Emissionen fluorierter Treibhausgase („F-Gase“)

Fluorierte Treibhausgase werden gezielt hergestellt und als Arbeitsmittel in verschiedenen Anwendungen eingesetzt. Die Emissionen steigen. Das macht Gegenmaßnahmen erforderlich. Der Artikel stellt die aktuellen Emissionen dieser Stoffgruppe vor.

Inhaltsverzeichnis

 

Entwicklung in Deutschland seit 1990

Zu den fluorierten Treibhausgasen (F-Gasen) zählen die vollhalogenierten Fluorkohlenwasserstoffe (FKW), die teilhalogenierten Fluorkohlenwasserstoffe (HFKW), Schwefelhexafluorid (SF6) und Stickstofftrifluorid (NF3).

Die Emissionen der FKW und von Schwefelhexafluorid konnten seit Anfang der 90-er Jahre erfolgreich reduziert werden Dagegen stiegen die H-FKW-Emissionen seit 1997 an. H-FKW werden verstärkt als Kältemittel in Kälteanlagen eingesetzt und diese Anlagen werden auch entsprechend öfter entsorgt. Die dadurch entstehenden Emissionen übertrafen die Einsparungen durch den verminderten Einsatz der F-Gase in Polyurethan PU-Montageschäumen. Minderungen bei den FKW wurden hauptsächlich bei der Herstellung von Primäraluminium und Halbleitern erreicht. Verminderte SF6-Emissionen gehen bis 2003 in erster Linie auf die auslaufende Anwendung in Autoreifen zurück. Erfolgreiche Umweltaufklärung und europäische Gesetzgebung haben hier eine Emissionssenkung um über 100 Tonnen (t) bewirkt und die Treibhausgasemissionen um 2,5 Mio. t Kohlendioxid-Äquivalente gesenkt. Vergleichbares gilt für Schallschutzscheiben, in denen Schwefelhexafluorid bei der Herstellung nicht mehr eingesetzt werden darf und bei Anlagen zur Elektrizitätsübertragung. Allerdings nehmen die Emissionen von Schwefelhexafluorid aus der Entsorgung von Schallschutzscheiben seit 2006 sichtbar zu, da die angenommene Lebenszeit dieser Scheiben erreicht wird (siehe Abb. „Emissionen fluorierter Treibhausgase“, Tab. „Emissionen ausgewählter Treibhausgase nach Kategorien“ und Abb. „Quellen der Emissionen fluorierter Treibhausgase“).

In Zukunft ist damit zu rechnen, dass die F-Gas-Emissionen durch die Umsetzung der Verordnung(EU) Nr. 517/2014 stagnieren und längerfristig abnehmen. Die Schwefelhexafluorid-Emissionen aus der Entsorgung werden weiter steigen.

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Bedeutung von F-Gasen

Fluorierte Treibhausgase (F-Gase) wirken sich je nach Substanz sehr stark auf das Klima aus, der Effekt ist 100- bis 24.000-mal höher als bei Kohlendioxid. F-Gase sind daher Teil des Kyoto-Protokolls und der Nachfolgeregelungen.

 

Herkunft von F-Gasen

Während die klassischen Treibhausgase meist als unerwünschte Nebenprodukte freigesetzt werden, zum Beispiel bei der Verbrennung fossiler Rohstoffe, werden fluorierte Treibhausgase zum überwiegenden Teil gezielt produziert und eingesetzt. Sie werden heute in ähnlicher Weise verwendet wie früher FCKW, die die stratosphärische Ozonschicht zerstören.

Fluorierte Treibhausgase werden hauptsächlich als Kältemittel in Kälte- und Klimaanlagen, Treibmittel in Schäumen und Dämmstoffen und als Feuerlöschmittel verwendet. Um die Emissionen dieser Stoffe zu vermindern, ist es neben technischen Maßnahmen vor allem zielführend, die Stoffe gezielt zu ersetzen oder alternative Technologien einzusetzen.

 

Rechtsvorschriften

Fluorierte Treibhausgase unterliegen wegen ihres hohen Treibhauspotenzials europäischer und nationaler Reglementierung. Auf europäischer Ebene ist das Inverkehrbringen und die Verwendung fluorierter Treibhausgase in der Verordnung (EU) 517/2014 und der Richtlinie 2006/40/EG geregelt. Die Verordnung gilt seit dem 01.01.2015 und ersetzt die bisherige Verordnung(EG) 842/2006.

Ergänzend zu den EU-Regelungen gilt in Deutschland die Verordnung zum Schutz des Klimas vor Veränderungen durch den Eintrag bestimmter fluorierter Treibhausgase (Chemikalien-Klimaschutzverordnung).