Sachsen im Klimawandel - Bildungsmodule zu den Klimafolgen auf Natur und Volkswirtschaft

  • Kinder pflanzen junge Bäume auf einer Ackerfläche.
    Aufforstungsaktion mit Kindern
  • Zwei Seminarleiter stehen vorne im Klassenraum und diskutieren mit der Klasse.
    Diskussion über Nachhaltigkeit
  • Ein gefüllter Saal mit Schulkindern.
    Eröffnung der Projektwoche Dekade für Nachhaltigkeit am Gymnasium Bürgerwiese
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- Nominiert für den Blauen Kompass 2018 -

Das Bildungsprojekt "Sachsen im Klimawandel - Bildungsmodule zu den Klimafolgen auf Natur und Volkswirtschaft" vermittelt Oberschülern und Gymnasiasten nachhaltiges Denken und Handeln. Es versetzt Schüler in die Lage, den Anteil des Menschen am Klimawandel zu erkennen und diskutiert mit den Jugendlichen Möglichkeiten, den Ausstoß von anthropogen verursachten Treibhausgasen wirkungsvoll und dauerhaft zu begrenzen und zu vermeiden. Das Projekt umfasste vom 09.01.2009 - 31.12.2017 um die 255 Seminare. Diese wurden mit rund 5241 Oberschülern und Gymnasiasten der Klassen 7-10 bzw. der Jahrgangsstufen 11/12 durchgeführt. Inhaltlich ging es um die globalen und regionalen Folgen der Erderwärmung für Natur und Volkswirtschaft sowie um die Möglichkeiten und Erfordernisse einer Folgenbegrenzung für Gymnasien, Oberschulen und BSZ Sachsens.

Folgende Themen wurden behandelt:
- Sachsen im Klimawandel und Extremwetterereignisse,
- Auswirkungen des Klimawandels auf Arten, Lebensgemeinschaften und Ökosysteme,
- Folgen des Klimawandels für Arten und Lebensgemeinschaften im Ökosystem Wald,
- Biodiversität und Klimawandel - Arten und Lebensgemeinschaften Sachsens im Visier.

Zudem wurden sieben Aufforstungsaktionen in Kooperation mit dem Staatsbetrieb Sachsenforst unter Integration Jugendlicher durchgeführt, mit dem Ziel Fichtenreinforste durch nachhaltigen Waldumbau ökologisch zu stabilisieren.

Es erfolgten zehn Lehrerfortbildungen für Fachlehrer der Biologie und Geographie von Gymnasien und Oberschulen zu den Themen "Globaler und regionaler Klimawandel, Biodiversität und Nachhaltigkeit".

Unter dem Slogan "Arten in der Dresdner Heide erkennen - beschreiben - wertschätzen" wurden insgesamt vier Projekttage für Schüler angeboten, mit dem Ziel, Tier- und Pflanzenarten als "unerschöpfliche Quelle des Wissen und des ästhetischen Genusses" live zu erfahren und als wesentlichen Bestandteil des jeweiligen Ökosystems zu begreifen.

Zudem wurden zehn Podiumsdiskussionen realisiert, z.B. zum Stand aktueller Klima- und Nachhaltigkeitsdebatten sowie zu den Themen Klimaschutz, Klimawandel, Biodiversität und Nachhaltigkeit.

Die vier waldpädagogischen Führungen fanden mit Grundschüler/innen statt und verfolgten das Ziel, den "Wald mit allen Sinnen" zu erleben.

Wie wurde die Maßnahme umgesetzt?

Hauptverantwortliche Institution (Maßnahmenträger)Haus der Kongresse für Umwelt - Bau - Verkehr Dresden e. V. (HdK DD e.V.)
http://www.hdk-dresden.de
Kooperationspartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Professur für Meteorologie der TU Dresden, Sächsische Bildungsagentur (SBA), Staatsbetrieb Sachsenforst, Arbeitsstelle EINE WELT in der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens, LANU, BUND SACHSEN, GREENPEACE Deutschland, NABU Deutschland, Rosa-Luxemburg-Stiftung AK Dresden, Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen, Rosa Luxemburg Stiftung Deutschland, Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag

Steuerungsinstrumente

Welches Steuerungsinstrument ist Bestandteil der Maßnahme?Informationsbereitstellung und Sensibilisierung, Umweltbeobachtung und Erforschung von Folgen des Klimawandels, Sonstige
Bitte erläutern Sie die von Ihnen genannten Instrumente und deren Anwendung näher.

Vor den Seminaren "Auswirkungen des Klimawandels auf Arten, Lebensgemeinschaften und Ökosysteme", "Auswirkungen des Klimawandels auf Arten und Lebensgemeinschaften im Ökosystem Wald" und "Biodiversität und Klimawandel - Sächsische Arten, Lebensgemeinschaften und Ökosysteme im Visier" werden die Schüler gebeten, den Entwicklungsstand der Pflanzenwelt mit dem phänologischen Kalender abzugleichen. In der in jedem Seminar stattfindenden Diskussion werden die teilnehmenden Schüler aufgefordert, individuelle und gesellschaftliche Möglichkeiten und Erfordernisse zu einer Treibhausgasemissionen reduzierenden, einen Flächenverbrauch begrenzenden, einer Ökosystem- u. Artenschutzverlusten begrenzenden, ressourcenschonenden Arbeits-, Wirtschafts- und Lebensweise mit den Referenten des HdK-Bildungsprojektes zu diskutieren. Die angeboten Projekttage stehen bspw. unter dem Slogan "Arten in der Dresdner Heide erkennen - beschreiben - wertschätzen". Während der Waldpädagogischen Führungen werden die Schüler unter dem Titel den "Wald mit allen Sinnen erleben" durch Spiele, Übungen, Training, Wissensvermittlung in waldpädagogische Führungen einbezogen. Dabei sind sie Akteure, Beobachter, Forscher und Sportler. Die für 2017 geplante Natur- und Landschaftsführung "Arzneipflanzen im Kontext von Phytopharmazie und Volksmedizin" bezieht die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch Übungen gleichfalls aktiv in die Wissensvermittlung ein.

Beteiligung und Finanzierung

Umweltzentrum Dresden e.V., Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, Fraktion DIE LINKE. im Sächsischen Landtag, Ökumenisches Informationszentrum Dresden, Rettet den Regenwald e.V., atac Dresden, TUUWI (TU Umweltinitiative)

Erfolg und Nutzen

Erfolgt eine systematische Evaluation der Maßnahme?Ja
Bringt die Maßnahme Nutzen für weitere Zielsetzungen außer dem Ziel der Anpassung an den Klimawandel?Klimaschutz: Einsparung von Treibhausgasemissionen oder Entfernung von Treibhausgasen aus der Atmosphäre
Erläuterung

Sowohl die jedes Seminar einführende Präsentation "Klimawandel im Anthropozän" als auch die Hauptpräsentationen wie u.a. "Sachsen im Klimawandel und Extremwetterereignisse" erläutern den anthropogenen Treibhauseffekt, die Ursachen des Anstiegs der Treibhausgasemissionen in der Erdatmosphäre seit 1880 und weitere Themen.

Bringt die Maßnahme Nutzen für weitere Zielsetzungen außer dem Ziel der Anpassung an den Klimawandel?andere Umweltziele: z.B. Erhaltung der biologischen Vielfalt, Luftreinhaltung, Gewässerschutz, Ressourceneinsparung
Erläuterung

Auch die Bedeutung einer hohen Biodiversität als Lebensversicherung für die Erde, die begrenzten Anpassungsstrategien der Landwirtschaft (Anbau trockentoleranter Agrarfrüchte, Bewässerung) und der nachhaltige Waldumbau auf den Flächen des Staatsbetriebes Sachsenforst (Durchmischung von Fichtenreinforsten mit angepassten Laubbäumen) sowie die Klimaanpassungsmaßnahmen werden thematisiert.

Bringt die Maßnahme Nutzen für weitere Zielsetzungen außer dem Ziel der Anpassung an den Klimawandel?Lebensqualität / soziale Ziele: z.B. Erhöhung der Wohnqualität in Städten, Beitrag zu sozialem Ausgleich und sozialer Integration, besondere Berücksichtigung der Interessen benachteiligter Bevölkerungsgruppen
Erläuterung

Insbesondere die Bedeutung einer hohen Biodiversität als Lebensversicherung für die Erde und die damit einhergehende hohe Lebensqualität werden dargestellt.

Erläuterung

Sonstige:

Es erfolgte ein Wissenstransfer an Grund- und Oberschüler und Gymnasiasten (Seminare, Aufforstungsaktionen) sowie an Fachlehrer der Biologie und Geographie und an Interessierte (Podiumsdiskussionen, Natur- und Landschaftsführungen). Zudem erwarben diese Handlungskompetenzen zum Schutz der Atmosphäre, Biosphäre, Kryosphäre, zur Ressourcenschonung und zur nachhaltigen Lebensweise.

Welche Hindernisse wurden überwunden?

Welcher Faktor stellt/stellte ein besonderes Hindernis bei der Umsetzung der Maßnahme dar?

Seit dem 03. Mai 2008 bis zur Gegenwart stehen dem HdK-Bildungsprojekt "Sachsen im Klimawandel" keine Gelder für Sachkosten und seit dem 16. Oktober 2013 keine Gelder für Personalkosten zur Verfügung.

Lösung

Eintausend Euro wurden gespendet. Die Finanzierung von ca. 24.500 Euro oblag der Projektorganisatorin. (Porto, Telefon, Büromaterial, Referentenhonorare, Veranstaltungsgebühren, Weiterbildungen / s. Sonstiges)
Bei Nichtfinanzierbarkeit der Fahrtkosten durch die Bildungseinrichtungen trägt die Projektorganisatorin auch die Fahrtkosten. Die Wochenarbeitszeit der Projektorganisatorin ist bei hoher Arbeitsintensität erweiterbar.

Welche zusätzlichen Konflikte gab es?

Klimaschutz: Einsparung von Treibhausgasemissionen oder Entfernung von Treibhausgasen aus der Atmosphäre
Erläuterung

Mit einer steigenden Nachfrage von Bildungsmodulen in ganz Sachsen steigen bei grundsätzlicher Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel auch die von der Referentin und den Fachreferenten verursachten Emissionen.

Lösung

Unter anderem aus diesem Grund schloss die Projektorganisation am 10.06.2015 eine Greenpeace-Patenschaft zum Schutz der Urwälder ab. Im Jahr 2017 übernimmt die Projektorganisation zusätzlich eine Greenpeace-Patenschaft zum Schutz des Klimas.

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