Anpassung: Handlungsfeld Bauwesen

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Im Zuge des Klimwandels muss sich auch der Baubereich umstellen.
Quelle: 106313/photocase.com

Maßnahmen zur Anpassung an die Klimafolgen im Bauwesen tragen zum Erhalt gesunder Wohn- und Arbeitsverhältnisse bei, mindern oder vermeiden Schäden durch Wetterextreme und bewahren so den Wert von Gebäuden. Auch eine angepasste Bauplanung, die Klimaaspekte berücksichtigt, kann eine effektive Anpassungsmaßnahme sein.

Technische Maßnahmen

Technische Maßnahmen zur Anpassung von Gebäuden an den Klimawandel sollten an der Gebäudehülle, der Konstruktion, dem Standort sowie an der Gebäudetechnik ansetzen. Durch angepasste Architektur, Bauplanung, Materialien und Technologien können Gebäude widerstandsfähiger gegenüber klimatischen Bedingungen und Witterungserscheinungen werden. Vor allem in Hanglagen, in Gebieten mit quellfähigen Böden oder in hochwassergefährdeten Bereichen werden Anpassungsmaßnahmen im Gebäudebereich zunehmend wichtiger.

Bauliche Maßnahmen können zudem verschiedene Folgen des Klimawandels adressieren. Bei steigenden Temperaturen und Hitzewellen im Sommer kann ein guter Wärmeschutz helfen, die Gebäudenutzer vor Hitzestress zu schützen. Beispielsweise durch Verschattung, Wärmedämmung oder eine klimagerechte Architektur. Auf diese Weise kann der Überhitzung von Gebäuden entgegengewirkt werden, ohne auf technische Gebäudekühlung wie Klimaanlagen zurückgreifen zu müssen, die den Energieverbrauch stark erhöht.

Folgende weitere Maßnahmen gegen Hitze sind möglich:

  • Eine Automatisierung des Sonnenschutzes sorgt für optimale Verschattung und verhindert so ein Aufheizen von Gebäuden.
  • Die Nutzung natürlicher Wärmesenken zur Gebäudekühlung, beispielsweise über eine automatisierte Nachtlüftung, senkt den Bedarf technischer Kühlung.
  • Eine optimierte Gebäudeausrichtung kann ebenfalls das Aufheizen von Gebäuden verhindern.
  • Kontrollierte Lüftungssysteme, wie sie bereits in Passivhäusern genutzt werden, dienen der energieeffizienten und ausgewogenen Be- und Entlüftung von Gebäuden.

Andere bauliche Anpassungsmaßnahmen können Gebäude vor Überflutung schützen. Äußere Gebäudeteile lassen sich beispielsweise durch Barrieresysteme sichern. Für Wände, Decken und Fußböden empfehlen sich bei der Konstruktion Schichtenfolgen, die weniger schadensanfällig sind. In gefährdeten Gebieten kann bei Neubauten erwogen werden, auf die Unterkellerung zu verzichteten, um deren Volllaufen zu verhindern. Anstelle eines grundsätzlichen Bauverbots können Gebäude aufgeständert, also auf Säulen gebaut werden.

Auch bei anderen extremen Wetterereignissen tragen bauliche Anpassungsmaßnahmen dazu bei, Schäden vorzubeugen. Gegen Schäden durch Starkregen hilft unter anderem eine Überprüfung des Entwässerungskonzepts, der Abdichtungssysteme und der Außenflächen. Zum Schutz vor Hagelschäden können Materialien und Bauformen mit hoher Widerstandskraft verwendet oder geeignete Schutzschichten angebracht werden.

Rechtliche, politische und Management-Maßnahmen

Rechtliche, politische und Management-Maßnahmen dienen dazu, Rahmenbedingungen herzustellen, die es der Bauwirtschaft und Gebäudeeigentümern erleichtern, die beschriebenen technischen und baulichen Anpassungsmaßnahmen umzusetzen.

Ein erster Schritt ist dabei die Bewusstseinsbildung und Wissensvermittlung hinsichtlich der Klimarisiken und des bestehenden Anpassungsbedarfs. Beispielsweise können Weiterbildungen von Berufsverbänden organisiert und in die Veranstaltungsprogramme der Ingenieur-, Handwerks-, und Architektenkammern aufgenommen werden. Zusätzlich sollten auch Gebäudeeigentümer, Verwaltungen und Mieter sensibilisiert werden. Auf diese Weise wird nicht nur das Bewusstsein für die Vulnerabilität im Gebäudebereich erhöht, sondern auch die Kompetenz und Akzeptanz für Anpassungsmaßnahmen erweitert.

Auf politischer Ebene sollten Anpassungserfordernisse in baulichen Richtlinien stärker berücksichtigt und auf Basis der Erkenntnisse zum Klimawandel weiterentwickelt werden. Mögliche Maßnahmen könnten Wärmeschutzmindestanforderungen für Kindergärten und Schulen oder eine Verletzbarkeitsprüfung von Standorten sein, die dazu beiträgt, Bauweisen anzupassen oder die Bebauungsgenehmigung auf besonders gefährdeten Flächen einzuschränken.

Darüber hinaus sind Instrumente der Bau- und Planungspraxis weiterzuentwickeln. In integrierten Stadtentwicklungskonzepten können beispielsweise Klimaanpassungsmaßnahmen an Gebäuden für Sanierungs-, Modernisierungs- und Neubauvorhaben vorgesehen werden. Gleichsam sollten auch Strategien, die in erster Linie auf die Verbesserung der Energieeffizienz oder den Klimaschutz zielen, einbezogen werden. Vor diesem Hintergrund gilt es, Forschungsanstrengungen in den Bereichen Nachhaltigkeit und Energieeffizienz von Gebäuden sowie die Übertragbarkeit der Ergebnisse in die Praxis zu fördern. Außerdem sollten Kartenmaterialien aktualisiert und die Verfügbarkeit von Informationen verbessert werden, zum Beispiel durch ein Monitoring der Klimaeinflüsse.

Wenn Sie sich für die konkreten Folgen des Klimawandels im Handlungsfeld Bauwesen interessieren, klicken Sie bitte hier.

Quellen