilotonnen CO2-Äquivalenten.

 

Sektor Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (LULUCF)

Der Begriff LULUCF steht für Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft. In diesem Sektor wird gemessen, wie viel CO2, CH4 und N2O durch die Art unserer Bodennutzung ausgestoßen oder der Luft entzogen wird.

Dabei unterscheidet man zwei grundlegende Funktionen:

  • Quelle (positive Werte): Es werden Treibhausgase in die Atmosphäre freigesetzt.
  • Senke (negative Werte): Treibhausgase werden langfristig der Atmosphäre entzogen und gespeichert (Sequestrierung).

Dabei wird in die Kategorien Wald, Ackerland, Grünland, Feuchtgebiete, Siedlungen und sonstiges Land unterteilt. Der Kohlenstoff ist dabei in den biologischen Speichern (Pools) organischer und mineralischer Böden, ober- und unterirdischer Biomasse, Totholz, Streu, Gewässer sowie Holzprodukten vorhanden.

 

Die Emissionsdaten des Sektors LULUCF für 2025 zeigen:

  • Emissionen: Im Jahr 2025 betrugen die Nettoemissionen des Sektors 26,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. 
  • Angepasste Jahresemissionsmengen: Für den Bereich LULUCF werden Ziele gesondert in Paragraph 3a KSG festgelegt. Deshalb werden hier keine angepassten Jahresemissionsmengen berechnet.

Das bedeutet, der Sektor war in der Summe eine Treibhausgasquelle. Gegenüber den Vorjahren ist dies zwar ein deutlicher Rückgang um 54 Prozent, die berechneten Ziele werden dennoch massiv verfehlt:

  • Laut Klimaschutzgesetz (KSG) wird ein Mittelwert der Emissionen im LULUCF Sektor aus den Jahren 2022 bis 2025 berechnet. Dieser liegt aktuell bei 53,9 Millionen Tonnen.
  • Das Gesetz fordert für 2030 einen Wert von Minus 25 Millionen Tonnen. 

Die verschiedenen Landnutzungen zeigten 2025 ein sehr geteiltes Bild:

Die derzeitigen CO2-Senken:

  • Wald: nahm in der Bilanz insgesamt 19,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente auf.
  • Holzprodukte: Speicherten zusätzlich 1,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.

Die derzeitigen CO2-Quellen:

  • Grünland: Setzte 26,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente frei.
  • Feuchtgebiete: Verursachten 10,0 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente (vor allem durch trockengelegte Moore).
  • Ackerland: gab 6,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente frei.
  • Siedlungen: Verursachten 4,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.

 

Warum gingen die Nettoemissionen 2025 so stark zurück?

Der Rückgang um 54 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hat im Wesentlichen vier Ursachen:

  • Die Emissionen aus mineralischen Böden (hauptsächlich im Ackerland) gingen drastisch um 18,9 Millionen Tonnen zurück. Sie nahmen dadurch unter dem Strich CO2 auf statt es abzugeben.
  • Die Emissionen aus den lebenden Bäumen sanken um 12,6 Millionen Tonnen, was eine langsame Erholung des Waldes zeigt.
  • Die CO2-Speicherung im Totholz stieg um 2,9 Millionen Tonnen. Das liegt am hohen Holzsterben durch Borkenkäfer und Stürme seit 2018, wodurch viel Holz im Wald verbleibt.
  • Der Speicher in langlebigen Holzprodukten (wie Möbeln oder Gebäuden) wuchs um 2,1 Millionen Tonnen.

Dem gegenüber stand 2025 der Pool der organischen Böden: Infolge der trockenen Witterung stiegen deren Emissionen um 4,9 Millionen Tonnen (Plus 10 Prozent) an. Gemeinsam mit den gleichbleibend hohen Methanmengen aus Gewässern übertrafen diese beiden Quellen die Speicherleistung der Wälder bei weitem.

 

Warum schwanken die Daten so extrem?

Der LULUCF-Sektor reagiert extrem empfindlich auf Natur- und Wetterereignisse (Stürme, Hitze, Schädlingsbefall). Die biologischen Abbauprozesse im Boden hängen zudem direkt vom Wetter ab.

Allein bei den Mineralböden kann das Wetter jährliche Schwankungen von bis zu 32 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten auslösen. Deshalb darf der positive Trend aus dem Jahr 2025 laut Fachleuten nicht überinterpretiert werden – ein einzelnes Extremjahr kann die Bilanz der Folgejahre sofort wieder umwerfen. Langfristig betrachtet zeigt der Trend seit dem Jahr 2000 leider eine kontinuierliche Abschwächung der natürlichen Senken in Deutschland.

 

Sektor Abfallwirtschaft und Sonstiges

Dieser Sektor erfasst alle Treibhausgase, die bei der Entsorgung und Verwertung von Abfällen sowie bei der Reinigung von Abwasser entstehen. Alle Emissionen entstehen durch den mikrobiologischen Abbau von organischen Bestandteilen.

Der Sektor unterteilt sich in folgende Hauptbereiche:

  • Abfalldeponierung: Freisetzung von CH4 aus den deponierten Abfällen.
  • Abwasserbehandlung: Reinigung von Abwasser (CH4 und N2O). Es wird nach kommunaler- und industrieller Abwassereinigung unterschieden, wobei der kommunale Bereich (Haushalte) deutlich relevanter ist.
  • Biologische Abfallbehandlung: Hier wird die Kompostierung und Vergärung von Bioabfällen betrachtet (CH4 und N2O).
  • Mechanisch-biologische Abfallbehandlung (MBA): Bei der Vorbehandlung von gemischten Abfällen vor der Deponierung oder Verbrennung entstehen die geringsten Emissionen des Abfallsektors.

Die Abfallverbrennung findet in Deutschland immer unter Energiegewinnung statt (thermische Verwertung). Aus diesem Grunde werden entstehende Emissionen im Energiesektor berichtet.

Die zwei mit Abstand bedeutendsten Quellen des gesamten Sektors sind die Abwasserbehandlung (ca. 2,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente) und die Abfalldeponierung (ca. 1,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente).

 

Die Emissionsdaten des Sektors Abfallwirtschaft und Sonstiges für 2025 zeigen:

  • Emissionen: 5,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.
  • Angepasste Jahresemissionsmenge (nach Paragraph 5 Absatz 2 KSG):  Berechnet war 8,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.

 

Die wichtigsten Entwicklungen im Detail

Die Emissionen der Abfallwirtschaft (in CO2-Äquivalenten) sind von 1990 bis zum Jahr 2024 um etwa 87 Prozent gesunken. Dies war ein großer Erfolg und die größte Reduktion aller Sektoren.

Ursächlich für den starken Rückgang der THG-Emissionen des Sektors sind überwiegend umweltpolitische Entscheidungen der Vergangenheit.

Historisch ist die Abfalldeponierung bis 2023 die nach der Gesamtmenge der Emissionen dominierende Quellgruppe des Sektors gewesen. Mit der überproportional starken Abnahme der Emissionen der Abfalldeponierung hat sich dies ab 2024 geändert – seitdem entstehen mehr THG-Emissionen bei der Abwasserbehandlung.

Berichte, Daten und weiterführende Informationen

Nationale Inventarbericht (Treibhausgas-Emissionen nach UNFCCC)

Die deutschen Treibhausgas-Emissionen für die Jahre 1990 bis 2024 wurden am 15. Januar vorab an die EU berichtet, bevor sie am 15. April an die UN gehen.

Begleitbericht (Treibhausgas-Emissionen nach KSG)

Das Umweltbundesamt erstellt entsprechend §5 Bundesklimaschutzgesetz (KSG) zum 15. März eines jeden Jahres die Daten der Treibhausgasemissionen des Vorjahres nach den in Anlage 1 KSG festgelegten Sektoren und stellt Über- und Unterschreitungen der in Anlage 2 KSG festgelegten zulässigen Jahresemissionsmengen fest.
Diese Daten sind die Grundlage für die im Gesetz festgesetzten Aufgaben des Unabhängigen Expertenrats für Klimafragen (vgl. Bundes-Klimaschutzgesetz §11, §12).

Treibhausgas-Emissionsentwicklung von 1990 bis 2024

Die folgenden Daten-Tabellen zeigen die Entwicklung der Treibhausgas-Emissionen gemäß der Klimarahmenkonvention.

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