Indikator: Umweltfreundlicher Konsum

Ein Diagramm zeigt die Marktanteile von Produkten mit staatlichen Umweltzeichen. Der Anteil stieg von 2012 bis 2014 von 3,8 % auf 6,1 %. Ziel 2020 sind 16 % Marktanteil. 2030 soll der Anteil bei 34 % liegen.zum Vergrößern anklicken
Marktanteile von Produkten mit staatlichen Umweltzeichen, nach Umsätzen gewichtet
Quelle: Umweltbundesamt Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • In den Produktbereichen mit staatlichen Umweltzeichen wurden 6 % des Umsatzes mit besonders umweltfreundlichen Produkten gemacht.
  • Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, dass umweltfreundliche Produkte bis 2030 einen Marktanteil von 34 % haben sollen.
  • Insbesondere bei Lebensmitteln sind weitere Anstrengungen nötig, um dieses Ziel zu erreichen.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Haushalte können nachhaltigen Konsum direkt und indirekt fördern. Einerseits beeinflusst ihre Einkaufsentscheidung ihre eigene Umweltbilanz: So benötigen energieeffiziente Fahrzeuge oder gedämmte Häuser bei der Nutzung weniger Energie und verursachen einen geringeren Ausstoß von Treibhausgasen. Andererseits können die Verbraucher Hersteller für besonders nachhaltige Produktionstechniken belohnen, indem sie deren Produkte beim Einkauf bevorzugen.

Der Indikator erfasst die Marktanteile von Produkten mit anspruchsvollen Umweltzeichen. Dabei werden bisher ausschließlich staatlich regulierte Umweltzeichen betrachtet: Energieverbrauchskennzeichnung (Pkw, Haushaltsgroßgeräte, Leuchtmittel und Fernseher), Bio-Siegel (Lebensmittel) sowie Blauer Engel (Hygienepapiere, Wasch- und Reinigungsmittel). Mit Hilfe des Indikators kann festgestellt werden, ob umweltfreundliche Produktvarianten konventionelle Produktvarianten im Markt ersetzen. Denn nachhaltiger Konsum erfordert, nicht-nachhaltige Konsumweisen durch nachhaltige zu ersetzen.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

2014 hatten umweltfreundliche Produkte einen Marktanteil von 6,1 % in den erfassten Produktgruppen. Damit zeigt der Indikator auf niedrigem Niveau ein dynamisches Wachstum. Innerhalb der verschiedenen Produktgruppen unterscheiden sich die Marktanteile teilweise deutlich. Beispiel Haushaltsgeräte: Waschmaschinen mit der höchsten Effizienzklasse hatten zuletzt einen Marktanteil von 75 %. Bei Elektroherden und Backöfen hatte die höchste Effizienzklasse hingegen einen Anteil von lediglich 1 %.

In der Nachhaltigkeitsstrategie 2016 setzt sich die Bundesregierung Ziele für den Marktanteil umweltfreundlicher Produkte: Dieser soll bis 2030 auf 34 % steigen (Bundesregierung 2016). Dieses Ziel erfordert vor allem, die bestehende Wachstumsdynamik bei energieeffizienten Produkten aufrecht zu erhalten. Auch muss der Absatz von Bio- Lebensmitteln deutlich steigen. Anfang 2016 wurde vor diesem Hintergrund ein „Nationales Programm für nachhaltigen Konsum“ verabschiedet (BMUB 2016). In diesem ist eine Reihe von Maßnahmen festgeschrieben, mit denen der nachhaltige Konsum weiter gefördert werden soll.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Für die Berechnung des Indikators wurden für jeden Konsumbereich besonders umweltrelevante Produktgruppen identifiziert, für die Marktdaten verfügbar sind. Da die Märkte der einzelnen Produktgruppen unterschiedlich groß sind, werden die Marktanteile mit dem Umsatzvolumen des jeweiligen Gesamtmarktes gewichtet. Dies garantiert, dass hohe Marktanteile in kleinen Nischenmärkten den Indikator nicht verzerren. Eine Beschreibung der Vorgehensweise zur Berechnung findet sich in einer Studie, die das Umweltbundesamt in Auftrag gegeben hat (UBA 2015). Allerdings werden im hier verwendeten Indikator nicht alle der dort beschriebenen Produktgruppen einbezogen.

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel „"Grüne" Produkte: Marktzahlen".