Emissionsminderung bei Kleinfeuerungsanlagen

Kleinfeuerungsanlagen sind eine relevante Quelle von Luftbelastungen. Besonders problematisch sind ältere Holzfeuerungsanlagen. Der Einsatz modernster und emissionsarmer Anlagentechnik zahlt sich aus Umweltsicht aus.

Inhaltsverzeichnis

 

Trends bei den Feinstaub-Emissionen

Die Feinstaub-Emissionen aus kleinen Holzfeuerungsanlagen übersteigen in Deutschland mit etwa 18 Tausend Tonnen (Tsd. t) mittlerweile die aus den Motoren von Lkw und Pkw. Dies liegt vor allem am verringerten Dieselrußausstoß des Kraftverkehrs, aber auch am Trend zum Heizen mit Holz: Während der Feinstaub-Ausstoß aus Kohleöfen bis 2004 stark zurückging, stieg die Feinstaubfracht aus holzbefeuerten Kleinfeuerungsanlagen in den Jahren bis 2010 zunächst deutlich an und blieb auch bis einschließlich 2013 auf hohem Niveau. Der Anteil der Holznutzung an der Wärmeerzeugung in Kleinfeuerungsanlagen nahm in diesem Zeitraum weiter zu. In den letzten beiden Jahren liegen die Emissionen wieder niedriger (siehe Abb. und Tab. „Feinstaub-Emissionen (PM10) aus Kleinfeuerungsanlagen“).

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Emissionen unterschiedlicher Feuerungssysteme

Ein besonderes Problem stellen die – zumeist älteren – Einzelraumfeuerungen dar. Sie verursachen bei gleichem (Primär-) Energieeinsatz um ein Vielfaches höhere Feinstaub-Emissionen als moderne Holzfeuerungsanlagen. Wie hoch diese Emissionen tatsächlich sind, hängt nicht nur von Art und Alter der Anlage ab. Auch die Art der Befeuerung, der Wartungszustand der Anlagen sowie die Auswahl und Qualität des genutzten Holzes spielen eine Rolle.

Gas- und Ölfeuerungen stoßen bei gleichem Energiebedarf sehr viel weniger Feinstaub aus als Feststoffheizungen: Gasheizungen haben nahezu keine Staubemissionen, bei Ölheizungen liegen die spezifischen Feinstaub-Emissionen (PM10) im Mittel bei etwa 0,8 kg pro Terajoule eingesetzter Energie. Im Vergleich hierzu entstehen bei der Verfeuerung von naturbelassenem Holz in Haushalten im Durchschnitt 74 kg PM10 pro Terajoule (Tebert et al., 2016).

 

Anforderungen an Holzfeuerungsanlagen

Angesichts dieser Problematik sollte bei Holzfeuerungen nur modernste Anlagentechnik zum Einsatz kommen. Relativ niedrige Emissionsgrenzwerte gelten für Holzpelletheizungen. Besonders emissionsarme Holzpelletkessel und -öfen erfüllen die Anforderungen des Umweltzeichens „Blauer Engel“.

Für die Begrenzung der Emissionen aus Kleinfeuerungsanlagen gilt in Deutschland die 1. Bundesimmissionsschutzverordnung (1. BImSchV). Sie gibt vor, welche Emissionsgrenzwerte Feuerungsanlagen der Haushalte und Kleinverbraucher einhalten müssen und welche Brennstoffe in solchen Anlagen zulässig sind. Diese Vorschrift wurde im Jahr 2010 novelliert. Es gelten nun Emissionsgrenzwerte, die nur mit moderner Technik eingehalten werden können. Auch für kleinere Heizkessel ab vier Kilowatt (kW) gelten Emissionsgrenzwerte und Überwachungspflichten. Alte Öfen und Kessel mit hohen Emissionen müssen die Betreiber nach langen Übergangsfristen nachrüsten oder stilllegen.

 

Anteil an den Stickstoffoxid-Emissionen

Die Emissionen von Stickstoffoxiden aus Kleinfeuerungsanlagen machten 2015 mit 72,6 Tausend Tonnen (Tsd. t) etwa 6,1 Prozent der Gesamtemissionen in Deutschland aus (UBA, Emissionsberichterstattung zur Luftreinhaltekonvention 2017). Hier bestehen zwischen Anlagen mit unterschiedlichen Brennstoffen geringere Unterschiede als bei den Staubemissionen. Doch zahlt sich auch hier moderne Anlagentechnik gerade bei Öl- und Gasfeuerungen aus: Diese Anlagen stoßen deutlich weniger Stickstoffoxide als durchschnittliche Öfen und Kessel aus.

Die Kohlendioxid-Emissionen aus Kleinfeuerungsanlagen lagen für 2015 mit 118 Mio. t etwas höher als im Jahr davor (UBA, Emissionsberichterstattung an das Klimasekretariat 2017).