Sensibilisierung der Mitglieder und der Öffentlichkeit bezüglich der Folgen des Klimawandels und möglicher Anpassungsstrategien

  • Das Mutterschaf steht mit einem Lamm auf der Salzwiese und schauen in die Kamera.
    Salzwiesenlämmer des ONNO-Mitglieds Brahms aus Leer
  • Eine dunkle Mutterkuh frisst mit ihrem Kalb auf der Weide. Im Hintergrund sind andere Tiere und in der Ferne Bäume zu sehen.
    Mutterkuhhaltung des Biolandhofs Freese in Leer (ONNO-Mitglied)
  • Eine Hand zieht die Kartoffeln am Grünwuchs aus der dunklen Erde heraus.
    Mühsame Ernte der Frühkartoffeln von Hand, Biohof de Boer
  • Kinder stehen am Herd und kochen Äpfel ein. Im Hintergrund kochen weitere  Kinder mit verschieden anderen Produkte aus der Region. Lehrerin geht herum und beantwortet Fragen.
    ONNO-Kinderostfrieslandmahl "Kinder kochen für ihre Eltern mit regionalen Produkten", mit Unterstützung des Gastronoms Erich Wagner (Hotel zur Post) Wiesmoor 2009
  • Menschen sitzen im Kunstzentrum an einer langen Tafel und essen Produkte aus der Region.
    Ostfrieslandmahl aus regionalen Produkten im Kunstzentrum Coldam, Leer, 2009
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ONNO e. V. nimmt eine Mittlerfunktion zwischen seinen Mitgliedern, die Probleme mit den Folgen des Klimawandels haben, der Wissenschaft sowie der Öffentlichkeit ein. Der Verein ist vor allem im Bereich der Ernährungskommunikation bzw. -bildung tätig, um die Perspektiven einer nachhaltigen Ernährungskultur in Ostfriesland bei allen dafür wichtigen Akteuren zu stärken.
Die umgesetzten Maßnahmen sind:
(1) Informationsaufbereitung in Form einer Recherche klimabedingter Problembereiche der ONNO-Mitglieder anhand qualitativer Interviews.
(2) Informationsvermittlung über (a) Veranstaltungen und Workshops zu den regionsspezifischen Produktionsschwerpunkten in der Landwirtschaft, den klimatischen Veränderungen und den damit verbundenen Herausforderungen und (b) eigene Informationsmaterialien (Bladdje, Infomails) sowie (c) Ostfrieslandmahle für die Öffentlichkeit, die ein Instrument der Ernährungskommunikation sind und von den Mitgliedern aus Landwirtschaft und Gastronomie mit thematischen Schwerpunkten zum Klimawandel in der Ernährungswirtschaft durchgeführt werden.

Wie wurde die Maßnahme umgesetzt?

Hauptverantwortliche Institution (Maßnahmenträger)ONNO e. V.: das ostfriesische Netzwerk für Ökologie – Region – Zukunft
http://onno-net.de/

Steuerungsinstrumente

Welches Steuerungsinstrument ist Bestandteil der Maßnahme?Freiwillige Vereinbarung, Kooperation, Informationsbereitstellung und Sensibilisierung, Umweltbeobachtung und Erforschung von Folgen des Klimawandels
Bitte erläutern Sie die von Ihnen genannten Instrumente und deren Anwendung näher.

Informationsbereitstellung und Sensibilisierung hinsichtlich des Klimawandels und Perspektiven einer nachhaltigen Ernährungskultur

Beteiligung und Finanzierung

Circa 50 Gastronomen und Landwirte, ca. 350 Besucher der Ostfrieslandmahle (Bewohner der Region und potentielle Kunden).

Welche Formen der Beteiligung fanden statt?

Großveranstaltung zum Thema Grünlandumbruch mit 102 Landwirten aus der Fleisch- und Milchwirtschaft. Ca. 12 Ostfrieslandmahle mit durchschnittlich je 80 Besuchern unter Beteiligung von regionalen Gastronomen und landwirtschaftlichen Produzenten; Newsletter

Kosten

Ausgaben für den Verein: ca. 40.000,- € (50% wurden gefördert)

Erfolg und Nutzen

Erfolgt eine systematische Evaluation der Maßnahme?Ja
Bitte beschreiben Sie die Evaluationsmethode

Die Evaluation der Maßnahmen wurde zu Projektende als Briefbefragung unter Anwendung eines vollstandardisierten Fragebogens durchgeführt.
Weitere wesentliche Charakteristika der Evaluation lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- Befragungszeitraum: 4 Kalenderwochen im April 2014
- Pretest bei zufällig ausgewählten Unternehmensvertretern
- Datenauswertung mittels Statistikprogramm SPSS

Welche Erfolge wurden bis jetzt mit der Maßnahme erreicht?

Durch die ONNO-Ostfrieslandmahle konnte das Einkaufsverhalten für die im Verein angegliederten Gastronomiebetriebe überdacht werden.
Einführung flexibler Tageskarten aus regionalen Produkten, die je nach Wetterlage/Produktangebot flexibel gehandhabt werden können.
Stärkere Sensibilisierung der Gäste und Vereinsmitglieder bezüglich Regionalität, Transparenz und Saisonalität.

Bringt die Maßnahme Nutzen für weitere Zielsetzungen außer dem Ziel der Anpassung an den Klimawandel?Klimaschutz: Einsparung von Treibhausgasemissionen oder Entfernung von Treibhausgasen aus der Atmosphäre
Erläuterung

Einsparung von Treibhausgasemissionen oder Entfernung von Treibhausgasen aus der Atmosphäre.

Bringt die Maßnahme Nutzen für weitere Zielsetzungen außer dem Ziel der Anpassung an den Klimawandel?andere Umweltziele: z.B. Erhaltung der biologischen Vielfalt, Luftreinhaltung, Gewässerschutz, Ressourceneinsparung
Erläuterung

Erhaltung der biologischen Vielfalt, Gewässerschutz, Ressourceneinsparung

Bringt die Maßnahme Nutzen für weitere Zielsetzungen außer dem Ziel der Anpassung an den Klimawandel?Ökonomische Ziele: z.B. Innovation, Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen oder Regionen
Erläuterung

Die Region kann unter Umständen durch Regionalisierung der Produkte und Erhalt der bäuerlichen Familienbetriebe Wettbewerbsvorteile im Tourismus und in der Versorgung der angestammten Bevölkerung erlangen – Landschaftsschutz und Nachhaltigkeit im Ernährungsalltag.

Welche Hindernisse wurden überwunden?

Welcher Faktor stellt/stellte ein besonderes Hindernis bei der Umsetzung der Maßnahme dar?

Bestehende Agrarpolitik mit Orientierung an Großbetrieben.

Lösung

Öffentlichkeitsarbeit, Kontaktherstellung zwischen den Akteuren der Produktion und Verarbeitung.

Welche zusätzlichen Konflikte gab es?

Lebensqualität / soziale Ziele: z.B. Erhöhung der Wohnqualität in Städten, Beitrag zu sozialem Ausgleich und sozialer Integration, besondere Berücksichtigung der Interessen benachteiligter Bevölkerungsgruppen
Erläuterung

Öffentliche Förderung von Agrarbetrieben mit den Folgen einer Monokultur, einer Erhöhung der Transportemission, einem Preisdumping und einer Veränderung der gewachsenen Kulturlandschaft.

Lösung

Durch die Maßnahme Überzeugung von Großabnehmern (Gastronomen), ethisch und sozial die Region bzw. die bäuerlichen Familienbetriebe durch eine Regionalisierung des Speiseangebotes zu stärken und die Gäste einzubinden.

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