Grüne Klimaoasen: Integrierte Stadtgrünentwicklung in Berlin Marzahn-Hellersdorf

  • Fotografie eines Wegweisers der Parzelle Klimagarten. Am Wegweiser befindet sich zudem eine Informationstafel zum "Klima-Schaugarten".
    Auf dem Weg zum Klimagarten, der Gemeinschaftsparzelle der Kleingartenanlage am Forsthaus
  • Fotografie eines Bachlaufs zwischen wildwachsenden Wiesen. Rechts am Bachrand steht ein kleiner Baum, links ist das Bachufer stärker bewachsen.
    Entlang der Wuhle findet sich eine bunte Vielfalt an Wiesen, Wäldern, Gärten aller Art sowie Umweltbildungseinrichtungen.
  • An einer Pinnwand sind viele Ideen und Gedanken zum Thema Klimafolgen für Vegetationsflächen als Ergebnisse eines Brainstormings angepinnt.
    Brainstorming mit den Teilnehmer*innen beim Fachseminar „Vegetationsflächenpflege im Klimawandel“
  • Eine Person begutachtet in einem angelegten Garten eine Bodenprobe.
    Die Reihe "Stadtgärtnern in Marzahn-Hellersdorf" vermittelte Aspekte eines klimabewussten Gärtnerns in Theorie und Praxis, wie hier das Vorgehen bei der Bodenprobenahme.
  • Das Deckblatt eines Kalenders für das Jahr 2020. Sicht von unten am Stamm eines grün belaubten Baumes entlang nach oben. Durch die Blätter scheint die Sonne.
    Der Bezirkskalender "Grün im Klimawandel", eine Gemeinschaftsproduktion mit dem Umwelt- und Naturschutzamt und den Bezirksverbänden der Gartenfreunde.
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Das Projekt zielt auf die gemeinschaftliche Entwicklung klimaangepasster Grünräume ab, die einerseits selbst den Folgen des Klimawandels gewachsen sind und andererseits zur Anpassung der Städte beitragen. Eine Reihe von Vernetzungsmaßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung von „Grünen Klimaoasen“ wurde im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf umgesetzt, flankiert durch entsprechende Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit.
Neben übergreifenden Arbeitsbereichen wurden drei Schwerpunkt identifiziert:
„GRÜNE KLIMAOASEN Kleingärten“:
Beratung und Weiterbildungsangebote von Vereinen zum „Stadtgärtnern im Klimawandel“, u.a. Aufbau eines „Klimagartens“ und Öffentlichkeitsarbeit.
„GRÜNE KLIMAOASE Schulgelände“:
Entwicklung und Umsetzung einer Vielzahl von Vernetzungs- und Bildungsangeboten für schulische und außerschulische Umweltbildner*innen rund um Schulgärten und das Schulgelände.
„GRÜNE KLIMAOASEN Kommunales Grün“:
Durchführung eines viertägigen Seminars für leitende Fachkräfte kommunaler Betriebe zur „Vegetationsflächenpflege im Klimawandel“ unter Anwendung des „Berliner Handbuchs Gute Pflege“ in Kooperation mit der Lehr- und Versuchsanstalt Gartenbau und Arboristik (LVGA) in Großbeeren, dem Straßen- und Grünflächenamt in Marzahn-Hellersdorf und der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz.
Hierbei gab es Synergien zum Projekt "Berufliche Bildung zur klimaangepassten Grünflächenpflege", das auch in der Tatenbank zu finden ist.

Wie wurde die Maßnahme umgesetzt?

Hauptverantwortliche Institution (Maßnahmenträger)Humboldt-Universität zu Berlin, Lebenswissenschaftliche Fakultät, Albrecht Daniel Thaer-Institut für Agrar- und Gartenbauwissenschaften , Lehr- und Forschungsgebiet Beratung und Kommunikation
https://www.agrar.hu-berlin.de/
Kooperationspartner

Straßen- und Grünflächenamt Marzahn-Hellersdorf; Umwelt- und Naturschutzamt Marzahn-Hellersdorf; BUND, Landesstelle Berlin e. V.; Bezirksverband der Gartenfreunde Berlin-Hellersdorf e. V.; Bezirksverband Berlin-Marzahn der Gartenfreunde e. V.; Kleingartenvereine Am Forsthaus, Elsenstraße und Wuhleblick e. V.; GRÜNE LIGA Berlin e. V.; Umweltbildungszentrum Kienbergpark; Parzelle X; Büro für Landschaftsarchitektur & Naturpädagogik; Koordinierungsstelle Umweltbildung Marzahn-Hellersdorf; Klimaschutzbeauftragter, Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz; Lehr- und Versuchsanstalt Gartenbau und Arboristik Großbeeren; Pusteblume Grundschule; Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung Landesverband Brandenburg

Steuerungsinstrumente

Welches Steuerungsinstrument ist Bestandteil der Maßnahme?Freiwillige Vereinbarung, Kooperation, Informationsbereitstellung und Sensibilisierung
Bitte erläutern Sie die von Ihnen genannten Instrumente und deren Anwendung näher.

Partizipative Entwicklung von Maßnahmen der Vernetzung, Weiterbildung und Öffentlichkeitsarbeit zur Förderung „Grüner Klimaoasen“.

Beteiligung und Finanzierung

Welche Personengruppen wurden in die Konzeption und/oder die Umsetzung der Maßnahme eingebunden?Breite Öffentlichkeit

z.B. Ausbilder*innen, Umweltbildner, Kleingarten-Verbandsvorsitzende, leitende Mitarbeiter*innen des Straßen- und Grünflächen bzw. Umwelt- und Naturschutzamts und Senatsverwaltungen

Welche Formen der Beteiligung fanden statt?

In Expertengruppen (Multiplikatoren) fand Beratung zum Projektfortschritt und Verbreitung sowie Planung, Monitoring und Evaluierung konkreter Maßnahmen statt;
zur Situations- und Bedarfsanalyse u.a. Befragung von Kleingärtner*innen, Expertengespräche, Feedbackbögen an Teilnehmer*innen von Veranstaltungen, Präsentation / Diskussion auf Stadtteil- und Gartenfesten (Austausch mit der Bevölkerung)

Kosten

300.000 €

FinanzierungBund

Das Projekt hatte eine Laufzeit von 12/2017 bis 12/2020 und wurde gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Rahmen des Förderprogramms "Förderung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel".

Erfolg und Nutzen

Erfolgt eine systematische Evaluation der Maßnahme?Nein
Bitte beschreiben Sie die Evaluationsmethode

Es erfolgt keine summative externe Evaluierung. Gleichwohl ist die Evaluierung des Projektes und der Maßnahmen als formative Eigenevaluierung angelegt und erfolgt als Teil der Maßnahme.

Welche Erfolge wurden bis jetzt mit der Maßnahme erreicht?

Förderung der Vernetzung sowie der „Adaptionskapazität“ der Beteiligten. Es konnte ein Problembewusstsein (Sensibilisierung) geschaffen und Wissenszuwachs sowie Fertigkeiten und Kenntnisse befördert werden, eine Voraussetzung für Problemlösungskompetenzen im Sinne einer klimaangepassten Entwicklung von Stadtgrün. Dies zeigte die generell positive Resonanz in der Projekt-AG bzw. bei den Teilnehmer*innen an Vernetzungs- und Bildungsveranstaltungen.
Aufbauend auf den Vernetzungsveranstaltungen bzw. Bildungsmaterialien sind Gruppen/Einzelpersonen befähigt, eigenständig „Grüne Klimaoasen“ (weiter) zu entwickeln, klimaangepasst zu pflegen bzw. als Multiplikator*innen ihr Wissen weiterzugeben. Dies zeigt z.B. die Fortführung der Weiterbildungsreihe „Kommunales Grün“ seitens des Bildungsträgers.

Bringt die Maßnahme Nutzen für weitere Zielsetzungen außer dem Ziel der Anpassung an den Klimawandel?Lebensqualität / soziale Ziele: z.B. Erhöhung der Wohnqualität in Städten, Beitrag zu sozialem Ausgleich und sozialer Integration, besondere Berücksichtigung der Interessen benachteiligter Bevölkerungsgruppen
Erläuterung

Entwicklung und Erprobung neuer Formate von Kommunikation und Vernetzung zwischen den beteiligten Akteuren aus dem gärtnerischen Bereich; Informations- und Bildungsmedien, die über das Thema Klimaanpassung hinaus die Bedeutung der Grünräume kommunizieren und erlebbar machen; mehr Rückhalt aus der Bevölkerung für engagierte Gruppen und Einzelpersonen

Welche Hindernisse wurden überwunden?

Welcher Faktor stellt/stellte ein besonderes Hindernis bei der Umsetzung der Maßnahme dar?

Ambitionierte Planungen treffen in der Praxis oft auf unvorhergesehene Schwierigkeiten, wie beispielsweise Personalmangel und Kommunikationsengpässe zwischen Akteursgruppen. Dem entgegen besteht ein hoher Ressourcenaufwand für Partizipationsprozesse.

Lösung

Eine auf Flexibilität und ständige Reflexion des Fortschritts einzelner Maßnahmen basierende Projektentwicklung ermöglicht ggf. notwendige bedarfsgerechte und situationsbezogene Planänderungen im Dialog mit den Beteiligten.

Welcher Faktor stellt/stellte ein besonderes Hindernis bei der Umsetzung der Maßnahme dar?

Ökosystemdienstleistungen von Stadtgrün spielen eine besondere Rolle in Ballungsräumen wie Berlin, noch verstärkt durch den Klimawandel. Eine dauerhafte Sicherung solcher Flächen ist daher bedeutsam. In der Praxis treten verstärkt Flächenkonflikte mit dem Wohnungsbau, dem Ausbau der Verkehrs- und immer wieder auch der Stärkung von sozialer Infrastruktur auf.

Lösung

Multifunktionale Grünräume sollten gefördert und eine weitere Flächenversiegelung vermieden werden. Bevor Grünräume für den Ausbau sozialer Infrastruktur weichen müssen, sollten weitere Optionen geprüft und verstärkt bereits versiegelte Flächen (z.B. Flachdächer) genutzt werden. Stadtgrün sollte in der Stadtplanung/im Wohnungsbau elementarer Bestandteil sein (blau-grüne Infrastruktur).

Welcher Faktor stellt/stellte ein besonderes Hindernis bei der Umsetzung der Maßnahme dar?

In der Spätphase des Projektes war die face-to-face Kommunikation und die Öffentlichkeitsarbeit vor Ort (in Form von Umwelt- und Stadtteilfesten sowie des Langen Tags der Stadtnatur) aufgrund der COVID-19-Pandemie eingeschränkt.

Lösung

Die Reaktion auf pandemiebedingte Einschränkungen waren online- und später hybride Veranstaltungen in Verbindung mit didaktisch gut aufbereiteten Informationen - wie die Gartenkarte Marzahn-Hellersdorf, die auf rege Nachfrage stieß. Sie sind aufgrund der verstärkten Einwege-Kommunikation jedoch keinesfalls Ersatz für direkte Treffen von Angesicht zu Angesicht.

Welche zusätzlichen Konflikte gab es?

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