Indikator: Globale Lufttemperatur

Ein Diagramm zeigt die Abweichung der weltweiten Lufttemperatur zwischen 1850 und 2018 vom Durchschnitt der globalen Lufttemperatur 1961 bis 1990, der Referenzperiode. 2018 war 0,6 Grad Celsius wärmer als der Durchschnitt der Referenzperiode.zum Vergrößern anklicken
Abweichung der globalen Lufttemperatur vom Durchschnitt 1961 bis 1990 (Referenzperiode)
Quelle: Met Office Hadley Centre Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • 2018 war weltweit das viertwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen.
  • Die letzten fünf Jahre waren die weltweit wärmsten Jahre seit 1850.
  • Das Klimaabkommen von Paris legt fest, dass der globale Temperaturanstieg auf deutlich unter 2 °C, möglichst sogar auf 1,5 °C, gegenüber vorindustrieller Zeit begrenzt werden soll.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Der Klimawandel zeigt sich einerseits im steigenden Mittel der globalen Lufttemperatur. Doch auch Klimaschwankungen verstärken sich und Risiken durch Extremereignisse wie Starkniederschläge, Hitze- oder Trockenperioden nehmen zu. Auch in Deutschland werden die Jahre wärmer. In der Folge nimmt die Zahl der Heißen Tage zu (siehe Indikator „Heiße Tage“). Auch führen die gestiegenen Durchschnittstemperaturen dazu, dass sich die Dauer der einzelnen Jahreszeiten verändert. Die Auswirkungen dieser Verschiebungen auf Tiere und Pflanzen sind komplex und bisher erst ansatzweise geklärt.

Das globale Temperaturmittel eines Jahres allein ist wenig aussagekräftig. Mehr Informationen gewinnen wir aus der Abweichung des globalen Mittels eines Jahres vom Mittelwert in einem zurückliegenden, längeren Zeitraum. Daraus wird ersichtlich, ob ein Jahr wärmer oder kühler war als im klimatologischen Mittel. Üblich ist ein Vergleich mit der international gültigen „Klimanormalperiode“ 1961 bis 1990 (Referenzperiode).

Die „Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel“ sieht ein Klimafolgen -Monitoring vor (BReg 2008). In einem Monitoringbericht, der alle vier Jahre aktualisiert wird, werden Klimafolgen und Anpassung in unterschiedlichen Handlungsfeldern veröffentlicht (UBA 2015).

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Um eine gefährliche Störung des Klimasystems zu verhindern, soll der Temperaturanstieg auf deutlich unter 2 °C, möglichst sogar auf 1,5 °C gegenüber dem vorindustriellen Niveau, begrenzt werden. Darauf hat sich die Weltgemeinschaft auf dem Klimagipfel 2015 in Paris geeinigt (UNFCCC 2015). Um dieses Ziel zu erreichen, muss der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen schnell und deutlich sinken (siehe Indikator „Emission von Treibhausgasen“).

2018 lag das globale Mittel der bodennahen Lufttemperatur nach Berechnungen des Hadley Centres rund 0,60 °C über dem Mittelwert von 1961 bis 1990. Damit war 2018 das viertwärmste jemals gemessene Jahr. Dabei waren die letzten fünf Jahre die weltweit wärmsten Jahre seit 1850.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Die Temperatur-Daten des Hadley Centres gehören zu den international anerkannten Temperatur-Datensätzen. Wie bei anderen verfügbaren Datensätzen auch, bilden die Messdaten der meteorologischen Stationen die Grundlage zur Berechnung des globalen Mittels der bodennahen Lufttemperatur. Mittels Rechenvorschriften und Interpolation wird das globale Mittel der bodennahen Lufttemperatur aus den weltweiten Messwerten bestimmt. Ausführliche Informationen zu den Berechnungen des Hadley Centres sind in einem Paper zu finden, in dem das HadCRUT4-Modell beschrieben ist (Morice et al. 2012).

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel „Trends der Lufttemperatur“.