Was sind Emissionsquellen?
Eine Emissionsquelle ist eine Aktivität oder ein Prozess, der Treibhausgase oder Luftschadstoffe in die Umwelt freisetzt. Dies sind vor allem mit Verbrennungsprozessen arbeitende Kraftwerke, Verkehrsmittel oder Heizungen. Auch in der Viehhaltung und Abfallwirtschaft werden Treibhausgase freigesetzt.
Was sind Sektoren?
Sektoren sind klar abgegrenzte gesellschaftliche und wirtschaftliche Bereiche, die nach ihren primären Emissionsquellen eingeteilt werden. Diese Einteilung dient dazu, Treibhausgasemissionen systematisch zu erfassen, länderspezifische Emissionsinventare zu erstellen und politische Klimaschutzziele gezielt zu begleiten und zu überprüfen.
Für die Einteilung nach Sektoren gibt es internationale Standards, die primär über die Richtlinien des Weltklimarats (IPCC) definiert und in der Berichterstattung unter der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) eingesetzt werden.
In Deutschland werden die Emissionsquellen daher entweder nach UNFCCC oder nach KSG in Sektoren zusammengefasst. Die Sektoren nach KSG sind dabei spezifischer für Themenfelder in Deutschland gruppiert. Im Nationalen Inventarbericht (NID) findet die UNFCCC-Klassifikation Anwendung. Für die Berechnungen der bundesdeutschen Treibhausgas-Emissionen unter dem KSG und im kurzen NID wird die KSG-Klassifikation verwendet.
Sektor Energiewirtschaft
Rund 98 Prozent (im Jahr 2025) der Treibhausgase im Energiesektor entstehen durch das Verbrennen fossiler Brennstoffe, dem Betrieb von Raffinerien und Kokereien in der Mineralölwirtschaft, der Gewinnung und Verteilung von Erdöl bzw. Erdgas und der Förderung von Braunkohlen (siehe auch Methanverordnung).
Der Energiemix im Wandel
Der Einsatz der Energieträger verschob sich 2025 im Vergleich zu 2024 wie folgt:
- Erdgas: + 10 Prozent
- Mineralöle: - 2,9 Prozent
- Braunkohle: - 6,6 Prozent
Die Emissionsdaten des Sektors Energiewirtschaft für 2025 zeigen:
- Emissionen: 189,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente (vgl. 2024: 189,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente).
- Angepasste Jahresemissionsmenge (nach Paragraph 5 Absatz 2 KSG): Für die Energiewirtschaft sind keine Jahresemissionsziele festgehalten. Daher können keine angepassten Jahresemissionsmengen berechnet werden.
Die Emissionen sind 2025 trotz eines höheren Energieverbrauchs leicht gesunken. Das liegt an einem weniger klimaschädlichen Brennstoffmix.
Wettereffekt bei den erneuerbaren Energien
Obwohl 2025 in Deutschland insgesamt mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wurde, bremste das Wetter den Fortschritt beim Reduzieren des Treibhausgasausstoßes:
- Photovoltaik: Boomte mit einem Plus von 20,7 Prozent.
- Wind- und Wasserkraft: Sanken wegen eines windarmen und trockenen Jahres.
Insgesamt stieg die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien dadurch nur um 0,7 Prozent.
Sektor Industrie
Der Industriesektor umfasst vor allem die drei großen, energieintensiven Branchen: Chemie, Metall und mineralische Produkte (beispielsweise Zement).
Die Treibhausgase teilen sich in zwei Hauptarten auf:
- Energiebedingte Emissionen (ca. 66 Prozent): Entstehen durch das Verbrennen fossiler Brennstoffe für Wärme und Strom innerhalb der Industrie. Dies ist der mit Abstand größte Teil.
- Prozessbedingte Emissionen: Entstehen direkt bei chemischen Reaktionen während der Herstellung (z. B. in der Metall- und Zementindustrie).
Hinweis: Emissionen von künstlich fluorierten Gasen (F-Gase), Lösemittel und Lachgas, sowie Emissionen von Baufahrzeuge und mobile Maschinen (1,8 Prozent Anteil) sind ebenfalls im Sektor Industrie enthalten, spielen aber eine kleinere Rolle.
Die Emissionsdaten des Sektors Industrie für 2025 zeigen:
- Emissionen: 144 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.
- Angepasste Jahresemissionsmenge (nach Paragraph 5 Absatz 2 KSG): Berechnet waren 164 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.
Die Emissionen sind 2025 gesunken. Das lag allerdings primär an einer schwächeren Wirtschaft und sinkenden Produktionszahlen in der Industrie:
- Weniger fossile Brennstoffe: In den Fabriken wurden 3,5 Prozent weniger Kohle, Gas und Öl verfeuert.
- Stahlindustrie als Treiber: Die Herstellung von Primärstahl brach um über 10 Prozent ein. Dadurch sank der Einsatz von Steinkohle um fast 7 Prozent.
- Chemie und Maschinenbau: In der Chemiebranche sank der Einsatz von Erdgas um 8 Prozent. Auch die Automobilbranche und der damit verbundene Maschinenbau verzeichneten spürbare Einbußen.
- Baukrise bremst Zement: Wegen der schwachen Baukonjunktur ging auch die Produktion mineralischer Baustoffe leicht zurück.
Positive Trends bei den F-Gasen
Einen echten Umweltfortschritt gab es bei den F-Gasen: Deren Emission sank im Jahr 2025 weiter. Grund dafür sind geringere Verluste beim Befüllen von Kühl- und Klimaanlagen sowie Fortschritte bei der Entsorgung alter Schallschutzscheiben.
Sektor Gebäude
Der Gebäudesektor umfasst die Emissionen von Heizung und Prozessen in den Bereichen Haushalte, Gewerbe/Handel/Dienstleistungen (GHD). Außerdem werden Emissionen des Militärs diesem Sektor zugeordnet.
Die Treibhausgase teilen sich in zwei Hauptarten auf:
- Stationäre Emissionen (ca. 98,8 Prozent): Entstehen durch das Verbrennen von Energieträgern wie Gas und Öl für Raumwärme und Warmwasser. Dies ist der mit Abstand größte Teil, dominiert von den privaten Haushalten (ca. 75 Prozent) und gefolgt vom GHD-Bereich (ca. 25 Prozent).
- Mobile Emissionen (ca. 1,2 Prozent): Entstehen durch Fahrzeuge und mobile Maschinen in GHD, Haushalten und Militär. Davon entfallen gut 56 Prozent auf gewerblich genutzte Fahrzeuge (beispielsweise Gabelstapler), rund 20 Prozent auf haushaltsnah genutzte mobile Maschinen (beispielsweise Rasenmäher oder Kettensägen) und etwa 23 Prozent auf die ebenfalls diesem Sektor zugerechneten Fahrzeuge und mobilen Maschinen des Militärs.
Hinweis: Die Emissionen des Militärs sind, bezogen auf die bundesdeutschen Gesamtemissionen, verschwindend gering. Sie werden aus den jährlich an das Militär gelieferten Kraftstoffmengen berechnet und erfassen neben der Bundeswehr damit auch in Deutschland stationierte ausländische Streitkräfte.
Die Emissionsdaten des Sektors Gebäude für 2025 zeigen:
- Emissionen: 103,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.
- Angepasste Jahresemissionsmenge (Paragraph 5 Absatz 2 KSG): Berechnet waren 90,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.
Die Emissionen sind 2025 entgegen dem Trend der Vorjahre gestiegen. Das lag primär an einer kälteren Witterung und einem gestiegenen Energieeinsatz (Plus 4,1 Prozent):
- Kaltes Wetter als Treiber: Die mittlere Jahrestemperatur lag 2025 mit 10,0 °C spürbar unter dem warmen Vorjahr (minus 0,9 °C). Besonders die Monate Februar, März und Oktober erforderten deutlich mehr Raumwärme.
- Erdgas klettert deutlich: Der Einsatz des Energieträgers Erdgas stieg um 8 Prozent an und vergrößerte seinen Anteil am Energiemix weiter.
- Heizöl-Absatz sinkt: Der Verkauf von leichtem Heizöl ging zwar um 5,3 Prozent zurück, dies könnte jedoch durch ungenaue Daten zu vollen Lagertanks der Verbraucher verzerrt sein.
- Keine Impulse durch Preise: Da die Verbraucherpreise für Gas und Heizöl stagnierten, gab es von dieser Seite keine Effekte. Auch der minimale Bevölkerungsrückgang um 100.000 Menschen blieb ohne signifikante Auswirkung.
Positive Trends bei den erneuerbaren Energien
Einen echten Umweltfortschritt gab es 2025 bei der grünen Wärme: Die zur Wärmeerzeugung genutzte erneuerbare Energiemenge stieg auf 209,8 Terawattstunden an. Ihr Anteil am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte kletterte damit von 18,2 Prozent (2024) auf 19 Prozent im Jahr 2025. Grund dafür ist die stärkere Nutzung von Holzenergie, Biomasse, Solarthermie sowie der Trend von elektrischen Wärmepumpen (Geothermie und Umweltwärme).
Sektor Verkehr
Der Verkehrssektor umfasst gemäß Klimaschutzgesetz die vier Bereiche Straßenverkehr, ziviler inländischer Flugverkehr, Schienenverkehr und nationaler Schiffsverkehr.
Die Treibhausgase teilen sich in zwei Hauptarten auf:
- CO2 (fast 99 Prozent): Entsteht direkt durch das Verbrennen fossiler Kraftstoffe und korreliert mit den in Deutschland verkauften Kraftstoffmengen (Absatzprinzip). Dies ist der mit Abstand größte Teil, der in Höhe und Trend quasi vollständig vom Straßenverkehr (gut 98 Prozent) dominiert wird. Innerdeutscher Flugverkehr, Schienenverkehr und nationale Schifffahrt haben kaum Einfluss auf die Gesamtentwicklung des Sektors.
- Sonstige Treibhausgase (unter 1 Prozent): Methan und Lachgas spielen sowohl bei den einzelnen Verkehrsträgern als auch sektorübergreifend nur eine sehr untergeordnete Rolle.
Die Emissionsdaten des Sektors Verkehr für 2025 zeigen:
- Emissionen: 146,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.
- Angepasste Jahresemissionsmenge (nach Paragraph 5 Absatz 2 KSG): Berechnet waren 116,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.
Im Verkehr sind die Emissionen 2025 gestiegen. Dies liegt vor allem an einer anhaltenden hohen Fahrleistung unter Einsatz fossiler Kraftstoffe, insbesondere beim Individualverkehr:
- Straßenverkehr als Treiber: Der Emissionsausstoß auf den Straßen stieg im Vergleich zu 2024 um 1,5 Prozent (plus 2,1 Millionen Tonnen) und reißt damit das Sektorziel im Alleingang.
- Flugverkehr stabilisiert sich: Der zivile innerdeutsche Flugverkehr verzeichnete zwar ein leichtes Plus von 2,5 Prozent, verharrt aber bei knapp der Hälfte des vor-pandemischen Niveaus.
- Binnenschifffahrt: Wegen einer schwächeren Güterverkehrsleistung sank die eingesetzte Energiemenge auf den Flüssen um 2 Prozent, was zu rund 15.000 Tonnen weniger CO2 führte.
- Schienenverkehr unverändert: Bei nahezu unverändertem Energieeinsatz führte lediglich die leicht erhöhten Biokraftstoff-Anteil zu minimal niedrigeren Emissionen.
Positive Trends bei alternativen Antrieben und Kraftstoffen
Einen echten Fortschritt im Kleinen gab es 2025 durch die Elektromobilität und alternative Kraftstoffe: Die wachsende Zahl an Elektroautos auf den Straßen wirkte im PKW-Segment spürbar emissionsmindernd. Zudem dämpfte im Flugverkehr eine neue Quote von 2 Prozent beigemischtem nachhaltigen Flugkraftstoff (Sustainable Aviation Fuels) im Kerosin einen noch stärkeren Anstieg der Emissionen.
Sektor Landwirtschaft
Der Sektor Landwirtschaft umfasst alle Emissionen, die direkt durch die Erzeugung von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen. Vorleistungen (wie die Düngerherstellung in der Industrie) oder Wald- und Landnutzungsveränderungen sind in anderen Sektoren abgebildet.
Die Hauptquellen für die Treibhausgase sind:
- Tierhaltung: CH4 aus der Verdauung von Wiederkäuern sowie CH4 und N2O aus dem Wirtschaftsdüngermanagement (Gülle und Mist).
- Acker- und Grünlandböden: Lachgasemissionen durch den Einsatz von Düngemitteln und verbleibende Erntereste.
- Brennstoffverbrauch: Der Betrieb von Traktoren, Erntemaschinen und stationären Heiz- oder Trocknungsanlagen.
- Weitere Quellen: Die Kalkung von Feldern, Harnstoffdüngung sowie die Vergärung von Energiepflanzen in Biogasanlagen.
Die Emissionsdaten des Sektors Landwirtschaft für 2025 zeigen:
- Emissionen: 60,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.
- Angepasste Jahresemissionsmenge (nach Paragraph 5 Absatz 2 KSG): Berechnet waren 66,0 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.
Die wichtigsten Entwicklungen im Detail
Die einzelnen Bereiche entwickelten sich im Jahr 2025 sehr unterschiedlich, wobei das Wetter eine entscheidende Rolle spielte:
- Tierverdauung: Die Emissionen aus der Verdauung blieben fast unverändert (Plus 0,1 Prozent). Während die Schweinebestände leicht wuchsen (Plus 0,9 Prozent), blieb die Zahl der Rinder nahezu konstant (Minus 0,4 Prozent bei den Rindern insgesamt, aber Plus 0,2 Prozent mehr Milchkühe mit gestiegener Milchleistung).
- Gülle-Emissionen: Das Wirtschaftsdüngermanagement verzeichnete ein Minus von 4,6 Prozent. Wegen der trockenen Witterung wurden weniger Stickstoffverbindungen in schädliches Lachgas umgewandelt.
- Mehr Mineraldünger und Kalk: Der Verkauf von Mineraldünger stieg deutlich an, was zu 6,6 Prozent mehr Emissionen führte. Auch der CO2-Ausstoß aus Kalkung und Harnstoff nahm aufgrund höherer Verkaufsmengen um 10,7 Prozent zu.
- Bessere Ernte: Trotz Frühjahrstrockenheit fiel die Ernte 2025 etwas besser aus als im Vorjahr. Mehr Erntereste auf den Feldern führten zu einem Anstieg der bodenbedingten N2O-Emissionen um 4,8 Prozent.
- Maschinen und Fischerei: Bei den Traktoren, Forstmaschinen und der Hochseefischerei blieb der Energieeinsatz im Vergleich zu 2024 stabil. Bei stationären Industrie-Feuerungsanlagen der Landwirtschaft gab es ein minimales Plus von 17 Kilotonnen CO2-Äquivalenten.
Der Begriff LULUCF steht für Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft. In diesem Sektor wird gemessen, wie viel CO2, CH4 und N2O durch die Art unserer Bodennutzung ausgestoßen oder der Luft entzogen wird.
Dabei unterscheidet man zwei grundlegende Funktionen:
- Quelle (positive Werte): Es werden Treibhausgase in die Atmosphäre freigesetzt.
- Senke (negative Werte): Treibhausgase werden langfristig der Atmosphäre entzogen und gespeichert (Sequestrierung).
Dabei wird in die Kategorien Wald, Ackerland, Grünland, Feuchtgebiete, Siedlungen und sonstiges Land unterteilt. Der Kohlenstoff ist dabei in den biologischen Speichern (Pools) organischer und mineralischer Böden, ober- und unterirdischer Biomasse, Totholz, Streu, Gewässer sowie Holzprodukten vorhanden.
Die Emissionsdaten des Sektors LULUCF für 2025 zeigen:
- Emissionen: Im Jahr 2025 betrugen die Nettoemissionen des Sektors 26,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.
- Angepasste Jahresemissionsmengen: Für den Bereich LULUCF werden Ziele gesondert in Paragraph 3a KSG festgelegt. Deshalb werden hier keine angepassten Jahresemissionsmengen berechnet.
Das bedeutet, der Sektor war in der Summe eine Treibhausgasquelle. Gegenüber den Vorjahren ist dies zwar ein deutlicher Rückgang um 54 Prozent, die berechneten Ziele werden dennoch massiv verfehlt:
- Laut Klimaschutzgesetz (KSG) wird ein Mittelwert der Emissionen im LULUCF Sektor aus den Jahren 2022 bis 2025 berechnet. Dieser liegt aktuell bei 53,9 Millionen Tonnen.
- Das Gesetz fordert für 2030 einen Wert von Minus 25 Millionen Tonnen.
Die verschiedenen Landnutzungen zeigten 2025 ein sehr geteiltes Bild:
Die derzeitigen CO2-Senken:
- Wald: nahm in der Bilanz insgesamt 19,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente auf.
- Holzprodukte: Speicherten zusätzlich 1,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.
Die derzeitigen CO2-Quellen:
- Grünland: Setzte 26,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente frei.
- Feuchtgebiete: Verursachten 10,0 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente (vor allem durch trockengelegte Moore).
- Ackerland: gab 6,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente frei.
- Siedlungen: Verursachten 4,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.
Warum gingen die Nettoemissionen 2025 so stark zurück?
Der Rückgang um 54 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hat im Wesentlichen vier Ursachen:
- Die Emissionen aus mineralischen Böden (hauptsächlich im Ackerland) gingen drastisch um 18,9 Millionen Tonnen zurück. Sie nahmen dadurch unter dem Strich CO2 auf statt es abzugeben.
- Die Emissionen aus den lebenden Bäumen sanken um 12,6 Millionen Tonnen, was eine langsame Erholung des Waldes zeigt.
- Die CO2-Speicherung im Totholz stieg um 2,9 Millionen Tonnen. Das liegt am hohen Holzsterben durch Borkenkäfer und Stürme seit 2018, wodurch viel Holz im Wald verbleibt.
- Der Speicher in langlebigen Holzprodukten (wie Möbeln oder Gebäuden) wuchs um 2,1 Millionen Tonnen.
Dem gegenüber stand 2025 der Pool der organischen Böden: Infolge der trockenen Witterung stiegen deren Emissionen um 4,9 Millionen Tonnen (Plus 10 Prozent) an. Gemeinsam mit den gleichbleibend hohen Methanmengen aus Gewässern übertrafen diese beiden Quellen die Speicherleistung der Wälder bei weitem.
Warum schwanken die Daten so extrem?
Der LULUCF-Sektor reagiert extrem empfindlich auf Natur- und Wetterereignisse (Stürme, Hitze, Schädlingsbefall). Die biologischen Abbauprozesse im Boden hängen zudem direkt vom Wetter ab.
Allein bei den Mineralböden kann das Wetter jährliche Schwankungen von bis zu 32 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten auslösen. Deshalb darf der positive Trend aus dem Jahr 2025 laut Fachleuten nicht überinterpretiert werden – ein einzelnes Extremjahr kann die Bilanz der Folgejahre sofort wieder umwerfen. Langfristig betrachtet zeigt der Trend seit dem Jahr 2000 leider eine kontinuierliche Abschwächung der natürlichen Senken in Deutschland.
Sektor Abfallwirtschaft und Sonstiges
Dieser Sektor erfasst alle Treibhausgase, die bei der Entsorgung und Verwertung von Abfällen sowie bei der Reinigung von Abwasser entstehen. Alle Emissionen entstehen durch den mikrobiologischen Abbau von organischen Bestandteilen.
Der Sektor unterteilt sich in folgende Hauptbereiche:
- Abfalldeponierung: Freisetzung von CH4 aus den deponierten Abfällen.
- Abwasserbehandlung: Reinigung von Abwasser (CH4 und N2O). Es wird nach kommunaler- und industrieller Abwassereinigung unterschieden, wobei der kommunale Bereich (Haushalte) deutlich relevanter ist.
- Biologische Abfallbehandlung: Hier wird die Kompostierung und Vergärung von Bioabfällen betrachtet (CH4 und N2O).
- Mechanisch-biologische Abfallbehandlung (MBA): Bei der Vorbehandlung von gemischten Abfällen vor der Deponierung oder Verbrennung entstehen die geringsten Emissionen des Abfallsektors.
Die Abfallverbrennung findet in Deutschland immer unter Energiegewinnung statt (thermische Verwertung). Aus diesem Grunde werden entstehende Emissionen im Energiesektor berichtet.
Die zwei mit Abstand bedeutendsten Quellen des gesamten Sektors sind die Abwasserbehandlung (ca. 2,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente) und die Abfalldeponierung (ca. 1,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente).
Die Emissionsdaten des Sektors Abfallwirtschaft und Sonstiges für 2025 zeigen:
- Emissionen: 5,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.
- Angepasste Jahresemissionsmenge (nach Paragraph 5 Absatz 2 KSG): Berechnet war 8,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.
Die wichtigsten Entwicklungen im Detail
Die Emissionen der Abfallwirtschaft (in CO2-Äquivalenten) sind von 1990 bis zum Jahr 2024 um etwa 87 Prozent gesunken. Dies war ein großer Erfolg und die größte Reduktion aller Sektoren.
Ursächlich für den starken Rückgang der THG-Emissionen des Sektors sind überwiegend umweltpolitische Entscheidungen der Vergangenheit.
Historisch ist die Abfalldeponierung bis 2023 die nach der Gesamtmenge der Emissionen dominierende Quellgruppe des Sektors gewesen. Mit der überproportional starken Abnahme der Emissionen der Abfalldeponierung hat sich dies ab 2024 geändert – seitdem entstehen mehr THG-Emissionen bei der Abwasserbehandlung.