Klimafolgen: Handlungsfeld Biologische Vielfalt

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Änderungen des Klimas können für viele Arten und Ökosysteme negative Folgen mit sich bringen.
Quelle: patzita/photocase.com

Klimaveränderungen beeinflussen Tier- und Pflanzenarten und ihre Lebensräume. Nicht alle Arten können sich so schnell anpassen, dass sie mit den tiefgreifenden Veränderungen Schritt halten. Daher haben Klimaveränderungen für viele Arten und Ökosysteme negative Folgen.

Inhaltsverzeichnis

 

Veränderung der unbelebten Natur und ihre Auswirkungen auf Pflanzen und Tiere

Temperaturänderungen, veränderte Niederschläge und extreme Wetterereignisse beeinflussen die abiotischen Lebensbedingungen (unbelebte Natur wie Wasser, Luft und Land) von Pflanzen und Tieren. Verändern sich diese wichtigen Rahmenbedingungen, ändern viele Tiere und Pflanzen ihr Verhalten und ihre Eigenschaften:

  • Nahrungsbeziehungen verschieben sich,
  • Tiere zeigen neue Verhaltensmuster,
  • periodisch wiederkehrende Wachstums- und Entwicklungsprozesse von Pflanzen und Tieren passen sich den neuen Gegebenheiten an,
  • Fortpflanzungszyklen von Tieren und Pflanzen verschieben sich,
  • Tiere und Pflanzen siedeln sich in neuen Verbreitungsgebieten und Habitaten an,
  • heimische Arten stehen zunehmend in Konkurrenz mit neu eingewanderten Arten.

Eine derartige Veränderung der Lebensbedingungen und Verhaltensweisen von Tieren und Pflanzen hat natürlich Auswirkungen auf komplexe Biotope, Habitate und Ökosysteme.

 

Folgen für Arten und Populationen

Wandelt sich das Klima, hat dies auch Einfluss auf die Zusammensetzung der Lebensgemeinschaften und die Verbreitungsgebiete von Arten. Vor diesem Hintergrund haben Temperatur- und Niederschlagsentwicklung erhebliche Auswirkungen auf die biologische Vielfalt.

In ihrer Verbreitung und Anzahl besonders zurückgehen oder gar aussterben können solche Arten, die hinsichtlich ihrer Lebensbedingungen einen sehr engen Toleranzbereich haben. Diese Arten können sich nur schlecht anpassen, da es ihnen kaum möglich ist, auf neue Lebensräume auszuweichen. Auch Arten, die kaum mobil sind, können neue, geeignete Lebensräume nicht erreichen. In Deutschland werden im Zuge des Klimawandels vor allem Lebensräume für Kälte und Feuchtigkeit liebende Arten knapper. Stärker verbreiten werden sich hingegen Wärme liebende Arten.

Die Klimasensitivität einer Art hängt noch von vielen weiteren Faktoren ab, hierzu zählen unter anderem Biotopbindung, Arealgröße, aktuelle Bestandssituation und Vermehrungsrate.

Neben der Artenzusammensetzung kann sich mit fortschreitendem Klimawandel zudem die Artenzahl in den Lebensgemeinschaften und Biotopen verändern. Die Temperaturerhöhung und die verlängerte Vegetationsperiode ermöglichen die Invasion und Ausbreitung neuer Arten, die neue Lebensgemeinschaften bilden oder die Zusammensetzung bestehender Gemeinschaften beeinflussen. So kann sich die Artenzahl in einem Biotop erhöhen. Die Invasion neuer Arten kann aber auch heimische Flora und Fauna verdrängen und auf diese Weise zu einer Verschiebung oder gar einem Verlust der biologischen Vielfalt führen.

 

Folgen für Biotope, Habitate und Ökosysteme

Biotope und Ökosysteme leben von der Wechselbeziehung verschiedener Pflanzen- und Tierarten. Eine modifizierte Artenzusammensetzung sowie Änderungen der Eigenschaften und Verhaltensweisen einzelner Arten gefährden diese komplexe Interaktion. Da zum Beispiel Verschiebungen in den Lebenszyklen nicht bei allen Arten gleich auftreten, können voneinander abhängige Arten (zum Beispiel Räuber-Beute, Blüte-Bestäuber) zeitlich und räumlich entkoppelt werden. Schon eine Veränderung bei einzelnen Arten und kleine Varianzen von wenigen Tagen können ein Ökosystem aus dem Gleichgewicht bringen und Nahrungsketten schwerwiegend stören.

Ein Beispiel für eine solche räumliche Entkopplung bieten die Raupen vieler Schmetterlingsarten, die Blätter spezieller Baumarten als Nahrung benötigen. Diese Wechselbeziehung geht durch die fortschreitend abweichende Verbreitung der Tiere und Pflanzen in Folge des Klimawandels verloren.

Eine zeitliche Entkopplung von Nahrungsketten lässt sich am Beispiel von Zugvögeln beobachten. Einige Arten finden bei ihrer Rückkehr im Frühjahr nicht mehr ausreichend Larven als Nahrung vor, weil sich die Insekten zu diesem Zeitpunkt bereits weiterentwickelt haben.

Verschiedene Ökosysteme sind unterschiedlich empfindlich gegenüber dem Klimawandel. Trockene Lebensräume wie Dünen, Trockenrasen und Heidegebiete gelten als relativ widerstandsfähig, da sie wenig sensitiv gegenüber Wassermangel sind. Dagegen reagieren Moore, Sümpfe, Quellbereiche und feuchtes Grasland darauf besonders empfindlich.

Auch Lebensräume am und im Wasser sind stark gefährdet, da die Erwärmung und eine negative klimatische Wasserbilanz (die Verdunstung übersteigt die Wasserzufuhr durch Niederschläge) zu häufigerem Niedrigwasser führen. Dadurch steigt die Gefahr der Austrocknung oder Eutrophierung, also eines übermäßigen Eintrags von Nährstoffen ins Gewässer und damit einhergehendem Sauerstoffmangel, vor allem für kleinere stehende Gewässer.

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Quellen