Handreichung zur Beschaffung rezyklathaltiger Kunststoffprodukte

Verschiedene Kunststoffrezyklate, die aufgehäuft sindzum Vergrößern anklicken
Kunststoffrezyklate für den Einsatz in der Herstellung neuer Kunststoffprodukte
Quelle: aykuterd / Fotolia.com

Mit der Nachfrage nach rezyklathaltigen Kunststoffprodukten kann die öffentliche Beschaffung einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufführung von Kunststoffen leisten. Dabei steht sie jedoch vor einigen Herausforderungen. Diese Handreichung gibt hierzu Informationen sowie Empfehlungen und enthält konkrete Formulierungsvorschläge für die Ausschreibung von acht Produkten aus Recyclingkunststoff.

Eine Kreislaufführung bei Kunststoffen kann nur gelingen, wenn die Abfälle recycelt werden und die die aus Recyclingmaterial (Rezyklat) gefertigten Produkte nachgefragt werden. Mit Blick auf die jährlichen Beschaffungsvolumina ist die öffentliche Beschaffung ein sehr wichtiger Akteur bei der Nachfrage nach rezyklathaltigen Kunststoffprodukten. Zusätzlich sind mit dem novellierten Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) die Einrichtungen des Bundes und nachgeordnete Behörden nunmehr sogar verpflichtet, bei der Beschaffung solche Erzeugnisse zu bevorzugen, die bestimmte ökologische Kriterien erfüllen, zum Beispiel ⁠Rezyklate⁠ enthalten (§ 45 Abs. 2 Nr. 2 KrWG).

Mit diesem Anspruch sind in der Praxis jedoch gleich mehrere Herausforderungen verbunden. So ist es zum Beispiel nicht leicht, Informationen über Kunststoffrezyklate in Produkten zu erhalten oder es stellen sich Fragen zu möglichen Nachweisen für den Rezyklatgehalt.

Die vorliegende Handreichung möchte genau für solche Herausforderungen eine Hilfestellung geben und bei der Auftragsvergabe für rezyklathaltige Kunststoffprodukte unterstützen. Zu diesem Zweck informiert sie unter anderem über mögliche Nachweise zum Rezyklatgehalt und vergaberechtliche Regelungen, gibt Empfehlungen zu Ausgestaltungsmöglichkeiten bei der Beschaffung und enthält schließlich konkrete Formulierungsvorschläge für die Ausschreibung von acht beschaffungsrelevanten Kunststoffprodukten. Der Fokus liegt hierbei auf Produkten aus Kunststoffen, die unter Einsatz von Post-Consumer-Rezyklaten (PCR) hergestellt worden sind, also mit Rezyklaten aus Endverbraucherabfällen.

Die Handreichung entstand im Rahmen des Refoplan-Forschungsvorhabens „Prüfung konkreter Maßnahmen zur Steigerung der Nachfrage nach Kunststoffrezyklaten und rezyklathaltigen Kunststoffprodukten“ (Forschungskennzahl 3719 34 306 0). Sie wurde unter Beteiligung und intensiver Mitarbeit eines Beirates erstellt, der aus Akteuren aus der öffentlichen Beschaffungspraxis zusammengesetzt war.

Neben dieser Handreichung unterstützt das Umweltbundesamt die Beschaffungsverantwortlichen auch mit weiteren Publikationen bei der Umstellung des Einkaufs von Kunststoffprodukten auf bevorzugt solche mit Rezyklatgehalt. Seit Frühjahr 2020 sind zum Beispiel die Arbeitshilfen zur öffentlichen Beschaffung von Produkten aus Recyclingkunststoffen auf auf dem Themenportal www.beschaffung-info.de abrufbar. Weiterhin sind in diesem Zusammenhang auch die ⁠UBA⁠-Schulungsskripte hilfreich, z. B. Skript 4 „Strategische Marktbeobachtung und analyse“.

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 Kunststoffrezyklate  Kunststoffprodukte