Wasserhaushalt/ Wasserwirtschaft
Maßnahmen zur Minderung der Belastung oder des Versagens von Hochwasserschutzsystemen
Hochwasser kann an sämtlichen Fließgewässern auftreten und in extremen Fällen die Hochwasserschutzsysteme überfordern. Eine Anpassung der Hochwasserschutzsysteme kann durch die Verstärkung oder den Neubau von technischen Hochwasserschutzanlagen erfolgen. Dies sind hauptsächlich Dämme, Deiche, Talsperren, Hochwasserrückhaltebecken, Polder, Wehre, lokale Hochwasserschutzmauern oder mobile Wände.
Neben technischen Maßnahmen sind auch solche Maßnahmen von großer Bedeutung, die der Schaffung von Retentionsräumen zum Rückhalt von Wasser in der Fläche und der Wiederherstellung naturnaher Gewässerstrukturen dienen. So verringern beispielsweise mäandrierende Flüsse und Bäche die Fließgeschwindigkeit und mindern dadurch die Abflussspitzen von Hochwasser. An den Gewässerlauf angebundene Altarme, Auen und Überflutungsflächen können einen Teil des Hochwasserabflusses aufnehmen.
Darüber hinaus helfen Maßnahmen zur Verhaltens- und Bauvorsorge, zur Verbesserung der Hochwasservorhersage, zum Krisenmanagement und zum risikoangepassten Wiederaufbau, Schäden zu vermeiden.
Bis Ende 2015 wurden für alle deutschen Flussgebiete erstmals national und international abgestimmte Hochwasserrisikomanagementpläne erstellt. Sie müssen alle sechs Jahre überprüft und fortgeschrieben werden. Hierzu werden für gefährdete Gebiete Gefahren- und Risikokarten erstellt und aktualisiert, Ziele zum Umgang mit vorhandenen Risiken formuliert und Maßnahmenpläne zur Zielerreichung erarbeitet und fortentwickelt.
Indikator aus dem Monitoring zur DAS: Investitionen in den Hochwasserschutz – Fallstudie
Maßnahmen zur Senkung der Gewässertemperatur und Verbesserung der biologischen Wasserqualität
Hohe Gewässertemperaturen können zur Eutrophierung eines Gewässers führen. Um dies zu verhindern, ist es wichtig, Nährstoffeinträge ins Gewässer zu reduzieren. Hierfür sind Maßnahmen nötig, die dabei helfen, Düngemengen sowie Bodenerosion und Abschwemmung zu verringern, Nährstoffeinträge durch die Anlage von Gewässerschutzstreifen zu minimieren oder landwirtschaftliche Böden umweltschonender zu entwässern. Auch eine flächengebundene Tierhaltung trägt zum Schutz der Gewässer vor Überdüngung bei. Vor allem bei kleinen und mittleren Gewässern kann zudem eine Beschattung durch Ufervegetation dazu beitragen, dass sich das Wasser nicht zu stark erwärmt.
Grundwasserstand und Grundwasserqualität
Anpassungsmaßnahmen an sinkende Grundwasserstände zielen darauf ab, eine Balance zwischen Entnahme und Neubildung herzustellen. Die Grundwasserentnahme kann reduziert werden, indem Maßnahmen umgesetzt werden, die den Trinkwasserverbrauch reduzieren. Ansatzpunkt gibt es beispielsweise bei der Beregnung landwirtschaftlicher Flächen oder bei der verstärkten Verwendung von Grau- oder Regenwasser, wo immer es die Nutzungsart ermöglicht. Auch durch ein höheres Wasserentnahmeentgelt für wassernutzende Wirtschaftszweige mit hohen Umweltauswirkungen, wie z. B. Landwirtschaft und Bergbau, sowie verstärkte Sparanreize für private Verbraucher*innen kann der Grundwasserverbrauch reduziert werden.
Darüber hinaus gibt es diverse Grundwasseranreicherungsstrategien, beispielsweise durch die planmäßige Versickerung zusätzlicher Wassermengen. Grundwasserneubildung kann unter anderem auch durch den Umbau von Nadel- zu Laubwald gefördert werden.
Um die Grundwasserqualität zu verbessern, ist es notwendig, Verunreinigungen durch Nitrat aus landwirtschaftlichen Quellen zu reduzieren.
Indikator aus dem Monitoring zur DAS: Wassernutzungsindex