Indikator: Treibhausgas-Emissionen der Industrie

Ein Diagramm zeigt die Treibhausgas-Emissionen und preisbereinigte Bruttowertschöpfung von 1995 bis 2014. Die Treibhausgas-Emissionen sanken von 234.834 Mio. t Kohlendioxid Äquivalente im Jahr 1995 auf 172,218 Mio. t im Jahr 2014. Die Bruttowertschöpfung stieg.zum Vergrößern anklicken
Treibhausgas-Emissionen des verarbeitenden Gewerbes
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Der Ausstoß von Treibhausgasen bei der Herstellung von Waren in Deutschland sank zwischen 1995 und 2014 um etwa 27 %.
  • Gleichzeitig wuchs die Bruttowertschöpfung der Industrie um 33 %.
  • Bis 2050 soll der Ausstoß von Treibhausgasen in Deutschland insgesamt um bis zu 95 % sinken.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Insbesondere seit Beginn der Industrialisierung hat die Menschheit den Ausstoß großer Mengen Treibhausgase in die Atmosphäre verursacht. In der Folge steigen die Temperaturen in der Atmosphäre. Dies führt zu einer Vielzahl weiterer Konsequenzen wie der Zunahme von Niederschlägen, Destabilisierung von Infrastrukturen, Verbreitung von Tropenkrankheiten etc.

Die wichtigste Treibhausgasquelle war und ist die Verbrennung von fossilen Energieträgern. Energie wird zu einem großen Teil zur Herstellung von Gütern eingesetzt. Das verdeutlicht die Rolle der Industrie – des sogenannten „verarbeitenden Gewerbes“ – bei der Klimaproblematik.

Die Industrie verursacht auch indirekt den Ausstoß von Treibhausgasen, wenn sie Elektrizität und Wärme bei externen Kraftwerksbetreibern bezieht. Dieser Ausstoß müsste der Industrie zugeordnet werden. Dies ist bei dem hier verwendeten Indikator nicht berücksichtigt, da – anders als beim Energieverbrauch der Industrie – derzeit keine geeigneten Daten zur Verfügung stehen.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Seit 1995 ist der Ausstoß von Treibhausgasen durch die Industrie um fast 27 % zurückgegangen. Zum Vergleich: Der Ausstoß an Treibhausgasen für ganz Deutschland sank in diesem Zeitraum um etwa 19 % (siehe Indikator „Emission von Treibhausgasen“). Damit haben sich die Emissionen der Industrie besser entwickelt als die der gesamten Volkswirtschaft. Zumal: Gleichzeitig ist die Industrie zwischen 1995 und 2014 um 39 % gewachsen. Grund für diese Entwicklung ist vor allem, dass die Industrie verstärkt auf saubere Energieträger umstellt.

Ein wichtiger Effekt ist, dass die Anlageneffizienz sinkt, wenn Produktionsanlagen nicht richtig ausgelastet sind. Das erklärt auch die Entwicklung des Indikators im Krisenjahr 2009: Während die Bruttowertschöpfung der Industrie um fast 20 % zurückging, sank der Ausstoß von Treibhausgasen nur um rund 11 %.

Die Bundesregierung hat sich in ihrem Energiekonzept 2010 anspruchsvolle Ziele zur Senkung des Ausstoßes von Treibhausgasen gesetzt: Bis 2050 soll der Ausstoß 80 % bis 95 % unter der Menge von 1990 liegen (Bundesregierung 2010). Damit diese Ziele erreicht werden können, muss auch die Industrie als einer der größten Emittenten ihren Ausstoß weiter senken.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Der Indikator verwendet die Zahlen der Umweltökonomischen Gesamtrechnungen (UGR) des Statistischen Bundesamtes. Die Treibhausgas-Tabellen der UGR basieren wesentlich auf den Daten des Emissionsinventars des Umweltbundesamtes (UBA 2017). Diese müssen jedoch in die UGR-Systematik umgerechnet werden. Die Methodik wird bei Thomas (2012) näher erläutert.