KliWaKom - Klimawandelanpassung im Küstentourismus

  • Überflutete Strandkörbe im Wasser
    Überflutete Strandkörbe. Copyright: Matthias Mossbauer
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Das Projekt KliWaKom trägt zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels bei, indem es für Pilotgemeinden an der Mecklenburg-Vorpommersche Ostseeküste erstmalig Bedarfe und Umsetzungsmaßnahmen für eine Klimawandelanpassung erarbeitet und erste kurzfristige Maßnahmen exemplarisch umsetzt.

In der ersten Projektphase wurde durch die Anwendung international entwickelter Nachhaltigkeitsindikatoren eine Bemessung aktueller und zukünftiger Anstrengungen in Richtung Klimawandelanpassung vorgenommen. Anhand der erarbeiteten Zustandsanalyse erfolgte die Entwicklung von kurz- bis langfristigen Maßnahmen zur Klimawandelanpassung, wie beispielsweise ein Klimawandel-Lehrpfad sowie eine Sensibilisierung in puncto Nachhaltigkeit.

Dabei sollen die Anpassungsmaßnahmen den Trend des nachhaltigen Tourismus unterstützen und einen „no-regret“-Ansatz verfolgen. Weil nicht alle Klimafolgen im vollen Umfang von Anpassungsbemühungen aufgefangen werden können, wurde in der zweiten Projektphase eine regionale Notfall-Kommunikationsstruktur aufgebaut. Diese soll dem geregelten Umgang mit akuten Folgen des Klimawandels dienen. Des Weiteren werden Möglichkeiten zur Vermarktung einer klimafreundlichen Region im Rahmen des Projektes diskutiert, wie beispielsweise die Zertifizierung von Gemeinden durch Nachhaltigkeitslabel.

Wie wurde die Maßnahme umgesetzt?

Hauptverantwortliche Institution (Maßnahmenträger)EUCC - Die Küsten Union Deutschland e.V.
http://www.eucc-d.de/kliwakom.html
Kooperationspartner

Der Verband Mecklenburgischer Ostseebäder e. V. ist vollwertiger Partner im Projekt und fungiert zudem als Multiplikator. Eine Kooperation mit dem Klimabündnis Kieler Bucht (S-H) ermöglicht einen angeregten Informationsaustausch zu Erfahrungen und Erkenntnissen im Umgang mit dem Klimawandel in Küstenregionen, auch zwischen den Gemeindevertretern aus M-V und S-H. Zusätzlich wird das Projekt von einem fünfköpfigen Beirat, bestehend aus Klimawandel- und Tourismusexperten, begleitet.

Steuerungsinstrumente

Welches Steuerungsinstrument ist Bestandteil der Maßnahme?Informationsbereitstellung und Sensibilisierung
Bitte erläutern Sie die von Ihnen genannten Instrumente und deren Anwendung näher.

Über Informationsmaterial, Netzwerkarbeit etc. wurde zur Sensibilisierung der Touristiker beigetragen. Eine Gästeumfrage zeigt, dass die Gäste der Klimawandel bewegt und Anpassungen erwartet werden. EUCC-D hat bereits erste konkrete Schritte in der Kommunikation für Touristiker und Gäste umgesetzt und Werkzeuge entwickelt, die langfristig auch über den Projektzeitraum hinaus wirken (z. B. Notfallkommunikationsleitfaden, Vulnerabilitätskarten).

Beteiligung und Finanzierung

Kosten

Die Gesamtbudget des dreijährigen Projektes beträgt 260.205,- €

FinanzierungBund

Erfolg und Nutzen

Erfolgt eine systematische Evaluation der Maßnahme?Ja
Bitte beschreiben Sie die Evaluationsmethode

Das Projekt wird regelmäßig durch den Beirat evaluiert. Eine erneute Anwendung der Nachhaltigkeitsindikatoren zeigt zudem den Fortschritt der Pilotgemeinden. Anhand von jährlichen Zwischenberichten wird die Durchführung vom Projektträger Jülich evaluiert.

Welche Erfolge wurden bis jetzt mit der Maßnahme erreicht?

Erstmals wurden Touristiker an der mecklenburgischen Ostseeküste ermutigt, sich mit dem Thema Klimawandelanpassung auseinanderzusetzen und erste Anpassungsinstrumente entwickelt, die auch weiteren Küstengemeinden außerhalb der Projektregion zugutekommen. Durch Öffentlichkeitsarbeit und Auftritte außerhalb der Pilotregion (z.B. ITB Berlin, Konferenzen zum Thema Klimawandel oder Küstenmanagement, Schulen) wurde/wird zudem eine hohe Außenwirkung erzielt.

Erläuterung

1) Die nachhaltige Entwicklung und "no-regret"-Maßnahmen (z. B. das Label) führen zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit der Küstengemeinden.

2) Das Thema Klimawandel wird durch die Küstengemeinden an die Gäste weitergegeben und erlebbar gemacht.

Welche Hindernisse wurden überwunden?

Welcher Faktor stellt/stellte ein besonderes Hindernis bei der Umsetzung der Maßnahme dar?

Klimawandelanpassung ist kein primäres Handlungsfeld der Touristiker, deren Planungshorizont wesentlich kürzer ist.

Lösung

Eine kontinuierliche Sensibilisierung durch regelmäßige Gespräche und das Finden von Vorreitern sind maßgeblich.

Welche zusätzlichen Konflikte gab es?

Ökonomische Ziele: z.B. Innovation, Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen oder Regionen
Erläuterung

In der Tourismusbranche ist Wirtschaftlichkeit das oberste Gebot. Daher werden Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel (bzw. die Entwicklung davon) immer unter wirtschaftlichen Aspekten betrachtet. So entsteht ein Konflikt hinsichtlich des Alltagsgeschäfts der Touristiker (z. B. Umsetzung von Marketingmaßnahmen) und der Umsetzung von Klimawandelanpassungsmaßnahmen.

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