Mehr Klimaschutz mit einer neuen Heizung

Dirk Scharenberg aus dem Ruhrgebiet hat sich einen neuen Heizkessel installiert.zum Vergrößern anklicken
Einem Heizgerät, ob alt oder neu, sieht man nicht an, wie (in)effizient es arbeitet.
Quelle: www.co2online.de/Alois Müller

Die Heizung verbraucht im Haushalt am meisten Energie und verursacht damit mit Abstand am meisten CO₂. Beim Wechsel der Heizungsanlage kann der Energieverbrauch deutlich gesenkt werden – zum Beispiel mit einem energieeffizienteren Heizkessel oder dem Umstieg auf eine Heizung, die erneuerbare Energien nutzt. Das ist nicht nur umweltfreundlicher, sondern kann auch Heizkosten sparen.

Heizungen erreichen nach 15 bis 20 Jahren das Ende ihrer Lebensdauer und sind technisch veraltet. In Deutschland sind etwa 50 Prozent der Ölheizungen und 36 Prozent der Gasheizungen älter als 20 Jahre.¹ Zwei Drittel der Heizkessel nutzen keine Brennwerttechnik und sind daher nicht auf dem Stand der Technik.²

Wie effizient ist Ihr aktuelles Heizgerät?

Einem Heizgerät, ob alt oder neu, sieht man nicht ohne weiteres an, wie (in)effizient es arbeitet. Der Feuerungswirkungsgrad, den der Schornsteinfeger misst, liefert keine verlässliche Aussage darüber. Seit 2016 erhalten auch alte Gas- und Öl-Heizkessel im Gebäudebestand eine Energieverbrauchskennzeichnung. Heizkessel der Klassen C und D verschwenden Energie und sollten erneuert werden. Mit dem Etikett können Sie die Effizienzklasse ihres jetzigen Heizkessels mit der eines neuen Heizgerätes vergleichen. Es gibt auch einen Online-Rechner, um die Effizienzklasse zu ermitteln, wenn Ihr Heizkessel noch kein Etikett erhalten hat. Dann können Sie rechtzeitig planen, bevor Ihr Heizkessel eines Tages defekt sein sollte und schneller Ersatz her muss.

Wie hoch ist der Energieverbrauch Ihrer Heizung?

Einen ersten Überblick, ob der Energieverbrauch Ihres Hauses oder ihrer Heizung zu hoch ist, können Sie sich mit Hilfe von Internet-Ratgebern verschaffen. Der HeizCheck schätzt ein, wieviel Energie Sie sparen können. Sie benötigen dafür nur wenige Angaben zum Gebäude und die letzte Abrechnung des Energieversorgers. Mit dem ModernisierungsCheck können Sie ermitteln, wie wirtschaftlich zum Beispiel die Erneuerung der Heizung ist.

Um herauszufinden, mit welchen Maßnahmen und Maßnahmenpaketen Sie wie viel Energie und Energiekosten einsparen können, empfiehlt sich eine individuelle Energieberatung durch qualifizierte Berater - staatlich bis zu 80 % gefördert. Ein „individueller Sanierungsfahrplan “ ist eine Variante der Energieberatung und zeigt Ihnen, wie Ihr Haus fit für das Heizen mit erneuerbaren Energien wird. Für eine geringe Kostenbeteiligung (höchstens 30 Euro) bieten die Verbraucherzentralen unkomplizierte und professionelle Energieberatungen an.

Sich mit dem Energieverbrauch der Heizung und des Hauses auseinanderzusetzen, wird sich künftig immer mehr lohnen: Der CO₂-Preis im Nationalen Emissionshandel wird fossile Brennstoffe nach und nach verteuern. Zu erneuerbaren Energien zu wechseln oder das Haus zu sanieren, wird dadurch immer attraktiver.

Förderung

Wer seine Heizung austauschen möchte, kann von zahlreichen Fördermöglichkeiten profitieren. Am geläufigsten ist das Programm Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Darüber hinaus gibt es noch weitere, teilweise regionale Programme. Welche Förderprogramme für Sie in Frage kommen, können Sie in einem Online-Ratgeber ermitteln.

Heizen mit Erneuerbaren Energien

Die Deutschen heizen immer noch vor allem mit fossilen Energieträgern: Rund drei Viertel aller Wohnungen werden mit Erdgas (48 Prozent) oder Öl (26 Prozent) geheizt.¹ Um die CO₂-Emissionen im Haushalt zu senken, muss die Energieversorgung langfristig aus erneuerbaren Energien gespeist werden. Ölheizungen emittieren am meisten CO₂ und sollten deshalb möglichst schnell ersetzt werden. Auch Gasheizungen bieten keine langfristige Perspektive. Es gibt vor allem folgende Optionen, mit erneuerbaren Energien zu heizen:

  • Solarthermie nutzt die Sonnenstrahlung, um zum Beheizen der Wohnräume oder der Trinkwassererwärmung beizutragen, und verringert auf diese Weise den Energieeinsatz der Hauptheizung.
  • Von Holzheizungen rät das ⁠UBA⁠ aus Gründen des Umwelt- und Ressourcenschutzes ab. Sollte dennoch Holz eingesetzt werden, sollte dies möglichst effizient und emissionsarm eingesetzt werden und vorzugsweise aus Reststoffen der Holzverarbeitung stammen (wie z.B. Holzpellets). Für ein Bestandsgebäude zeigt ein individueller Sanierungsfahrplan einen Weg, wie das Haus mittelfristig ohne Brennstoffe beheizt werden kann. 
  • Das größte Potenzial hat die Wärmepumpe, deren Antriebsstrom aus immer mehr erneuerbaren Energien stammen wird – dann sind Wärmepumpen das umwelt- und klimafreundlichste Heizsystem. Sie sind auch in vielen Bestandsgebäuden effizient einsetzbar. 
  • Der Anschluss an Fernwärme oder Nahwärme ist eine ökologisch sinnvolle Option, selbst wenn das Wärmenetz noch nicht vollständig erneuerbare Energien nutzt.

Klimafreundliche Heizungsanlagen erkennen Sie auch an ihrer Energieeffizienzklasse ab A+, die besten schaffen sogar A+++.

Was gilt es sonst noch zu beachten?

  • Heizung als Gesamtsystem: Damit eine Heizung möglichst effizient funktioniert, muss das ganze System optimal eingestellt und aufeinander abgestimmt sein: Wärmeerzeuger, Heizflächen, Thermostatventile, Pumpen- und Reglereinstellungen. Eine solche "Heizungsoptimierung" lohnt sich auch bei bestehenden Heizkesseln. Nur unter dieser Voraussetzung arbeiten Brennwertkessel auch tatsächlich im Brennwertbetrieb (d.h. der Wasserdampf im Abgas wird abgekühlt und fällt als Kondensat an). Auch bei Wärmepumpen und Solaranlagen ist ein effizienter Betrieb kein Selbstläufer. Beauftragen Sie deshalb beim Heizungstausch eine "Heizungsoptimierung", damit sich die erwartete Energieeinsparung auch tatsächlich einstellt. Fragen Sie Ihren Heizungsinstallateur danach!
  • "Am Ball bleiben" – ⁠Monitoring⁠: Wer in eine neue Heizung investiert, erwartet Einsparungen an Energie und an Heizkosten, damit sich die Investition auch rechnet. Ob sich diese Einsparungen auch tatsächlich einstellen, sollten Sie kontrollieren, indem Sie regelmäßig den Verbrauch der Heizung überwachen. Ein einfaches Hilfsmittel dafür ist zum Beispiel das kostenlose Energiesparkonto.
  • An das ganze Haus denken: Eine Heizung kann nur so effizient arbeiten, wie es das zu beheizende Haus ermöglicht. Schon kleine Maßnahmen wie die Dämmung der obersten Geschossdecke sparen Energie und rechnen sich schnell. Lassen Sie sich beraten, wie Sie ihr Haus sanieren können, entweder auf einmal zum Effizienzhaus oder schrittweise mit dem "individuellen Sanierungsfahrplan". Sowohl die Beratung als auch die Sanierungsmaßnahmen werden staatlich gefördert.

1 BDEW "Wie heizt Deutschland?" 2019

2 ERHEBUNGEN DES SCHORNSTEINFEGERHANDWERKS 2018, ⁠ZIV

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 Heizungsanlage  Energieverbrauch Haushalt