Der Anteil der erneuerbaren Energien im Stromsektor stieg in den letzten Jahren deutlich und erreichte im Jahr 2024 einen Wert von 54,1 Prozent. Insgesamt wurden im Jahr 2024 285,9 Mrd. kWh Strom aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt. Dies waren etwa 10 Mrd. kWh mehr als im Vorjahr (+4 Prozent).
Die positive Entwicklung ist vor allen Dingen auf den sehr starken Zubau an neuer Erzeugungskapazität zurückzuführen, denn die Witterungsbedingungen waren im Jahr 2024 mit etwas weniger Wind und Sonne ungünstiger als im Jahr 2023.
Wind
Die Windenergie leistete mit einem Ertrag von 138,9 Mrd. kWh den größten Beitrag zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien (2023: 141,8 Mrd. kWh). Zwar sank die Windstromerzeugung im Vergleich zum Vorjahr leicht – Windenergieanlagen erzeugten erneut aber mehr Strom als alle Braun- und Steinkohlekraftwerke in Deutschland zusammen.
Die installierte Leistung von Windenergie an Land und auf See stieg im Jahr 2024 um über 3.307 Megawatt (MW). Dies ist ein etwas stärkeres Wachstum als im Jahr 2023 (3.254 MW). Um die Energie- und Klimaziele der Bundesregierung zu erreichen, ist jedoch zukünftig ein deutlich schnellerer Ausbau der Windenergieleistung nötig. Positiv entwickelt sich vor diesem Hintergrund die Anzahl der genehmigten (aber noch nicht gebauten) Windenergieanlagen.
Photovoltaik
Die Stromerzeugung aus Photovoltaik (PV) wurde im Jahr 2024 durch eine geringere Globalstrahlung als im Vorjahr leicht gebremst. Die schlechtere Witterung wurde jedoch von einem überaus starken Zuwachs neuer Anlagen kompensiert. Insgesamt wurden im Jahr 2024 75,4 Mrd. kWh Strom aus PV-Anlagen erzeugt. Dies entspricht einer Steigerung von über 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr (63,9 Mrd. kWh).
Nachdem der Zubau neuer Photovoltaikkapazitäten im Jahr 2014 stark eingebrochen war, stieg er kontinuierlich wieder an. Die Leistung neu installierter PV-Anlagen lag im Jahr 2024 bei über 18.000 MW und damit noch einmal höher als im bisherigen Rekordjahr 2023 (gut 16.000 MW). Damit verdoppelte sich die installierte PV-Leistung in den letzten 5 Jahren und lag am Ende des Jahres 2024 bei über 102.000 MW.
Biomasse
Aus Biomasse und biogenem Abfall wurden im Jahr 2024 etwa 48,9 Mrd. kWh grüner Strom bereitgestellt. Gegenüber 2023 (49,4 Mrd. kWh) sank der Wert damit um etwa 1 Prozent. Maßgeblich für die Stromerzeugung aus Biomasse sind vor allem Biogas (28,6 Mrd. kWh), feste Biomasse (10,1 Mrd. kWh) und der biogene Anteil des Abfalls (5,5 Mrd. kWh). Insgesamt liegt die Stromerzeugung aus Biomasse damit seit ungefähr zehn Jahren auf etwa gleichbleibendem Niveau.
Die installierte Leistung zur Stromerzeugung aus Biomasse stieg 2024 um etwa 1 Prozent auf rund 9.600 MW. Innerhalb der letzten zehn Jahre wuchs die installierte Leistung von Biomassekraftwerken zwar um fast ein Drittel, die Ausweitung der Kapazität diente jedoch in den letzten Jahren vornehmlich der Flexibilisierung der Stromerzeugung. Diese sogenannte „Überbauung“ führt nicht zu einem Anstieg der jährlich erzeugten Strommenge, sorgt aber dafür, dass erneuerbarer Strom bedarfsgerecht (also beispielsweise in Zeiten mit geringer Wind- und PV-Stromerzeugung) bereitgestellt werden kann.
Wasserkraft und Geothermie
Die Stromerzeugung aus Wasserkraft lag mit 22,5 Mrd. kWh aufgrund der sehr nassen Witterung 13 Prozent höher als im Jahr 2023 (19,9 Mrd. kWh). Die jährliche Einspeisung erreicht je nach Witterung seit vielen Jahren relativ konstante Werte. Das Ausbaupotential der Wasserkraft ist allerdings in weiten Teilen ausgeschöpft, so dass sich die installierte Leistung seit einigen Jahren nur noch wenig ändert. Am Ende des Jahres 2024 lag die Gesamtkapazität bei etwa 5.500 MW.
Die Stromerzeugung aus Geothermie blieb in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Mit rund 0,2 Mrd. kWh trägt die Geothermie weiterhin nur circa 0,1 Prozent zu erneuerbaren Strommenge bei.