Hitzerisikomanagement in der Stadt (HEATS)
HEATS stellt am Beispiel der Städte Augsburg, Hamm und Zwickau Planungsgrundlagen für ein kommunales Hitzerisikomanagement bereit. Aufbauend auf der im Projekt "Abc – Augsburg bleibt cool" (03DAS144) entwickelten Methodik wurde ein übertragbarer Ansatz entwickelt, Hitzerisiko-Hotspots in Städten und ihre Treiber zu identifizieren. Der Ansatz verknüpft ein aus Satellitenbildern abgeleitetes 3D-stadtklimatisches Modell mit amtlichen soziodemographischen Daten, um Gebiete mit hohem Hitzerisiko zu identifizieren und gezielter Anpassungsmaßnahmen für vulnerable Gruppen planen zu können. Die Ergebnisse sind in einem Web-Service visualisiert. Rahmenbedingungen für eine Datenbank, in die sich hitzevulnerable Personen eintragen lassen können, wurden ermittelt und eine mögliche Umsetzung diskutiert. Mikroklimatische Simulation sowie energetische Gebäudesimulationen für jeweils eine Wohn- und Pflegeeinrichtung für Senior*innen in Augsburg, Hamm und Zwickau zeigen Effizienzpotenziale baulicher und planerischer Maßnahmen, wie Lüftungsverhalten, Beschattung oder Begrünung, sowohl für das Gebäude als auch die Umgebung. Diese Analysen liefern konkrete Handlungsempfehlungen für Städte und Bauplanung zum Schutz hitzevulnerabler Menschen. Projektergebnisse wurden in Workshops validiert und in drei Policy Briefs dargestellt. Zudem stärkte HEATS das Bewusstsein für die gesundheitlichen Risiken von Hitze und fördert den Austausch zwischen Verwaltung, Wissenschaft und Bürger*innen.
Eckdaten zur Maßnahme
Maßnahmenträger
- Maßnahmenträger
- Universität Ulm https://www.uni-ulm.de/
- Kooperationspartner
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• bifa Umweltinstitut GmbH
• Deutsches Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR)
• Öko-Zentrum NRW
• Sachverständigenbüro für Luftbildauswertung und Umweltfragen (SLU)
• Stadt Augsburg
• Stadt Hamm
• Stadt Zwickau
• Universität Augsburg
• Westsächsische Hochschule Zwickau (WHZ)
Dauer und Finanzierung
- Beginn der Umsetzung
- Dauer der Umsetzung
- 29 Monate
- Wie hoch waren die (geschätzten) Kosten für die Umsetzung?
- Die Förderung beläuft sich auf rund 300.000 €
- Mit welchen Mitteln wurde die Maßnahme finanziert?
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- Bund
- Es sind insbesondere Personalkosten angefallen, um die Ansätze zu entwickeln. Die Maßnahme wurde durch das BMUKN im Rahmen des Programms „Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels“, Förderschwerpunkt A.1, gefördert (Förderkennzeichen 67DAS255A).
Weiterführende Links
- Links zur Maßnahme
- Verwandte Tatenbankeinträge
Beteiligung
- Wurden neben den Kooperationspartnern andere Personengruppen/Institutionen in die Planung/Umsetzung der Maßnahmen eingebunden?
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- Breite Öffentlichkeit
- Umwelt- und Sozialverbände
- Sonstige
- Einrichtungen sozialer Typvertreter, Seniorenheime
- Welche Formen der Beteiligung fanden statt?
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- Aufsuchende Formate (z.B. Informationsstände)
- Dialogveranstaltungen, Konferenzen, Workshops
- Online-Befragung / -Dialog
- Erläuterung
- Es wurden Workshops mit Akteur*innen aus Verwaltung, Kirchen, Wirtschaft und Wissenschaft sowie Expert*inneninterviews durchgeführt. In einem Pflegeheim wurde ein Participatory Mapping mit Bewohner*innen realisiert. Bürger*innen in Hamm wurden über eine Citizen Science Thermometermessaktion mit begleitender Online-Umfrage beteiligt. So wurden Wissen, Erfahrungen und Bedürfnisse der Bevölkerung gezielt in die Planung von Hitzeanpassungsmaßnahmen einbezogen.
Erfolge
- Welche Erfolge konnten Sie mit Ihrer Maßnahme erzielen?
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Die im Rahmen von HEATS erstellten Hitzerisikokarten stehen angepasst in einem Web-Service zum Abruf für die breite Öffentlichkeit zur Verfügung. Hiermit soll ein erhöhtes Risikobewusstsein in der Bevölkerung gefördert werden. Drei Policy Briefs fassen wesentliche Projektergebnisse zusammen:
1) Policy Brief zum Hitzerisikomanagement in Pflegeeinrichtungen auf Gebäudeebene und im Gebäudeumfeld.
2) Policy Brief zur Entwicklung von Hitzerisikokarten auf Basis von Satellitendaten und amtlichen soziodemographischen Daten.
3) Policy Brief zu Datenbanken hitzevulnerabler Personen.
- Wie wird der Erfolg der Maßnahme evaluiert?
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- Andere Methode
- Erläuterung
- Veröffentlichung dreier Policy Briefs zu unterschiedlichen Projektthemen. Somit können Ergebnisse des Projektes von Stakeholdern aus unterschiedlichen Bereichen eingesehen sowie die Aufmerksamkeit auf das Thema Hitzerisikomanagement gelenkt werden.
- Wie planen Sie Ihr Projekt weiterzuentwickeln?
- Die entwickelte Methodik zur Erstellung von Hitzerisikokarten ist auf andere Städte Deutschlands übertragbar.
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- Hat die Maßnahme positive Nebeneffekte?
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- Nein
Hindernisse
- Welche Hindernisse gab es während der Umsetzung?
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In transdisziplinären Teams treffen unterschiedliche Bedarfe aus Wissenschaft, Kommunalverwaltung und Wirtschaft aufeinander. Diese miteinander zu vereinbaren und dennoch langfristige Erfolge zu erzielen, kann eine Herausforderung sein. Im Rahmen von HEATS wurden mehrere Bedarfsworkshops und Interviews mit Teilnehmenden aus allen Projektbereichen sowie externen Teilnehmenden geführt, um ein gemeinsames Zieldesign der Ergebnisse zu ermitteln und dieser Herausforderung zu begegnen.
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- Hat die Maßnahme negative Nebeneffekte?
-
- Nein
Kontaktdaten
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Prof. Dr. Michael HieteUniversität UlmHelmholtzstr. 1889081 UlmDeutschland
- Abteilung
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michael.hiete@uni-ulm.de
- Telefonnummer
- Faxnummer
Ort der Umsetzung
Helmholtzstr. 18
89081 Ulm
Deutschland