Pelletofen

Holzpellets vor einem Holzstapelzum Vergrößern anklicken
Holzpellets: Mit einem umweltfreundlichen Ofen heizt es sich besser!
Quelle: tchara /fotolia.de

Inhaltsverzeichnis

 

Unsere Tipps

  • Prüfen Sie den Austausch Ihres Pelletofens, wenn er älter als 15 Jahre ist.
  • Achten Sie beim Erwerb eines Pelletofens auf einen hohen Nutzungsgrad und geringe Schadstoffemissionen.
  • Kaufen Sie Pellets aus Ihrer Region und möglichst mit dem Blauen Engel.
  • Profitieren Sie von der staatlichen Förderung beim Einsatz von Staubabscheidern.
  • Nutzen Sie zusätzlich erneuerbare Energien (Solarthermie, Erdwärme).
  • Sparen Sie Heizenergie mit Wärmedämmung, angepasstem Verhalten und regelmäßiger Wartung.
 

Gewusst wie

Die Heizung ist der mit Abstand größte Erzeuger von CO2 im Haushalt. Die Verbrennung von Holz statt Öl oder Gas schont das Klima. Denn bei der Verbrennung von Holz wird nur die Menge an CO2 frei, die das Holz im Laufe des Lebens gebunden hat. Allerdings führt der Einsatz von Holz zu vergleichsweise hohen Schadstoffemissionen. Deshalb sind auch beim Pelletofen einige wichtige Punkte zu beachten.

Austausch alter Öfen: Öfen, die älter als 15 Jahre sind, entsprechen in der Regel nicht mehr dem Stand der Technik. In den meisten Fällen lohnt es sich, einen effizienteren und emissionsarmen Ofen einzubauen. Dieser muss die 2. Stufe der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV) einhalten. Öfen, die zwischen 1985 und 1994 errichtet wurden, müssen zum 01.01.2020 stillgelegt oder gegen einen neuen emissionsarmen Ofen ersetzt oder nachgerüstet werden, wenn der bestehende die geltenden Grenzwerte nicht einhält. Die Feuerungswärmeleistung eines Ofens muss an die örtlichen Gegebenheiten des Aufstellraums angepasst sein. Hierzu sollten sie Sie sich von Ihrem Schornsteinfeger beraten lassen.

Hohe Energieeffizienzklasse wählen: Neben der Leistung sollten Sie beim Erwerb eines neuen Pelletofens auf einen hohen Nutzungsgrad und geringe Emissionen achten. Eventuelle Mehrkosten können in der Regel durch einen geringeren Brennstoffbedarf wieder eingespart werden. Wasserführende Pelletöfen können einen höheren Wirkungsgrad erreichen als nicht wasserführende Öfen, die nur den Aufstellraum heizen. Wasserführende Pelletöfen eignen sich gut für Gebäude mit einem sehr niedrigen Energiebedarf (Passivhäuser). Die sparsamsten Pelletöfen erreichen Energieeffizienzklasse A++. Der Blaue Engel für Holzpelletöfen gibt Orientierung beim Kauf eines Pelletofens. Er zeichnet Geräte aus, die eine hohe Energieeffizienz und niedrigere Emissionen haben. Fragen Sie beim Kauf, ob der ausgewählte Pelletofen die Kriterien des Blauen Engels einhalten kann.

Umweltfreundliche Holzpellets kaufen: Beziehen Sie die Holzpellets aus Ihrer Region, denn der Transport der Pellets zu Ihnen verbraucht Benzin und Diesel. Außerdem gibt es den Blauen Engel auch für Holzpellets. Diese stammen aus nachhaltiger Forstwirtschaft und führen bei der Verbrennung zu niedrigeren Staubemissionen. Fragen Sie beim Kauf nach Holzpellets mit dem Blauen Engel.

Staubabscheider einbauen: Durch den Einsatz von Staubabscheidern können sehr niedrige Schadstoffemissionen bei Pelletöfen erreicht werden. Beim Bundesamt für Wirtschaft- und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gibt es eine finanzielle Förderung für Staubabscheider. Eine Übersicht über bauartzugelassene Staubabscheider finden Sie auf der Internetseite des Deutschen Institut für Bautechnik (DiBt). Für weitere Informationen empfehlen wir unsere Broschüre „Heizen mit Holz“.

Was Sie noch tun können:

  • Kombination mit weiteren erneuerbaren Energien: Ein wasserführender Pelletofen lässt sich sehr gut solar unterstützen. Beachten Sie hierzu unsere Tipps zu Sonnenkollektoren.
  • Beachten Sie auch unsere Tipps zum Sparen von Heizenergie.
  • Beachten Sie auch unsere Tipps zu Pelletkessel.
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Hintergrund

 

Umweltsituation: Idealerweise entstehen bei der Verbrennung von Holzpellets nur Kohlendioxid, Asche und Wasser. Dieses Kohlendioxid trägt nicht zur Erderwärmung bei, falls nur so viel Holz verbrannt wird, wie nachwächst – denn dann binden nachwachsende Bäume und Sträucher das bei der Verbrennung entstandene Kohlendioxid. In der Praxis enthält Holz immer geringe Mengen Stickstoff-, Schwefel- und Chlorverbindungen. Dadurch entstehen bei der Verbrennung schädliche Stickstoff- und Schwefeloxide sowie Salzsäure. Zudem gelangt Staub in die Luft, zu über 90 Prozent als Feinstaub. Diese sehr feinen, mit dem Auge nicht sichtbaren Partikel, können beim Einatmen bis in die Lunge eindringen und so die Gesundheit beeinträchtigen. Bronchitis, die Zunahme asthmatischer Anfälle oder Belastungen für das Herz-Kreislauf-System können die Folge sein. Feinstaub steht außerdem im Verdacht, Krebs zu erzeugen. Bei einer unvollständigen Verbrennung kann ferner giftiges Kohlenmonoxid und das klimaschädliche Methangas entstehen. Methangas trägt 21-mal stärker zur Erderwärmung bei als die gleiche Menge Kohlendioxid. Weitere Produkte einer unvollständigen Verbrennung sind organische Verbindungen, darunter auch Krebs erzeugende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) in Asche und Abluft sowie unangenehm riechende Verbindungen. Falls nicht erlaubte Brennstoffe eingesetzt werden – etwa mit Holzschutzmitteln oder Lack behandeltes Holz – können sogar hochgiftige Dioxine und Furane, gemeinhin als Seveso-Gifte bekannt, entstehen.

Gesetzeslage: Die Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV) enthält Grenzwerte für die Luftschadstoffemissionen von Pelletöfen. Nach der ersten Inbetriebnahme und nach einem Betreiberwechsel gibt es ein Beratungsgespräch durch den Schornsteinfeger. Des Weiteren gibt es eine Inspektion des Brennstofflagers zweimal in sieben Jahren. Die Überprüfung der Einhaltung der Grenzwerte erfolgt auf dem Prüfstand durch den Hersteller.  Ausnahme sind wasserführende Pelletöfen, diese müssen bei der wiederkehrenden Messung des Schornsteinfegerhandwerks die Grenzwerte der 2. Stufe der 1. BImSchV einhalten, sonst dürfen diese Geräte nicht weiter betrieben werden. Die Verordnung (EU) Nr. 2015/1186 macht seit 2018 die Energieverbrauchskennzeichnung für Einzelraumheizgeräte verpflichtend. Ab dem 1.1.2022 regelt die Verordnung (EU) Nr. 2015/1185 die Energieeffizienz und Luftschadstoffemissionen neuer Festbrennstoff-Einzelraumheizgeräte.

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