Integration des Themas Klimafolgenanpassung in Masterstudiengänge der Luftfahrt und Automobiltechnik (InKa-Mobil)

  • Fotografie eines Flügels eines Flugzeugs im Flug. Der umgebende Himmel ist voller dunkler Wolken.
    Turbulenzen. Quelle: fxxu/photocase.de
  • In einem Hörsaal sitzen Studierende, manche mit aufgeklapptem Laptop vor sich. Zwei Personen in der ersten Reihe schauen in die Kamera, andere schauen nach vorne und lachen.
    Studierende im Hörsaal der FH Aachen. Quelle: Heike Lachmann
  • Ein kleinerer Bildausschnitt von Studierenden im Hörsaal. Eine Person im Bildzentrum sagt etwas, andere hören zu und schauen sie dabei an oder nach vorne.
    Studierende im Hörsaal der FH Aachen FB 6. Quelle: Heike Lachmann
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Im Rahmen des Projektes „InKa-Mobil“ beschäftigten sich die Projektteilnehmenden mit der Integration des Themas Klimawandelanpassung in die Masterstudiengänge „Aerospace Engineering“ und „International Automotive Engineering“ der FH Aachen. Dabei wurden die englischsprachigen Lehrmodule „Climate Change Adaptation in Commercial Aviation“ und „Climate Change Impact on the Automotive Sector“ entwickelt.
Beteiligt sind an der FH Aachen das Institut Nowum-Energy gemeinsam mit dem European Center for Sustainable Mobility (ECSM) und der Kompetenzplattform Synergetic Automotive/Aerospace Engineering (SAAE) zur Entwicklung von Strategien für die Klimafolgenanpassung, die in Studium und Lehre eingebettet werden. Im Mittelpunkt der Forschung steht die Frage, welchen Einfluss der Klimawandel auf unser alltägliches Mobilitätsverhalten in der Luft und auf der Straße hat und wie mögliche Anpassungsstrategien aussehen.

Der Klimawandel beeinflusst für die Luftfahrt relevante meteorologische Phänomene. Unter anderem die Nordatlantische Oszillation oder der polare Jetstream, welche in direkter Verbindung mit Turbulenzen stehen, haben Auswirkungen auf die Effizienz und die Sicherheit eines Fluges. Dies hat zur Folge, dass bestehende Luftfahrtkonzepte angepasst werden müssen. Die betroffenen Bereiche erstrecken sich von der Flughafeninfrastruktur über den Boden- und Flugbetrieb bis hin zum Supply Chain Management.
Auch der straßengebundene Verkehr wird zukünftig erheblich von klimabedingten Wetterphänomenen beeinflusst werden. Unter anderem die Straßenverhältnisse bei Starkregen und Hurrikans, die Auswirkungen extremer Hitze und Kälte auf Transaktionsbatterien und damit auf Lebensdauer und Reichweite von E-Fahrzeugen und mögliche Neuerungen in Fahrzeugsicherheitssystemen sind Inhalt der entwickelten Lehrmodule.

Die Studierenden sollen in den beiden Lehrmodulen ihre Kompetenzen zu den Einflüssen des Klimawandels auf die Luftfahrt- und Kraftfahrzeugtechnik ausbauen. Es werden über den aktuellen Lehrplan hinausgehende Inhalte zu Maßnahmen zur Klimawandelanpassung aller relevanter Bereiche rund um das Flugzeug und das Kraftfahrzeug vermittelt. Dabei spielen zum einen die Ermittlung und Bewertung der Einflüsse des Klimawandels und damit einhergehende meteorologische Phänomene in Bodennähe und der Atmosphäre eine Rolle. Zum anderen liegt der Fokus auf der durch den Klimawandel bedingten Notwendigkeit, Anpassungsstrategien zu entwickeln und dabei innovative, nachhaltige und zukunftsweisende Technologien sinnvoll einzusetzen. Absolventinnen und Absolventen erlangen ihr Wissen durch Vorlesungsreihen mit hohem Praxisbezug, in denen ihnen neben den Auswirkungen des Klimawandels auf die Luftfahrt- und Kraftfahrzeugtechnik auch Methoden für die Vorbereitung und Durchführung von Anpassungsmaßnahmen beigebracht werden.

Eckdaten zur Maßnahme

Maßnahmenträger

MaßnahmenträgerInstitut Jülich - NOWUM-Energy
https://www.fh-aachen.de/forschung/institut-nowum-energy
Kooperationspartner

European Center for Sustainable Mobility (ECSM); Kompetenzplattform Synergetic Aerospace / Automotive Engineering (SAAE)

Dauer und Finanzierung

Dauer

Beginn der Umsetzung
Wie hoch waren die (geschätzten) Kosten für die Umsetzung?

194.129 €

Mit welchen Mitteln wurde die Maßnahme finanziert?

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Rahmen der Förderung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel gefördert.

Beteiligung

Welche weiteren Personengruppen wurden an der Planung oder Umsetzung der Maßnahme beteiligt?

DWD, Airbus, DFS, Flughafen Düsseldorf, ILT, DLR, MTU Aero Engine, Lufthansa Group, TUHH: die Technische Universität Hamburg Harburg, DLR, EASA, StraßenNRW, LANUV, TUV

Welche Formen der Beteiligung fanden statt?

ErläuterungDie beteiligten Institutionen unterstützen das Lehrangebot mit einem breiten, innerbetrieblichen Fachwissen. Zusätzlich wurde die gesamte Themenzusammenstellung für das Lehrmodul Klimafolgenanpassung durch vorhergehende Dialoge mit entsprechenden Expertinnen und Experten erweitert und ergänzt.

Erfolge

Welche Erfolge wurden bis jetzt mit der Maßnahme erreicht?

Es konnten mittels Unternehmensakquise wichtige Stakeholder für unser Projekt gewonnen werden. Die wichtigsten Teilhaber der Luftfahrt und der Automobilbranche zeigen Begeisterung daran mitwirken zu können und sind motiviert, den Studierenden Ihre Erfahrungswerte zu vermitteln. Vertreter aus allen Bereichen haben sich einem Treffen angeschlossen, um sich auszutauschen und zu vernetzen. Sie sind bereit, Ihre Erfahrungen in die Lehrpläne der Hochschulen einzubinden, um dem Thema Klimafolgenanpassung adäquat zu begegnen und für die Zukunft planbarer zu machen.

ErläuterungAm Ende der Veranstaltungsreihe wird eine repräsentative Evaluation zur Bewertung von Inhalt und Gestaltung des Masterfaches durchgeführt. Auf Basis der Evaluationsergebnisse werden Optimierungen durchgeführt, welche in den Folgeveranstaltungen realisiert werden.

Hat die Maßnahme positive Nebeneffekte?

Die Nachhaltigkeit des vermittelten Wissens steht in keiner Abhängigkeit zur tatsächlich auftretenden Intensität der Klimawandelfolgen, womit Erfolg und Eignung des Projektes InKa-Mobil auch bei divergierenden Folgen des Klimawandels gewährleistet werden können.

Hindernisse

Welche Hindernisse gab es während der Umsetzung?

Ein Projekt zu realisieren, in denen knapp sechzehn Vertreter aus der Industrie beteiligt sind, stellt eine besondere Herausforderung dar. Es gilt nicht nur das Interesse der Unternehmen zu gewinnen, jedem und jeder einzelnen müssen die individuellen Vorteile erläutert werden, damit auch eine aktive Beteiligung stattfindet.

Ansprechperson

Prof. Dr.-Ing. Isabel Kuperjans
Fachochschule Aachen
Bayernallee 11
52066 Aachen
Deutschland
Abteilung Institute Jülich - NOWUM-Energy
Telefonnummer0241 6009 53954

Ort der Umsetzung

Hohenstaufenallee 6
52064 Aachen
Deutschland

Bundesweit

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