Umweltschutz und Beschäftigung

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Im Umweltschutz sind mehr als 2 Millionen Menschen beschäftigt
Quelle: Robert Churchill / Thinkstock

Die Zahl der Beschäftigten im Umweltschutz ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Im Jahr 2012 arbeiteten mehr als zwei Millionen Menschen für den Umweltschutz. Da Umweltschutzmaßnahmen häufig arbeitsintensive Sektoren fördern und Importe ersetzen, sind oft auch die Nettobeschäftigungswirkungen des Umweltschutzes positiv.

Umweltschutz ist eine gesellschaftliche und politische Aufgabe mit eigenen Zielen. Die Weiterentwicklung des Umweltschutzes darf sich daher nicht auf beschäftigungsfördernde Bereiche beschränken. Es ist dennoch sinnvoll, mögliche Synergien zwischen Umweltpolitik und Beschäftigung zu nutzen. Denn mit Blick auf eine nachhaltige Entwicklung sind die positiven Beschäftigungswirkungen des Umweltschutzes ein wichtiges Bindeglied. Es verknüpft die ökonomische, soziale und ökologische Dimension der Nachhaltigkeit miteinander.

Stellenwert des Umweltschutzes für die Beschäftigung nimmt zu

Der Stellenwert des Umweltschutzes für die Beschäftigung in Deutschland ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Im Jahr 2012 waren in Deutschland erstmals mehr als zwei Millionen Personen im Umweltschutz tätig. Das entspricht einem Anteil von 5,2 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland. Durch den Umweltschutz entstehen allerdings nicht nur Arbeitsplätze in den klassischen Umweltschutzbereichen Abfallbeseitigung, Gewässerschutz, Lärmbekämpfung, Luftreinhaltung und bei den erneuerbaren Energien. Auch in den vorgelagerten Stufen der Wertschöpfungskette wurden neue Stellen geschaffen. Außerdem müssen sich Wirtschaftszweige wie der Fahrzeugbau, die chemische Industrie oder die Landwirtschaft stärker als bisher auf die ökologischen Trends ausrichten. Der Dienstleistungssektor spielt, gerade mit Blick auf Umwelttechnikdienstleistungen, ebenfalls eine wesentliche Rolle.

Nettobeschäftigungswirkungen des Umweltschutzes

Umweltschutz schafft auch bei Berücksichtigung der hiermit verbundenen Kosten per Saldo Arbeitsplätze. Denn tendenziell profitieren durch ihn eher arbeitsintensive Sektoren, beispielsweise bei der energetischen Gebäudesanierung. Hinzu kommt, dass Umweltschutzmaßnahmen zum Teil Importe durch inländische Wertschöpfung ersetzen. Das ist etwa der Fall bei Investitionen in Energieeffizienz oder dem verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien, die den Verbrauch fossiler Energieträger wie Öl oder Gas verringern. Allein die erneuerbaren Energien haben so im Jahr 2014 Energieimporte von mehr als acht Milliarden Euro vermieden.

Fachkräfte sind wichtiger Standortfaktor

Prognosen zufolge wird der Weltmarkt für Umweltschutzgüter überdurchschnittlich wachsen. Die Verbesserung der Energie- und Rohstoffeffizienz spielt in vielen Branchen eine immer größere Rolle. Die Unternehmen haben vor diesem Hintergrund einen großen Anreiz, sich weiterhin gut auf den „grünen Zukunftsmärkten“ zu positionieren. Auch für den Arbeitsmarkt hätte dies positive Effekte. Damit sich die Beschäftigungspotenziale realisieren lassen, müssen jedoch entsprechende Qualifikationen auf dem Arbeitsmarkt verfügbar sein.