Indikator: Energieverbrauch des Verkehrs

Ein Diagramm zeigt den Endenergieverbrauchs im Verkehrssektor zwischen 1991 bis 2017 sowie die Ziele der Bundesregierung. Neben dem Gesamtverbrauch wird auch der Verbrauch im Güter- sowie Personenverkehr dargestellt (2005 = 100).zum Vergrößern anklicken
Endenergieverbrauch des Verkehrs
Quelle: Umweltbundesamt / TREMOD Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Die Bundesregierung will den Endenergieverbrauch des Güter- und Personenverkehrs bis 2030 um 15 bis 20 % gegenüber 2005 verringern.
  • Der Endenergieverbrauch des Verkehrs stagniert jedoch auf hohem Niveau mit in den letzten Jahren steigender Tendenz. Es wird schwierig, das Ziel zu erreichen.
  • Güter- und Personenverkehr sind seit Anfang der 1990er deutlich effizienter geworden.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Verkehr benötigt Energie. Die Bereitstellung, Verteilung und Nutzung von Energie sind wesentlich für eine Reihe globaler Probleme verantwortlich.

Im Verkehr kommt vor allem Erdöl als Energieträger zum Einsatz. Dieses wird häufig in ökologisch sensiblen Gebieten gefördert oder durch sensible Gebiete transportiert. Auch die Aufbereitung des Erdöls zu Benzin, Diesel oder Kerosin in Raffinerien ist selbst energieaufwändig. Schließlich werden bei der Verbrennung der Kraftstoffe Schadstoffe wie Stickoxide und Feinstaub frei. Im besonderen Fokus stehen jedoch die bei der Verbrennung entstehenden Treibhausgase, die für den weltweiten Klimawandel verantwortlich sind.

Aus all diesen Gründen hat sich die Bundesregierung Ziele gesetzt, den Energieverbrauch zu reduzieren – insgesamt, aber auch für den Verkehr.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Langfristig zeigt die Entwicklung des Endenergieverbrauchs im Verkehr keine eindeutige Richtung: Bis 1999 stieg der Verbrauch zunächst an, ging dann zurück und steigt seit 2010 wieder. Von 2005 auf 2017 nahm der Endenergieverbrauch des Personenverkehrs um rund 2 % zu. Im Güterverkehr stieg er im gleichen Zeitraum hingegen um rund 7 %. Trotzdem: Im gleichen Zeitraum stieg die Transportleistung im Verkehr stärker als der Energieverbrauch. Damit sind beide Verkehrsbereiche deutlich energieeffizienter geworden.

Die Bundesregierung setzte dem Verkehr 2010 in ihrem Energiekonzept ein Energiespar-Ziel: Bis 2020 soll der Endenergieverbrauch 10 % unter dem Wert von 2005 liegen, bis 2050 sogar 40 % (BMWi, BMU 2010). In der 2016 überarbeiteten Nachhaltigkeitsstrategie setzt sich die Bundesregierung ein Zwischenziel für 2030: Bis dahin sollen sowohl der Energieverbrauch des Personen- als auch des Güterverkehrs um 15 bis 20 % sinken (BReg 2016). Damit wird es schwer, das Minderungsziel bis 2020 zu erreichen.

Soll der Energieverbrauch des Verkehrs sinken, müssen vor allem energieeffiziente Alternativen stärker gefördert werden (siehe Indikatoren „Umweltfreundlicher Personenverkehr“ und „Umweltfreundlicher Güterverkehr“).

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Der Energieverbrauch des Verkehrs wird mit Hilfe des Modells TREMOD (Transport Emission Model) auf Basis von Verkehrsleistungen und spezifischen Energieverbräuchen berechnet. TREMOD wurde vom Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) im Auftrag des Umweltbundesamtes entwickelt. Methodische Hintergründe werden hier erläutert.

Die Bundesregierung bestimmt den Energieverbrauch des Verkehrs für das Monitoring zur Energiewende auf Basis von Angaben der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB), die auf der Erfassung des Kraftstoffverbrauchs basieren. Die für den hier dargestellten Indikator verwendeten Daten auf Basis von TREMOD unterscheiden sich von denen der AGEB.

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel "Endenergieverbrauch und Energieeffizienz des Verkehrs".