Erneuerbare Energien in Zahlen

Das Diagramm zeigt, wie sich die Anteile erneuerbarer Energien für Strom, Wärme und Verkehr entwickeln. Während sich Strom kontinuierlich positiv entwickelt, stagniert die Entwicklung bei der Wärme und im Verkehr seit einigen Jahren. Der Anteil der EE am Strom erreichte im Jahr 2017 36,2 Prozent, bei der Wärme 12,9 Prozent und im Verkehr 5,2 Prozent.zum Vergrößern anklicken
Entwicklung der Anteile der Erneuerbaren Energien 2012-2017
Quelle: AGEE-Stat (Icons von Freepik/flaticon.com und Sabathius/openclipart.org)

Aktuelle und qualitätsgesicherte Daten zur Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland sind ein wichtiger Baustein zur Bewertung der Energiewende. Die Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) stellt diese Daten bereit und arbeitet an der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Datenbasis erneuerbarer Energien.

Inhaltsverzeichnis

 

Überblick

Die Energiewende verändert Deutschland. Um den Fortschritt des Ausbaus der erneuerbaren Energien im Strom-, Wärme- und Verkehrsbereich aktuell zu dokumentieren finden Sie in den folgenden Abschnitten aktuelle Jahresdaten im Überblick sowie detaillierte Informationen zu den Sektoren Strom, Wärme, und Verkehr. Aufbauend auf diesen jährlichen Daten wird auch die Emissionsbilanz erneuerbarer Energien erstellt. Zusätzlich informieren Monats- und Quartalsberichte über die Entwicklung der erneuerbaren Energien in den letzten Monaten.

 

Status Quo der erneuerbaren Energien

Im Jahr 2017 wurden insgesamt 410 Terawattstunden (1 TWh entspricht 1 Milliarde Kilowattstunden) aus erneuerbaren Energien bereitgestellt. Davon entfielen etwa 53 % (oder 218 TWh) auf die Stromproduktion, ca. 40 % (oder 162 TWh) auf den Wärmesektor und etwa 7% auf biogene Kraftstoffe im Verkehrsbereich (30 TWh).

Insgesamt entwickelten sich die Erneuerbaren im Jahr 2017 in den Sektoren sehr unterschiedlich: Während der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch von 31,6% (2016) auf 36,2 % (2017) stark anstieg, stagnierten die erneuerbaren Energien im Wärme- und Verkehrssektor. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Wärmeverbrauch sank um 0,3 Prozentpunkte auf 12,9 %, im Verkehr bleib der Anteil mit 5,2 % konstant.

Sektorübergreifend ist die Biomasse mit einem Anteil von etwa 54 % der Energiebereitstellung der wichtigste erneuerbare Energieträger. Insbesondere im Wärme- und Verkehrssektor ist Biomasse für 87 % bzw. 88 % des Endenergieverbrauchs aus erneuerbaren Energien (EE) verantwortlich. In der Stromerzeugung hingegen dominieren Windkraft, Sonnenenergie und Wasserkraft mit einem Anteil von zusammen 76 % der erzeugten EE-Strommenge.

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Strom aus erneuerbaren Energien

Wind 

Die Windenergie leistete den größten Beitrag zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und war im Jahr 2017 maßgeblich für das starke Wachstum der Erneuerbaren verantwortlich. Aufgrund eines deutlich gestiegenen Zubaus (plus 6.290 Megawatt (MW)) und sehr guter Windverhältnisse lieferten Windturbinen die Rekordstromerzeugung von 106,6 TWh (im Jahr 2016 waren es noch 79,9 TWh). Damit stieg die Windstromerzeugung um 33,4 % gegenüber dem Vorjahr.

Biomasse

Aus Biomasse wurden im Jahr 2017 etwa 51,4 TWh Strom bereitgestellt. Gegenüber 2016 entspricht dies einem Anstieg um 0,5 TWh (+0,9 %). Maßgeblich für die Stromerzeugung aus Biomasse sind vor allem Biogas (32,5 TWh, +1,9 % gegenüber dem Vorjahr), feste Biomasse (10,6 TWh, -1,3 % gegenüber dem Vorjahr), und der biogene Anteil des Abfalls (5,9 TWh, -0,4 % gegenüber dem Vorjahr).

Photovoltaik

Die Stromerzeugung aus Photovoltaik (PV) hat sich gegenüber 2016 um 1,8 TWh (oder 4,7 %) auf 39,9 TWh erhöht. Der Anteil der PV an der erneuerbaren Stromproduktion betrug 18,3 % und ist damit rückläufig. Der Zubau neuer PV-Kapazitäten steigt seit einigen Jahren wieder kontinuierlich an. Er erreichte im aktuellen Jahr 1678 MW (1492 MW im Jahr 2016), beträgt allerdings noch immer nur etwa ein Fünftel des Zubaus im Rekordjahr 2012 (8161 MW).

Wasserkraft und Geothermie

Die Stromerzeugung aus Wasserkraft lag mit 19,8 TWh an vierter Stelle der erneuerbaren Energieträger, und lag aufgrund der Witterung unter dem Niveau des Vorjahres (+3,6% ). Aus Geothermie wurde mit 0,16 TWh insgesamt nur sehr wenig Strom erzeugt.

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Wärme aus erneuerbaren Energien

Der Anteil des Endenergieverbauchs für Wärme und Kälte aus erneuerbaren Energien sank gegenüber dem Vorjahr um 0,3 Prozentpunkte auf 12,9 %. Die absolute Nutzung erneuerbarer Wärme verringerte sich um etwa ein Prozent von 163,7 TWh im Jahr 2016 auf 162,2 TWh im Jahr 2017. Gleichzeitig wurden wieder mehr fossile Energieträger im Wärmesektor verbraucht. 

Im Jahr 2017 hatte die feste Biomasse wie etwa Holz mit 107 TWh den bedeutendsten Anteil an der erneuerbaren Wärmebereitstellung, gefolgt von Biogas mit 17,2 TWh und biogenem Abfall mit 12 TWh. Der Beitrag der Solarthermie erhöhte sich im Jahr 2017 um 2,2 % auf 8 TWh. Auch die Wärmebereitstellung aus Umweltwärme und Geothermie gewann an Bedeutung und lag mit 13,6 TWh etwa 8,3 % über dem Niveau des Vorjahres.

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Erneuerbare Energien im Verkehrssektor

Der Verkehrssektor ist der Bereich mit dem geringsten energetischen Anteil an erneuerbaren Energiequellen. Einschließlich des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien im Schienen- und Straßenverkehr belief sich der Anteil im Jahr 2017 auf 5,2 %. Damit bleibt der Anteil gegenüber dem Jahr 2016 konstant. Besonders kritisch ist der stagnierende Anteil vor dem Hintergrund eines insgesamt steigenden Energieverbrauchs im Verkehrssektor in Deutschland.

Im Jahr 2017 stieg der Absatz von Biokraftstoffen gegenüber dem Vorjahr um etwa 0,4 TWh auf nunmehr 30,3 TWh. Hiervon entfallen 21,4 TWh auf Biodiesel (+2,7 % gegenüber dem Vorjahr), gefolgt von Bioethanol mit 8,5 TWh (-1,8 % gegenüber dem Vorjahr) und Biomethan mit 0,4 TWh (+0,3 % gegenüber dem Vorjahr). Der rechnerisch ermittelte Stromverbrauch aus erneuerbaren Energien im Verkehrssektor betrug im Jahr 2017 4,3 TWh und steigt zusammen mit der wachsenden Nutzung erneuerbarer Energieträger in der Stromerzeugung kontinuierlich an.

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Emissionsbilanz erneuerbarer Energieträger

Die steigende Nutzung erneuerbarer Energieträger führt zu einer Verdrängung fossiler Energien und somit zu einer zunehmenden Vermeidung klimaschädlicher Treibhausgase. Basierend auf den Daten zur Entwicklung der erneuerbaren Energien kann für das Jahr 2017 eine Treibhausgasvermeidung von rund 179 Millionen (Mio.) Tonnen CO2-Äquivalenten angenommen werden. Der größte Anteil an den vermiedenen Emissionen hat dabei die regenerative Stromerzeugung. Auf den Stromsektor entfielen vermiedene Emissionen in Höhe von 138 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente. Durch die Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmesektor wurden Treibhausgase in Höhe von rund 34 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente vermieden, durch Biokraftstoffe ca. 7 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente.

Die Berechnungen des UBA zeigen, dass erneuerbare Energien insbesondere Steinkohle und Erdgas aus dem deutschen Energiemix verdrängen. Im Bereich der Wärmeversorgung und im Verkehrssektor führt der Einsatz erneuerbarer Energien aber auch zu signifikanten Einsparungen von Heizöl, Dieselkraftstoff und Ottokraftstoff.

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