Erneuerbare Energien in Zahlen

Das Diagramm zeigt, wie sich die Anteile erneuerbarer Energien für Strom, Wärme und Verkehr entwickeln. Während sich Strom bis zum Jahr 2020 kontinuierlich positiv entwickelt, stagniert die Entwicklung bei der Wärme und im Verkehr seit einigen Jahren. Der Anteil der EE am Strom sank allerdings im Jahr 2021 deutlich und erreichte nach 45,2 Prozent im Vorjahr nur noch 41,1 Prozent. Der Anteil der Erneuerbaren im Wärmebericht liegt bei 16,5 Prozent und im Verkehr bei 6,8 Prozent.zum Vergrößern anklicken
Entwicklung der Anteile erneuerbarer Energien
Quelle: AGEE-Stat / Umweltbundesamt

Aktuelle und qualitätsgesicherte Daten zur Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland sind ein wichtiger Baustein zur Bewertung der Energiewende. Die Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) stellt diese Daten bereit und arbeitet an der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Datenbasis erneuerbarer Energien.

Inhaltsverzeichnis

 

Überblick

Die Energiewende verändert Deutschland. Um den Fortschritt des Ausbaus der erneuerbaren Energien zu dokumentieren, finden Sie in den folgenden Abschnitten aktuelle Daten zur Nutzung nachhaltiger Energieträger in allen Verbrauchssektoren – dies sind neben dem Stromsektor auch der Bedarf an Wärme, beispielsweise in der Industrie oder in Haushalten, sowie der Energieverbrauch im Verkehr.

Darüber hinaus bietet der letzte Abschnitt einen Einblick in die positiven Effekte erneuerbarer Energien auf die Entwicklung der Treibhausgasemissionen in Deutschland.

Zusätzlich zu den hier dargestellten Jahreswerten informieren die Monats- und Quartalsberichte über die Entwicklung der erneuerbaren Energien im aktuellen Jahr.

 

Beitrag der erneuerbaren Energien zum Endenergieverbrauch in Deutschland

Im Jahr 2021 wurden 19,7 Prozent des deutschen Endenergieverbrauchs aus erneuerbaren Energien gedeckt. Bereits im letzten Jahr hatte Deutschland mit einem Anteil von 19,3 Prozent sein unter der EU Richtlinie zur Förderung erneuerbarer Energien (2009/28/EC) festgelegtes Ziel von 18 Prozent übertroffen. Um allerdings die zukünftigen ambitionierteren EU-Klimaziele zu erreichen, wird zukünftig ein schnelleres Wachstum notwendig sein. Insgesamt wurde im Jahr eine Energiemenge von 467 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) aus erneuerbaren Energieträgern gewonnen. Von dieser Energiemenge entfielen etwa 50 Prozent auf die Stromproduktion aus erneuerbaren Energiequellen, 43 Prozent auf den erneuerbaren Wärmesektor und 7 Prozent auf biogene Kraftstoffe im Verkehrsbereich.

Insgesamt ist die ⁠Biomasse⁠ aufgrund ihrer vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten in allen Sektoren (in Form von festen Brennstoffen zum Heizen, Biokraftstoffen im Verkehr oder Biogas zur Stromerzeugung) mit einem Anteil von 55 Prozent an der Bereitstellung von erneuerbarer Endenergie noch immer der wichtigste erneuerbaren Energieträger. Die Windenergie folgte mit einem Anteil von 24 Prozent an zweiter Stelle.

Insgesamt entwickelte sich der Anteil der Erneuerbaren Energien in den vergangenen Jahren positiv. Dabei gibt es jedoch große Unterschiede zwischen den einzelnen Sektoren: während sich der Anteil der erneuerbaren Energien am ⁠Bruttostromverbrauch⁠ in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelte und im Jahr 2021 bei 41,1 Prozent lag, steigen die Anteile in den Bereichen Wärme (16,5 Prozent) und Verkehr (6,8 Prozent) nur langsam.

<>
 

Strom aus erneuerbaren Energien

Der Anteil der erneuerbaren Energien im Stromsektor fiel von 45,2 Prozent (2020) auf 41,1 Prozent (2021) des Bruttostromverbrauchs. Insgesamt wurden im Jahr 2021 etwa 233,6 Mrd. kWh Strom aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt. Dies waren etwa 17 Mrd. kWh weniger als im Vorjahr (-7 Prozent).

Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern übertraf im Jahr 2021 trotz des Rückgangs zum wiederholten Mal die Stromerzeugung aus fossilen Energieträgern (Kohle, Gas und Öl). Dabei ist die negative Entwicklung vor allem auf ungünstige ⁠Witterung⁠ im Jahr 2021 zurückzuführen. Während eine im Vergleich zum Vorjahr geringere Sonneneinstrahlung durch den hohen Zubau an neuen Photovoltaikanlangen kompensiert werden konnte, schlug das vergleichsweise schlechte Windjahr – auch wegen niedrigen Zuwachses neuer Windenergieanlagen – deutlich negativ zu buche.

Wind 

Die Windenergie leistete trotz des deutlichen Rückgangs um etwa 14 Prozent mit einem Ertrag von 113,8 Mrd. kWh den größten Beitrag zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien (2020: 132,1 Mrd. kWh). Fünf Jahre zuvor lag die Einspeisung noch bei 79,9 Mrd. kWh (2016). Seitdem ist die Stromerzeugung aus Wind damit um mehr als 42 Prozent angestiegen.

Die installierte Leistung von Windenergie an Land und auf See stieg im Jahr 2021 lediglich um weitere 1.677 Megawatt (MW). Dies ist ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr (2020: 1.446 MW). Um die Energie- und Klimaziele der Bundesregierung zu erreichen, ist jedoch ein deutlich beschleunigter Ausbau der Windenergieleistung nötig.

Photovoltaik

Die Stromerzeugung aus Photovoltaik (PV) profitierte zwar von der hohen Anzahl neu gebauter Anlagen in den Jahren 2020 und 2021, auf Grund vergleichsweise sonnenarmer Witterung wurde jedoch nur ein leichtes Plus in der Stromerzeugung erreicht. Insgesamt wurden im Jahr 2021 50,0 Mrd. kWh Strom aus PV-Anlagen erzeugt. Dies entspricht einem Wachstum von etwa 1 Prozent gegenüber 2020. Gegenüber dem Jahr 2016 – also innerhalb der letzten fünf Jahre - beträgt der Zuwachs der erzeugten Strommenge 33 Prozent. Damals lag die Stromerzeugung aus PV-Anlagen noch bei 37,6 Mrd. kWh.

Der Zubau neuer PV-Kapazitäten steigt seit einigen Jahren wieder kontinuierlich an, nachdem er zwischen 2012 und 2013 stark eingebrochen war. Die Leistung neu installierter PV-Anlagen lag im Jahr 2021 bei 5.007 MW und damit etwas höher als 2020 (4.807 MW). Innerhalb der letzten fünf Jahre stieg die insgesamt installierte PV-Leistung von etwa 40.700 MW (2016) um 44 Prozent auf nunmehr etwa 58.700 MW (2020).

Biomasse

Aus Biomasse undbiogenem Abfall wurden im Jahr 2021 etwa 50,4 Mrd. kWh Strom bereitgestellt. Gegenüber 2020 (50,9 Mrd. kWh) fällt der Wert damit um etwa 1 Prozent. Maßgeblich für die Stromerzeugung aus Biomasse sind vor allem Biogas (28,5 Mrd. kWh), feste Biomasse (11,4 Mrd. kWh), und der biogene Anteil des Abfalls (5,6 Mrd. kWh). Insgesamt liegt die Stromerzeugung aus Biomasse in den letzten 5 Jahren auf etwa gleichbleibendem Niveau.

Die installierte Leistung stieg 2021 um etwa ein Prozent auf 10.431 MW. Gegenüber dem Jahr 2016 beträgt der Zuwachs der installierten Leistung gut 20 Prozent. Die Ausweitung der Kapazität von Biomasseanlagen diente jedoch in den letzten Jahren vornehmlich der Flexibilisierung der Stromerzeugung. Diese sogenannte „Überbauung“ führte in den letzten Jahren zwar kaum zu einem Anstieg der jährlich erzeugten Strommenge, sorgt aber dafür, dass erneuerbarer Strom bedarfsgerechter (also beispielsweise in Zeiten mit geringer Wind- und PV-Stromerzeugung) flexibel bereitgestellt werden kann.

Wasserkraft und Geothermie

Die Stromerzeugung aus Wasserkraft lag mit 19,1 Mrd. kWh auf Grund höherer Niederschläge wieder deutlich über dem Wert des Vorjahres (18,3 Mrd. kWh). Die jährliche Einspeisung erreicht je nach Witterung seit vielen Jahren relativ konstante Werte von maximal etwa 20 Mrd. kWh. Die installierte Leistung der Wasserkraft ändert sich seit einigen Jahren ebenfalls nur noch wenig und lag am Ende des Jahres 2021 bei 5.383 MW.

Die Stromerzeugung aus Geothermie überstieg den Wert des Vorjahres zwar um etwa 8 Prozent (2021: 0,2 Mrd. kWh), trägt jedoch weiterhin mit weniger als 0,1 Prozent zu erneuerbaren Stromerzeugung bei.

<>
 

Wärme aus erneuerbaren Energien

In den vergangenen Jahren war die Entwicklung der erneuerbaren Energien im Wärmesektor wenig dynamisch. Zwar stieg insbesondere die Nutzung fester ⁠Biomasse⁠ bis zum Jahr 2013 kontinuierlich an, seither jedoch wächst der Beitrag erneuerbarer Energieträger am Wärmeverbrauch nur noch wenig.

Der Anteil erneuerbarer Energieträger am ⁠Endenergieverbrauch⁠ für Wärme und Kälte stieg gegenüber dem Vorjahr um 1,2 Prozentpunkte auf 16,5 Prozent an. Der absolute Verbrauch erneuerbarer Wärme stieg – insbesondere auch auf Grund kalter ⁠Witterung⁠ - im Vergleich zum Vorjahr deutlich von 181,7 Mrd. kWh (2020) auf 199,4 Mrd. kWh (2021).

Insgesamt dominieren die verschiedenen Formen der Biomasse die erneuerbare Wärmeversorgung. Die feste Biomasse – also Holz in seinen unterschiedlichen Nutzungsformen – liefert den weitaus größten Anteil an erneuerbarer Wärme. Allerdings hat der Anteil fester Biomasse an der gesamten erneuerbaren Wärme im Laufe der Zeit kontinuierlich abgenommen: von 86 Prozent im Jahr 2000 auf 67 Prozent im Jahr 2021. Insgesamt lieferte die feste Biomasse im Jahr 2021 einen Beitrag von 132,8 Mrd. kWh am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte. Flüssige Biobrennstoffe trugen 2,9 Mrd. kWh bei, gasförmige Biomasse 19,8 Mrd. kWh und biogener Abfall weitere 15,9 Mrd. kWh.

Neben der Biomasse wird erneuerbare Wärme auch in Solarthermie- und Geothermieanlagen erzeugt. Der Anteil der Solarthermie wuchs zwischen 2000 und 2021 von 2 auf gut 4 Prozent der gesamten erneuerbaren Wärme, allerdings liegt der Beitrag der Solarthermie im Jahr 2021 mit 8,4 Mrd. kWh aufgrund geringerer Sonneneinstrahlung niedriger als im Spitzenjahr 2020 (8,9 Mrd. kWh). Die Wärmebereitstellung aus Umweltwärme und Geothermie gewann im Jahr 2021 nochmals deutlich an Bedeutung und lag mit 19,4 Mrd. kWh deutlich über dem Niveau des Vorjahres (+ 11 Prozent). Insgesamt werden etwa 10 Prozent der erneuerbaren Wärme aus Geothermie und Umweltwärmeanlagen gewonnen.

Weitere Ausführungen zum Wärmeverbrauch insgesamt finden Sie im Artikel „Energieverbrauch für fossile und erneuerbare Wärme“.

<>
 

Erneuerbare Energien im Verkehrssektor

Der Verkehrssektor ist der Bereich mit dem geringsten energetischen Anteil an erneuerbaren Energiequellen. Einschließlich des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien im Schienen- und Straßenverkehr belief sich der Anteil im Jahr 2021 auf 6,8 Prozent. Der Einsatz von Biokraftstoffen im Verkehr wird maßgeblich von der gesetzlich festgelegten ⁠Treibhausgas⁠-Minderungsquote bestimmt. Diese wurde im Jahr 2020 von vier auf sechs Prozent angehoben und sorgte dadurch für einen deutliches Plus beim Absatz von Biokraftstoffen im Jahr 2020. Emissionsminderungen aus dem Verkauf von Biokraftstoffen können teilweise auch im Jahr 2021 angerechnet werden, so dass es im Jahr 2021 zu einem Rückgang des Biokraftstoffabsatzes kam.

Insgesamt wurden im Jahr 2021 im Verkehr 39,4 Mrd. kWh Energie aus erneuerbaren Quellen eingesetzt. Dies entspricht einem Rückgang von fast 11 Prozent, nachdem im Vorjahr noch ein Wachstum von über 22 Prozent registriert werden konnte. Im Jahr 2021 wurden etwa 5,1 Mrd. kWh Strom aus erneuerbaren Quellen sowie 34,3 Mrd. kWh Biokraftstoffe im Verkehrssektor eingesetzt. Mit Abstand wichtigster Biokraftstoff war mit 24,9 Mrd. kWh der Biodiesel, gefolgt von Bioethanol mit 8,4 Mrd. kWh. Biomethan (1,0 Mrd. kWh) und Pflanzenöl (0,02 Mrd. kWh) tragen vergleichsweise wenig zu den Biokraftstoffen bei.

Der gesamte Stromverbrauch im Verkehrssektor betrug im Jahr 2021 insgesamt etwa 12,4 Mrd. kWh – davon wurden etwa 5,1 Mrd. kWh aus erneuerbaren Energieträgern bereitgestellt. Trotz des wachsenden Anteils erneuerbaren Stroms trägt dieser nur etwa 1 Prozent zum Gesamtenergieverbrauch im Verkehrssektor bei und wird bisher zu etwa 89 Prozent im Schienenverkehr eingesetzt.

Weitere Daten zum Kraftstoffverbrauch finden Sie im Artikel „Erneuerbare Energie im Verkehr“.

<>
 

Vermeidung von Treibhausgasen durch erneuerbare Energieträger

Die steigende Nutzung erneuerbarer Energien führt zu einer Verdrängung fossiler Energien und somit unter anderem zu einer zunehmenden Vermeidung klimaschädlicher Treibhausgase. Im Jahr 2021 haben erneuerbare Energien ⁠Treibhausgas⁠-Emissionen von rund 221 Millionen (Mio.) Tonnen CO₂-Äquivalenten vermieden.

Die Stromerzeugung durch erneuerbare Quellen hat dabei den größten Anteil an den vermiedenen Emissionen (167 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalente, etwa 75 Prozent der Gesamtmenge). Im Wärmesektor wurden Treibhausgase in Höhe von 45 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalente vermieden (etwa 20 Prozent), durch Biokraftstoffe etwa 10 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalente (etwa 5 Prozent).

Die Menge der vermiedenen Treibhausgas-Emissionen hat sich innerhalb der letzten 10 Jahre um über zwei Drittel erhöht. Treiber der Entwicklung ist vor allem die Stromerzeugung: Ihr Beitrag zur Vermeidung ist seit 2011 um mehr als 86 Prozent gestiegen.

Die Berechnungen des ⁠UBA⁠ zeigen, dass erneuerbare Energien insbesondere Steinkohle und Erdgas aus dem deutschen Energiemix verdrängen. Im Bereich der Wärmeversorgung führt der Einsatz erneuerbarer Energien vor allem zu Einsparungen von Heizöl. Im Verkehrsbereich werden vor allem Diesel- und Ottokraftstoff ersetzt.

Eine ausführlichere Darstellung der Thematik findet sich im Artikel „Emissionsvermeidung durch erneuerbare Energieträger“.

<>
Teilen:
Artikel:
Drucken
Schlagworte:
 Erneuerbare Energien  Regenerative Energien  AGEE-Stat  Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik  Emissionsbilanz  Treibhausgasvermeidung  Erneuerbare Energien-Statistik