Direkt zum Inhalt Direkt zum Hauptmenü Direkt zur Fußzeile

KlimaWohL - Klimaangepasstes, nachhaltiges Wohnen und Leben im Quartier

- Nominiert für den Blauen Kompass 2020 -

Welche Maßnahmen und Strategien sind erforderlich, damit neu gebaute Wohnsiedlungen ein klimaangepasstes und nachhaltiges Wohnen und Leben ermöglichen? An dieser Fragestellung knüpft das Projekt "KlimaWohl" an.
Aufgabe und Ziel war es, an einem ausgewählten Pilotvorhaben zu erproben, wie Klimaanpassung bei der Entwicklung eines neuen Wohnquartiers systematisch von Beginn an berücksichtigt werden kann. Auf Basis der damit gewonnenen Erkenntnisse sollten ein "Hannover-Modell" und Gestaltungsempfehlungen erarbeitet werden, die Vorbild- und Modellcharakter für andere Projekte in der Landeshauptstadt Hannover sowie auch bundesweit in anderen Kommunen haben. Dabei ging es vor allem um die Entwicklung und den Ausbau von Kooperationen zwischen unterschiedlichen Akteursgruppen, die von der Planungs- über die Bau- bis in die Nutzungsphase hinein relevant sind.

Ausgewähltes Pilotprojekt war das Wohnquartier "Herzkamp". Das Projektgebiet liegt im hannoverschen Stadtteil Bothfeld, einem klimasensiblen Randgebiet der Stadt, durch das eine Kaltluftleitbahn verläuft. Auf rund 9200 Quadratmetern entstehen hier bis Mitte 2023 rund 300 Wohneinheiten für sozial gemischte Bevölkerungsgruppen (Eigentums- und Mietwohnungen, Reihenhäuser, geförderter Wohnraum) sowie eine vierzügige Kindertagesstätte, ein Bolzplatz und ein Quartiersplatz, die das neue Quartier an den Stadtteil Bothfeld anbinden. Aufgrund dieser vielfältigen Struktur bot es gute Voraussetzungen, um Akteur*innen aus verschiedenen Bereichen zu beteiligen und zusammenzuführen.

Neben der Begleitung des Bauvorhabens wurden verschiedene Werkstätten mit den Themen: Freianlagen, Energie, Mobilität und Quartiersplatz durchgeführt. Die im Projekt angesetzten Arbeitspakete wurden in Form eines Leitfadens für klimaangepasste Planung als Hilfestellung für Planer*innen, Architekt*innen, Ingenieur*innen und weitere Prozessbeteiligte aus Stadtverwaltung und Unternehmen der Wohnungswirtschaft erarbeitet. Dieses beinhaltet die Phasen Planung und Bau bis hin zur Nutzungs-/Betriebsphase. Im Projektgebiet selbst konnten die in den einzelnen Arbeitspaketen erarbeiteten Maßnahmen zur Klimaanpassung und nachhaltigen Stadtentwicklung in 20 Punkten zusammengefasst werden. Die Punkte lassen sich in die drei Kategorien Klimawandelanpassung, nachhaltige Stadtentwicklung und Klimaschutz (Synergieeffekte) und Planungs- und Umsetzungsprozesse einteilen.

Eckdaten zur Maßnahme

Maßnahmenträger

Maßnahmenträger
Gundlach GmbH & Co. KG in Kooperation mit der Landeshaupstadt Hannover, Fachbereich Umwelt und Stadtgrün (https://www.hannover.de/) https://www.gundlach-bau.de/

Dauer und Finanzierung

Beginn der Umsetzung
Dauer der Umsetzung
01.03.2016 bis 31.05.2019
Mit welchen Mitteln wurde die Maßnahme finanziert?
  • Bund
  • Privat
Das Projekt wurde gefördert im Rahmen des Programms: Förderung von Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels, eine Initiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), Förderquote für Gundlach 50 %, daher 50 % private Mittel eingesetzt sowie daneben 15 % kommunale Mittel (Förderquote LHH 85 %). Flankierend wurden sowohl von der Kommune als auch von Gundlach erhebliche Eigenleistungen erbracht.

Weiterführende Links

Beteiligung

Wurden neben den Kooperationspartnern andere Personengruppen/Institutionen in die Planung/Umsetzung der Maßnahmen eingebunden?
  • Betriebe, öffentliche Unternehmen oder Wirtschaftsverbände
  • Breite Öffentlichkeit
  • Öffentliche Verwaltung/Politik
beteiligte Fachplaner*innen, Ingenieur*innen, Architekt*innen, Ortspolitik, Kaufmannschaft und NGOs.
Welche Formen der Beteiligung fanden statt?
  • Aufsuchende Formate (z.B. Informationsstände)
  • Bereitstellung von Informationsmaterialien
  • Dialogveranstaltungen, Konferenzen, Workshops
  • Informationsveranstaltungen
  • persönliche Befragung / Bürgeranhörung
Erläuterung
Sowohl informatorische als auch dialogische Veranstaltungen: z.B. Informationsstände auf dem jährlich stattfindenden Bothfelder Herbstmarkt (3x) mit Führungen über das Baugebiet; Fachworkshops zu den Themen Freiräume/ Bodenmanagement/ Wasser, Energie und Mobilität; Bürgerwerkstatt mit künftigen Bewohner*innen zur klimaangepassten Gestaltung des Quartiersplatzes; Bürgerdialogveranstaltungen

Erfolge

Welche Erfolge konnten Sie mit Ihrer Maßnahme erzielen?
Die erzielten Erfolge umfassen quartiersbezogene Maßnahmen zur Klimaanpassung, schließen Synergien mit den Zielen einer nachhaltigen Stadtentwicklung sowie dem Klimaschutz ein und basieren auf einer kooperativen Kultur der Zusammenarbeit. 20 konkrete Maßnahmen hinsichtlich der Klimawandelanpassung, der nachhaltigen Stadtentwicklung und Klimaschutz und des Planungs- und Umsetzungsprozesses wurden bereits erarbeitet und zum Teil umgesetzt. Dabei handelt es sich bspw. um die Freihaltung von Kaltluftleitbahnen, eine 100%ige Regenwasserversickerung, Dachbegrünungen, vorsorgender Bodenschutz und Bau eines Schutzwalls vor Verdichtungen. Es sind keine relevanten Mehrkosten durch Umsetzung der KlimaWohl-Maßnahmen entstanden, weil das Thema Klimaanpassung von Anfang an mitgedacht wurden.
Wie wird der Erfolg der Maßnahme evaluiert?
  • Experiment (z.B. Pre-Test, Labor- und Feldexperimente, Ortsbegehung)
  • Monitoring (z.B. Messung, Erfassung von Daten, TN-Zahlen, Webseitenklicks)
  • Andere Methode
Erläuterung
Die klimaökologische Wirkung wird vor, während und nach dem Bauvorhaben untersucht. Dafür wurde bereits vor Beginn der Baumaßnahmen ein Messmast auf dem Gelände errichtet, mit dem ein über den Projektzeitraum hinausgehendes kontinuierliches Monitoring von Temperatur, Wind und Luftfeuchte gewährleistet wird. Übergreifend ist eine Evaluation durch das Folgeprojekt "KlimaWohL*Lab" geplant.
Hat die Maßnahme positive Nebeneffekte?
  • Ja, soziale Gerechtigkeit und Lebensqualität: z. B. Erhöhung der Wohnqualität in Städten, Beitrag zu sozialem Ausgleich oder sozialer Integration, besondere Berücksichtigung der Interessen benachteiligter Bevölkerungsgruppen
Durch die Begleitung des Bauprojektes hinsichtlich der Klimaanpassung und Nachhaltigkeit soll die Wohn- und Lebensqualität der zukünftigen Einwohner*innen erhöht werden. Das Quartier sieht ebenso eine gute soziale Mischung vor, darunter befinden sich Eigentums- und Mietwohnungen, Reihenhäuser und geförderter Wohnraum, vom Single- bis zum Familienhaushalt.

Hindernisse

Welche Hindernisse gab es während der Umsetzung?
Besondere Herausforderungen in Wohnbauvorhaben sind die Vielzahl der beteiligten Akteure aus Zivilgesellschaft, Kommune und Privatwirtschaft (Projektentwickler*innen, Planer*innen, Architekt*innen, Ingenieur*innen etc.) mit jeweils unterschiedlichen 'Kulturen' sowie der hohe Kostendruck. Zur Optimierung der Abstimmungsprozesse ist eine übergeordnete und durchgehende Moderation im Hinblick auf Klimaanpassungsaspekte notwendig ebenso wie eine frühzeitige Einbindung von Bürger*innen.
Hat die Maßnahme negative Nebeneffekte?
  • Ja, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit: z. B. Innovation, Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen oder Regionen
Die Umsetzung von Klimawandelanpassungsmaßnahmen erfordert oft eine monetäre und auch zeitliche Bereitschaft. Dies konkurriert bei privatwirtschaftlichen Unternehmen mit dem Ziel der Maximierung des Gewinnertrages. Es muss die Bereitschaft vorhanden sein, Geld und Zeit zu investieren. Eine vorausschauende, klimaangepasste Planung kann zudem zukünftige Kostenersparnis bedeuten, wenn aufgrund des Klimawandels, z.B. bei Starkregen, aufwändig nachträgliche Schutzmaßnahmen getroffen werden müssen.

Kontaktdaten

Franz-Josef Gerbens
Gundlach GmbH & Co. KG
Am Holzgraben 1
30161 Hannover
Deutschland
Abteilung
E-Mail
gerbens@gundlach-wohnen.de
Telefonnummer
0511 3109-330
Faxnummer

Ort der Umsetzung

Burgwedeler Straße
30657 Hannover
Deutschland

Hanover

Kategorien

Hitzeperioden Starkregen/Sturzfluten Trockenheit Höhere Durchschnittstemperaturen Freiwillige Vereinbarung, Kooperation Informationsbereitstellung und Sensibilisierung Naturbasierte Maßnahme (z.B. Begrünung, Renaturierung) Planungsinstrument (z.B. Landschaftsplan) Technische Maßnahme (z.B. Baumaßnahme) Umweltbeobachtung und Erforschung von Folgen des Klimawandels Sonstige Öffentliche Verwaltung
Kurzlink: https://www.uba.de/n76591de