Mobilität und Tourismus - Kooperation zwischen Verkehrs- und Freizeitanbietern zur Anpassung an den Klimawandel

  • Workshopteilnehmer und -teilnehmerinnen sitzen um einen Gruppenarbeitstisch umgeben von Panoramafenster und schauen auf die Flipcharts mit den handschriftlichen Präsentation der erarbeiteten Ergebnisse
    Workshop am 30. April 2014 in Tegernsee
  • Gruppenbild der Abschlussveranstaltung vor einer Berglandschaft (von links nach rechts: Prof. Dr. Jürgen Schmude (LMU München) , Ruth Berkmüller (bifa Umweltinstitut), Dr. Michael Schneider (bifa Umweltinstitut), Georg Overs (Tegernseer Tal Tourismus), Andreas Horneber (IHK Nürnberg), Dr. Christina Hans (LMU München))
    Abschlussveranstaltung des Projekts am 10. Juli 2015 in Gmund am Tegernsee (von links nach rechts: Prof. Dr. Jürgen Schmude (LMU München) , Ruth Berkmüller (bifa Umweltinstitut), Dr. Michael Schneider (bifa Umweltinstitut), Georg Overs (Tegernseer Tal Tourismus), Andreas Horneber (IHK Nürnberg), Dr. Christina Hans (LMU München))
  • Workshopteilnehmerinnen und -teilnehmer sitzen am Arbeitsgruppentisch. Im Hintergrund stehen weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Präsentationswänden.
    Workshop am 26. März 2015 in Rottach-Egern - Konkretisierung der Leuchtturm-Ideen
<>

Das Projekt unterstützt die Entwicklung von Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel als „kommunales Leuchtturmvorhaben“ in den Branchen Verkehr und Tourismus. Im Mittelpunkt standen dabei Kooperationen zwischen Verkehrsunternehmen und Leistungsträgern der Tourismusbranche, da für beide Bereiche große Risiken in Folge steigender Temperaturen und zunehmender Extremwetterereignisse zu erwarten sind. Gleichzeitig ergeben sich jedoch auch große Potenziale, z.B. durch ein ausgeprägteres Umweltbewusstsein der Kunden.
Vor diesem Hintergrund wurden zusammen mit kommunalen Projektpartnern Fragestellungen mit hoher Praxisrelevanz identifiziert, zentrale Handlungsfelder für eine nachhaltige Anpassung an den Klimawandel analysiert sowie effiziente und effektive Anpassungskonzepte und -strategien erarbeitet. Im Fokus stand dabei die Stadt Nürnberg als Metropolregion und das Tegernseer Tal als ländliche Region. Die Auswahl dieser infrastrukturell unterschiedlichen Untersuchungsräume erlaubte es, eine große Bandbreite an differenzierten Rahmenbedingungen und Einflussfaktoren zu berücksichtigen, so dass die im Laufe des Projektes erarbeiteten und umgesetzten Konzepte auch von anderen Kommunen adaptiert werden können. Es wurden so verschiedene Bedingungen (z.B. Stadt-Land-Unterschiede bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel) untersucht und jeweils passende Maßnahmen entwickelt. Ergebnis war u.a. ein neuartiger Angebots-Feed, bei dem für die aktuelle Wetterlage jeweils passende touristische Angebote auf digitaler Basis zusammengestellt werden, ein „klimaangepasster“ Straßenzug sowie ein Mobilitätsangebot, das die Witterungsabhängigkeit reduziert und für jedes Wetter die passenden Transportmöglichkeiten zur Verfügung stellt.
Diese im Rahmen einer Broschüre veröffentlichten Projektergebnisse dienen als Best-Practice-Beispiel für andere Regionen, Kommunen oder Städte und zeigen, dass Anpassung an den Klimawandel kein Thema für „Einzelkämpfer“ ist. Nur durch Kooperation und gemeinsame Anstrengungen der Akteure lassen sich Anpassungsoptionen entwickeln und arbeitsteilig umsetzen, was eine Vernetzung verschiedener Interessengruppen umso wichtiger macht. Vor diesem Hintergrund bietet eine innerhalb des Projekts entwickelte Checkliste eine Möglichkeit für andere Kommunen, einzelne Maßnahmen für die eigene Anpassung an den Klimawandel zu prüfen und deren Nutzen im Hinblick auf ökologische und ökonomische Faktoren zu bewerten. Dies unterstreicht nachdrücklich das Ziel der Übertragbarkeit, d. h. es wurden keine „Insellösungen“ entwickelt, sondern anhand konkreter Projekte „Musterlösungen“ angeboten.

Bisherige Erfolge der Maßnahme

Sensibilisierung und Auseinandersetzung mit den Konsequenzen des Klimawandels für die jeweilige Region; Entwicklung von Anpassungsmaßnahmen

Erfolgt eine systematische Evaluation der Maßnahme? Nein

Zusätzliche Nutzen über die Anpassung an den Klimawandel hinaus

Lebensqualität / soziale Ziele: z.B. Erhöhung der Wohnqualität in Städten, Beitrag zu sozialem Ausgleich und sozialer Integration, besondere Berücksichtigung der Interessen benachteiligter Bevölkerungsgruppen

Erhalt der Lebens- und Aufenthaltsqualität

Klimaschutz: Einsparung von Treibhausgasemissionen oder Entfernung von Treibhausgasen aus der AtmosphäreÖkonomische Ziele: z.B. Innovation, Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen oder Regionen

Unterstützung der Leistungsträger aus Verkehrs- und Tourismusbranche bei der Entwicklung neuer Angebote, um die Wettbewerbsfähigkeit bei fortschreitendem Klimawandel aufrecht zu erhalten

Welche Hindernisse wurden überwunden?

Es wurde deutlich, dass die tatsächliche Umsetzung der Leuchtturm-Projekte in einem Projektzeitraum von zwei Jahren nur in ersten planerischen Ansätzen möglich ist. Zum einen bedarf es – unabhängig davon, ob es sich um ein städtisches oder ländliches Setting handelt – zusätzlicher Abstimmungszeiträume und weitergehender politischer Einbindung sowie der Wahrung verschiedener anderer Interessen wie Denkmalschutz (Bsp. Nürnberg: Leitbild „Mittelalterstadt“ vs. Umgestaltung des Stadtbildes mit Begrünung etc.).

Wer war beteiligt?

Kommunen

Verkehrs- und Tourismusakteure

Formen der Beteiligung

Experteninterviews
Online-Kundenbefragungen
Online-Stakeholder-Befragungen
Workshops und Fokusgruppen
Öffentlichkeitswirksame Abschlussveranstaltung

Kooperationspartner

Stadt Nürnberg, IHK Nürnberg für Mittelfranken, Tegernseer Tal Tourismus GmbH

Wie wurde die Maßnahme umgesetzt?

Hauptverantwortliche Institution (Maßnahmenträger) Ludwig-Maximilians-Universität München und bifa Umweltinstitut GmbH
http://www.geographie.uni-muenchen.de/department/fiona/index.php
Welches Steuerungsinstrument ist Bestandteil der Maßnahme?Freiwillige Vereinbarung, Kooperation, Informationsbereitstellung und Sensibilisierung, Umweltbeobachtung und Erforschung von Folgen des Klimawandels
Finanzierung Bund
Teilen:
Artikel:
Drucken Senden