Anpassung: Handlungsfeld Tourismus

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Der Klimawandel wirkt sich auf die Tourismusbranche aus, die abhängig ist von Wetter und Klima.
Quelle: quiloo/photocase.com

Der Tourismus in Deutschland bleibt trotz des Klimawandels eine Wachstumsbranche. Vielen Tourismusarten steht ein Repertoire an wirksamen Anpassungsoptionen zur Verfügung, wie andere Urlaubsaktivitäten. Im Skitourismus werden die möglichen Anpassungsmaßnahmen voraussichtlich nicht ausreichen, um künftige durch den Klimawandel verursachte Verluste auszugleichen.

Wintertourismus

Insbesondere der Skitourismus ist besonders stark vom Klimawandel betroffen, denn mit steigenden Temperaturen und veränderten Niederschlagsmustern sinkt die Schneesicherheit der Skidestinationen. Mit künstlicher Beschneiung kann dem Schneemangel nur eingeschränkt begegnet werden, da hierfür in der Regel Temperaturen unter 4° Celsius benötigt werden. In vielen deutschen Skigebieten in Mittelgebirgslage wird diese Temperaturgrenze künftig voraussichtlich seltener erreicht. Die aufwändige Installation sowie der sehr wasser- und energieintensive Betrieb von Beschneiungsanlagen treiben die Kosten für Skigebiete in die Höhe und machen diese zunehmend unrentabel. Zudem ist die künstliche Beschneiung mit großen ökologischen Nachteilen verbunden, beispielsweise der Verkürzung der Vegetationsperiode sowie steigendem Wasser- und Energieverbrauch. Beschneiungsanlagen können somit lediglich übergangsweise als Maßnahme zur Anpassung an den Klimawandel angesehen werden.

Auch ein Ausweichen in höher gelegene Gebiete ist wegen der begrenzten Höhenlage deutscher Skigebiete und der hierdurch zu erwartenden ökologischen Überlastung häufig keine Option. Für viele derzeitige Skigebiete ist die weitaus wirksamere Maßnahme eine Umstellung des Tourismusangebots vom schneeabhängigen Wintersport hin zu einem ganzjährigen Angebot. Bereits heute haben viele Länder und Regionen Konzepte für eine Umstellung erarbeitet. In den heutigen Wintertourismusdestinationen wird ein Wachstumspotenzial für den Gesundheits- und Erlebnis-Tourismus prognostiziert, der vielfältige Angebote wie Winterwandern, Fitness, Wellness und Indoor-Aktivitäten umfasst. Dabei gilt es, umweltverträgliche Tourismusformen und ein nachhaltiges Umweltmanagement der Tourismusbetriebe zu fördern.

Für die Neuausrichtung von touristischen Strategien ist eine integrierte Betrachtung notwendig. Der Klimawandel ist nur einer der Treiber, die den Wintertourismus beeinflussen. Andere Faktoren wie ein verändertes Freizeitverhalten, der demographische Wandel und wirtschaftliche Faktoren werden den Tourismus künftig ebenso vor Herausforderungen stellen. Darüber hinaus ist für eine nachhaltige Ausrichtung des Tourismus die Abstimmung mit Akteuren aus Naturschutz, Verkehrsplanung und Regionalentwicklung von besonderer Bedeutung.

Sommertourismus

Für den Sommertourismus sind konkrete Anpassungsoptionen nur schwer zu identifizieren, da die Auswirkungen des Klimawandels auf Sommerurlaube sehr vielschichtig sind. Eine besondere Herausforderung mit Blick auf den Tourismus an den Küsten stellen zunehmende Sturmfluten und der Abtrag der Küsten dar. Dem kann mit einem Frühwarnsystem begegnet werden, das Anwohner und Touristen rechtzeitig über mögliche Extremwetterereignisse informiert. Einrichtungen touristischer Infrastruktur können darüber hinaus im Rahmen entsprechender Risikomanagementkonzepte mithilfe von Deichen und Schotten geschützt und so sturm- und flutsicher gestaltet werden. Weitere Beispiele können Gebäude auf Stelzen oder eine Rückverlegung sensibler Infrastruktur ins Landesinnere sein.

Der Schutz von Meeren und Badegewässern ist erforderlich, um gesundheitliche Risiken durch Keim- und Bakterienbildung bei hohen Wassertemperaturen zu vermeiden. Insgesamt ist aber davon auszugehen, dass der Badetourismus in Deutschland insgesamt vom Klimawandel profitiert, da die Attraktivität von deutschen Baderegionen sowie Nord- und Ostsee durch wärmere Sommer steigt. Das gilt vor allem an der Nord- und Ostsee im Vergleich zum Mittelmeerraum, wo es im Sommer zunehmend sehr heiß wird.

Grundsätzlich ist – wie in Wintertourismusdestinationen – die Diversifizierung des Tourismusangebots eine wirksame Maßnahme zur Anpassung an den Klimawandel .

Im Umland großer Städte bietet zudem die Entwicklung von konkreten Angeboten für Bewohner von Ballungsräumen, die den heißen Stadtzentren entfliehen wollen, Potential für den Natur- und Sporttourismus.

Quellen