KliFo kommunal - Klimafolgenanpassung für Ratsmitglieder

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    Kommunale Umweltaktion in Niedersachsen
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Die KliFo - Schulungen für Ratsmitglieder lenken die Aufmerksamkeit der lokalen Politiker und Politikerinnen auf kommunale Handlungsmöglichkeiten und -notwendigkeiten. Die Schulungen wollen Ratsmitgliedern die Anpassung an den Klimawandel auch als Chance bei der Gestaltung ihrer Kommunen vermitteln.

Der Klimawandel macht sich zunehmend bemerkbar. Genaue Aussagen, wann und mit welcher Intensität Regionen betroffen sein werden, lassen sich bislang noch nicht treffen. Gerade deshalb ist es wichtig, dass in den Kommunen sowohl Politik als auch Verwaltung darauf vorbereitet sind, den Klimawandel in ihre Planungen einzubeziehen und kurzfristig reagieren zu können.

Als eine der wichtigen Zielgruppen im kommunalen Anpassungsprozess wendet sich das Projekt KliFo-kommunal an die ehrenamtlich tätigen Mandatsträgerinnen und Mandatsträger. In Veranstaltungen mit unterschiedlichen Formaten (z.B. ganztägige Fortbildung / ein- bis zweistündige Seminare als Teil von Rats- und Ausschusssitzungen) werden Ratsmitglieder zum Thema Klimawandel und Klimafolgenanpassung informiert. Neben der Informationsvermittlung ist Ziel der Schulungen, die Teilnehmenden über Erfahrungsaustausch und Interaktion zu motivieren, Möglichkeiten erster Schritte im eigenen kommunalen Anpassungsprozess zu identifizieren.

Thematisch waren die Fortbildungsveranstaltungen ausgerichtet auf die vorrangigen Betroffenheiten in den jeweiligen Kommunen. Der überwiegende Teil der Seminare fand unter dem Schwerpunkt Starkregenereignisse und Hochwasser statt; auch Trockenheit und Hitze waren nachgefragt.

In den Seminaren sollte vermittelt werden, dass Klimaanpassung als Querschnittsaufgabe in den Kommunen mitzudenken ist, dass Synergien in Planung und Maßnahmenentwicklung gebildet werden können und dass weiter für das Thema sensibilisiert werden muss.

Wie wurde die Maßnahme umgesetzt?

Hauptverantwortliche Institution (Maßnahmenträger)Kommunale Umweltaktion in Niedersachsen
http://www.umweltaktion.de/

Steuerungsinstrumente

Welches Steuerungsinstrument ist Bestandteil der Maßnahme?Freiwillige Vereinbarung, Kooperation, Informationsbereitstellung und Sensibilisierung
Bitte erläutern Sie die von Ihnen genannten Instrumente und deren Anwendung näher.

Die Schulungen schaffen Aufmerksamkeit für Klimafolgenanpassung (u.a. bereits über Akquise des Veranstaltungsorts und Ankündigung in der Kommune). Die Kooperationen mit den Kommunen laufen auf freiwilliger Basis. Wir bieten unser Angebot über die Netzwerke der Städte- und Gemeindebünde und die dort vorhandenen PR-Organe an. Außerdem haben wir das Konzept und die Materialien für die Schulungen auf unserer Internetseite bereitgestellt, so dass diese auch von Anderen genutzt werden können.

Beteiligung und Finanzierung

Welche Personengruppen wurden in die Konzeption und/oder die Umsetzung der Maßnahme eingebunden?Kommunen

Die Seminare richten sich an ehrenamtliche Ratsmitglieder, die oft neben ihrer politischen Funktion einer hauptberuflichen Tätigkeit nachgehen. So findet eine Verbreitung der Themenzusammenhänge über den kommunalen und politischen Kontext hinaus statt. Zu den Seminaren wurden lokale Referenten mit Best-Practice-Beispielen eingeladen. Die Ergebnisse einer projektbegleitenden Online-Befragung sowie die Abschlussveranstaltung wurden in Seminargestaltung und Projektweiterentwicklung einbezogen.

Kosten

146.120 €

FinanzierungBund

Erfolg und Nutzen

Erfolgt eine systematische Evaluation der Maßnahme?Ja
Bitte beschreiben Sie die Evaluationsmethode

Es gab am Anschluss der Seminare einen Evaluationsbogen für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, auf dessen Grundlage die Seminare kontinuierlich weiterentwickelt werden.

Welche Erfolge wurden bis jetzt mit der Maßnahme erreicht?

Mit den durchgeführten Seminaren haben wir rund 150 Ratsmitglieder aus mehr als 30 unterschiedlichen Kommunen erreicht. Auf diese Weise konnte eine Breitenwirkung erzielt werden. Der Bedarf nach praktischer Anleitung für die Einbindung des Themas in die Kommunalpolitik wurde von den Teilnehmenden bestätigt. Der Projektansatz, anhand von Praxisbeispielen im Seminarverlauf erste Schritte für die kommunale Anpassung zu entwickeln, erwies sich als besonders hilfreich.

Erläuterung

Die Ansprache der Ratsmitglieder als Zielgruppe trägt Klimafolgenanpassung und die thematisch damit verbundenen Handlungsfelder in die Kommunalpolitik hinein. Darüber hinaus fördern Schulungen den intra- und interkommunalen Austausch.

Welche Hindernisse wurden überwunden?

Welcher Faktor stellt/stellte ein besonderes Hindernis bei der Umsetzung der Maßnahme dar?

Die Erreichbarkeit und Teilnahmebereitschaft von Ratsmitgliedern stellen die Herausforderung im Projekt dar. Die Zielgruppe der überwiegend ehrenamtlich tätigen Ratsmitglieder verfügt häufig über wenig Zeit sich mit Themen, die über die eigentliche Ratsarbeit hinausgehen, zu beschäftigen. Daneben liegt oft ein starker Fokus auf einzelnen Projekten in den jeweiligen Kommunen. Die Auseinandersetzung mit übergreifenden Themen und strategische Planung wird in der Regel an die Verwaltung abgegeben.

Lösung

Wir haben daher unser Schulungsformat möglichst flexibel (kürzer, als Teil von anderen Terminen) angeboten.

Welche zusätzlichen Konflikte gab es?

Ökonomische Ziele: z.B. Innovation, Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen oder Regionen
Erläuterung

Klimaanpassung in der kommunalen Planung braucht häufig Flächen, zumindest in urbanen Gebieten (z.B. Grünflächen, Frischluftschneisen, Starkregenrückhalt etc.). Das steht der häufig angestrebten Innenverdichtung im besiedelten Bereich scheinbar entgegen und braucht eine besondere Gestaltung der Flächen (z.B. versickerungsfähige Oberflächen, Dachbegrünungen, Multifunktionsflächen).

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