Weiterbildung zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels für Akteure im Fachbereich Landschaftsarchitektur, Garten-/Landschaftsbau (KlimaGaLA)

  • Fassade eines runden Gebäudes. An einem Gitter entlang der Fassade ranken grüne Pflanzen und bilden so Fassadenbegrünung vor den Fenstern.
    Fassadenbegrünung an der DBU Osnabrück
  • Fotografie von einer Holzbrücke auf einen darunterliegenden Bach neben einem Weg im Grünen.
    Parkanlage in der Stadt Weimar
  • In einem Garten mit bunten Blumen steht eine Steinskulptur.
    Grün in der Stadt
  • Im Vordergrund ist ein an einem Fluss angelegtes Kräuterbeet abgebildet. Auf der anderen Seite des Flusses im Hintergrund findet sich eine Rasenfläche mit Wegen und Parkbänken.
    Grün in der Stadt
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Die „grüne Branche“ der Fachbereiche Landschaftsarchitektur, Garten- und Landschaftsbau sowie Produktionsgartenbau vereint Wirtschaftszweige, die in der Zukunft verstärkt mit den Folgen des Klimawandels konfrontiert werden, sich neuen Herausforderungen stellen und mit neuen veränderten Aufgaben in ihrem Fachbereich auseinandersetzen müssen.
Die bestehenden Weiterbildungsangebote im Bereich Landschaftsarchitektur und Garten-/Landschaftsbau sowie auch Produktionsgarten beschränkten sich bisher im Wesentlichen auf fachliche Abschlüsse (z.B.: Meister, Techniker, Fachagrarwirt…). Die Thematiken Klimawandel und Klimafolgen werden zwar jetzt vermehrt auf Konferenzen und Seminaren angesprochen, diese richten sich dabei aber häufig nur an ausgewählte fachliche Teilbereiche bzw. adressieren nur spezielle Themen (z.B. Gebäudebegrünung, Stadtbäume).
Ziel des Projektes war es daher, durch die Entwicklung branchenspezifischer Weiterbildungsmaterialien die Akteure in den Bereichen Landschaftsarchitektur, Garten-/Landschaftsbau sowie Produktionsgartenbau gezielt auf die Folgen des Klimawandels und auf die damit einhergehenden Veränderungen in den Aufgaben- und Tätigkeitsfeldern vorzubereiten. Damit sollte auch ihre Handlungs- und Wettbewerbsfähigkeit für die Zukunft gestärkt und sichergestellt werden. Hierfür müssen die Unternehmen, im Sinne einer Eigenvorsorge, Verantwortung übernehmen, sich mit dem Wissen auseinandersetzen und neue Arbeits- und Handlungsmethoden erlernen, um auf den Klimawandel und die Klimafolgen sowie Anforderungen aus dem Klimaschutz gezielt reagieren zu können.
Mit den im Vorhaben entwickelten Weiterbildungsunterlagen können die jeweiligen Zielgruppen durch den Leitfaden, die erarbeiteten Präsentationen, die umfangreiche themenbezogenen Literaturzusammenstellungen und den darauf aufbauenden Bildungsmodulen in die Lage versetzt werden:

- klimarelevante Sachverhalte sowie Interdisziplinaritäten in ihren Fachbereichen zu erkennen, zu verstehen und zu bewerten,
- zielgruppenspezifische Folgen des Klimawandels zu erkennen und sachlich/fachlich einzuschätzen,
- nachhaltige Anpassungskonzepte und -maßnahmen zur Minderung der Folgen des Klimawandels zu entwickeln und in dem Handeln ihres Unternehmens zu implementieren,
- neue Arbeitsmethoden und -felder zur Eindämmung der Folgen des Klimawandels bzw. des Klimaschutzes zu entwickeln bzw. gezielt auszubauen und damit
- gezielt Klimaschutz- und Klimafolgenmaßnahmen in ihren Aufgabenbereichen und Regionen anzubieten und umzusetzen.

Es wurden u.a. Bildungsinhalte für „Klimaangepasstes Grün im urbanen Raum“, „Klimaangepasstes nachhaltiges Bauen“, „Klimaangepasstes Grünpflegemanagement“, „Nachhaltiges Bodenmanagement“, „Niederschlagsbewältigung im urbanen Raum“ sowie „Interdisziplinäre Ansätze zum Lebensraum- und Biodiversitätsschutz“ zusammengestellt.
Diese können sofort in der Lehre eingesetzt, die Literaturdatenbank auf einer entsprechenden Plattform bereitgestellt werden und aufbauend auf den erstellten Weiterbildungsmodulen incl. Leitfaden, unter Beachtung der Urheberrechte, entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen für die „Grüne Branche“ am Markt entsprechend angeboten werden.

Wie wurde die Maßnahme umgesetzt?

Hauptverantwortliche Institution (Maßnahmenträger)Hochschule Osnabrück
https://www.hs-osnabrueck.de/
Kooperationspartner

FH Erfurt

Steuerungsinstrumente

Welches Steuerungsinstrument ist Bestandteil der Maßnahme?Informationsbereitstellung und Sensibilisierung
Bitte erläutern Sie die von Ihnen genannten Instrumente und deren Anwendung näher.

Erstellung von Weiterbildungsmaterialien (8 Module mit 45 Untermodulen) Entwicklung eines didaktischen Konzeptes mit Wissensvermittlung, Best-Practice-Beispielen (z.B. Exkursionen) und Erfahrungsaustausch

Beteiligung und Finanzierung

Welche Personengruppen wurden in die Konzeption und/oder die Umsetzung der Maßnahme eingebunden?Breite Öffentlichkeit, Presse

Das Vorhaben wurde auf Messen, Tagungen und Kongressen dem entsprechenden Fachpublikum vorgestellt und die vorliegenden Ergebnisse des Projektes sowie die Bildungsinhalte sowie Bildungsstruktur diskutiert.

Welche Formen der Beteiligung fanden statt?

Fachexpert*innen an den beteiligten Hochschulen (HS Osnabrück, FH Erfurt) sowie darüber hinaus an anderen Hochschulen und Einrichtungen der "Grünen Branche" wurden gezielt in die Erarbeitung der Bildungsunterlagen einbezogen sowie bei relevanten Verbänden und Vereinigungen eine Bedarfsanalyse durchgeführt, um die Bildungsinhalte und -strukturen an die Anforderungen des Markts anzupassen.

Kosten

200.000 Euro

FinanzierungBund

Das Vorhaben wurde gefördert im Rahmen des Programms „Förderung von Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

Erfolg und Nutzen

Erfolgt eine systematische Evaluation der Maßnahme?Nein
Welche Erfolge wurden bis jetzt mit der Maßnahme erreicht?

Im Rahmen des Vorhabens „KlimAGaLa“ wurden umfangreiches Fachwissen zum Klimawandel und insbesondere Anpassungsmaßnahmen für die Fachgebiete Landschaftsarchitektur, Landschafts-/Gartenbau sowie Produktionsgartenbau in einer Datenbank und in Bildungsmaterialien zusammengestellt sowie ein entsprechender Bildungsleitfaden für die „grüne Branche“ entwickelt. In ersten Pilotveranstaltungen zu den Themenbereichen Gebäudebegrünung und Bodenmanagement mit Fachexpert*innen (ca. 80 Teilnehmer*innen) wurde das Bildungskonzept in Erfurt und Osnabrück überprüft und an die Erfordernisse der Praxis angepasst.

Bringt die Maßnahme Nutzen für weitere Zielsetzungen außer dem Ziel der Anpassung an den Klimawandel?Lebensqualität / soziale Ziele: z.B. Erhöhung der Wohnqualität in Städten, Beitrag zu sozialem Ausgleich und sozialer Integration, besondere Berücksichtigung der Interessen benachteiligter Bevölkerungsgruppen
Erläuterung

Durch die Entwicklung einer Weiterbildung zu den Folgen des Klimawandels für die „Grüne Branche“ kann diese auf Klimaveränderungen in ihrem Aufgabenfeld reagieren und so u.a. zukünftig zu einer Verbesserung der Lebensqualität in den Städten beitragen.

Bringt die Maßnahme Nutzen für weitere Zielsetzungen außer dem Ziel der Anpassung an den Klimawandel?Ökonomische Ziele: z.B. Innovation, Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen oder Regionen
Erläuterung

Durch die Wahrnehmung des Weiterbildungsangebots können Landschaftsarchitekt*innen, Landschafts-/Gartenbauer*innen und Produktionsgartenbauer*innen ihre Wettbewerbsfähigkeit im Markt ausbauen.

Welche Hindernisse wurden überwunden?

Welcher Faktor stellt/stellte ein besonderes Hindernis bei der Umsetzung der Maßnahme dar?

Ein Problem der Umsetzung stellt die gegebenenfalls geringe Akzeptanz und Einschätzung der Notwendigkeit zur Weiterbildung bei den Unternehmen der "Grünen Branche" dar. Die kleinteilige Unternehmensstruktur im Bereich der Landschaftsarchitektur und insbesondere auch des Garten- und Landschaftsbaus stellt hier auch einen entscheidenden Nachteil dar.

Lösung

In die Umsetzung der Bildungsmaßnahme sind die relevanten Verbände und Vereinigungen der Branche gezielt mit einzubeziehen, auf die Bedeutung und Notwendigkeit der Weiterbildung und insbesondere Anpassung an die Folgen des Klimawandels hinzuweisen und damit die Akzeptanz für eine Weiterbildung in den jeweiligen Fachgebieten nachhaltig zu erhöhen.

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