WASKA - Erstellung eines Bildungsmoduls über die Anpassung der Wasserversorgung an den Klimawandel

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Die Auswirkungen des Klimawandels betreffen zahlreiche Komponenten des Wasserkreislaufs und haben damit direkten Einfluss auf die Wasserversorgung in Deutschland. Einhergehend mit dem sozial-ökonomischen Wandel ist dies eine große Herausforderung, um auch in Zukunft eine quantitativ und qualitativ hochwertige Wasserversorgung sicherzustellen.

Die Folgen des Klimawandels und des sozial-ökonomischen Wandels müssen langfristig und vorausschauend berücksichtigt werden, da wasserwirtschaftliche Anlagen (z. B. Talsperren) über einen langen Zeithorizont genutzt werden und Anpassungsmaßnahmen nach Möglichkeit im Zuge von üblichen Reinvestitionen durchgeführt werden sollten. Die Folgen des Klimawandels sind jedoch vielfältig und lassen sich bisher nur mit erheblichen Unsicherheiten abschätzen.

Daraus resultiert, dass diese Maßnahmen (i) bereits jetzt durchgeführt werden müssen, (ii) auch dann einen positiven Effekt entfalten sollten, wenn es zu keiner Klimaänderung kommt (no-regret-Maßnahmen) und (iii) den Wasserbedarf bzw. -verlust reduzieren und dadurch die Wasserressourcen schonen, sodass insgesamt ein win-win-Potential ausgeschöpft wird.

Das Ziel des Bildungsmoduls WASKA ist es, die Handelnden und Entscheidungsträger*innen im Bereich der Wasserversorgung (z. B. Stadtwerke, Zweckverbände, Talsperrenbetreiber) (i) für die Bandbreite der möglichen Klimafolgen auf die Wasserversorgung zu sensibilisieren, (ii) mit relevanten Fragestellungen der Klimafolgen in den wasserwirtschaftlichen Handlungsbereichen zu konfrontieren und (iii) mit möglichen Anpassungsstrategien vertraut zu machen.

Um dieses Ziel zu erreichen, bündelt das Bildungsmodul WASKA das existierende Wissen über die Folgen des Klimawandels auf die Wasserversorgung und ihrer möglichen Anpassungsstrategien. Das Wissen wird interaktiv aufbereitet, als e-Learning Kurs zur Verfügung gestellt und den Beteiligten der Wasserversorgung praxisnah in Seminaren vermittelt.

Wie wurde die Maßnahme umgesetzt?

Hauptverantwortliche Institution (Maßnahmenträger)Friedrich-Schiller-Universität, Jena, Institut für Geographie
http://waska.uni-jena.de/
Kooperationspartner

Stadtwerke Energie Jena-Pößneck GmbH, Thüringer Fernwasserversorgung, Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie, Referat 44 – Klimaagentur, Kompetenznetzwerk Wasser und Energie Oberfranken-Ost e.V.

Steuerungsinstrumente

Welches Steuerungsinstrument ist Bestandteil der Maßnahme?Informationsbereitstellung und Sensibilisierung
Bitte erläutern Sie die von Ihnen genannten Instrumente und deren Anwendung näher.

Das primäre Ziel der Maßnahme ist die Bewusstseinsbildung der Beteiligten im Bereich Wasserversorgung. Dies wird über Workshops und die Internetseite des Projektes mit integriertem Lernmodul erreicht. Neben der Bewusstseinsbildung werden auch konkret Informationen über die Auswirkungen des Klimawandels und mögliche Maßnahmen zur Verfügung gestellt.

Beteiligung und Finanzierung

Die Zielgruppe geht über die Kooperationspartner hinaus und Workshops werden auch von weiteren Teilnehmenden besucht. Das webbasierte Lernmodul ist frei zugänglich und richtet sich an alle, die sich mit Wasserversorgung und Klimawandel beschäftigen. Die Teile des Lernmoduls, die sich mit den Grundlagen des Klimawandels und des Wasserhaushalts befassen, sind darüber hinaus für alle geeignet, die sich für Informationen über den Klimawandel interessieren.

Kosten

186 000 €

FinanzierungBund

Erfolg und Nutzen

Erfolgt eine systematische Evaluation der Maßnahme?Ja
Bitte beschreiben Sie die Evaluationsmethode

Evaluationen im Anschluss an die Workshops durch den projektverantwortliche Person. Eine Umsetzung des Wissens in der Praxis muss als längerfristiger Prozess angesehen werden.

Welche Erfolge wurden bis jetzt mit der Maßnahme erreicht?

Wir konnten das Interesse am Thema Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserversorgung bei Stadtwerken, Landesbehörden, Ingenieurbüros und Wasserversorgern in Thüringen und darüber hinaus, wecken.

Bringt die Maßnahme Nutzen für weitere Zielsetzungen außer dem Ziel der Anpassung an den Klimawandel?Ökonomische Ziele: z.B. Innovation, Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen oder Regionen
Erläuterung

Wie bereits erwähnt sind die im Projekt vorgeschlagenen Maßnahmen grundsätzlich auf eine Erhöhung der Robustheit der Wasserversorgung hin ausgerichtet. Daher ergeben sich auch positive Effekte für Situationen und Ereignisse, die im Rahmen einer "normalen" Klimaentwicklung stattfinden.

Welche Hindernisse wurden überwunden?

Welcher Faktor stellt/stellte ein besonderes Hindernis bei der Umsetzung der Maßnahme dar?

Bisher gibt es noch keine Regeln oder Vorschriften, die die Auswirkungen des Klimawandels bei der Planung und dem Betrieb von Infrastruktur in der Wasserversorgung adressieren. Einerseits erschwert das die Motivation der Beteiligten diese Thematik zu berücksichtigen, andererseits ist das Projekt genau dafür da, ein Bewusstsein in diesem Bereich zu schaffen. Wir stehen hier also noch sehr am Anfang.

Welche zusätzlichen Konflikte gab es?

Ökonomische Ziele: z.B. Innovation, Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen oder Regionen
Erläuterung

Als Anbieter eines Bildungsmoduls sind wir nicht direkt von dieser Problematik betroffen. Allerdings verursachen potenzielle Maßnahmen von Wasserversorgern erhöhte Kosten. Da diese Maßnahmen im Allgemeinen auf eine größere Robustheit der Infrastruktur abzielen, ist noch nicht klar, welche Einsparungen sich auf lange Sicht ergeben.

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