Klimaanpassungskonzept Seniorenzentrum Haus am Park Remscheid durch Infrastruktur- und Verhaltensmaßnahmen

  • Fotografie eines Gebäudes, das von einer grünen Parkanlage umgeben ist.
    Seniorenzentrum Haus am Park
  • Fotografie eines Sonnensegels, dass über einer außen liegenden Aufenthaltsfläche gespannt ist.
    Sonnensegel im Haus am Park
  • Fotografie eines Fensters und der außen liegenden Verschattung.
    Außen liegende Fensterverschattung
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Ziel des Projektes war es, die Herausforderungen des Klimawandels vor Ort zu analysieren und Möglichkeiten aufzuzeigen, um Gefährdungen für pflegebedürftige Bewohner*innen aber auch der Mitarbeiter*innen zu minimieren, hierzu wurde ein Klimaanpassungs-Konzept erstellt. Bestandteile des Konzepts waren u.a. die Empfehlung von Maßnahmen am Baukörper sowie im Außenbereich bzw. Gartenanlage, die speziell auf Hitzeprävention, Verschattung und Wassermanagement ausgerichtet waren.

Das HaP befindet sich in Remscheid mitten im Bergischen Land. Diese Region ist aufgrund der z.T. steilen Hanglagen und der damit verbundenen Gefahr von Erdrutschen von Starkregenereignissen besonders betroffen. Zudem sind die Bewohner und Bewohnerinnen des Seniorenzentrums mit einem Durchschnittsalter von weit über 80 Jahren bei Hitzewellen gesundheitlich besonders gefährdet. Die im Klimaanpassungs-Konzept vorgestellten Maßnahmen sollte also insbesondere Schutz vor Hitze und Starkregen bieten.

Vorgeschlagen und teilweise in Eigeninitiative umgesetzt wurden Maßnahmen für den Baukörper, den Außenbereich und die hausinterne Kommunikation:
- Kühlung der Räumlichkeiten und Hitzeschutz durch gezielte Verschattung, bspw. Fassadenverschattung
- ein Hitzeentlastungsraum bei stärkeren oder langanhaltenden Extremhitzeereignissen
- Dachbegrünung zum Hitzeschutz im Sommer und verbesserter Wärmedämmung
- Sonnensegel und Laubengänge
- Fassadenbegrünung über Rankgitter
- Planung einer natürlichen Luftzirkulation (Lüftungskorridore)
- Pflanzung resilienter Sträucher und Bäume zur Bodenkühlung und Verschattung
- Flächenentsiegelung, bspw. im Parkplatzbereich, um die Wasseraufnahmefähigkeit des Bodens zu erhöhen und Versickerung zu ermöglichen
- Etablierung eines hauseigenen Warnsystems für Bewohner*innen und Pflegepersonal
- Kommunikation zielgerichteter Verhaltensmaßnahmen

Wie wurde die Maßnahme umgesetzt?

MaßnahmenträgerHaus am Park GmbH und Co. KG
http://www.hap-rs.de
Kooperationspartner

DFIC - Dr. Fromme International Consulting

Steuerungsinstrumente

Wie erzielen Sie mit Ihrer Maßnahme eine Wirkung?Informationsbereitstellung und Sensibilisierung, Umweltbeobachtung und Erforschung von Folgen des Klimawandels, Sonstige
Bitte erläutern Sie die von Ihnen genannten Instrumente und deren Anwendung näher.

Bestandteil des Anpassungskonzeptes war eine Analyse der individuellen Begebenheiten vor Ort, gefolgt von einer Auflistung potenzieller Maßnahmen, die sodann hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit und Schutzwirkung bewertet wurden. Als Instrumente dienten dabei eine Klima-Szenarioanalyse für die Region, eine Risiko- und Betroffenheitsanalyse für verschiedene Personengruppen (Bewohner*innen, Mitarbeitende, Geschäftsführung, Öffentlichkeit) sowie eine Detailanalyse für die Umsetzbarkeit und Schutzwirkung der Maßnahmen für das Haus am Park im Einzelnen.

Beteiligung und Finanzierung

Wurden neben den Kooperationspartnern andere Personengruppen/Institutionen in die Planung/Umsetzung der Maßnahmen eingebunden?Grundstücksbesitzer, Öffentliche Verwaltung/Politik

Mitarbeitende, soziale Einrichtungen

ErläuterungFür die Umgestaltung der Außenanlage wurde der Grundstücksbesitzer beteiligt. In Gesprächsrunden mit Mitarbeitenden wurden sensible Themen herausgearbeitet und die Akzeptanz für die umzusetzenden Maßnahmen gestärkt. Im Nachgang wurden die Ergebnisse mit der Stadt Remscheid in Workshops an soziale Einrichtungen und Kommunen kommuniziert, die zur Sensibilisierung und Risikoprävention beitragen.
Wie hoch waren die (geschätzten) Kosten für die Umsetzung?

150.000 - 250.000 €

Mit welchen Mitteln wurde die Maßnahme finanziert?Bund, Privat

Gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Förderprogramm "Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels".

Erfolg und Nutzen

Welche Erfolge konnten Sie mit Ihrer Maßnahme erzielen?

Mitarbeitende und Bewohner*innen wurden durch dieses Konzept sensibilisiert und angeleitet frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um gesundheitliche Schäden abzuwenden.
Die Zusammenarbeit zwischen dem Haus am Park und der Stadt Remscheid wurde gestärkt und eine Breitenwirkung konnte erzielt werden.

Erzielt die Maßnahme über Klimaanpassung hinaus positive Nebeneffekte?Soziale Gerechtigkeit und Lebensqualität: z. B. Erhöhung der Wohnqualität in Städten, Beitrag zu sozialem Ausgleich oder sozialer Integration, besondere Berücksichtigung der Interessen benachteiligter Bevölkerungsgruppen
Erläuterung

Das Konzept ermöglicht es dem Haus im Park, in Hitzeperioden bei den pflegebedürftigen Heimbewohner*innen frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen, so dass diese keine gesundheitlichen Schäden durch übermäßige Hitze erleiden.
Das Konzept dient weiteren sozialen Einrichtungen als Modell und kann Maßnahmen und deren Wirkungsweisen aufzeigen und als Informationsquelle und Ideengeber fungieren.

Hindernisse und Konflikte

Gibt es besondere Hindernisse, welche die Umsetzung erschwerten? Welche sind dies und wie gehen Sie damit um? Aufgrund der Corona-Pandemie konnten Workshops und Gesprächsrunden nicht vor Ort stattfinden.
Lösung

Workshops wurden digital durchgeführt. Dadurch konnte möglicherweise sogar eine erhöhte Teilnahme erzielt werden, weil Anfahrtswege und Kontaktbeschränkungen weggefallen sind.

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