Anpassung: Handlungsfeld Boden

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Die verschiedenen Auswirkungen des Klimawandels beeinflussen Eigenschaften und Funktionen des Bodens
Quelle: joeEsco/photocase.com

Böden mit all ihren Funktionen sind eine wichtige Ressource und als CO2-Speicher ein wesentlicher Bestandteil im globalen Kohlenstoffkreislauf. Mit Blick auf mögliche Folgen des Klimawandels ist eine Integration von Anpassungsmaßnahmen in den Bodenschutz dringend notwendig. Ziel ist es, Böden vor Erosion, Humusverlust und anderen klimabedingten Risiken zu schützen.

Technische Maßnahmen

Anpassungsmaßnahmen für Böden zielen darauf ab, diese als Ressource zu erhalten. Daneben werden Bodenfunktionen vielfach durch nachhaltige Bewirtschaftung und durch andere Handlungsfelder, wie der Land- oder Forstwirtschaft, geschützt.

Im Bereich des Bodenschutzes wird überwiegend auf ökosystemare und Management-Maßnahmen gesetzt. Doch auch technische Lösungen können helfen, beispielsweise gegen Bodenverdichtung. Fahrzeuge und Geräte, die über offene Böden fahren, können derart angepasst werden, dass sich die Gesamtmasse und der spezifische Flächendruck besser verteilen und dadurch die Tragfähigkeit der Böden weniger strapaziert wird. Eine mögliche Maßnahme ist der Gebrauch von breiten Reifen mit niedrigem Reifeninnendruck und großer Aufstandsfläche. Außerdem ist der Einsatz von leichteren Maschinen mit weniger Zuladungsmasse förderlich für den Bodenschutz. Wird gleichzeitig die Befahrung in ihrer Häufigkeit reduziert und zeitlich an die Bodenverhältnisse angepasst, werden Bodenschäden deutlich reduziert.

Ökosystemare Maßnahmen

Maßnahmen des Ökosystem -Ansatzes bestehen darin, Böden nachhaltig zu schützen und naturnah zu erhalten. Hierbei spielt die landwirtschaftliche Nutzung von Böden eine besondere Rolle. Nachhaltige und gute landwirtschaftliche Praxis sollte mit Blick auf mögliche Klimafolgen weiterentwickelt und ausgeweitet werden. Die Landwirtschaft kann zudem durch eine klimasensible Sorten- und Artenauswahl sowie angepasste Fruchtfolgen, Aussaattermine, Düngung, Bodenbearbeitungs- und Bestellverfahren zum Bodenschutz beitragen. Zur Reduzierung der Erosions- und Verdichtungsgefährdung sind die Maßnahmen in einem abgestimmten Bewirtschaftungssystem umzusetzen. Bodenschonende Bewirtschaftung sollte außerdem ein gezieltes Erosionsmonitoring beinhalten.

Außerhalb des landwirtschaftlichen Sektors gibt es weitere Strategien und Verfahren, die zum Bodenschutz und speziell zum Erhalt oder zur Wiederherstellung der CO2-Speicher-Funktion der Böden beitragen. Die übergeordneten Ziele sind ein geringerer Flächenverbrauch und die Sicherung standorttypischer Fähigkeiten von Böden. Vor allem die Bewahrung des Humusgehalts trägt nicht nur zur Bodenfruchtbarkeit bei, sondern auch zur Bodenstabilität und zur Wasseraufnahmekapazität.

Der Schutz von Böden und ihren Funktionen bedeutet auch ein Schutz vor Überbauung. Bei zerstörten Flächen, wie sie beispielsweise vom Tagebau hinterlassen werden, ist eine naturnahe Wiederherstellung (Renaturierung und Rekultivierung) anzustreben. Darüber hinaus sollte weniger Grünland in Äcker umgewandelt und Moore generell geschützt werden.

Rechtliche, politische und Management-Maßnahmen

Um den Boden zu schützen, ist es wichtig, die Bodenschutzpolitik stärker auf bodenbezogene Klimaschutz - und Anpassungsmaßnahmen auszurichten. Dazu gehört auch, die Klimaschutzfunktion der Böden stärker in Gesetzen sowie bei Planungs- und Genehmigungsverfahren zu berücksichtigen. Zahlreiche spezifische Maßnahmen können den Bodenschutz stärken. Hier einige ausgewählte Beispiele:

  • Grünlandflächen können durch Aufnahme in entsprechende Förderprogramme und gesetzliche Regelungen dauerhaft als CO2-Speicher geschützt und erhalten werden.
  • Ein geringerer Flächenverbrauch bei der Siedlungs- und Verkehrsentwicklung sowie Flächenentsiegelung tragen dazu bei, dass Böden für die Versickerung von Regenwasser freigehalten werden und das Hochwasserrisiko abnimmt.
  • Die Entsiegelung und Rekultivierung trägt zu einem verbesserten Stadtklima bei.
  • Flächenreserven in bebauten Ortsteilen können zur Erhaltung des Biomasseproduktionspotenzials und der CO2-Speicherfunktion von Böden beitragen.
  • Flächen mit keiner oder nur geringer Vegetation können in Ausgleichsflächen für Bauvorhaben oder in städtische Grünflächen umgewandelt werden.
  • Die Flächennutzungsplanung sollte Moore sichern und entwässerte Moore, wenn möglich, regenerieren.

Da Anpassungsstrategien eine fundierte Informationsgrundlage voraussetzen, müssen weitere Kenntnisse zu Möglichkeiten der Klimaanpassung im Bereich Boden gewonnen werden. Um die Folgen des Klimawandels auf Bodenfunktionen beurteilen zu können, sind zudem Informationen zu Boden, Landnutzung und regionalen Klimaänderungen notwendig. Ein klimawandelbezogenes Bodenmonitoring könnte hier eine wichtige Informationsquelle sein. Vor diesem Hintergrund sollten bestehende Mess- und Erhebungsprogramme für Bodendaten wie das bundesweite Erosionsmonitoring weiterentwickelt werden.

Wenn Sie sich für die konkreten Folgen des Klimawandels im Handlungsfeld Boden interessieren, klicken Sie bitte hier.

Quellen