Nachhaltige Immobilienbewirtschaftung

  • Büsche im Vordergrund, im Hintergrund ein Mietshaus
    Das Haus im Frühjahr
  • Bienenstock und ein- und ausfliegende Bienen
    Unsere Bienen bei der Arbeit
  • Ein Nistkasten im Baum
    Nistkästen
  • Rot weisses Band versperrt Zugang zur frisch gesäten Wiese
    Die Wildblumenwiese ist im Entstehen
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Am Beispiel eines unserer Häuser soll eine Bewirtschaftungsstrategie entwickelt werden, die dem Klimawandel Rechnung trägt und sich auf unseren gesamten Immobilienbestand übertragen lässt. Das Objekt (Baujahr 2001) besteht aus zwei zusammenhängenden Häusern mit insgesamt 28 Wohnungen und 70 Bewohnern, davon 25 Kinder und Jugendliche. Alle Maßnahmen wurden von der Hausgemeinschaft intensiv diskutiert und letztlich einstimmig beschlossen. Im Zentrum des Projekts „Nachhaltige Immobilienbewirtschaftung“ stehen die energetische Optimierung des Anwesens und eine klimagerechte Bewirtschaftung der Außenanlagen. Gartenkonzept: Im Hausgarten, der einen Gemüseacker, Wiesen, Buschbestand, Obstbäume und Zierbeete umfasst, wird laut Beschluss der Hausgemeinschaft vom Juni 2010 ausschließlich ökologisch gewirtschaftet; das heißt, auf Kunstdünger und Pestizide wird verzichtet. Das vermeidet Klimagase, die sowohl bei der Herstellung als auch beim Ausbringen (Kunstdünger) entstehen. Stattdessen verwendet die Hausgemeinschaft selbst hergestellten Kompost. Das fördert die Humusbildung und bindet CO2. Das Gießwasser für den Garten stammt aus Regentonnen, mit denen zu erwartende Dürreperioden überbrückt werden können. Es hat sich allerdings herausgestellt, dass die Tonnen-Kapazität aufgestockt werden muss, um auch längere Trockenzeiten ohne Trinkwasser-Entnahme zu überstehen. Das Gartenkonzept ist der Abschied vom Leitbild des aufgeräumten Gartens. Totholz, Laubhaufen, Brennesselfelder und wucherndes Gestrüpp sind ausdrücklich erwünscht. Darüber freuen sich Igel, Käfer und Schmetterlinge und der Boden trocknet in Hitzesommern weniger stark aus. Die Gefahr, dass ein Platzregen die fruchtbare Oberschicht wegspült, wird dadurch minimiert. Energiekonzept: Im Herbst 2007 wurde auf Beschluss der Hausgemeinschaft ein Teil der Außenbeleuchtung stillgelegt. Alle energierelevanten Einrichtungen (Aufzug, Technikraum, Waschkeller, Werkstatt), erhielten Zwischenzähler, die Heizungsanlage wurde hydraulisch abgeglichen und mit stromsparenden Hocheffizienzpumpen ausgestattet. Die Hausgemeinschaft hat Treppenhäuser, Haustüren und Fahrradschuppen in Eigenregie mit Energiesparlampen nachgerüstet und erstellt jedes Jahr einen Energiebericht, auf dessen Basis weitere Maßnahmen beschlossen werden. Neben einem effizienteren Umgang mit Strom und Wärme verfolgt das von der Hausgemeinschaft beschlossene Energiekonzept das Ziel, der CO2-Neutralität möglichst nahe zu kommen. Das ist nun fast erreicht: Der Hausstrom stammt aus erneuerbaren Quellen, eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach speist Sonnenstrom ins Netz, ein Geothermie-Brunnen versorgt das Haus mit Wärme und die Mehrheit der Bewohner bezieht Ökostrom. Das Anwesen ist autoreduziert; eine Carsharing-Station wird von den Bewohnern intensiv genutzt. Gesellschaft: Die Aktivitäten der Bewohner des Anwesens Caroline-Herschel-Straße strahlen in den Stadtteil ab. Insbesondere die Teilabschaltung der Außenbeleuchtung und die Idee der Bienenhaltung stoßen auf reges Interesse – aber auch auf Vorbehalte, die sich im persönlichen Gespräch jedoch meist aus der Welt räumen lassen. Auf diese Weise stößt die Hausgemeinschaft gesellschaftliche Diskussionen an – auch über den Stadtteil hinaus: In regelmäßigen Abständen veranstaltet die Münchner Volkshochschule Hausführungen, bei denen sich interessierte Bürger über die sozialen und ökologischen Aspekte des nachbarschaftlichen Wohnens informieren können. Auch die Jugend nimmt regen Anteil: So haben die Kinder aus dem Haus (und der Nachbarschaft) begeistert die Nistkästen zusammengeschraubt und damit die Hecken und Bäume im Garten bestückt. Weitere Events für Kinder und Jugendliche sind geplant, unter anderem ab Mai mit den Bienen. Dazu sind auch Kooperationen mit der benachbarten Grundschule und dem Jugendzentrum um die Ecke in Vorbereitung.

Eckdaten zur Maßnahme

Maßnahmenträger

MaßnahmenträgerWogeno München eG
http://www.wogeno.de
Kooperationspartner

keine

Dauer und Finanzierung

Dauer

Beginn der Umsetzung
Wie hoch waren die (geschätzten) Kosten für die Umsetzung?

knapp 10.000 Euro

Eigenmittel der Wogeno, Hauskasse, Bienenpatenschaften (à 25 Euro), Spenden aus dem Haus. Einige Maßnahmen haben die Bewohner des Anwesens selbst in die Hand genommen, beispielsweise die Nachrüstung mit Energiesparlampen in den Treppenhäusern. Um weitere Mittel zu akquierieren, ist unter anderem an eine Tombola gedacht.

Beteiligung

Welche weiteren Personengruppen wurden an der Planung oder Umsetzung der Maßnahme beteiligt?

Hausbewohner, ortsansässige Handwerker

Welche Formen der Beteiligung fanden statt?

ErläuterungDiskussionen auf der Hausversammlung, Beratungsgespräche

Erfolge

Welche Erfolge wurden bis jetzt mit der Maßnahme erreicht?

Der Hausstrom-Verbrauch wurde innerhalb von dreieinhalb Jahren von 21.300 auf 10.400 Kilowattstunden mehr als halbiert. Die dafür nötigen Investitonen werden sich im ersten Halbjahr 2011 amortisiert haben. Der Boden für die erste Wildblumenwiese wurde vorbereitet; im April wird ausgesät. Die Kinder haben Nistkästen gebaut, die rund ums Haus ausgehängt wurden. Zwei Bienenkisten sind bestellt, die beiden Völker kommen im Mai.

Hat die Maßnahme positive Nebeneffekte?

Biodiversität: Nistästen zur Brutunterstützung, Wildblumenwiese und Totholz für Insekten, Insektenhotels. Umweltbildung: Die Kinder werden spielerisch in die Maßnahmen einbezogen und entwickeln auf diese Weise ein Gespür für die Umwälzungen und Herausforderungen, vor die der Klimawandel die Gesellschaft stellen wird.

Kunstdünger und Pestizide sind tabu, dadurch Vermeidung von Klimagasen aus Herstellung und Ausbringung. Durch Ausbringen von Kompost bildet sich Humus und es werden Klimagase gebunden. Reduzierung des Haustromverbrauchs, Bezug von Ökostrom, Photovoltaik-Anlage, Wärmebezug über Geothermie-Brunnen, dadurch nahe an der energetischen CO2-Neutralität.

Gesellschaft: Die Aktivitäten der Bewohner des Anwesens Caroline-Herschel-Straße strahlen in den Stadtteil ab. Insbesondere die Teilabschaltung der Außenbeleuchtung und die Idee der Bienenhaltung stoßen auf reges Interesse. Kooperationen mit der benachbarten Grundschule und dem Jugendzentrum sind geplant.

Hindernisse

Welche Hindernisse gab es während der Umsetzung?

Alle Hausbewohner einzubinden, Vorbehalte auszuräumen.

Ansprechperson

Hartmut Netz
Caroline-Herschel-Straße 27
81829 München
Deutschland

Ort der Umsetzung

München
Deutschland

München

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